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29.11.2007, 11:10 von rennsalamiProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Schimmelverhinderung bei Neubauten
Hallo,

mal eine Frage in die Runde:
bei einigen Wohnungen in älteren Gebäuden hatten wir kürzlich Schimmelbefall. Das ist alles inzwischen entfernt und behoben aber ich versuche mich gerade näher einzulesen, wie man Schimmelprobleme direkt beim Bau schon im Vorhinein ausmerzen/verhindern kann.

Gibt es da Erfahrungswerte zu? Ich nehme an Luftdichte ist das A und O?
Alle 15 Antworten
13.12.2007, 12:40 von Cora
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Zitat:
Horrorstory! Ich dachte immer es hilft, wenn beim Bau mit entsprechenden Spezialklebern gearbeitet wird, die alles schön abdichten (siga Klebebänder und was es da nicht alles in der Richtung gibt). Aber um das Durchheizen kommt man wohl selbst dann nicht drumrum:-/.



...die alles schön abdichten?
Man muss die Feuchtigkeit, die vom Mörtel, Putz, Estrich etc. herrührt, doch erst mal aus dem Haus raus kriegen und nicht durch abdichten im Haus lassen. Das ist doch das Problem.

Wir haben, wie gesagt, unser Haus über Winter stehen lassen und geputzt wurde im Frühjahr, die Fenster wurden relativ spät eingesetzt, so dass die Feuchtigkeit verfliegen konnte.
Wohnen jetzt 31 Jahre und Schimmel kennen wir nicht.

Aber heute hat man keine Zeit mehr.

Doppelbelastung muss auch nicht sein, wenn man eine vernünftige Bank hat, muss man während der Bauphase auch nicht unbedingt schon Zinsen/Tilgung zahlen, diese Zeit kann man "hinten dran hängen" und schon hat man mehr Luft. Muss natürlich mit der Bank verhandelt werden.
13.12.2007, 11:54 von homesitter
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Zitat:
genau so ist es bei Bekannten von uns passiert, als diese gebaut haben. Der Bauunternehmer hat Ruckzuckarbeit geleistet.
Die Bekannten hätten eigentlich , da es im Herbst gebaut wurde , das Haus durchheizen müssen. Haben sie aber nicht, da sie in der Bauphase schon finanziel schlecht da standen . Als sie dann mehr oder weniger glücklich eingezogen waren, kam nach noch nicht mal einem Jahr die erste Schimmelbildung in dem Gäste WC. Da war das Leid groß . Der Bauunternehmer berief sich darauf , das er auf gutes durchheizen hingewiesen hätte und war so aus dem Schlamassel raus. Leider mußten die Bekannten nach 7 Jahren das Haus versteigern lassen, da die 7e wegfiel und die Hypothek auf damals 380 DM monatlich , angehoben wurde.


Horrorstory! Ich dachte immer es hilft, wenn beim Bau mit entsprechenden Spezialklebern gearbeitet wird, die alles schön abdichten (siga Klebebänder und was es da nicht alles in der Richtung gibt). Aber um das Durchheizen kommt man wohl selbst dann nicht drumrum:-/.
Dünnbettmörtel hat doch nicht mit dem Feuchtigkeitseinflüssen zu tun sondern nur mit dem Verarbeitungsverfahren von Mauersystemen die Zeitliche Vorteile bringen sollen.

Lass es mal in so einen ungedeckten Rohbau mal so richtig reinregnen, dass sind die Probleme.
Bei den heutigen kurzen Bauzeiten müssen Bautrockner aufgestellt werden um den Bau bis zum Einzug auf eine erträgliche Restfeuchte
zu bekommen.
Wie hoch die Restfeuchte sein kann, zeigen die Heizkosten, die in den ersten zwei Jahren erhöht sind und sich erst mit dem 3 Jahr dauerhaft einpendeln.
03.12.2007, 11:47 von Augenroll
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Zitat:
bin schon überrascht, was hier sachlich und fachlich richtig vorgetragen wurde.


Ja nur schade, das es einigen anscheinend nicht passt:

Zitat:
Hauptsache AR wir wissen noch worüber wir hier schreiben.



Muss das eigentlich sein, @ nass???
02.12.2007, 15:05 von Bernd
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Altes Haus auf neuen Dämmstandart bringen.
Eigentlich kein Problem, aber ohne die entsprechende Lüftungsanlage in manchen Wohnungen ein Risiko.
Es ist halt einigen Menschen nicht beizubringen wie man richtig heizt und lüftet.
Daher sollte man immer zentrale oder dezentrale Zwangslüftungen einbauen lassen, die nicht von den Bewohnern zu steuern sind!
Die können dann ihre bevorzugte Temperatur einstellen und den Rest soll die Wohnungsregelung machen.
Fenster müssen natürlich mit Öffnungsfühlern bestückt werden, mehere Temperatur- und Feuchtesonden an den Mauerwerken etc.
Nachteil, höhere Kosten bei der Sanierung und bei zentralen Anlagen mehr Löcher in den Wänden sowie evtl. Raumverlust für die Lüftungkanäle.

Dezentrale Anlage sind einfach zu montieren und händeln, Nachteil in der Masse teurer und die Wartung ist vom Zutritt zur Wohnung abhängig, kann ein Nachteil sein.

Ohne automatische Systeme ist eine extreme Verbesserung in der Dämmung des Hauses ein Risiko!!
Gute und belegbare Planungen eines Fachmannes!! nicht jeder Energieberater (so darf sich ja jeder nennen) oder Architekt macht das mit entsprechendem Hintergrundwissen.
Ich habe auch 3 Architekten gebraucht bis ich jemanden gefunden habe der sich in der Materie TIEF eingearbeitet hatte.
So Sachen wie TWD Wände, richtige Neigungswinkel für heizungsunterstützende Warmwassersystem (eben nicht 30 Grad für den Durchschnitt, sondern 80 Grad für den Winter!!), Lüftungstechniken komplizierte Bauten, Heizwände und Decken, Langzeitspeicherberechnung etc. sind für die meisten völlige Fremdwörter!

01.12.2007, 12:48 von nass01
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Zitat:
Festzustellen ist weiterhin, dass die zunehmende Vergütung der Maschinenputze mit verarbeitsförderden Kunstharze, Polymere und Weichmacheranteile zunehmend die Kalk und Zementanteile reduzieren.

Gerade aber diese letztgenannten Anteile sind es, die fungizidhemmende Wirkung haben.

Nicht ohne Grund hatten die alten Kalkfarben und Schlämme in den Wohnräumen so gut wie nie zu Schimmelbildung geführt.



Du spricht mir aus der Seele, die heutigen Baumaterialien sind mehr als bedenklich.
Da werden aus Zeitgründen Voll-Gipsdielen als Zwischenwände verarbeitet die nur darauf warten sich mir Wasser voll zu saugen und damit stark schimmeln.
Gipsbaustoffe sind voll in Mode gekommen, zum Ersten, weil sie schnell zu verarbeiten sind und Zweitens, weil Gips spott billig ist und ein Abfallprodukt aus der Rauchgasreinigung ist.

Ich finde die süddeutschen bauen immer noch am besten, Gundmauerwerk in Porotonziegel und mit einem Zementkalkputz werden die Wände innen und außen ab geglättet, wobei der Kalkanteil nicht zu hoch ist, das hat den Vorteil das das Haus richtig Atmen kann und die Wand Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann.
Mit den vorgenannten Baustoffen ist ein sehr ausgeglichenes Raumklima zu erreichen und durch den Porotonziegel wird ein hervorragender Wärmeschutz erreicht.

Bei den besagten Baustoffen ist Schimmel ein Fremdwort und kommt fast nicht vor, Ausnahme sind bauliche Fehler wie Kältebrücken.
01.12.2007, 10:00 von Cora
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Zitat:
bin schon überrascht, was hier sachlich und fachlich richtig vorgetragen wurde.


da staunste was? Ich für meinen Teil habe über 20 Jahre Häuser verkauft (also Neubauten) und auch beim selbst bauen kriegt man einiges mit.

Früher hat man eben 1 Jahr gebaut, heute muss alles hoppla hopp gehen und der Einbau von Lüftungssystemen ist nicht gerade billig, ich persönlich lüfte lieber selbst und mach auch mal gern ein Fenster auf. Obwohl wir auch nicht gem. Heizverordnung heizen, d.h. Schlafzimmer so gut wie nie und Fenster oft auf Kipp ist nicht ein kleines Fitzelchen Schimmel vorhanden, unser Haus hat einen Winter getrocknet, statt Estrich (der ja 6 Wochen austrocknen soll) haben wir Gussasphalt genommen und darauf geachtet, dass alle Feuchtigkeit vor dem tapezieren draussen war.

30.11.2007, 23:14 von frischebrise
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Hallo,

bin schon überrascht, was hier sachlich und fachlich richtig vorgetragen wurde.
Die Frage ist nur, um wieviel teurer der Bau und der Mietpreis wären, wenn Zwangsentlüftung in Verbindung mit Raumluftrückgewinnung wäre.

Festzustellen ist weiterhin, dass die zunehmende Vergütung der Maschinenputze mit verarbeitsförderden Kunstharze, Polymere und Weichmacheranteile zunehmend die Kalk und Zementanteile reduzieren.

Gerade aber diese letztgenannten Anteile sind es, die fungizidhemmende Wirkung haben.

Nicht ohne Grund hatten die alten Kalkfarben und Schlämme in den Wohnräumen so gut wie nie zu Schimmelbildung geführt.
30.11.2007, 22:27 von nass01
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Hauptsache AR wir wissen noch worüber wir hier schreiben.
30.11.2007, 15:35 von Augenroll
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Durch den Mauer- und Putzmörtel sowie durch Estrich und Beton wird die Neubaufeuchte eingetragen.

Beim Mauermörtel kann man durch Dünnbettverlegung und großformatige Steine Feuchtigkeit sparen. MW-Schwinden wird dadurch auch minimiert.

Zitat:
Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung montiert werden die nicht viel mehr kostet als eine normale Heizungsanlage da hier die Heizkörper entfallen.


Hier sollte man vorsichtig sein, denn die Zwangslüftung führt nicht automatisch zum Ersatz der Heizungsanlage. Kommt auf den Energiestandard an.

Auf eine Zwangslüftung würde ich jedenfalls heutzutage nicht mehr verzichten, ist Stand der Technik.

29.11.2007, 17:56 von nass01
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Zitat:
wenn du herkömmlich baust, also Steine und Innenputz, sollte darauf geachtet werden, dass a) der Rohbau vor dem Verputzen eine Zeitlang steht und trocknen kann, möglichst ohne vorher die Fenster einzubauen und b) wenn der Innenputz angebracht ist, auch hier wieder eine gewisse Trocknungsphase einhalten, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.

Früher (so haben wir noch gebaut) war es Usus einen Rohbau über den Winter hinweg stehen zu lassen und nach dem verputzen von innen mehrere Wochen zu warten bis man tapeziert oder Fliesen verlegt, dabei immer gut durchlüften.

Heute ist Zeit Geld, da ist man kaum fertig mit mauern, da werden schon die Fenster eingesetzt und sind die Installationen fertig wird ruck zuck geputzt, Fenster sind natürlich schön zu, und nach 3 Wochen wird tapeziert.

An die Feuchtigkeit denkt niemand, aber hinterher wundern wo der Schimmel her kommt.


Wer hat den noch soviel Geld um die lange Bauzeit mit den Zinsen zu finanzieren?

Da heute nach dm Niedrigenergiestandard und noch besser nach den KV40 Standard sollte eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung montiert werden die nicht viel mehr kostet als eine normale Heizungsanlage da hier die Heizkörper entfallen.
Der Vorteil hierbei ist der ständige Luftaustausch mit der Außenluft.
29.11.2007, 15:22 von Cora
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Das ist ja immer das Dilemma, man will so schnell wie möglich rein ins neue Haus, auf Teufel komm raus und dann kommt irgendwann das dicke Ende
muss ja nicht immer sein, aber immer öfter
29.11.2007, 14:52 von Lilibeth
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Zitat:
An die Feuchtigkeit denkt niemand, aber hinterher wundern wo der Schimmel her kommt.



genau so ist es bei Bekannten von uns passiert, als diese gebaut haben. Der Bauunternehmer hat Ruckzuckarbeit geleistet.
Die Bekannten hätten eigentlich , da es im Herbst gebaut wurde , das Haus durchheizen müssen. Haben sie aber nicht, da sie in der Bauphase schon finanziel schlecht da standen . Als sie dann mehr oder weniger glücklich eingezogen waren, kam nach noch nicht mal einem Jahr die erste Schimmelbildung in dem Gäste WC. Da war das Leid groß . Der Bauunternehmer berief sich darauf , das er auf gutes durchheizen hingewiesen hätte und war so aus dem Schlamassel raus. Leider mußten die Bekannten nach 7 Jahren das Haus versteigern lassen, da die 7e wegfiel und die Hypothek auf damals 380 DM monatlich , angehoben wurde.
29.11.2007, 14:08 von Cora
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Hallo

wenn du herkömmlich baust, also Steine und Innenputz, sollte darauf geachtet werden, dass a) der Rohbau vor dem Verputzen eine Zeitlang steht und trocknen kann, möglichst ohne vorher die Fenster einzubauen und b) wenn der Innenputz angebracht ist, auch hier wieder eine gewisse Trocknungsphase einhalten, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.

Früher (so haben wir noch gebaut) war es Usus einen Rohbau über den Winter hinweg stehen zu lassen und nach dem verputzen von innen mehrere Wochen zu warten bis man tapeziert oder Fliesen verlegt, dabei immer gut durchlüften.

Heute ist Zeit Geld, da ist man kaum fertig mit mauern, da werden schon die Fenster eingesetzt und sind die Installationen fertig wird ruck zuck geputzt, Fenster sind natürlich schön zu, und nach 3 Wochen wird tapeziert.

An die Feuchtigkeit denkt niemand, aber hinterher wundern wo der Schimmel her kommt.
29.11.2007, 11:18 von Augenroll
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Zitat:
Ich nehme an Luftdichte ist das A und O?


Die Luftdichte begünstigt ja gerade die Schimmelbildung.

Neue Häuser bitte nur mit Zwangslüftung und Wärmetauscher konzipieren. Wärmebrücken konsequent vermeiden.

Der Mensch ist nun mal, wie er ist! Er schwitzt, atmet, wäscht Wäsche, hat Zimmerpflanzen, kocht und wäscht sich die Haare. Das lässt sich mit bestem Willen nicht vermeiden.

Ein ganz klarer, einfacher Grundsatz: Der kluge Hausbauer doktort nicht am Menschen (oder Mieter) rum, sondern passt die Häuser an den Menschen an.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
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