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06.04.2005, 21:09 von AnneProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Schimmelpilzbildung
Hallo,
ich habe folgendes Problem. Meine Mieter haben teilweise ihre Tapeten in Schlafzimmer und Wohnzimmer abgerissen. In manchen Ecken haben sich Stockflecken gebildet, außerdem hat sich teilweise der Putz von der Wand gelöst. Die Wände sind jedoch trocken, auch dort, wo sich die dunklen Flecken bilden.Das Haus ist sehr alt und der Putz besteht aus Kalksand. Ich habe gesagt, dass ich die Schäden beheben werde. Sie wollen sich jedoch nicht darauf einlassen und versuchen mich zu zwingen,ihnen eine Kündigungsfrist zu gewähren, die es ihnen erlaubt, sofort ohne weitere Mietzahlung auszuziehen bzw, wenn sie etwas passendes gefunden haben ohne Frist ausziehen dürfen.
Sie meinten, sie hätten das Gesundheitsamt benachrichtigt und es würde jemand vorbeikommen, der Proben nimmt. Was soll ich tun? Welche Rechte und Pflichten habe ich?
Alle 4 Antworten
10.04.2005, 19:51 von motzi01
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Hallo Anne,
ich sitze hier und lache.
Ein solches Problem hatte ich auch einmal, und zwar in einem MFH im 2.OG. Mit Gesundheitsamt und anschließendem ärztlichem Attest des Mieters (wir haben hier einen Arzt, der alles bescheinigt), der Mieter rannte zum Ordnungsamt, die "Grünen" kamen, sogar ein MdL war da. Gutachten wurden erstellt. Der Mieter stachelte andere Parteien in diesem und im Nachbarhaus auf. Diese begossen die Wände und den Teppichboden, minderten die Miete, behaupteten, die Wohnung sei mit Blei verseucht, usw.usw.
Und dann kam es: der Mieter zahlte die Gutachten nicht, zahlte die Miete nicht, beschimpfte mich, machte nachts Telefonterror - und war eines Tages weg. Die in der Wohnung zurückgelassenen vollen Müllsäcke mußte man grüßen, bevor sie an einem vorbeiliefen (Maden und anderes Getier).
Die Mieter, die er aufgestachelt hatte, zogen nacheinander auch aus (einen mußte ich räumen lassen), verloren ihre Prozesse, weil ein (der Gerichtsgutachter) nachweisen konnte, daß die Nässe von innen kam und kein Baumangel vorlag, bzw. der TÜV feststellte, daß die Blei- (und andere behauptete Schadstoffbelastung) in der Wohnung um Faktor 10 geringer war als im Vorgarten.
Letztendlich hat ein anderer Sachverständiger festgestellt, daß die vom Mieter im 2.OG behauptete Schimmelpilzbildung hinter einer Fußleiste zwar da war, aber dadurch entstanden war, daß der Mieter die obere Abdeckung des Dachflächenfensters entfernt und die dahinter liegende Dachfolie aufgeschnitten hatte, damit das Regenwasser immer schön in seine Küche fließen konnte.
Geld habe ich von diesem Mieter keins gesehen, auch von dem mit der angeblichen Bleibelastung nicht (dafür ist der heute im privaten Konkurs), der mit dem begossenen Teppichboden hat auf Heller und Pfennig alles zurückgezahlt, auch die Instandsetzungskosten und die Kosten der Räumung.
O.K. ich wollte eigentlich nur sagen, wenn der Mieter den Vermieter nicht in die Wohnung läßt, kann Vermieter auch nichts instand setzen. Volker hat da die entsprechenden §§ ganz richtig zitiert. Trotzdem würde ich in solch einer Angelegenheit so viel wie möglich dokumentieren und von Zeugen aufschreiben lassen.
Den mit dem Wasser habe ich eigentlich nur deswegen "gekriegt" (bin aufmerksam geworden), weil der Hausmeister zufällig gehört hatte, wie er zu ihr sagte "du, Mutti, wir müssen noch den Teppichboden begießen ..."
Vermutlich kann die eigentliche Ursache erst dann ergründet werden, wenn der Mieter aus der Wohnung ausgezogen ist.
Gruß motzi01
07.04.2005, 23:40 von volker
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Hallo Irm,

nach meiner Meinung ist "schicken" nicht ganz richtig. Das Gesundheitsamt wird feststellen, ob die Wohnung noch gefahrlos für die Gesundheit zu nutzen ist.

Es wird nach meiner Kenntnis keine Partei beziehen für oder gegen den Mieter. Wenn die Wohnung nicht mehr nutzbar ist, bleibt das Problem für den Vermieter, zu beweisen, dass keine baulichen Mängel die Ursache für die Schimmelbildung sind.

Nach meiner Kenntnis kann der Hinweis auf die Schimmelbildung also auch vom Vermieter ans Gesundheitsamt gegeben werden. Nur hat er sich damit einen Dienst erwiesen?
07.04.2005, 09:34 von Irm
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Kann auch ich als Vermieter, in eine verschimmelte Wohnung das Gesundheitsamt schicken?
06.04.2005, 23:18 von volker
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Hallo Anne,

nach § 536 hat der Mieter für die Zeit, in der infolge eines Mangels an der Mietsache die Tauglichkeit für den vertragsgemäßen Gebrauch aufgehoben ist, ein Mietminderungsrecht bis zur vollen Miete.

Nach § 536 c BGB hat der Mieter auftretende Mängel dem Vermieter unverzüglich anzuzeigen.

Unterläßt der Mieter die Anzeige, so ist er dem Vermieter zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Soweit der Vermieter infolge der Unterlassung der Anzeige nicht Abhilfe schaffen konnte, ist der Mieter nicht berechtigt, die in § 536 BGB bestimmten Rechte geltend zu machen oder ohne Bestimmung einer angemessenen Frist zur Abhilfe nach § 543 Abs. 3 Satz 1 zu kündigen.

Da die Mieter die Mangelbeseitigung verweigern, haben Sie auch auf die ihnen ansonsten zustehenden Rechte verzichtet.

Warten Sie ruhig den Beamten des Gesundheitsamtes ab. Wenn es keine Ursache in der Wand gibt, kann die Schimmelbildung nur im Verhalten der Mieter ihre Ursache haben. Bei den geschilderten Putzablösungen muss jedoch mehr als nur falsches Lüften dahinter stecken. Gab es in früheren Zeiten Nässeschäden, die zu Salzausblühungen geführt haben? Das wäre zumindest eine Erklärung für die Putzablösungen.
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