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09.01.2008, 18:33 von CMAX_65Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Rote Laterne für Wohnungsbau in Deutschland
Hi,

zur Info:
Zitat:
Prognose: Wohnungsneubau 2008 auf niedrigstem Nachkriegsniveau


Die unternehmerische Immobilien- und Wohnungswirtschaft steht im Zeichen des bundesweiten Konjunkturaufschwungs. Für 2008 rechnet die Branche mit einer leicht verbesserten Geschäftslage und signalisiert ein Plus bei Investitionen und Beschäftigung. Die positive Entwicklung wird jedoch weitgehend von Büro-, Einzelhandels, Spezial- und Logistikimmobilien getragen und kommt primär den Ballungsräumen zu Gute. Der aktuelle starke Einbruch bei den Neubaugenehmigungen gefährdet jedoch die Belebung in der Breite. Zudem wird deutlich, dass immer weniger Unternehmen in den ländlichen Regionen tätig sind und insbesondere hier die aktuelle Lage deutlich negativer beurteilt wird. Dies geht aus der aktuellen Herbstumfrage des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) hervor.

„Die private Immobilien- und Wohnungswirtschaft hat an die gute Gesamtkonjunktur angedockt. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Investitions- und Beschäftigungspläne zeigen ein kleines Plus und stimmen optimistisch“, sagte der BFW-Vorsitzende Walter Rasch am 13. November in Berlin zu den Ergebnissen der Umfrage unter 1.600 Unternehmen. 30 Prozent bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit gut, 28 Prozent gehen für 2008 von einem günstigeren Geschäftsverlauf aus. Die Investitionen wollen 24 Prozent der Unternehmen erhöhen und 17 Prozent herunterfahren. Auch bei der Beschäftigung stehen die Zeichen auf leichten Zuwachs. 14 Prozent der Unternehmen planen eine Personalaufstockung, acht Prozent dagegen einen Abbau von Arbeitsplätzen.

Die insgesamt positive Entwicklung werde jedoch überschattet von regionalen Disparitäten sowie vom eingebrochenen Genehmigungsvolumen im Wohnungsneubau. Die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für 2008 sehen im ländlichen Raum 42 bzw. 37 Prozent negativ, im Bundesdurchschnitt hingegen nur 14 bzw. neun Prozent. In der Peripherie will jedes dritte Unternehmen die Investitionen senken. „Die dramatisch um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochenen Neubaugenehmigungen bleiben eine Schwachstelle für die gesamte Branche“, stellte Rasch heraus. Die Fertigstellungs- und Genehmigungszahlen sind bei Mietwohnungen seit 1994 jährlich im Durchschnitt um 15 Prozent gefallen. Wurden 1994 noch 167.000 Wohnungen genehmigt, werden es im Jahr 2007 nur noch rund 28.000 sein. Mit einem Fertigstellungsvolumen von deutlich unter 200.000 Wohnungen in 2008 wird ein Negativrekord in der Nachkriegsgeschichte gebrochen.
Quelle: Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW)



Dieser ständige Rückgang der Neubauzahlen, nicht zuletzt verursacht durch permanente Verschlechterungen der Investitionsbedingungen und permanenter Verschlechterung der gesetzlichen und mietrechtlichen Rahmenbedingungen für Vermieter..............

.............ist langfristig zumindest für die wirtschaftsstärkeren Räume in Deutschland ein klarer Indikator für mehr oder weniger starken Mietenanstieg !

Ich denke das sollte allen AR`s, AM`s, Mieterbundpopulisten oder sonstigen Sozialromantikern zu denken geben.

In Ballungszentren wie z.B. München herrscht zumindest zum Teil wieder "Wohnungsnot" (Nettokaltmieten bis zu 15 € oder mehr pro m², bestimmte Stadtteile)..............

................ zumindest an preiswerten, bezahlbaren grösseren Wohnungen. Da gelten längst andere Marktgesetze und da wird bezahlt, was verlangt wird !

MFG



Alle 3 Antworten
10.01.2008, 09:33 von nass01
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In der Vergangenheit haben Immobilienbesitzer trotz Vollfinanzierung durch die Mietsteigerungen einen immer höher werdenden Überschuss erzielt.
Seit 1995 stagnieren die Mietpreise im Wohnungsbau und im Gewerblichen Bereich sind die Mietpreise sogar gesunken.

Unterhaltungskosten, Reparaturen und Verwaltungskosten sind aber stark gestiegen, unter dem Strich sinkt die Verzinsung des Kapitals.
Die Gesetzgebung zum Nachteil der Immobilienbesitzer macht die Anlageform nicht gerade zur Wunschanlage so das immer mehr die Anlageform der Festgeldkonten oder Fonds und Aktien wählen.

Der immer höher werdende Eigentumsanteil der Bevölkerung trägt auch zu einem hohen Überangebot Von Mietwohnungen bei so das der Markt sich durch fehlenden Mietwohnungsbau selbst ein wenig reguliert.
Ich glaube nicht an steigende Grundmieten.
Um überhaupt noch vermieten zu können ist es Wichtig die Nebenkosten und vor allen die Energiekosten zu senken was wieder neue Investitionen bedeutet die wahrscheinlich nicht mal auf die Miete umlegbar sind, weil es der Markt nicht hergibt.

09.01.2008, 22:12 von CMAX_65
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Hi Sommer,

ich denke, ich bin falsch verstanden worden.

Ich bin keineswegs für "ungezügelten Neubau" und Flächenversiegelung, sondern ich glaube darüberhinaus dass speziell bei unsanierten Altbauten und das ist die überwiegende Mehrheit aller Gebäude, sich die Neigung zur massiven Investition der Vermieter auf die lukrativen Standorte beschränken wird.

Mit anderen Worten sozialer Wohnungsbau und einzelne Sanierungen privater Vermieter für Standorte oder Objekte mit hohem Sanierungsbedarf und geringer zu erwartender Miete (Familienwohnung) oder einfacher ausgestattete Wohnungen sich schlicht nicht rechnen wird und immer weniger am Markt sein werden bzw. verschwinden.

Ergo der Preis wird langfristig steigen und dies nicht nur in Ballungszentren......

Ausserdem, das mit der Demographie ist auch so eine Sache.

Der Wohnbedarf von 1950 mit heute ist nicht zu vergleichen,

- vielleicht 2-3 mehr Wohnflächenbedarf pro Person.

- Eine Vielzahl von Singelhaushalten !

- Massiv mehr Kaufkraft, wie in der Vergangeheit (1950)

- Prognosen in die Zukunft

"in 50 Jahren sind die deutschen nur noch 60 Millionen" sind reiner Quatsch und Kaffeesatzleserei.

Es gibt keine seriöse Prognosen auf 40-50 Jahre Sicht. Wer weiss, vielleicht zieht halb Afrika nach Europa ??? oder sonstige Völkerwanderungen, dies weiss kein Mensch !!! Hätte 1985 jemand seriös die Wiedervereinigung BRD/DDR vorhersagen können ???

Selbstverständlich gibt es da unterschiedliche Meinungen..............

MFG
09.01.2008, 19:02 von Sommer
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Also ehrlich gesagt kann man nur froh sein - diese dämliche Flächenversiegelung wertvollen Grund und Bodens sollte wirklich gestoppt werden. Zudem zeigt die Demographie ja auch, daß der Wohnraum wohl ausreichend sein wird. Generelle Hoffnung auf Mietenanstieg würde ich mir daher nun nicht machen außer in den benannten Spitzenlagen vielleicht.

Hauptsache sie verschandeln die Gegenden nicht weiter mit den Doppelhaushälften mit 1 m Gartenstreifen drumrum...die sind selbst bei bester Wärmedämmung energetisch gesehen jedem ebenso gedämmten Mehrfamilienhaus unterlegen, kosten in Bau und Betrieb enorme Ressourcen und bieten dabei quasi den Komfort eines Mietshauses. Wenn jeder so wohnen soll, können wir die Klimaziele in den Wind schreiben und die ehemalige LPG-Flächenmonotonie wird durch die Monotonie amerikanisch wirkender Vororte ersetzt...

S.
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