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04.03.2007, 18:02 von hichsProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Schäden bei Auszug
Hallo,
mein Mieter ist jetzt ausgezogen, nei Übergabe wurde ein kaputte Tür (muss ersetzt werden) und Sprünge im Waschbecken (optisch) festgestellt. Mieter sieht den Schaden zwar ein, aber - da wohl hier seine "Haftpflichtversicherung nicht bezahlt" - verlangt er nun folgendes:

Ich möchte beides Fachgerecht reparieren lassen, er möchte Kostenvoranschlag sehen, und dann nur den Restwertprozentsatz bezahlen. Also für die Tür z.B. 50% da sie schon etwa 10 Jahre alt ist. Die Sprünge im Waschbecken bezeichnet er als typische Gebrauchsspuren. Er hat "Einigung" signalisiert, aber ich weiss nicht wie weit ich ihm entgegenkommen muss. Bitte um tipps. Die Kaution habe ich noch.

hichs

Alle 13 Antworten
10.03.2007, 12:56 von hichs
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"die Versicherung übernimmt die Schäden nicht", heisst meiner Meinung nach: Da ja der Mietgegenstand "wie Eigentum" für den Mietzeitraum übergeben wurde, greift die Privathaftpflicht nicht. (des Mieters) sehe ich das falsch?
10.03.2007, 11:57 von Susanne
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Das würde ja heissen, dass der VM einen grösseren Nachteil hat, wenn der Mieter versichert ist.
Grundsätzlich denke ich ja, dass meine Versicherung überhöhte Forderungen abweist und gerechtfertigte Forderungen übernimmt. Habe ich also eine Haftpflicht, müssten diese Schäden übernommen werden. (So mancher Frau ist vor dem Spiegel sicher mal das Haarspray o.ä. aus der Hand und ins Waschbecken gefallen- möglich, dass da das Email drunter leidet)
In welchem Fall übernimmt denn die Versicherung nicht? Was heisst dann also im Eingangsposting: die Versicherung übernimmt die Schäden nicht?
Ich denke doch, die Haftpflicht springt für Schäden ein, die ich Dritten zufüge, oder nicht?
10.03.2007, 11:24 von ChristophL
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Das ist wohl von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich. Ich habe letztens von einer Versicherung auch meinen Lohn Anteil überwiesen bekommen.

Gruß Christoph
10.03.2007, 11:15 von frischebrise
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Hallo, @ hichs,

eine gütliche Einigung ist immer die Beste.

Rechne es durch.
Der Zeitwert bezieht sich immer nur auf die beschädigten Teile.
Der VM hat bei den Lohn- und Nebenkosten zur Arbeit Anspruch auf 100% der Kosten.
D.h. hierbei greift nicht der Zeitwertansatz.

Achtung:
Versicherungen berücksichtigen dieses i.d.R. nicht und teilen eine eingereichte Rechnung nicht auf in Lohn und Material, sondern setzen bei beiden Kostenteilen die Afa an.
10.03.2007, 10:55 von hichs
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Hallo,
noch eine Frage:

Bezieht sich der Restwert (z.B 50%)nur auf den Gegenstand, oder auf die gesammte Reperatur?

Also z.B.: 100 E Tür plus 80 E Montage, Restwert der alten 50%, bekomme ich dann 90 E oder 130 E ?

hichs
09.03.2007, 22:34 von hichs
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danke für die Antworten.

ich bekomme jetzt jeweils 90.- eur pauschal angeboten, sozusagen als Restwert. Reperatur würde mich viel wohl mehr kosten. Aber dann habe ich 180 EUR und die Sache ist vorbei. Weiss aber nicht so genau wie ich jetzt reagieren soll. Auf Anwalt etc, habe ich ehrlich gesagt keinen Bock.

hichs
05.03.2007, 17:20 von ChristophL
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Daran muss man sich aber nicht halten, dass ist nur ein Anhalt.

Gruß Christoph
05.03.2007, 15:53 von dunkelROOT
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Die Nutzungsdauer ist vom Finanzamt vorgegeben und kann unter dem Begriff Afa (Abschreibung) in den öffentlichen Tabellen nachgelesen werden. Da steht übrigens jedes Wirtschaftsgut drin.

Aber bei einem zerschlagenen Waschbecken kann wohl von normaler Abnutzung keine Rede sein, dies gilt auch für die Tür.

dR
05.03.2007, 15:23 von ChristophL
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Eine Nutzungsdauer von 10 Jahren bei einer Tür finde ich recht wenig. Türen sollten bei Sachgemäßer Verwendung mindestens 20 Jahre und länger halten. Das gleiche gilt für Sanitäreinrichtungen.

Gruß Christoph
05.03.2007, 09:07 von Augenroll
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Zitat:
Einen Zeitwertabzug müssten Sie sich gefallen lassen.

Da hilft nun auch kein Heulsmilie! Das ist des Mieters gutes Recht! (siehe meinen 1. Beitrag zum Thema.)

Zitat:
dies ist sogar ein Anreiz für mich weiterzumachen)

Quid pro quo ???
05.03.2007, 09:03 von GeilaufMieterin
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Was ist genau an der Tür kaputt ?

Es muss unterschieden werden zwischen Gebrauchsspuren und Sachbeschädigung.

Ich meine das ein zersprungenes Waschbecken eine Beschädigung ist die auf unsachgemäße Nutzung zurückzuführen ist. Und ich persöhnlich würde auf Mieters Kosten ein gleichwertiges Waschbecken inkl. Einbaukosten fordern. (Ich lasse mich auch nicht schrecken, wenn ein Mieter mir mit Anwalt droht - dies ist sogar ein Anreiz für mich weiterzumachen)

Einen Zeitwertabzug müssten Sie sich gefallen lassen.

P.S.:
Bei einer defekten Holztür, kann ein Schreiner helfen. Für zersprungene Waschbecken gibt es im Baumarkt ReparaturSets, würde aber trotzdem vorher abklären bzgl. Sachbeschädigung.
05.03.2007, 08:47 von Augenroll
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Der Mieter kennt sich nunmal aus und hat den Kern des Problems richtig erfasst.

Zitat:
Leider hat er Recht

Er hat nicht leider Recht, sondern: er hat Recht! Warum sollte ein Recht durch ein "leider" abgewertet werden sollen, wenn die Gesetze und die Rechtssprechung nunmal so sind, wie sie sind.

Wirklich JEDER möchte doch seine Rechte gewürdigt wissen und nimmt sie doch auch in Anspruch ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, oder etwa nicht?


04.03.2007, 19:40 von frischebrise
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Hallo,

beide geschilderte Fälle sind Beschädigungen.
Beschädigungen an der Mietsache sind vom Mieter zu ersetzen.

Leider hat er Recht, dass hierbei nur der Zeitwert/Restwert anzusetzen ist.
Bei der Tür von 10 Jahren 50% sofort akzeptieren, da i.d.R. bei einer Tür eine Lebensdauer von 10 Jahren angenommen wird.
D.h. nach 10 Jahren läge diese im Wert bei 0.

Waschbecken gleiches Procedere.
Aber nicht vergessen, auch Ein/Ausbau sind Kosten die er tragen muß.

Und hier gilt nicht Neu für Alt sondern der volle Rechnungsbetrag.
Wird die Mietsache verspätet zurückgegeben ist eine Entschädigung fällig. Jeder Tag mit der ortsüblichen VG-Miete.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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