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23.01.2011, 13:33 von InsiderProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Schönheitsreparatur
Hallo an alle,

ich bräuchte Hilfe bei einer Angelegenheit.

Ich habe meine Wohnung seit Juli 2010 vermietet. Die Wohnung war komplett neu gestrichen und es lag neuer Laminat. Die Mieterin musste also nur noch einziehen.
Jetzt hab ich die Kündigung erhalten. Nachdem einige Interessenten sich gemeldet haben, hab ich mit der Mieterin einen Besichtigungstermin vereinbart. Als ich in die Wohnung kam, dachte ich mich trifft der Schlag. Der Hund der Mieterin hat teilweise Tapeten von den Wänden gerissen, Kratzer auf dem Laminat und allgemein ein heruntergekommener Zustand. Ist klar, dass die Interessenten die Wohnung nicht unbedingt anziehend finden werden.
Die Mieterin weigert sich nun die Wohnung zu streichen und Kosten dafür zu übernehmen. Sie ist der Meinung, dass es nicht nötig wäre. Hab ich als Vermieter die Möglichkeit die Renovierungskosten einfach von der Kaution abzuziehen??? Wäre froh um jeden Beitrag. Vielen Dank!
Alle 2 Antworten
29.01.2011, 12:12 von Insider
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Vielen Dank an Gilhorn. Werde schaunen, wie ich das am Besten hinbekomme. Es ist mir klar, dass ich den Laminat nicht auf Kosten der Mieterin austauchen lassen kann. Wegen den abgerissenen Tapeten muss ich wohl oder übel noch mit ihr sprechen.
Meine Meinung ist halt, dass die Wohnung so zu übergeben ist, wie sie angenommen wurde. Abnutzung lässt sich natürlich nicht vermeiden. Ich werde die Situation noch mit meinem Anwalt abklären. Vielen Dank für die Info.
23.01.2011, 15:01 von Gilhorn
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Zunächst ist zu klären, ob die Mieterin zu Schönheitsreparaturen laut Mietvertrag verpflichtet ist (Klauseln im Mietvertrag prüfen, ob diese vielleicht sogar hinfällig sind). Wenn eine Verpflichtung besteht, dann ist die Mieterin nur anteilig für die kurze Mietdauer kostenpflichtig (Vereinbarungen im Mietvertrag beachten).
Dann stellt sich die Frage, ob es sich schon um Schäden durch den Hund handelt oder ob es noch normale Abnutzung (durch Hund und Mieterin)ist. Falls es sich um Schäden handelt, ist die Mieterin schadenersatzpflichtig.
Der Zustand der Wohnung muss in einem Übergabeprotokoll bei Auszug festgehalten werden, welches vom Mieter und Vermieter zu unterschreiben ist.
Nach Auszug ist die Mieterin dann schriftlich aufzufordern, mit Fristsetzung, die Schäden zu beseitigen. Der Schaden muss in der Höhe benannt werden. Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass die Kaution in der Schadenshöhe zurückbehalten wird.
Beseitigt die Mieterin die Schäden nicht, kann der Vermieter die Kosten für die Beseitigung mit dem zurückbehaltenen Kautionsanteil verrechnen.
Der Knackpunkt liegt wohl darin, zu beurteilen, ob es normale Abnutzung oder ein Schaden ist. Wenn Vermieter mit einer Hundehaltung einverstanden sind, ergeben sich zwangsläufig Kratzer im Laminat. Also war der Vermieter schon bei Vertragsabschluss mit einer Abnutzung durch den Hund quasi einverstanden.
Da die Sache ziemlich vom Einzelfall abhängig ist, empfiehlt es sich einen Fachanwalt vorab zu befragen, schon um im Ablauf Formfehler zu vermeiden.
Dass die Wohnung bei Einzug renoviert war, hat keine Bedeutung.
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