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12.04.2009, 02:01 von IngeruhnProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Rote Wände Rote Zimmerdecken
Mein Mietr der ausgezogen ist, der hatte die Wände in Wohnzimmer,Schlafzimmer, dunkelrot gestrichen, ebenso hat er in der Gesamten Wohnung die Zimmerdecken dunkelrot gestrichen, So lässt sich wohl kein neuer Mieter finden.Kann ich da die Zimmer selbst streichen und das Material und meine Arbeitszeit, den Mietern in Rechnung stellen, und von der Kaution abziehen
Alle 2 Antworten
04.05.2009, 02:51 von Ingeruhn
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Zitat:
Original geschrieben von Ingeruhn
Mein Mietr der ausgezogen ist, der hatte die Wände in Wohnzimmer,Schlafzimmer, dunkelrot gestrichen, ebenso hat er in der Gesamten Wohnung die Zimmerdecken dunkelrot gestrichen, So lässt sich wohl kein neuer Mieter finden.Kann ich da die Zimmer selbst streichen und das Material und meine Arbeitszeit, den Mietern in Rechnung stellen, und von der Kaution abziehen

Danke Frau Schlau, Sie haben mir sehr geholfen. Liebe Grüße Inge
15.04.2009, 10:14 von Frau Schlau
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Hallo,

rechtlich ist es so: Hinterlässt Ihnen Ihr Mieter eine rote Wohnung, ist damit die Grenze des normalen Geschmacks bereits überschritten. Kräftige Farbtöne in Rot, Blau oder Moosgrün müssen Sie als Vermieter ebenso wenig hinnehmen wie gelb gestrichene und großflächig mit einem zweifarbig braunen Muster versehene Wände (KG Berlin, Urteil v. 9.6.2005, 8 U 211/04, NZM 2005, S. 663).

Nur so lange Ihr Mietvertrag noch läuft, darf der Mieter seine Räume streichen, wie er will. Bei Mietvertragsende sieht es aber anders aus: Da darf der Mieter die Grenzen des normalen Geschmacks nicht so überschreiten, dass eine Neuvermietung der Räume in dem Zustand praktisch unmöglich wird.

Decken und Wände, die mit kräftigen Rot-, Orange- und Gelbtönen gestrichen sind und teilweise auch noch mit einer blaugrünen Farbe kombiniert werden ("Indian Summer" nannte es der Mieter), müssen Sie nicht hinnehmen. Auch nicht, wenn Ihre Schönheitsreparaturen-Klausel unwirksam ist (AG Schöneberg, Urteil v. 24.9.2008, 103 C 30/08, GE 2009, S. 19).

Dass die Farbe durchaus aber auch vom Geschmack des Richters abhängen kann, zeigt dieses Urteil, bei dem es ebenfalls um einen rot/orangen Farbton ging. Weil es durchaus üblich sei, einzelne Wände und auch Wandteile mit auffälligen Farben zu streichen, musste der Mieter nicht die Wände in einer neutraleren Farbe überstreichen (AG Landshut, Urteil v. 20.9.2007, 3 C 1594/07, WM 2008, S. 625).

Was tun: Fordern Sie den Mieter auf, die Wohnung in neutralen Farben zu streichen. Ist Ihre Renovierungsklausel unwirksam, gilt das Zurücklassen der Wohnung in unannehmbaren Farben als Beschädigung. Da müssten Sie eigentlich keine Nachfrist setzen, bevor Sie den Maler anrufen - fairer wäre es aber schon. Halten Sie auf jeden Fall Geld aus der Kaution zurück und rechnen Sie dann mit den Malerkosten auf.

Freundliche Grüße von
Frau Schlau
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