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09.08.2005, 22:35 von Kurt_KueffeProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Rücktritt vom Mietvertrag
Hallöchen,

man glaubt es kaum:
Mitte Juni habe ich einen Mietvertrag abgeschlossen, der am 1.10.05 beginnen sollte. Die mündliche Absprache war sogar, dass sie ab 15.08.05 Miete bezahlen wollte (was ja wegen nur mündlich keine Relevanz hat.
Heute ruft die neue Mieterin an, dass nun alles ganz anders gekommen ist und sie wohl jetzt doch nicht einziehen wird.

Hat jemand sowas schon erlebt und Erfahrungen? Danke für schnelle Hilfe. Am kommenden Freitag soll es ein Gespräch geben.
Gruss, Kurt
Alle 18 Antworten
11.08.2005, 16:35 von Susanne
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Wir hatten vor Kurzem ein ähnliches Thema: ich kann mich erinnern, dass einer von den Stammpostern in einem ähnlichen Fall (MV vor Einzug gekündigt, allerdings keine Mietzahlungen) auf die Mietzahlungen geklagt hat und dabei vor Gericht verloren hat- finde das Posting nicht mehr...
11.08.2005, 13:58 von mirkon
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Hallo Kasperkopf,

ich hatte auch mal so´ne Geschichte.
Habe dem Mieter einen Aufhebungsvertrag angeboten und der
Drops war gelutscht.
Letzten Endes hatte ich mit ihm zwei Mietzahlungen für die
Aufhebung angeboten.
Der war glücklich.
Zwar war das nicht daß, war er sich vorgestellt hat aber immer
noch günstiger als die Kündigungsfrist...
Lief wie am Schnürchen.

Ist letzten Endes vielleicht auch davon abhängig wie gut Du
die Wohnung wieder vermietet bekommst.
Je nach dem in welcher Lage Du Dich befindest kannst Du ja
entscheiden was für Dich mehr Sinn macht.
Entweder ´n Aufhebungsvertrag und evtl. weniger Geld, was
vielleicht egal ist weil sich Deine Wohnung in einer Toplage
befindet oder eben zusehen, daß die komplette Kündigungsfrist
"abgewohnt" wird und Du dann weiter siehst.
Entspannter ist auf jeden Fall die erste Variante...
Und zufriedener wird der jetzige Mieter wohl auch sein.
Glück im Unglück halt...

Gruß,
Mirko
11.08.2005, 11:47 von Kasperkopf
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Hallöchen,

danke für die schnellen und informativen Antworten.

Wenn irgend möglich, achte ich darauf, dass die Vertragsunterzeichnung bei mir im Büro oder auf dem Postweg erledigt wird.

Hatte kürzlich mal wieder so einen Fall, wo ein Student einen ebenfalls studierenden Nachmieter präsentiert hat. Der Nachmieter wollte sofort im ersten Gespräch den Vertrag ungelesen im Mietobjekt unterschreiben. Ich musste richtig kämpfen, dass er den Vertrag mit nach Hause nimmt, durchliest und wir uns ein paar Tage später nochmal zur Unterzeichnung treffen.

Ging ihm wohl weniger um ein eventuelles Widerrufsrechts sondern vielmehr um den größeren Aufwand, den ein zweiter Termin mit sich bringt.

An was man so als Vermieter alles denken muss.....

Gruss Kasperkopf
11.08.2005, 11:31 von volker
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Hallo Kasperkopf,

Tommy hat Recht, wenn er auf das Haustürwiderrufgesetz hinweist. Aktenzeichen dazu, die mir bekannt sind:

OLG Koblenz, RE v. 9.2.1994 - 4 W - RE - 456/93, NJW 1994, S. 1418;

AG Frankfurt/Main, Urteil v. 13.2.1998 - 33 C 3489/97-13, WM 1998, S. 418.

Gilt jedoch nur, wenn der Mieter vom Vermieter in der Wohnung mit dem Mieterhöhungsformular in der Hand aufgesucht wird.

Wenn du ihm den Vertrag zugeschickt hast und der Mieter möchte dazu Fragen in seiner Wohnung klären, ist das Haustürwirderrufsgesetz nach meiner Kenntnis nicht anzuwenden.

Falls sich also der "Hausbesuch" zum Abschluss der Mieterhöhung nicht vermeiden lässt, sollte der Mieter eine sogenannte Widerrufsbelehrung unterzeichnen. Darin steht sinngemäß, dass er das Recht hat, die Vereinbarung innerhalb einer Woche nach Abschluss zu widerrufen. Für die Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung an den Vermieter.
11.08.2005, 11:11 von ich_bins
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... nein, Kasperkopf,

sobald der Mieter ausreichend Zeit hat, sich den Vertrag in Ruhe durchzulesen (drüber zu schlafen),
zählt es nicht mehr als Haustürgeschäft.

Man darf halt nicht zum Mieter gehen, innerhalb von 15 Minuten den Vertrag durchgehen, dann zur
Unterschrift drängen (Zeitdruck?) und glauben alles wäre gut.

11.08.2005, 11:07 von Tanja
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Hallo Kasperkopf,

Du hast keinen Denkfehler. Ein Mieter der einen Mietvertrag unterschrieb, hat danach das Recht nach eingehender Prüfung innerhalh ein paar Tagen vom MV zurückzutreten, ich glaube es waren 5-Arbeitstage. Ich finde leider das Urteil nicht mehr.

Tanja
11.08.2005, 10:39 von Kasperkopf
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Hallo Tommy,

Du hast geschrieben: "Mietverträge können aber auch in der Wohnung des Mieters abgeschlossen werden. Dann soll dieses als Haustürgeschäft gelten."

Ernsthaft??????????

Ich sende den Mietvertrag immer per Post an den zukünftigen Mieter mit einem freundlichen Begleitschreiben, in dem ich ihn bitte, den Mietvertrag genau zu prüfen und sich bei Fragen an mich zu wenden. Zwei, drei Tage später ruft dann der Mieter an und dann wird ein Termin zur Vertragsunterzeichnung vereinbart. Wenn diese dann beim Mieter in der Wohnung stattfindet, ist das doch kein Haustürgeschäft mehr?????!!!!!!!

Oder habe ich da einen Denkfehler???

Gruss Kasperkopf
11.08.2005, 10:37 von ich_bins
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Hallo Tommy,

genau so meinte ich es auch.

10.08.2005, 15:02 von tommy
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Hi,

Zitat:
Es gibt bei Mietverträgen keine 14-Tägige Rücktrittsfrist.
Die ist nur möglich bei Haustürgeschäften und bei Fernabsatzgeschäften.



Ist richtig. Mietverträge können aber auch in der Wohnung des Mieters abgeschlossen werden. Dann soll dieses als Haustürgeschäft gelten.

Frist des Widerrufs beginnt erst dann zu Laufen, wenn auf das Wirderrufsrecht hingewiesen wurde.

LG
10.08.2005, 12:54 von volker
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Hallo Sabine,

eine Kündigung ist für den Vermieter zwar möglich, jedoch nicht durchzusetzen. Die rechtlichen Gründe für den Vermieter sind abschließend im BGB aufgezählt.

Aufgrund des Inhalts des Telefonats die Kündigung auf ein gestörtes Vertrauensverhältnis zu begründen, ist vor Gericht nicht durchzusetzen. Vor Gericht würde die Sache jedoch nur dann landen, wenn der Mieter später doch den Mietvertrag erfüllen will.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber auch die Schriftform für die Kündigung gefordert. Hierbei ist im Gegensatz zum gesprochenen Wort immer eine gewisse Überlegungszeit gegeben, die dem Kündigendem von einem anderen nicht genommen werden kann.

Solange die Kündigung nicht schriftlich dem Vermieter zugegangen ist, sind alle Worte nur Absichtserklärungen, denen die entsprechenden Taten erst noch folgen müssen.
10.08.2005, 12:19 von Vermieterheini1
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Nachdem die Moderatoren nicht gewillt sind Asoziale, wie Augenrolls, HaJos, usw. aus dem Forum zu schmeißen und all deren "Kotze" zu löschen müssen ALLE meine Beiträge unwiderbringlich gelöscht werden!
Ich kann diese Beiträge/Infos NICHT wieder herstellen/einstellen!

Solange Asoziale, wie Augenrolls, HaJos, usw. im Forum sind, kann es keine Beiträge von mir geben.
10.08.2005, 10:11 von volker
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Hallo Kurt,

die Kündigung eines Wohnraummietvertrages ist nach § 568 BGB in schriftlicher Form zu erklären.

Nach § 573 c BGB ist die Kündigung spätestens am 3. Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats zulässig.

Bei dem Gespräch am Freitag kannst du aber auch einen Mietaufhebungsvertrag schließen. Dabei sind keine Fristen einzuhalten.

Da eine schriftliche Kündigung derzeit Wirkungen erst ab 30. November entfalten kann, besteht für die Monate Oktober und November Anspruch auf Miete und Nebenkosten. Bedeutet im Gegenzug aber auch, dass die Mieter die Möglichkeit haben müssen, die Wohnung zu nutzen.

Deshalb nicht auf die Idee kommen, die Schlüssel nicht herausgeben zu wollen. Schlüssel jedoch erst bei Leistung Kaution und erste Miete.
10.08.2005, 10:10 von Sabine_Budde
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Hallo,

weiss vielleicht jemand, ob in so einem Fall auch der Vermieter fristgerecht kündigen kann? Aufgrund der zunächst telefonischen Ankündigung der Mieterin? Denn letztlich ist so ein hin und her ein schlechter Start und wenn möglich, kann man doch auf so eine Mieterin verzichten! Ich meine die Frage für den Fall, falls sie es sich wieder anders überlegt und nun doch einziehen will.

Freue mich auf Antworten.
Schönen Tach noch... Sabine
10.08.2005, 06:58 von Susanne
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Übrigens:

Es gibt bei Mietverträgen keine 14-Tägige Rücktrittsfrist.
Die ist nur möglich bei Haustürgeschäften und bei Fernabsatzgeschäften.
09.08.2005, 23:12 von ich_bins
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... im übrigen, Vertragsbeginn ist mit dem Datum der Unterschrift unter den Vertrag identisch.

Vertragsbeginn nicht mit Mietbeginn verwechseln.

Vor einigen Monaten war hier ein ähnlicher Fall:

http://f3.webmart.de/f.cfm?id=1028041&r=threadview&t=2406306#15307886

... meiner Meinung nach ja.

Der Mietvertrag läuft ja auch schon einige Monate, also kann sich die Mieterin auch nicht auf
ein 14-tägiges Rücktrittsrecht berufen.

Die Kündigungsfrist ist meiner Kenntnis nach auch nicht an den tatsächlichen Mietbeginn gekoppelt.

Somit ist der 3.9.05 der Stichtag für eine Kündigung zum 30.11.2005.
Nur ein Tag später und die Frist verlängert sich automatisch um einen weiteren Monat.

09.08.2005, 22:56 von Kurt_Kueffe
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Danke für die erste Reaktion. Ich bin hier im Forum auch ganz neu und als Vermieter hab ich auch erst seit gut einem Jahr bisher gute Erfahrungen.

Also, der Vertrag ist von beiden Seiten unterschrieben. Die Mieterin kann vor Vertragsbeginn kündigen? D.H. spätestens am 3.9. zum 30.11.??
09.08.2005, 22:48 von ich_bins
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Hallo,

Mietvertrag abgeschlossen, d.h. von beiden unterschrieben?
Dann gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten.
Termin wäre dann der 30.11.2005!
Diese Frist muss die Mieterin wohl oder übel einhalten.

Im übrigen, gekündigt wird schriftlich, nicht dass wieder nur
eine mündliche Vereinbarung getroffen wird.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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