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26.02.2007, 13:42 von 68markusProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Strom-/Wasserklau durch Nachbarn
Hallo,
benötige dringend Euren wertvollen Rat:
mein Mieter hat ordnungsgemäß nach 7 Jahren gekündigt und ist am 24.02.2007 ausgezogen.
Bei der Wohnungsübergabe stellte sich heraus, daß ein Nachbar sich im Waschkeller über Jahre hinweg mit dem Wäschetrockner und Waschmaschine an dem Strom und Wasser meines Mieters bediente. Mein Mieter hat einen eigenen Anschluß in der Wohung und mußte so nie in den Waschkeller. Die Steckdose war seinerzeit mit Klebeband verplombt, der Nachbar hat sie einfach - ob unwissentlich oder wissentlich weiß ich nicht- geöffnet. Mein Mieter hatte in den sieben Jahren durchwegs Nachzahlungen. Muß ich dem Mieter die Wasserkosten erstatten, die der Nachbar ihm entnommen hat und muß ich wiederum von dem besagten Nachbarn die Strom- bzw. die Wassergebühren einfordern? Mein Mieter hatte nie Einblick in die Zählerstände, sondern erhielt nur eine jährliche Nebenkostenabrechung. Wie ist rechtlich sauber zu verfahren ? gibt es da entsprechende Paragraphen ? ich bin echt ratlos ! Danke für jede Hilfe !
Gruß
Markus
Alle 18 Antworten
27.02.2007, 11:19 von Jobo
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da wird gleich von Diebstahl und gebrochenen Siegel (Klebeband) gesprochen, mal etwas langsam mit der Vorverurteilung!

Kann es vielleicht auch sein, dass dem entnehmenden Mieter auch nicht klar war das die Steckdosen und die Wasserhähne den Wohnungen zugeordnet sind ?
Also wenn die Steckdose mit Klebeband zugeklebt ist, nehme ich an, dass keine sicherbaren Steckdosen vorhanden sind. Zudem nehme ich an, dass an den Steckdosen kein Hinweis hängt der auf die Wohnungszuordnung hinweißt. Es gibt genügent Menschen die sich dann keine weiteren Gedanken machen.

Auf jeden Fall sollte mit dem "stehlenden" Mieter mal gesprochen werden und vielleicht sieht er ja auch ein, dass er den vermeindlichen Diebstahl bezahlen muß !

Jobo
27.02.2007, 08:09 von Augenroll
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68markus müsste noch ein paar Infos nachreichen, sonst bleibt alles reine Spekulation.
27.02.2007, 00:58 von avocado
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@buba
genau das scheint mir auch eine entscheidende Frage zu sein. Als Mieter kann man ja zunächst davon ausgehen, dass der eigene Verantwortungsbereich in Sachen Strom- und Wasserverbrauch an der Wohnungstür endet. Sollten abweichend davon öffentlich zugängliche Verbrauchsstellen existieren, die am individuellen Wohnungszähler angeschlossen sind, müsste dies wohl im Mietvertrag Erwähnung finden. Zumindest aber müsste beweisbar sein, dass der Mieter über diese Situation informiert war.
26.02.2007, 22:35 von buba
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hi
Zitat:
Mein Mieter hat einen eigenen Anschluß in der Wohung und mußte so nie in den Waschkeller.

wenn ich das so lese stellt sich mir zuerst die frage: wusste der mieter das eine steckdose im waschkeller auf seinen zähler läuft?
wenn ja, ist er selber schuld wenn er dies nicht nachprüft oder/und den vermieter auffordert die dose ab zu klemmen.
26.02.2007, 19:02 von Betroffen07
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Eugentlich ganz einfach. Es ist zweifelsfrei Diebstahl. Daher sollte Ohne Verzug eine entsprechende Anzeige wegen Wasser und Stromdiebstahl getätigt werden. Die Anzeige kann der VM tätigren, wenn er Gescädigter ist, oder der geschädigte Mieter. Er hat ja schließlich den Verbrauch an Strom und Wasser bezahlen müssen. Wenn es z.B. kein aagemeinstrom ist. Durch das Anzapfen der Leitungen ist eine erhebliche Kriminalität zu vermuten, die eine Straftat sehr warscheinlich macht. Nur Mut, Strafe muss sein. Der ehemalige Mieter als Geschädigter sollte auch Schadenersatzforderungen geltend machen.
Gruß
Shank OL
26.02.2007, 17:43 von Augenroll
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Zitat:
Zum Verständnis:
der Vermieter ist und bleibt Eigentümer der Mietsache, Nach der Gebrauchsüberlassung - wofür der Mieter eben Miete zahlt ( so sind die Spielregeln)- geht die Mietsache (hier Wohnung) in den BESITZ des Mieters über.


Das weiß ich auch, oder halten Sie mich etwa für blöd?

Gerade da es von der Überzahl der Vermieter anders gesehen und gehandhabt wird, habe ich mir die Ironie nicht verkneifen können.
26.02.2007, 17:39 von Augenroll
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Zitat:
Tschuldigung?
Is doch so?
Oder etwa nicht?
Dafür zahlt der Mieter doch Miete?!
VM gleich Eigentümer....Mieter Besitzer, oder?!
Was gibts für ein Problem?


Das ist ein weites Feld.

Ich kann ja mal die Frage in die Runde stellen:

"Sehen Sie Ihre Mieter als Besitzer der Mietsache für die Dauer des MV an?"
26.02.2007, 17:38 von FM_24
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@ Augenroll

Zum Verständnis:
der Vermieter ist und bleibt Eigentümer der Mietsache, Nach der Gebrauchsüberlassung - wofür der Mieter eben Miete zahlt ( so sind die Spielregeln)- geht die Mietsache (hier Wohnung) in den BESITZ des Mieters über.

So habe ich das gelernt!!!

Mach dich nmal schlau im WEB

Jürgen
26.02.2007, 17:36 von Melanie
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Zitat:
Mietbesitz ist gut, seit wann wird dem Mieter, ein (wenn auch zeitweiser) Besitz an dem Mietobjekt zugestanden???

Tschuldigung?
Is doch so?
Oder etwa nicht?
Dafür zahlt der Mieter doch Miete?!
VM gleich Eigentümer....Mieter Besitzer, oder?!
Was gibts für ein Problem?
26.02.2007, 17:22 von Augenroll
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Zitat:
Man kann doch wohl bei keinem VM soviel Sachkunde voraussetzen...
In diesem Falle war dem VM der Schaden nicht bekannt!!


Schon klar, im Zweifelsfall ist des Vermieters Name "Hase und er weiß von nichts". Alles zum Wohle der Winkeladvokaten.

Rechtsbeugung pur.
26.02.2007, 17:19 von Augenroll
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Zitat:
ie in seinem Mietbesitz befindlichen Sachen selbst prüfen müssen....

Mietbesitz ist gut, seit wann wird dem Mieter, ein (wenn auch zeitweiser) Besitz an dem Mietobjekt zugestanden???
26.02.2007, 17:15 von FM_24
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Hallo,

hier möchte ich mich auch mal wieder beteiligen.

Also Verkehrssicherungspflicht des VM fällt wohl eher weg. Das beinhaltet wohl eher die sicherung des Hausflures, der Wege rund um das gebäude, die Funktion der Schliessanlagen rund um das Gebäude usw.

Man kann doch wohl bei keinem VM soviel Sachkunde voraussetzen, dass es in seiner Verantwortung liegt und mit Schaltplänen und Rohrleitungsplänen regelmäßig durchs Haus laufen muss.

Das fällt m.E. ausser Betracht.

Schadenminimierungspflicht??? was soll das denn sein. Das trifft doch wohl auch nur zu, wenn dem VM ein Mangelangezeigt wird und Folgeschäden vermeiden sollte.

In diesem Falle war dem VM der Schaden nicht bekannt!! Also trifft das auch nicht zu.

Wenn dem ausziehenden Mieter dieses Abzapfen auch nicht bekannt ist, schlafende Hunde eben nicht wecken.

Ansonsten, sobald das auffliegt:

Dem DIEB kann man daraus eine fristlose Küdigung stricken und eben Schadenersatz fordern. Vielleicht geht ja auch ein Vergleich. Außergerichtlich.

Viel Glück in der Angelegenheit.

Gruß

Jürgen
26.02.2007, 17:02 von Melanie
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Hallo,
ich sehe es so das selbstverständlich der Nachbar haftet....sollte dies nicht beweisbar/möglich sein ist meiner Meinung nach der MIETER Schuld....es gibt ja eine Sorgfaltspflicht des Mieters.....er hätte (so bescheuert sich das anhört) die in seinem Mietbesitz befindlichen Sachen selbst prüfen müssen....
LG Mel
26.02.2007, 16:58 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
Gibt es da Urteile oder geeignete Paragraphen ?


....kann ich leider nicht aus dem Ärmel schütteln !

Grundsätzlich ist das meiner Meinung nach Diebstahl und der geschädigte EX-Mieter müsste den Dieb anzeigen. Ex-Mieter versus Strom- bzw. Wasserdieb und damit entsprechende Schadenersatzforderungen.

Natürlich ist die Frage inwieweit der VM durch Fahrlässigkeit dazu beigetragen hat, dass der Diebstahl überhaupt funktionieren konnte.

Eine "Verplombung" einer Steckdose durch Klebeband hört sich zunächst unprofessionell an, aber selbst eine abschliessbare Steckdose wäre u.U. manipulierbar.

Dies (einen eventuelle Mitschuld des VM) lässt sich so aus der Ferne ohne Vorortkenntnisse schlecht beurteilen. Auch der Wasserklau ist ja nicht so ohne weiters zu machen. Der Dieb muss aktiv Leitungen anschliessen bzw. Rohre manipulieren. Ob da ein VM, der ja keinerlei Zugang zum Keller des Mieters hat schuld sein kann ist eher fraglich.

Fazit: je nach Bewertung der Umstände könnte eine Mitschuld des VM nicht ausgeschlossen werden.

Wer soll das beurteilen ??? Eine ziemlich blöde Geschichte !!!

Ich denke das mindeste, was der VM machen könnte, ist die Strom-und Wasserleitungen so zu verändern, dass nicht mehr angezapft werden kann !

MFG
26.02.2007, 16:41 von Augenroll
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Ist der "Nachbar" auch Mieter?

Grundsätzlich ist der Verursacher bzw. der Betrüger auch schadenersatzpflichtig, aber ist er auch greifbar?

Sie als Eigentümer bzw. Vermieter haben aber eine Verkehrssicherungspflicht und eine Schadensminimierungspflicht.

Also ganz schön komlizierter Fall.
26.02.2007, 16:33 von 68markus
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danke für die Antworten...aber haftet nun -wenn das bemerkt wurde- der Vermieter oder der Mieter ? Gibt es da Urteile oder geeignete Paragraphen ?
26.02.2007, 16:17 von Augenroll
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Ist eine wirklich unschöne Sache, aber wohl leider nicht mehr zurückzudrehen. "Wo kein Kläger..."

Sorgen Sie bitte aber zukünftig dafür, dass es nicht noch einmal passiert.
26.02.2007, 15:58 von prinzregent
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Das kenne ich. Ich hatte einen ähnlichen Fall.

Der Mieter ( ausgezogen ) hat diese Sache ( Stromklau) gar nicht bemerkt. Ich habe niemandem was gesagt, sofort den Fachhandwerker angerufen und die Stromleitungen korrekt reparieren / neu verlegen lassen.

Wenn du als Vermieter einen schlafenden Hund weckst, haftest du gar noch am Ende, weil du verantwortlich bist. Wer weis ?

Sollte allerdings dein Mieter bei der Abnahme alles bemerkt haben ... au weia ... da weis ich auch nicht weiter ...

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