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17.09.2006, 19:51 von ralf74Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Schönheitsreparatur bei Auszug
Hallo zusammen,

nachdem ich mein neues RH vor 5 Jahren zum ersten Mal nach fertigstellung vermietet habe, kündigten meine mieter nun.

ausgezogen sind sie bereits, nur haben sie das haus mehr oder weniger "besenrein" verlassen.

vor auszug habe ich sie schriftl. darauf hingewiesen, dass die räume zum auszug gestrichen werden müssen, so wie es im mietvertrag ergänzt wurde. Dies ist leider nicht passiert. Die Räume sind gelb, blau, pink usw gestrichen. abgesehen davon sind bei dem letzen anstrich der mieter fussleisten, steckdosen und lichtschalter nicht abgeklebt- und nahezu alle im randbereich großzügig mit angestrichen worden. es befindet sich also wandfarbe auf sämtl. schaltern und steckdosen. ebenso verhält es sich bei den fensterrahmen, der haustür und den fussleisten des laminatbodens. Dann sind noch auf der rauhfaser "Tapetenborden" aufgeklebt, die garnicht, oder teilweise entfernt wurden.
Ich habe den mietern eine frist gesstzt, die arbeiten auszuführen, die mitte der woche ausläuft. zeitgleich habe ich mir ein angebot eines malers machen lassen um den kostenrahmen einschätzen zu können.
alles in allem benötige ich einen maler und eine reinigungsfirma. Die kaution, die ich noch habe, reicht für die fälligen Arbeiten längst nicht aus.

Wie seht ihr meine chancen die arbeiten durch die mieter bezahlt zu bekommen?

Vielen Dank für Eure Antwort!
Ralf
Alle 7 Antworten
20.09.2006, 20:15 von ralf74
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jetzt habe ich festgestellt- und das allein durch eigene internetrecherche- dass meine alten mieter mittlerweile 15T€ schulden haben(verteilt auf mehrere gläubiger), bei der schuldnerberatung sind, die banken keine kredite mehr gewähren, weil ausgaben>einnahmen. ich bin jetzt echt froh, dass die selbst gekündigt haben und raus sind. auch wenn ich dann wohl nur die kaution in anspruch nehmen kann, ist dies wohl das kleinere übel.

was ich nicht verstehe, ist eines: die haben sich ein neues haus gemietet, dass nur 70€/monat günstiger ist als meins!
ich würde gern den neuen vermieter ermitteln und ihn informieren. ist das rechtens, oder mach ich damit einen fehler? schliesslich ist er einer "von uns".
danke für info,
ralf
18.09.2006, 19:02 von RMHV
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Zitat:
ralf74 » 18.09.06 10:40 «

es ist ein standart zweckform mietvertrag. wir haben damals handschriftlich ergänzt: "es wird vereinbart, dass bei auszug vom mieter alle räume zu streichen sind".
da ich damals vermieterneuling war, habe ich diesen ratschlag vom bauträger, der professionell häuser baut und vermietet, so umgesetzt. was dabei rauskommt ist jetzt abzuwarten.
ich kann beweisen alle räume mit rauhfaser, weiß gestrichen, übergeben zu haben.


In Verbindung mit einer Formularklausel über laufende Schönheitsreparaturen wird die Verpflichtung zur Endrenovierung sogar als Individualvereinbarung unwirksam sein. Da wird also nicht viel dabei rauskommen können.
Es gibt allerdings einen anderen Ansatz, der nicht von den Vereinbarungen des Mietvertrags abhängt. Der Mieter ist nicht zu einer grundlegenden Umgestaltung der Mietsache berechtigt. War die Wohnung weiß gestrichen, werden allenfalls dezente Farbtöne zulässig sein. Extreme Farbgestaltungen muss der Vermeiter nicht hinnehmen. Hier könnte ein Anspruch auf dekorativen Rückbau bestehen. Was die Farbverschmierten Fußleisten, Schalter und Steckdosen angeht, wird der Mieter die Farbschmierereien beseitigen im Grundsatz beseitigen müssen. Hier gilt es, den Anspruch nicht durch falsches Verhalten zu verlieren. Der beauftragte Anwalt sollte das in geeigneter Weise regeln.
18.09.2006, 10:40 von ralf74
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der mv liegt mittlerweile bei meinem ra. jetzt ist auch noch diebstahl hinzugekommen. die haben einfach die gartenhecke mitgenommen, das muss man sich mal vorstellen!!?!

es ist ein standart zweckform mietvertrag. wir haben damals handschriftlich ergänzt: "es wird vereinbart, dass bei auszug vom mieter alle räume zu streichen sind".
da ich damals vermieterneuling war, habe ich diesen ratschlag vom bauträger, der professionell häuser baut und vermietet, so umgesetzt. was dabei rauskommt ist jetzt abzuwarten.
ich kann beweisen alle räume mit rauhfaser, weiß gestrichen, übergeben zu haben.

gruß
ralf
18.09.2006, 09:45 von Rita
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Wie pbsenn schon sagte, müsste man den MV-Text zu SchönhRep kennen, um Vermutung hinsichtlich der gerichtl. Durchsetzbarkeit der Endrenovierung bzw. Renovierung nach 5 Mietjahren abgegeben zu können.

Evtl. könnte es sinnvoller sein, nicht die gem. MV geschuldete Leistung = SchönhRep bzw. Geld statt der Leistung einzufordern, sondern Schadensersatz/Beseitigung von nichtvertragsgemäßen Veränderungen > unübliche, kräftige Farbanstriche, beim nichtfachgerechten Streichen überpinselte Ausstattungen/Einbauten

Hast du eine einzugsbereite Wohnung (tapeziert und/oder gestrichen) übergeben? welche Farbe (weiss)? kannst du das beweisen?
18.09.2006, 05:45 von pbsenn
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Hallo Ralf74,

um dein Problem genau beurteilen zu können, wäre das im Mietvertrag vereinbarte hinsichtlich der Schönheitsreparaturen zu prüfen.

Was du dir meiner Meinung nach juristisch abschminken kannst, ist sofern nicht eine rechtssichere Individualvereinbarung vorlag, die Endrenovierung. Da ist die Rechtsprechung in letzter Zeit recht eindeutig.

Desweiteren glaube ich auch, dass hinsichtlich der Bordüre, in Abhängigkeit was dein Mietvertrag zu Schönheitsreparaturen sagt und wie ausführlich dein Übergabeprotokoll zu Mietbeginn war, deine Position schwierig durchzusetzen sein könnte.

Bezogen auf die überstrichenen Lichtschalter und Steckdosen sehe ich jedoch, sofern der Mieter sich nicht auf die Postition zurückzieht, das war bei Einzug so (Thema Übergabeprotokoll), einen Schadenersatzanspruch deinerseits.

Gerade das Thema Schönheitsreparaturen ist ne heikle Sache... und seit sich die Gerichte dessen intensiv angenommen haben, kippen die im Mietvertrag formularmäßig vereinbarten Klauseln mehr und mehr. Deswegen wäre es schön, wenn du den genauen, vereinbarten Wortlaut hinsichtlich der Schönheitsreparaturen veröffentlichen könntest.

Gruß

Torsten
17.09.2006, 21:38 von Sommer
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Hach, viel Ärger...
Letztlich würde ich sagen, daß das kein Thema ist so rein rechtlich nur ob da was zu holen ist?
Erstmal genau fotografieren UND die Arbeiten ganz genau im Einzelnen aufführen und Frist setzen bis wann die Arbeiten zu erledigen sind.
Dann Mahnen und ankündigen, die Arbeiten selbst zu machen und das von ihnen einzufordern. Dann nach der Frist selber machen und mit der Kaution verrechnen, Restbetrag der dann noch offen ist einfordern. Dann überlegen: Gibt es bei denen was zu holen? Irgendeine Chance auf Geld?
Wenn ja und Du genug nerven hast: Mahnbescheid lostreten (an alle MV-Partner) und bei Widerspruch Klage beim Amtsgericht einreichen.
Mach Dir nur klar: Es wird teuer, Du brauchst zwar keinen Anwalt aber Nerven und alle Kosten gehen erstmal zu Deinen Lasten.

Drücke die Daumen!

S.
17.09.2006, 20:05 von ChristophL
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Ich hatte ein ähnliches Problem, zum Glück reichte bei mir die Kaution für sämtliche Materialkosten aus. Aber den Zeitaufwand habe ich nicht ersetzt bekommen. Dies hat mich und meiner Lebensgefährtin dieses Jahr eine Woche von unseren Urlaub gekostet um das Haus wieder bewohnbar zu machen.

Um den Rest werden sich wohl die Gerichte streiten müssen.

Gruß ChristophL
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