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25.04.2007, 16:54 von AussieProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Schadensersatz durch Mieter
Hallo vielleicht kann mir hier in diesem Forum jemand einen Tipp für folgendes Problem geben:

Ich habe einen Mieter der mochte das "Silikon" an der Balkonbrüstung sowie Wintergarten nicht leiden. Er entfernte ohne vorherige Absprache sämtliche Silikonstreifen. Allerdings entfernte er auch eine Pressschiene mit Dichtungsmasse. Unter dieser Pressschiene war das Holz mürbe, der Mieter kratzte und puhlte das mürbe Holz hervor. Nach ca. 2 Tagen informierte er mich erst. In der regenreichsten und stürmischten Zeit war nun der Boden zu dem Wintergarten auf ca. 20 cm zum Teil geöffnet. Es wurde auch in der unteren Wohnung an der Decke und Wand unter W-Ga. feucht. Dieser Mieter hat nun gekündigt und sich einen RA genommen und will eine nachhaltige Mietmind. einklagen. Wir wußten von dieser Sache absolut nichts (man konnte nichts von außen erkennen) aber unterstellt uns nun arglistige Täuschung. Der Gesamtschaden der durch diese Krantzerei nun aufgedeckt und entstanden ist, beläuft sich auf Angebote von über 12.000,00 Euro hier ist noch keine Eigenleistung mit einkalkuliert, die aber erbracht werden muß. Dieser Mieter hat nun auch um die Sylvesterzeit ein Jena-Glas Ceranfeld auf einer Ecke beschädigt und behauptet nun die sind ja eigentlich unkaputtbar und außerdem wäre das schon uralt (4 Jahre).
Und weil das Holz der Dachterrassen und außen Wintergarten zu rau war, schliff er das auch noch ab ohne jetzt wieder neu zu beizen. Ich hatte vorher eine Firma damit beauftragt diese Arbeiten durchzuführen, aber es war dem Mieter nicht fein genug.
Welche Rechte habe ich in den Fällen und wo kann ich darüber nachlesen oder sogar ausdrucken. Muß der Mieter für einen Teil des Wi-Gartenschadens Haften? Habe ich ein Anrecht auf ein neues, gleiches Ceranfeld? Und muß das Holz von ihm mit Holzschutz gestrichen werden.
Sorry, aber in Vermietungsrechte bin ich ziemlich unerfahren. Habe erst seit 4 Jahren diese Vermietungssache.
Ganz herzlichen Dank für die Hilfe und Tipps im voraus.
Alle 11 Antworten
02.05.2007, 10:38 von Augenroll
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Zitat:
Ja, ich gebe denen Recht die sagen: "gebt den Finger und schwupp ist der Arm weg" und auch denen die sagen: "Freundlichkeit zahlt sich nicht aus"

Bitte, gern geschehen.
30.04.2007, 09:52 von Aussie
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Danke an Alle für die Antworten.

Und ein ganz herzlichen Dank an User Rita; die Tipps und Hinweise helfen mir nicht ganz so hilflos an diese Sache heranzugehen und sich etwas schlauer in diesem Thema zu machen.

Ja, ich gebe denen Recht die sagen: "gebt den Finger und schwupp ist der Arm weg" und auch denen die sagen: "Freundlichkeit zahlt sich nicht aus"

Ich glaube wir müssen auch unsere Einstellung "behandele deine Mitmenschen so wie du selbst behandelt werden möchtest" im Vermieter-/Mieterbereich stark überdenken.

Schrieb schon Eingangs einmal das ich/wir noch nicht so lange Erlebnisse als Vermieter sammeln konnten, aber die die ich schon in den 4 Jahren gesammelt habe. Lassen mich schon das Gruseln lernen. Ich hoffe das ich bald auch einmal ganz nette Mieter kennenlerne, die sich über eine schöne helle Wohnung freuen können und nicht gleich alles kaputt machen.

Auch hoffe ich das ich wirklich einen guten Fachanwalt finde, der sich in die Sache reinhängt und man vielleicht auch einmal als Vermieter gut aussehen kann. Habe jedenfalls das Gefühl, dass sich diese Angelegenheit noch über Monate hinziehen wird.

Noch einmal Danke und falls sich etwas in dieser Angelegenheit ergibt, werde ich dies für evtl. weitere Opfer veröffentlichen.
27.04.2007, 15:04 von Augenroll
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Zitat:
Wenn dem Mieter dann mal was nicht passt oder VM reagiert nicht so wie er es gerne haben möchte dann lernt man ihn erst richtig kennen (bevor wieder ein Einwurf hier kommt - ja es gibt auch umgekehrt VM bei denen das so ist das streitet keiner ab)


Dem kann ich nur zustimmen, denn es beruht auf Gegenseitigkeit.

Zitat:
stimmt - einmal dne kleinen Finger und schwupp ist es die ganze Hand genommen wird kennen wir auch.

Wenn ich es so bildlich von meiner Sicht als Mieter aus betrachte, fehlten mir schon länger 2 Komplette Arme (mit Schulterblätter!), bis ich aus meinen "Fehlern" gelernt hatte.

Zitat:
Bei uns ist damit auch schon seit langem Schluss - oft finde ich es sehr schade -


bei uns ist auch schon soooo lange Schluss, jedenfalls steht bei uns fest: WIR haben NICHT angefangen.

Zitat:
aber man wird leider so gemacht!

Bloß von wem und wer ist Schuld?

27.04.2007, 14:52 von Jutetuetchen
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Hallo ihrs,

stimmt - einmal dne kleinen Finger und schwupp ist es die ganze Hand genommen wird kennen wir auch.

Wenn dem Mieter dann mal was nicht passt oder VM reagiert nicht so wie er es gerne haben möchte dann lernt man ihn erst richtig kennen (bevor wieder ein Einwurf hier kommt - ja es gibt auch umgekehrt VM bei denen das so ist das streitet keiner ab)

Bei uns ist damit auch schon seit langem Schluss - oft finde ich es sehr schade - aber man wird leider so gemacht!

Ich denke dass in diesem Fall hier der beschrieben wurde wirklich nur ein guter Fachanwalt helfen kann und ich hoffe dass die Ansprüche durchgesetzt werden können.... also Gas geben !!

Dafür viel Glück !

27.04.2007, 14:20 von Cora
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Hallo

Rita hat es schon gut beschrieben.

Das ist eben der Punkt: gib den kleinen Finger und sie wollen nicht nur die Hand, nee - den ganzen Arm.

So nett manche Menschen (auch Mieter) auch sind, ich nehme mich da seit einiger Zeit zurück - die Erfahrung zeigt ganz einfach, dass manche Mieter damit nicht klar kommen und denken, sie können machen was sie wollen, der Vermieter ist ja soooo nett und entgegen kommend. Und man selbst ärgert sich später die Hucke voll.

Also: mit mir nicht mehr.

Gruß
27.04.2007, 11:31 von Rita
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Riesenthema - ich hoffe ihr findet einen guten Anwalt!

Veränderungen/Verschlechterungen/Beschädigungen der Mietsache
Da ist abzugrenzen: zu nicht-vertragsgemäßen Veränderungen ist der Mieter ohne Erlaubnis des Vermieters jedenfalls nicht berechtigt; der Mieter ist zur Beseitigung seiner nicht-vertragsgemäßen Veränderungen bzw. zu Schadensersatz verpflichtet (z.B. bauliche Veränderungen, Beschädigungen).
> § 538, 548 BGB Mietercht (6-monatige Verjährungsfrist!)
> § 823 Schadensersatz (z.B. wegen Beschädigung/Verschlechterung/positiver Vertragsverletzung)
http://dejure.org/gesetze/BGB/538.html
z.B.
http://www.ivd.net/html/0/188/artikel/559.html
http://www.ivd-berlin-brandenburg.de/pr/pressemitteilungen/pdfs/060213-Wohnraumgestaltung.pdf
http://www.anwalt-im-netz.de/mietrecht/obhutspflicht-des-mieters.html

Höhe des Schadensersatzes
Zitat:
Habe ich ein Anrecht auf ein neues, gleiches Ceranfeld?

Schadensersatz bedeutet immer nur Ersatz für den tatsächlich entstandenen Schaden > Zeitwertentschädigung > § 249 BGB
Also z.B. übliche Nutzungsdauer Cerankochfeld 15 Jahre (jetzt einfach mal so von mir angenommen), Neupreis 500 Euro, bereits abgenutzt 4 Jahre > Restwert/Zeitwert 500 : 15 J * (15-4 J) = 367 €

Mangel
> § 536 BGB ff
z.B.
http://www.internetratgeber-recht.de/MietrechtAllgemein/Maengel/mdma.htm
- Zu einer Selbstbeseitigung eines Mangels ist der Mieter erst bei Verzug des Vermieters berechtigt!
- Bei selbst vom Mieter herbeigeführten Mängeln gibt's natürlich keinen Mietminderungsanspruch, vielmehr haftet der Mieter für die Beseitigung seiner Beschädigungen/Verschlechterungen.

Eigentlich möchte man meinen: glasklar - Mieter haftet ***** Wer sein Recht will, hat es aber leider nicht so einfach ...

Ggfs. kommt's entscheidend drauf an, seine Ansprüche/Anspruchsgrundlage auch beweisen zu können - z.B.:
- in welchem Zustand wurde die Mietsache dem Mieter übergeben?
- war die Mietsache ordnungsgemäß zu gebrauchen bevor der Mieter dran herumgedoktort hat?
(i.A. ist von Mangelfreiheit auszugehen, wenn der Mieter durch Einzugsprotokoll/Mängelanzeige nichts anderes beweisen kann)
- Hat der Mieter seine Mängelanzeigepflicht erfüllt? (> ansonsten § 536 c BGB : "Unterlässt der Mieter die Anzeige, so ist er dem Vermieter zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet .....")
- kann der Mieter Verzug des Vermieters beweisen? > § 536a BGB
und nicht zuletzt:
- Beweis über den tatsächlichen Schaden > ggf. gerichtliches Beweissicherungsgutachten
... etc. etc.

Wenn der Mieter nicht von vornherein zahlungsunfähig ist, meine ich (aufgrund des geschilderten Sachverhalts): richtig angepackt + Ansprüche beweisbar > gute Chancen
Aber beeilt Euch - denkt an die kurze 6-monatige Verjährungsfrist!
(ab Rückgabe der Mietsache)
Danke für die Antworten, denke auch, ich komme nicht um einen Anwalt herum. Eigentlich wollte ich etwas Hintergrundwissen für und über die Rechte haben, denn ob mit oder ohne Anwalt der Vermieter ist meist der Verlierer vor Gericht.
Mieter haben fast Narrenfreiheit.

Die Mieter von uns ziehen wieder in eine Mietwohnung.

Sie hatten in einer Kleinstadt gearbeitet, dann wurde der Mann in eine Großstadt arbeitstechnisch versetzt und in der Mitte wollten sie wohnen. Damit trafen sie auf uns und unsere Wohnung. Nun wurde die Versetzung wieder aufgehoben und es ging zurück in die Kleinstadt. Also ist der neue Wohnort die Kleinstadt und dies innerhalb eines Jahres.
Beim Einzug hatten wir sie schon 1 1/2 Monate umsonst wohnen lassen weil es sehr junge Leute waren und wir wissen wie knapp das Geld gerade als junger Mensch ist. Nun bei der Kündigung wollten sie dafür dann einen Monat früher aus dem Vertrag. Als wir nun aber nein sagten und um Reparaturnachweis Ceranfeld und div. Anderes baten, da eskalierte es. Sie rannten zum Anwalt und versuchen nun mit miesen Tricks alles mögliche herauszuholen: Mietminderung, Geld zurück usw.
Drohten sogar eine Mietminderung für die freien Monate an. Nachdem mich auch noch der Vater dieses jungen Mannes beschimpft hatte war genug. Wir sind natürlich sehr angesäuert und möchten eigentlich nur wissen, haben wir überhaupt eine Chance wenigstens anteilmäßig etwas an Geld von dem Mieter für seine "Freiheiten" die er sich nahm zu sehen?
Das ist die Story.
26.04.2007, 14:09 von Hexe111
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Zitat:
Das ist eine Sache für einen FACHanwalt und einen Gutachter.


Hier möchte ich mich ebenfalls anschließen. Streiten bringt sowieso nichts, sonst könnte die Schadenssumme noch höher werden. Eigenartig, dass Mieter "so aktiv werden", wenn sie dann ausziehen.

So nebenbei: gehts weiter in eine andere Mietwohnung oder ins Eigenheim ???
25.04.2007, 21:59 von peter98
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Dies sehe ich auch so.

Bei derartigen Größenordnungen sollte man auf alle Fälle einen guten Rechtsanwalt hinzuziehen.
25.04.2007, 18:56 von prinzregent
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Das ist eine Sache für einen FACHanwalt und einen Gutachter.

25.04.2007, 17:08 von Cora
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Hallo

ja, es gibt sehr "hilfreiche" Mieter.

In diesem Fall, da es ja um eine nicht unerhebliche Summe geht, würde ich einen Anwalt mit der Angelegenheit beauftragen, es hat keinen Sinn als unerfahrener Vermieter mit Mieteranwalt und Mieter zu "kämpfen".

Gruß
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