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07.02.2008, 12:45 von spidertiProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Schimmel verursacht durch Mieter
Hallo,

bitte um Hilfe. Wir haben ein Problem mit unserem Mieter. In Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer hat sich Schimmel ausgebreitet. Abgesehen davon, dass der Mieter sich nie über Schimmel beschwert hat und wir auch nie eine "offizielle" schriftliche Mängelanzeige erhalten haben, sondern die gesamte Schimmel-Problematik über Dritte erfahren mussten, haben wir sofort einen Sachverständigen mit der Ursachenforschung beauftragt. Dieser war heut auch da.

Nach umfangreicher Begutachtung und div. Tests steht fest, dass der Schimmel durch unzureichende Lüftung der Räume ausgelöst wurde.

Meine Frage:
Wie solls nun weitergehen?
Sollen wir nun den Mieter auffordern, die selbst verursachten Mängel/Schäden zu beseitigen ?
Reicht dabei eine Fristsetzung über 1 Monat aus?
Wie sieht es mit der Einbauküche aus, die wir gestellt haben? Diese ist auch vom Schimmel befallen.
Alle 12 Antworten
08.02.2008, 14:30 von spiderti
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wie gesagt, wir haben nicht einmal von den Mietern selbst erfahren, sei es durch Telefonanruf, Schreiben etc, dass die Mietsache mit Schimmel befallen ist. Dies haben wir erst durch Dritte erfahren. Also sind wir zu den Mietern hin und haben diese selbst angesprochen, ob Schimmel in deren Wohnung vorhanden sei, da wir dies eben erfahren haben.

Sie teilten daraufhin mit, dass sie schon seit Jahren (?)ein Schimmelproblem haben. Wir sind dann so verblieben, dass ein Gutachten eingeholt werden soll. Mit dieser Vorgehensweise haben sie sich ausdrücklich einverstanden erklärt. Ein Gutachten sollte Klarheit darüber geben, wie schlimm die ganze Sache ist und woher der Schimmel stammt bzw. auch wodurch dieser verursacht wurde.

Da wir selbst in unserer Wohnanlage (erbaut in den 60er Jahren) keinen einzigen Fall von Schimmel hatten, habe ich dann über das Internet den Gutachter ausfindig machen können.

Wenn dieser nun sagt, dass der Schimmel durch eine mangelhafte bzw. keine Lüftung ausgelöst wurde, kann ich dies natürlich nicht ändern. Im Gegenteil freut mich dies natürlich, da wir sicher sein können, dass es nicht am Haus liegt.

Des weiteren bin ich der Meinung, dass es eben nur zwei Alternativen geben kann. Entweder der Vermieter ist schuld, auch wenn er ggf. nichts dafür kann oder eben der Mieter. Bei Gericht läuft es ja auch nicht anders. Entweder man gewinnt oder verliert. Ein Zwischending gibt es dort auch nicht, außer man schließt einen Vergleich ab.

Ein gerichtliches Gutachten selbst liegt hier nicht vor, da eine Klage nicht anhängig ist.Ich frage mich aber schon, warum ein Mieter, der ja schon seit Jahren unter Schimmel "leidert", sich dann in keinster Weise mit dem Vermieter in Verbindung setzt...

Gruss aus Berlin

08.02.2008, 08:08 von Augenroll
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Zitat:
Nach umfangreicher Begutachtung und div. Tests steht fest, dass der Schimmel durch unzureichende Lüftung der Räume ausgelöst wurde.


Hört sich sehr stark nach einem Parteigutachten oder eine Einzelmeinung an.

Haben sie denn bereits ein gerichtliches Urteil darüber, dass der Mieter schuld ist?
08.02.2008, 08:01 von Sommer
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Zitat:
Kann mir jemand noch etwas dazu sagen, wie es mit den Schimmelschäden an der Einbauküche aussieht. Meines Erachtens sind mir die Mieter schadenersatzpflichtig, da eben ungenügend oder gar nicht gelüftet. Und eine umfangreiche Sanierung/Renovierung kann ich doch auch verlangen, oder


Er muß zunächst die Chance bekommen, die Schäden selbst zu beheben - daher mußt Du die kanzen Macken einzelnd und detailiert auflisten und auffordern, diese sach- und fachgerecht bis zum xx. zu beheben. Bei der Küche hängt es eben davon ab, in wie weit man da noch reaprieren kann oder ob es schon den Austausches bedarf.

Erst wenn er das nicht tut, kannst Du die Maßnahmen selber durchführen lassen (wenn er Dich dann auch läßt) und den Betrag von ihm einfordern.

S.
07.02.2008, 19:57 von spiderti
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warum Du das zweimal machen musstest, versteh ich allerdings auch nicht. ist ein gerichtliches Verfahren anhängig?
Dies würde einiges erklären ...
07.02.2008, 19:40 von Cora
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Ein fröhliches Danke.

Genau so eine Messung hat die Firma in der betroffenen Wohnung auch vorgenommen, Werte lagen ebenfalls zwischen 28 - 55.

Frage mich, warum ich das dann noch mal machen sollte, ist doch bescheuert
07.02.2008, 19:32 von spiderti
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Hi,

also der Gutachter verwendet ein Spezialgerät. Wie das heißt, weiss ich leider nicht. Damit geht er zu den Wänden, die schimmelbefallen sind, schneidet die Tapete o. ä. ein wenig auf (wirklich nicht viel) und kann anhand dieses Geräts die Feuchtigkeit in der Wand messen. Dabei gibt es, so der Gutachter, bestimmte Werte anhand eben Trockenheit, Feuchtigkeit oder Nässe eingestuft werden kann.

Normalwert wäre zwischen 0-100 (trockene Wand, keine Feuchtigkeit vorhanden),
ab 100-140 (Feuchtigkeit in der Wand),
ab 140 (Nässe in der Wand).

Bei uns lagen die Werte zwischen 30 und 70, also total trocken. Zum Vergleich begutachtet er aber auch noch Wände, die nicht befallen sind (Vergleichswert). Hier war auch alles i.o.

Dann hat der Gutachter weitere Tests gemacht. Dabei ging er in die Küche und ins Wohnzimmer und hat sich, in unserem Fall, einen Hocker und einen Stuhl genommen und umgedreht. Dann hat er mit demselben Gerät die Feuchtigkeit des Hockers/Stuhls gemessen. Die Werte waren sehr erhöht (über Normalwert), so dass der Gutachter hieraus schliessen konnte, dass die Feuchtigkeit zwar in der Wohnung ist, jedoch auf "Nicht (angemessenes) Lüften" zurückzuführen ist.

Auch begutachtet er die Umgebung(Aussenwände, Fassade etc).

Für die Begutachtung haben wir ein Honorar von 60 EUR / Std. nebst Fahrtkosten vereinbart. Die Begutachtung selbst dauerte in der Wohnung ca. 1 Std. (mit mündlicher Auswertung der Ergebnisse) zuzüglich Fahrkosten (26 cent/Kilometer). Dazu kommen noch 30,00 EUR Kosten für die Erfassung eines schriftlichen Kurzgutachtens.

Sollten noch Fragen vorhanden sein, bitte melden !

Kann mir jemand noch etwas dazu sagen, wie es mit den Schimmelschäden an der Einbauküche aussieht. Meines Erachtens sind mir die Mieter schadenersatzpflichtig, da eben ungenügend oder gar nicht gelüftet. Und eine umfangreiche Sanierung/Renovierung kann ich doch auch verlangen, oder ?

Beste Grüße aus Berlin

07.02.2008, 19:19 von Sommer
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Vielleicht wäre ein Beweissicherungsverfahren sinnvoll um die Situation auch gerichtsfest zu dokumentieren.

Ansonsten natürlich würde ich auf Basis des Gutachtens eine Frist setzen zur sach- und fachgerechten Beseitigung des Schimmels und aller dadurch verursachten Schäden. Diese Schäden und Stellen genau beschreiben und fotografisch dokumentieren!

S.
07.02.2008, 18:55 von Cora
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Zitat:
Uns ging es aber in erster Linie darum, auszuschließen, dass Schäden an der Bausubstanz vorhanden sind und dieses konnten wir ja letztendlich nun beweisen.



interessiert mich zu meinem Fall: wie hat der Gutachter festgestellt, dass die Wände trocken sind?

Was habt ihr bezahlt?
07.02.2008, 17:23 von spiderti
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Hallo,

erst einmal vielen Dank für die Antworten.

Also die Stellungnahme des Gutachters bzw. dessen Bewertung des "Schimmel-Problems" geht in den nächsten Tagen noch schriftlich bei uns ein.

Die Mieter waren damit einverstanden, dass wir einen Gutachter, Sachverständigen oder wie auch immer beauftragen. Ist auch denklogisch - das kostet sie ja erst einmal nichts.

Am Schluss der Begutachtung hat sich der Gutachter noch mit Mieter- und Vermieterseite unterhalten (immer im Beisein beider Parteien) und seine Bewertung bzw. sein Urteil abgegeben. Für ihn war die Sache eindeutig klar, da erstens Schäden an der Bausubstanz nicht festgestellt werden konnten und die Wände in den Räumen selbst trocken sind.

Zudem hatten die Mieter mündlich und im Beisein des Gutachters mitgeteilt, dass die Fenster nur in "Kippstellung" gewesen seien, somit ein weiteres Indiz.

Uns ging es aber in erster Linie darum, auszuschließen, dass Schäden an der Bausubstanz vorhanden sind und dieses konnten wir ja letztendlich nun beweisen.

Grüße aus Berlin
07.02.2008, 14:37 von johanni
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Zitat:
Gutachter oder Sachverständiger sind keine geschützten Begriffe und so kann sich jeder solch einen Titel an die Backe heften!


richitg, ich hatte vergessen zu schreiben: " öffentlich rechtlich bestellter Sachverständiger"!

Johanni
07.02.2008, 14:30 von JollyJumper
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Gutachter oder Sachverständiger sind keine geschützten Begriffe und so kann sich jeder solch einen Titel an die Backe heften!
Das heißt zwar nicht dass jemand der einen solchen Tätigkeit ausführt nicht mit Sachverstand den entsprechend beurteilen kann.
Letztenendes wird dieses Gutachten jedoch immer als Parteiengutachten gewertet werden, dass von der einen oder anderen Partei beauftragt wurde.
Ein Einverständnis des Mieters zur Gutachtenerstellung bzw. die Gewahrung des Zutritts beinhaltet daher kaum auch eine Zustimmung des Mieters zum Gutachten (erst recht wenn ihm aufgrund dessen ein Fehlverhalten vorgeworfen werden kann).
Daher kann ein Gutachten zwar nützlich zu Feststellung der Ursachen und der eigenen Posotionierung sein.
Geht das ganze aber vor Gericht wird letztenendes nochmal ein Gerichtsgutachter (öffentliche bestellter und vereidigter G.) dan Sachverhalt feststellen und bewerten.

Gruß´JJ

07.02.2008, 13:59 von johanni
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Zitat:
Nach umfangreicher Begutachtung und div. Tests steht fest, dass der Schimmel durch unzureichende Lüftung der Räume ausgelöst wurde.


Liegt denn auch eine schriftliche Stellungnahme des Gutachters vor?

Kann jedem Geschädigten nur dringend empfehlen, bevor ein Gutachter beauftragt wird, das Einverständnis des Mieters hierzu schriftlich bestätigen zu lassen. Hintergrund ist der, dass der Mieter dann nicht behauptenkann, es handele sich um ein Parteigutachten. Spart vor Gericht vielzeit und Geld.

Johanni
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