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23.01.2006, 09:10 von Martina_SchulthProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Schimmel
Hallo - ich bin die Neue :-)))

habe eine ganz dringende Frage:

Unser Mieter hat letzten Dienstag Schimmelbefall in der Wohnung gemeldet. Am Samstag sind wir hin gefahren und haben den Schimmel als Erstmaßnahme mittels Schimmel-Ex entfernt - soweit möglich.

Er behauptet - er lüftet richtig. Ich kenne mich da aber leider nicht aus, woran man das erkennen kann. Die Hausverwaltung sagt, es kommt vom Lüften (die haben das aber noch gar nicht angeschaut - ist einfach eine pauschale Aussage). Der Schimmel sitzt überall in den Ecken und an den Außenwänden von unten her - vom Sockel kommend, bis zu einem halben Meter hoch. Ich war entsetzt. Der Mieter wohnt jetzt den 3. Winter in der Wohnung und jetzt das.

Im Schlafzimmer war es bei unserer Ankunft extrem warm und sehr, sehr feucht.

Der Mieter behauptet, das müsse von außen kommen.

Wie müssen wir jetzt vorgehen, damit wir nichts falsch machen?

Darf er gleich Miete mindern, oder erst wenn wir uns nicht kümmern?

Müssen wir jetzt einen Gutachter beauftragen?

Hat jemand dazu Infos?

Das ist so eine doofe Steuersparwohnung und wir wären sooo froh, wenn wir das Ding los hätten, weil wir uns das eigentlich gar nicht leisten können. Aber zuerst mal muß sie für unseren Mieter ja wieder bewohnbar werden..

Danke im voraus.

Gruß Martina
Alle 15 Antworten
25.01.2006, 08:59 von Martina_Schulth
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Hallo Rita,

die Fragen habe ich mir auch schon gestellt. Ich vermute halt, dass er viell. dieses Jahr das 1. Mal aus irgendwelchen Gründen mehrere Tage nicht richtig gelüftet oder viell. einmalig wirklich Wäsche dort getrocknet hat etc, etc. - was weiß ich warum - und dann die Feuchtigkeit halt im Raum festsass und mit 1 -2 mal lüften nicht mehr abzutransportieren war.

Ich arbeite in einer Firma für Brand- und Wasserschadensanierung aber das nützt mir in dem Fall halt wenig, weil an das Thema keiner ran will und wir halt auch keine Gutachter (und sowieso für Schimmel) im Betrieb haben. Die einen sagen das liegt am Lüften, die anderen sagen, es liegt an unzureichender Wärmedämmung. Vermutlich liegt es an beidem, aber wenn das durch richtiges Lüften zu verhindern ist, darf das ja kein Problem sein. Die Frage ist nur: Wie legt das ein Gericht nachher aus?

Mein Chef hat mir auf jeden Fall auch empfohlen, die Hausverwaltung dazu zu drängen, den Heiz- und Fahrradkeller (liegt direkt unter der besagten Wohnung)auf evtl. Leck's an evtl. dort verlaufenden Rohren untersuchen zu lassen. Wenn dort ein minimales Leck mit sehr wenig Wasseraustritt sei, könne sich das schon im Laufe der Zeit durch das gesamte Mauerwerk ziehen.

Wir hatten vor 3 Jahren schon mal eine Mieterin, die über extreme Feuchtigkeit im Schlafzimmer geklagt hat, aber als wir dort waren (da war sie bereits ausgezogen - ohne unser Wissen) haben wir eine Feuchtigkeitsmessung an den Wänden durchgeführt und die hat völlig normale Werte ergeben. Also MUSS es doch am Lüften liegen, weil käme die Feuchtigkeit von außen, dann wäre es ja auch ohne Mieter feucht.

Ui -jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben - aber das Thema beschäftigt mich extrem.. :-)

Gruß Martina
25.01.2006, 08:47 von Martina_Schulth
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Hallo MiBri,

ich habe das von meiner Hausverwaltung bekommen und im Internet unter dem Suchbegriff: Richtiges Lüften bei verschiedenen Hausverwaltungen gefunden.

Gruß Martina
24.01.2006, 10:52 von scientia
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eine gute Empfehlung für Mieter kann man von gewoge aachen , mieterservice, richtiges heizen und lüften runterladen..
gebe ich meinen mietern immer als Ausdruck, gruesse
scientia
24.01.2006, 10:34 von cavalier
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Hallo MiBri,

bekommst Du z. B. bei Haus & Grund für 2,50 € unter:

http://www.haus-und-grund.net/index.phtml?PHPSESSID=1ac4cb809da0f353a2769c7c36d8822c&id=41
24.01.2006, 09:54 von Rita
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Dass erst im 3. Mietjahr Schimmel auftritt und innerhalb von wenigen Tagen sehr extrem, deutet für mich allerdings doch mehr Richtung baul. Mangel/Bauschaden.
Gleichwohl: zur Beseitigung der hohen Luftfeuchtigkeit (als Schimmelursache) gilt es herauszufinden, woher die Luftfeuchtigkeit kommt - und dabei sicherzustellen, dass ggfs. der Verursacher auch für die Kosten der Mangelfeststellung aufkommen müssen.

Zunächst mal würde ich mir daher vom Mieter alle seine Angaben schriftlich zusichern lassen, d.h.:
- die ersten 2 Jahre alles i.O., Schimmel erst im 3. Jahr - seit ... Wochen
- während der gesamten Mietzeit keine Änderungen des Wohnverhaltens
- regelmäßiges ordnungsgemäßes Lüften/Heizen; d.h. mind. 3 * tgl. Stoßlüften für 10 Minuten.

Dann, da die Whng wohl in einer Eigentumswohnanlage liegt und es ggfs. Sache der Eigentümergemeinschaft ist, Schäden am Gemeinschaftseigentum zu beseitigen, den Verwalter nochmals nachweisbar vom Mangel/Problem in Kenntnis setzen; er möchte dir schriftlich zur Vermeidung unnötigen Kostenaufwands
- mitteilen, ob Schimmel-/Feuchtigkeitsprobleme sonst im Haus bekannt sind
- mitteilen und entsprechende Pläne übergeben, welche wasserführenden Leitungen (Frischwasser, Abwasser, Dachrinne) in Bereich deiner Wohnung liegen
- mitteilen, wie du weiter vorgehen sollst
- ggfs. entsprechende Fachfirmen/Gutachter benennen.

Der nächste Schritt wäre dann die Beauftragung eines Gutachters
> mietrechtlich mit dem Ziel "Mängel/Bauschäden" auszuschliessen
> rein praktisch/sachlich mit dem Ziel die Ursache für hohe Luftfeuchtigkeit/Schimmel festzustellen und Möglichkeiten zur Mängelbeseitigung zu finden.

Zitat:
Solltest Du einen Gutachter bestellen, achte darauf dass er bei Gericht zugelassen ist.

Sinnvoll, schützt aber leider nicht davor, dass im Streitfall ggfs. das gericht nochmal gerichtl. einen Gutachter beauftragt.
Um das zu vermeiden, wäre bereits das Erstgutachten im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens gerichtl. zu beauftragen.

24.01.2006, 09:41 von MiBri
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Wo genau bekommt man diese Merkblätter zum richtigen Heizen und Lüften her, ich habe ein wenig im Internet gesucht aber habe noch nicht gefunden.
23.01.2006, 14:41 von Monika
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Hallo Martina,

in einem ähnlich gelagerten Fall (50% Mietminderung wegen geringer Schimmelbildung in der Küche (Fensterrahmen, Gardinenleiste und Ecke zwischen Wand und Decke)) kam es nach der Renovierung, wegen der Mietminderung zur Gerichtsverhandlung. Der Schimmel trat erstmals ca. einen Monat nach Einzug des Mieters auf. Die Wohnung und die baugleichen Wohnungen darüber und darunter werden bereits seit 20 Jahren vermietet. Keiner der bisherigen Mieter hat sich bisher über Schimmelbildung beklagt. Habe sehr oft Kondenswasser an den Innenscheiben dieses Mieters bemerkt, nicht nur am unteren Rand.
Obwohl alle diese Argumente gegen Baumängel (wie vom Mieter behauptet) sprechen und eher ein falsches Heiz- bzw. Lüftungsverhalten des Mieters erkennen lassen, wollte das Gericht meiner Argumentation nicht folgen. Ich solle entweder die Mietminderung hinnehmen (inzwischen monierte der Mieter aber bereits Schimmel im Schlafzimmer) oder ein Sachverständigengutachten beantragen. Für die Kosten (geschätzte 1.000,00 - 1.200,00 Euro) muß ich natürlich in Vorlage treten.
Die Gerichtsverhandlung war am 8. November 2005. Der Gutachter hat sich nun endlich für den 09. Februar angemeldet. Bin gespannt, was dabei rauskommt.

Tipp:
Solltest Du einen Gutachter bestellen, achte darauf dass er bei Gericht zugelassen ist.

Gruß Monika
23.01.2006, 14:21 von Martina_Schulth
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Hallo Ali,

nee, Latex ist da nicht. Wir haben das selber mit ganz normaler, aber hochwertiger Dispersionsfarbe gestrichen.

Wäsche trocknet der da glaub auch nicht. Ich glaub dem seine Mutter wäscht für den... :-)

Aber Danke für den Tipp.

Gruß Martina
23.01.2006, 11:55 von aliyasar
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Hallo Martina_Schluth,
ich hatte letze Jahr bei einer Wohnung die ich vermietet habe auch das Problem gehabt.
Bei der Besichtigung habe ich festgestellt, dass der Mieter in der Schlafzimmer Wäsche getrocknet hatte. Ausserdem war das Schlafzimmer mit Latex-Farbe getrichen, so dass die Feuchtitigkeit durch den Wand nicht durchdringen konnte. Als Lösung habe ich dem Mieter mitgeteilt, dass er die Tapeten abmachen solle. Anschließend habe ich den Wand Schimmelpilzentferner behandelt und nach einer Woche wieder neu tapezieren lassen.

MfG

Ali Yasar
23.01.2006, 11:32 von Martina_Schulth
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Hallo Kasperkopf,

das befürchte ich allerdings auch.

Vielen Dank für den Tipp.

Gruß Martina
23.01.2006, 11:29 von Martina_Schulth
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Hallo Sledge_Hammer,

Die Lüftungstipps habe ich ihm damals mit dem Mietvertrag ausgehändigt und das steht auch so auf dem Mietvertrag. Damit kann er sich nicht rauswinden.

Aber eben darauf stützt er jetzt eben halt auch seine Behauptung:

Er würde ja jetzt den 3. Winter drin wohnen und es sei ja nie was gewesen. Deswegen könne es nicht am falschen Lüften liegen, sondern müsse von außen kommen...

und angeblich hat er es jetzt immer im Hals.... wahrscheinlich will er mir da jetzt auch noch eins reinwürgen.

An den Fenstern ist unten auch überall Kondenswasser ( so ca. 2 -3 cm am unteren Fensterrand, das habe ich zu Hause auch wenns draußen extrem kalt ist) und im Schlafzimmer war in den Rillen unten am Fenster fast ein halber Zentimeter Wasser. In der Küche ist am oberen Fensterrand bei Kippstellung Schimmel zu sehen (deutet ja auf oft offenes Kippfenster hin oder?). Direkt an den Scheiben runterlaufendes Kondenswasser war jetzt keines da.

Er hat 2 PC's im Schlafzimmer stehen - ich vermute halt, dass er da Abends öfter sitzt - und dann hat der da bestimmt kein Fenster offen. Und so kommt das Lüften sicherlich zu kurz.

Im Bad (innenliegend ohne Fenster) ist allerdings überhaupt kein Schimmel.... ich finde das seltsam.

Gruß Martina
23.01.2006, 11:20 von Kasperkopf
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Hallo Martina,

hat der Schimmel mal optimale Bedingungen gefunden, geht die Ausbreitung meistens recht schnell vonstatten.

Bei uns im Haus wohnt auch eine Familie, die vor etwa einem guten Jahr eingezogen ist und nach ein paar Monaten großflächigen Schimmel in der Wohnung gemeldet hatte. Bei dem "Gschmäckle", was da aus der Wohnung kommt, wenn die mal ihre Wohnungstür aufmachen, liegt der Verdacht nahe, dass die noch nie seit ihrem Einzug ein Fenster aufgemacht haben.

Um den Schaden an Deinem Eigentum so gering wie möglich zu halten, empfehle ich Dir, einen Gutachter kommen zu lassen (Adressen kannst Du bei der örtlichen IHK erfragen), der zweifelsfrei und hoffentlich gerichtsfest die Ursache des Schimmels feststellt. Auch wenn Dein Mieter den Schimmel selbst verschuldet hat, würde ich die Sache selbst in die Hand nehmen, denn Mieter neigen dazu, entweder nichts zu machen und die Miete zu mindern oder bestenfalls einfach Styropor über den Schimmel zu kleben und das wars.

Viel Erfolg!

Gruss Kasperkopf
23.01.2006, 11:03 von Martina_Schulth
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er behauptet, das sei innerhalb von einer Woche jetzt so schlimm gekommen - wo es so kalt war.
Er habe oben in der Ecke einen Schimmelfleck gehabt, den habe er mal selber entfernt und deshalb auch hinter dem Bett nachgeschaut, ob da auch was sei - und da sei aber noch nichts gewesen - vor ca. 4 Wochen soll das gewesen sein.

aber das war jetzt echt extrem. Das ganze Bettgestellt ist verschimmelt und in der Küche ist die ganze Wand hinter den Einbaumöbeln schwarz gewesen.

Gruß Martina
23.01.2006, 10:22 von Sledge_Hammer
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Werte Frau Schulth,

in der Regel ist es falsches Lüftungsverhalten des Mieters.
Als erstes würde ich die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung messen. Als zweites einen Ratgeber/ Broschüre über richtiges Lüften und Heizen besorgen und dem Mieter geben.

( DENA Berlin , Haus und Grund usw )

Verteile ich beim Einzug und lasse mir die Kenntnisnahme und Beachtung quittieren. " Hab ich nicht gewußt, gibts dann nicht mehr "

Bilden sich am Fenster schon Wassertropfen die herunterlaufen ??

Ich hatte mal eine Mieterin 27 Grad mit 75% relativer Luftfeuchte, also Laborwerten für Schimmelwachstum.

Anschließend mit anderer Mieterin keine Probleme mehr !!!

Mit freundlichem kaltem Gruß aus Berlin

S. Hammer
23.01.2006, 09:34 von Mumin
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Geht denn das mit Schimmelbefall so schnell? Ich meine, wenn Du schreibst, daß es teilw. bis zu einem halben Meter hoch ist, hat er das denn nicht vorher gemerkt? Kam das so über Nacht?

M.
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