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07.03.2008, 10:00 von AugenrollProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Schrottimmobilien zur?ckgeben!
Im Berliner Abendblatt vom 5.3.08 Seite 8 steht:

Schadensersatz bei Schrottimmobilien


Der BGH hat mit einem Urteil vom 26.2.08 (AZ:XI ZR 74/06) die Rechte von Verbrauchern im Zusammenhang mit so genannten "Schrottimmobilien" gestärkt....

wonach eine kreditgebende Bank auf Schadenersatz hafte, wenn sie den Verbraucher nicht oder nicht hinreichend über sein Widerrufsrecht aufgrund einer Haustürsituation belehrt....

Ich finde das ganz wichtig, denn viele Familien wurden durch Schrottimmobilien finanziell total ruiniert. Es gab auch Selbstmorde!

Viele versuchen diese immobilien zu vermieten um das geld wieder reinzuholen.

Das muss aber scheitern, weil sich das nie und nimmer rechnet.
Alle 9 Antworten
07.03.2008, 15:48 von Augenroll
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Die Immos wurden den Leuten aufgeschwatzt, wie ein Zeitungsabo. Und zwar ganz normalen Leuten, die haben kein Schwarzgeld und kein dickes Sparkonto.

Aber und jetzt kommt das aber:

Es wurde denen versprochen: Die Immobilie wird von den Mietern abbezahlt plus Steuervergünstigungen.

Und da haben viele vor Gier das Gehirn ausgeschaltet.

Und deshalb bin ich etwas schadenfroh!

Aber nur etwas, denn die Leute wurden betrogen und das wiegt stärker als die Schadenfreude wegen der Gier!
07.03.2008, 15:40 von stefan_nuernberg
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@Administrator

Grossteil der Käufer wollte das schnelle Geld machen bzw. Schwarzgelder parken und haben jeden Schiss geglaubt.


Glaube ich eher nicht - wenn die Leute ihr Schwarzgeld hätten parken wollen, warum stehen sie dann jetzt mit lauter Schulden da! Denen wurden im Gegenteil 100 - 120 %-Finanzierungen verkauft, nach dem Motto die Wohnung kostet sie nichts, Miete und Steuervorteil tragen die Kosten und in 30 Jahren (Kredite sind getilgt) haben sie eine Super Altersvorsorge.

Gut, daß die naiv waren ist klar, aber die Drückerkolonnen der Strukturvertriebe haben sich ja mit Absicht die passenden Leute gesucht, nämlich Lieschen Müller die beim Wort "eigene Immobilie ohne eigenes Geld" ganz große Augen gekriegt hat.

Gruß

Stefan
07.03.2008, 15:00 von Administrator_
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Dummheit schützt vor Strafe nicht.

Grossteil der Käufer wollte das schnelle Geld machen bzw. Schwarzgelder parken und haben jeden Schiss geglaubt.

Zu vergleichen;
AR steht auf dem Balkon in der 10 Etage und AM sagt "spring runter, es passiert gar nichts".

Ich glaube solchn helles Köpfchen wie AR wird dies nicht einmal glauben.
07.03.2008, 13:39 von Cora
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Hallo

habe so einen ähnlichen Fall mal im Fernsehen geschaut.

Wie gesagt, Schadenfreude ist da bestimmt nicht angebracht !

Schadenfreude kann ich da nicht empfinden, sondern nur Unverständnis. Da lassen sich Leute zu etwas überreden von dem sie absolut keine Ahnung haben, aber - es hört sich ja gut an und Geld verdienen und Steuern kann man auch noch sparen.

Würden sich diese Leute vor dem Kauf an einen Steuerberater oder einen unabhängigen Finanzmakler wenden oder evtl. kurz von ihrer Hausbank beraten lassen, würde der eine oder andere vielleicht das Haar in der Suppe finden.

Meine Erfahrung aus über 20 jähriger Tätigkeit in Sachen Hausbau-Hausverkauf: die meisten Leute haben wenig bis gar keine Ahnung, geben dies aber nicht zu!!!

Mir tun diese Leute Leid und die Verursacher sollte man hart bestrafen und die Haftung der Banken sollte in solchen Fällen unbedingt greifen. Denn, wer wissentlich andere Leute ins Unglück stürzt, der sollte dafür zahlen.
Andererseits ist es jedem freigestellt seine Unterschrift unter einen Vertrag zu setzen.
07.03.2008, 12:12 von CMAX_65
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Hi,

Für diese Geschädigten ist meines Erachtens Schadenfreude fehl am Platz, das sind ganz einfach Opfer eines groß angelegten Betruges.

genau so ist es, siehe Badenia etc.

Es sind ganz normale Menschen, die betrogen wurden, die weder reich noch sonstwas sind und die erheblich daran zu knabbern haben.

Sie waren eben in diesem Momnent eben finanziell naiv und haben sich von einem Berater übertölpeln lassen.

Ich kenne persönlich jemand, dem das passiert ist und dieser jemand hat es sicher nicht verdient. Er arbeitet, liegt niemandem auf der Tasche und ist trotzdem für lange Zeit angschmiert.

Und da ist Schadenfreude völlig fehl am Platze, eher muss man Mitleid haben bzw. auch ärgerlich sein, dass.....

mit manchen Gesetzen (Mieterschutz) m.E. extrem zu Gunsten der Mieter/Verbraucher übertrieben wird und dann wieder........

extrem Verbraucherrechte unterbewertet sind (Badenia) bzw. vom Gesetzgeber ignoriert werden ......da geht es oftmals um alles oder nix.(Es haben sich Betroffene schon umgebracht)

Wie gesagt, Schadenfreude ist da bestimmt nicht angebracht !

MFG

07.03.2008, 11:57 von stefan_nuernberg
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Stimmt schon, wobei hier aber nicht das Klientel aus den 80er-Jahren (Bauherrenmodelle), nämlich Ärzte und andere Gutverdiener, abgegrast wurde (die waren da nämlich schon schlauer), sondern Otto-Normalverbraucher, den die Strukturvertriebe eben etwas von wegen "auch du kannst Steuern sparen" vorgequatscht haben.

Im möchte wetten, dass die meisten Schrott-Immobilien-Besitzer selbst zur Miete wohnen und sich die Wohnung nur als Kapitalanlage andrehen haben lassen.

Für diese Geschädigten ist meines Erachtens Schadenfreude fehl am Platz, das sind ganz einfach Opfer eines groß angelegten Betruges.

Stefan
07.03.2008, 11:32 von Augenroll
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Auf den Internetseiten zu Schrottimmobilien ist auch viel Schadenfreude zu finden.

nach dem Motto: "Gier frisst Hirn" und "Steuern sparen um jeden Preis".

Ich kann mich diesen Gedanken allerdings auch nicht gänzlich verschließen, denn der grösste Teil dieser "Gehörnten" wollte sich den Immobilienbesitz durch Mieter und Steuerzahler finanzieren lassen.

Das ist halt schiefgegangen.
07.03.2008, 10:23 von Augenroll
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Man wird sehen ...

Ich hab es in der Zeitung gelesen und fand es diskussionswürdig. Danke jedenfalls für die Erklärung.
07.03.2008, 10:12 von stefan_nuernberg
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Typischer Fall von falschen Pressemeldungen; wenn man die BGH-Presemitteilung anschaut (das eigentliche Urteil steht ja noch nicht im Netz), hat der BGH nur zur weiteren Sachaufklärung zurückverwiesen, nachdem die Vorinstanz die Zahlungsklage der Bank abgewiesen hatte - also Klartext: Die Bank wollte Geld, hat verloren, ist in Revision gegangen und das für den Schuldner günstige Urteil wurde vom BGH gekippt. Wieso dieses Urteil dann günstig für den Verbraucher ist müßte die Zeitung noch mal erklären.

Leider ist es in Deutschland so, dass der Bankensenat des BGH meist pro Bank entscheidet und erst ganz ganz langsam ein Umdenken einsetzt - auch unter den Druck des Europäischen Gerichtshofes (siehe Badenia und andere Fälle).

Wobei ich aber meine, dass mit dem eigentlichen Schrottimmobilen (Neue-Heimat-Objekte etc.) ein riesen Betrug gelaufen ist, hier wurde Leuten, die von Immobilien und Finanzierung keinerlei Ahnung hatten total überteuerte Wohnungen (z.B. VKW = 100.000 - Kaufpreis = 300.000) angedreht, nur mit der Milchmädchenrechnung, das würde sich alles durch die Steuervorteile und die Mieteinnahmen abbezahlen, wäre also später eine super Altersvorsorge. Das die Steuervorteile bei einem Einkommen von z.B. 2000 DM nicht zum Tragen kommen, müßte jeden klar sein. Ich habe eben die wirklichen Vorteile erst bei einem Spitzensteuersatz und dazu muß ich eben das entsprechende zu versteuernde Einkommen haben.

Es wäre also an der Zeit, dass der BGH hier wirklich Klartext redet und die Banken - die von diesen Geschäften ja gewußt haben oder z.B. bei der ordentlichen Sorgfalt hätten wissen müssen - in die Haftung genommen werden. Das wird aber so leicht nicht passieren, da dann z.B. bei der ehemaligen Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank (jetzt Teil der HypoVereinsbank) ein Verlust von bis zu 15 Mrd. € droht.

Man wird sehen ...

Gruß

Stefan
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