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31.03.2007, 09:41 von frischebriseProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Rüder Stil von Anwälten hinnehmbar???
Hallo,

Nach Auszug von Mieter A verlangte A über Anwalt B den vollen Kautionsbetrag direkt bis auf 100 Euro.

VM. zahlte die Kaution und hielt 400 Euro unter Hinweis BGH ZR71/05 ein.
Dies unter Hinweis dass durch Zuzug von Freundin von A mit einer höheren BK- Nachzahlung zu rechnen sei, da VM den Vorschuss wegen Nichtmeldung des Zuzugs von Freundin nicht angehoben hatte.

Anwalt drohte mit Mahnbescheid unter Fristsetzung, wenn die BK- Abrechnung nicht bis 31.03.07 vorliegen würde.

VM schrieb wieder brav unter erneutem Hinweis BGH ZR71/05.

VM erstellte BK- Abrechnung vor dem genannten Termin, weil eher alle Kostenarten des Vorjahreszeitraumes vorlagen, als vor Furcht vor einer Klage.

Es kam zu einer Nachzahlung i.H. von 371,52 zu Gunsten von VM.
VM glich mit der Kaution aus und erstattete auch die Zinsen (gesetzlich)

Anwalt schreibt wieder unter Androhung von Mahnbescheid und tut so, als seien keinerlei Erstattungen geflossen.

Hat Anwalt nicht die Pflicht sich im Vorfeld von seinem Mandanten zu überzeugen, oder muß sich VM als rechenschaftspflichtiger Depp degradieren lassen.
VM hat seine Nachweise der Zahlungen und hat nicht im Sinne, diese dem Anwalt als Nachweis zu übersenden, da bei der ersten Auszahlung der Mietkaution von Anwalt schon einmal derart nötigend vorgegangen wurde.

Verstößt hier Anwalt gegen Sorgfaltspflichten?

Kann VM dieses als Nötigung und Belästigung sehen?
Kann dieses auch als Betrugsabsicht gewertet werden, da Anwalt ja sach- und fachkundig ist und sich zuerst einmal davon zu überzeugen hat, ob die Aussagen seines Mandanten stimmig sind, ehe er derartige unsubstantiierte Schreiben verfasst, da ja dieses schon einmal passierte?

Was meint und wisst Ihr?
Alle 13 Antworten
02.04.2007, 12:56 von Augenroll
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@Ulrich:
Zitat:
Für den Profi-Vermieter ist m.E. Gelassenheit das beste Rezept nach dem Motto "Was störts den Mond, wenn ihn die Hunde anbellen." Oder wie der Berliner sagt:

"Am besten jarnich injorieren."


Das gilt ja für alle Parteien eines (Rechts-)streits. Z.B. trete ich, wenn es um was Wichtiges geht, viel besonnener und ruhiger auf, als wenn ich z.B. hier im Forum ein Sturm im Wasserglas erzeuge.

@Kasperkopf:
Zitat:
und nicht selten lassen sich Unerfahrene von diesem Getöse beeindrucken!


Mein Eindruck ist, es lassen sich immer weniger davon beeindrucken. Was auch gut so ist.
02.04.2007, 10:41 von Kasperkopf
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Hallo Ulrich,

und nicht selten lassen sich Unerfahrene von diesem Getöse beeindrucken!

Gruss Kasperkopf
02.04.2007, 10:37 von Ulrich
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Man sollte nicht vergessen, dass manche Interessenvertreter wie Anwälte, aber auch Mietervereine, einfach deshalb mal auf die Pauke hauen, weil dies für ihre Mandanten/Mitglieder ein "innerlicher Reichsparteitag" ist und sie dem Irrglauben aufsitzen, dadurch kraftvoll vertreten zu werden.

Für den Profi-Vermieter ist m.E. Gelassenheit das beste Rezept nach dem Motto "Was störts den Mond, wenn ihn die Hunde anbellen." Oder wie der Berliner sagt:

"Am besten jarnich injorieren."
02.04.2007, 10:03 von Augenroll
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Hallo Kasperkopf,

ich bin da nicht schüchtern sondern eher vorsichtig. Ich möchte den Richter erst immer in der Verhandlung erleben, dann kann ich die Lage besser einschätzen. Ich möchte nie das Ergebnis aufs Spiel setzen. Der Richter kann denn ja solange erstmal über die Gegenseite lachen, das muß reichen.

Allerdings habe ich auch ein paar Beschlüsse zu Hause liegen, wo die Richter äußerst sarkastisch und witzig formuliert haben.
02.04.2007, 09:53 von Kasperkopf
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Hallo Augenroll,

nicht so schüchtern! Viele Richter haben mehr Humor, als man glaubt! Die armen brauchen ab und zu auch mal was zum Schmunzeln.

Gruss Kasperkopf
02.04.2007, 09:36 von Augenroll
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Hallo Kasperkopf:
Zitat:
Aber einen süffisanten Unterton darf man sich schon mal leisten

Bin ich immer sehr dafür, aber wenn ich vermute, dass dieser Brief mal vor Gericht behandelt werden könnte, vermeide ich so etwas lieber.
02.04.2007, 09:30 von Kasperkopf
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Hallo Frischebriese,

das schöne am Älterwerden ist, dass man an Lebenserfahrung zunimmt und einen nicht mehr alles gleich aus der Bahn wirft. Am Beginn meiner Tätigkeit in der Immobilienbranche haben mich derartige Anwaltsbriefe auch immer sehr ins Schwitzen gebracht und mich geärgert. Mittlerweile finde ich sie nur noch amüsant. Also, wenn Du meinst, alles richtig gemacht zu haben, lasse ihn doch auflaufen.

Hallo Augenroll,

Zitat:
Sie können Anwaltsbriefe auch mal ignorieren bzw. äußerst nichtssagend beantworten. Aber dabei immer freundlicher und korrekter bleiben als die Gegenseite.

Sachlich und unangreifbar bleiben, das ist wichtig. Aber einen süffisanten Unterton darf man sich schon mal leisten .

Gruss Kasperkopf
02.04.2007, 09:11 von Augenroll
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Hallo frischebrise:
Zitat:

Schade, dass @Augenroll nicht mit zu faxen war.

Zu faxen bin ich immer bereit.

Lassen sie sich doch nicht von solch einem aufgeblasenem Gockelgehabe imponieren. Da sollten Sie drüber stehen. Nur das Ergebnis zählt, alles andere ist egal.

Sie können Anwaltsbriefe auch mal ignorieren bzw. äußerst nichtssagend beantworten. Aber dabei immer freundlicher und korrekter bleiben als die Gegenseite. Bei allem was ich schreibe bzw. was ich sage, überlege ich mir: "Was würde ein durchschnittlich denkender Richter dazu sagen, wenn er es liest bzw. hört?"
31.03.2007, 11:32 von frischebrise
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Hallo,

danke zuerst einmal für die antworten.
Werde weiter berichten, wie sich die Angelegenheit entwickelt.

Konnte es mir jedoch nicht gänzlich verkneifen, ein Fax zu verfassen mit Hinweis auf keine Beantwortung von Schreiben ohne substantiierte Rechtsgrundlagen mehr.

Keinerlei Belegführung meiner getätigten Zahlungen und kein Wort darüber.

Schade, dass @Augenroll nicht mit zu faxen war.

31.03.2007, 11:02 von zaunkoenig
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Hallo,

Es gibt da einen "Vermittlungausschuss". Dem kann man den Sachverhalt vortragen.

Persönlich würde ich den Anwalt auflaufen lassen. Der Auftraggeber (Exmieter) ist verpflichtet sinen Beauftragten (Rechtsanwalt) umgehend und umfassend zu informieren.

Soll er doch Mahnbescheid losschicken. Kostet Geld, der Anspruch kann zurückgewiesen werden. Vor der Klage müssen sich die beiden unterhalten.

Einen Kostenerstattungsanspruch gegen den Vermieter hat der Anwalt auch nicht. Schließlich hat der Vermieter 2 Jahre Zeit um die Betriebskostenabrechnung aufzustellen. Rechtswidriges Verhalten kann dem Vermieter auch nicht vorgeworfen werden.

Wenn die Qualität der Rechtsanwälte nicht ausreicht, dann hilft nur Lebenserfahrung sammeln.

31.03.2007, 10:43 von frischebrise
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Hallo,

ja, danke für die Rückmeldungen.
Nun ja, kann mein Ego schon gut hintenanstellen.
Ärgerlich nur, dass nun wiederholt die sachlichen Argumente des VM mit den dazu gehörenden Belegen angeführt werden sollten und dieses geschrieben werden muß.

Und dieses ärgert nun wiederum den VM, da die gleiche Vorgehensweise bei der Rückzahlung der Mietkaution von gleichem Anwalt schon einmal praktiziert wurde, und VM brav seine Belege darlegte.

Also bei der BK- Verrechnung mit der Kaution nunmehr gleiches Procedere??? weil es beim ersten Mal so schön klappte.

Kann es sein, dass der VM vielleicht zu brav seine Belege als Beweis Anwalt B überließ und noch einmal den Deppen mimen soll?

VM ist schon der Meinung, dass sachlich argumentiert werden soll, aber dem Anwalt Pflichtverstoß und Nötigung durchaus vorzuwerfen ist.

Zu Androhungen gehören Rechtsgrundlagen.
Dieses hat ein Anwalt zu wissen und gehört zu seinen Pflichten.
Backenblasen ins Blaue und die Belegführung durch den VM erzwingen mag zwar kein Delikt sein, aber sehr schlechter Stil.

Ob die Rechtsschutzversicherungen bei den Abrechnungen dies alles wissen?

Hat jemand Erfahrung wie man bei diesem Regelverstoß bei der Anwaltskammer vorgeht.

31.03.2007, 10:08 von kittyhawk
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Jeder Anwalt ist so gut wie "das Input" ist von demjenigen der den Anwalt beauftragt und Ihm die Angelegenheit vorträgt.

Sie sollten sachlich zurückschreiben, u.a. zu Gegenbehauptungen Stellung nehmen "Fakt ist...." und wenn Sie sich sicher sind auch entsprechende § anführen.

Wenn der Ton des Anwalts etwas ärgerlich ist, wird meist nur das eigene Ego angekratzt, Sie sollte die Angelegenheit sachlich sehen und prioritäten setzen.

D.h. wichtig sind Ihre Punkte, wo Sie sich im recht wähnen und nicht ob irgendein Hinz-Kunz zum wiederholten Male androhungen macht und Sie enschüchtern möchte. (meist haben Anwälte Glück und Einschüchterungen wirken)

Wenn Sie sich von Ihrem Ego leiten lassen, wird der ganze Fall sehr konfus und bei einem evtl. Rechtsstreit wird der Richter das Wichtigste nicht mehr nachvollziehen können.

31.03.2007, 10:06 von CMAX_65
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Hallo frischebrise,

Betrugsabsicht sehe ich persönlich nicht, eher unprofessionelles Vorgehen des Anwaltes (ist allerdings kein Einzelfall)!

Wenn ich den Sachverhalt richtig verstanden habe, haben sie die Nachzahlung des Mieters mit der Restkaution € 400 verrechnet, Sie schulden demnach nichts mehr. Die Sache ist an sich erledigt, der Anwalt bläst "nur seine Backen auf".

Richtig ?

Wenn ja, dann gibt es 2 Möglichkeiten. Sie teilen ihm dies nachweisbar schriftlich mit, oder Sie reagieren gar nicht und lassen Ihn "kommen". Wenn ein Mahnbscheid kommt natürlich widersprechen. Es kommt daraf an wie sie drauf sind:

Kein Ärger, dann schriftliche Antwort, wie beschrieben.
Wenn Ihnen es aber wert ist, ihn auflaufen zu lassen, dann würde ich nicht reagieren.

Mir hat einmal ein Anwalt eine Klage angehängt, da konnte er rechtlich nichts beweissen (hat als Anwalt die simpelste Sache der Welt, den Zugang nicht belegen können), hat demzufolge die Zeche (immerhin ne 3 stellige € Summe) selbst zahlen dürfen. Tut mir heute noch gut und der probiert es bestimmt nicht so schnell wieder.

Also wenn Sie gute Nerven haben, würde ich ihn auflaufen klassen.

Meine persönliche Meinung !

MFG
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