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17.04.2007, 12:46 von RubiconProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Recht vs. Gerechtigkeit
Liebe Erfahrene,
ich erhoffe mir hier Hilfe in einem Fall in welchem ich nur sekundär betroffen bin (ich bin in diesem Fall weer Mieter noch Vermieter) und der sich als sachlich und emotional schwierig erweist...
Folgender Sachverhalt:
Frau X mietet/pachtet ein Gartengrundstück für ihre Huskys. Frau X lernt Herrn Y kennen, man verliebt sich und zieht nach kurzer Zeit gemeinsam in die obere Wohnung eines an das Gartengrundstück grenzende Hauses ein. Auch hier unterschreibt Frau x den MV für die Wohnung alleine. Nach 3/4 jahren wird die untere Wohnung frei, diesmal unterschreibt Herr Y den MV, von jetzt an wird das Haus als Einfamilienhaus genutzt. Beide nutztn auch gemeinsam den Garten zur Hundehaltung, da sie gemeinsam den Spaß am Schlittenhundesport entdeckt haben. Inzwischen wurde geheiratet, das ganze geht 12 Jahre lang, doch man entwickelt sich auseinander und Frau X verliert den Spaß an den Schlittenhunden, behält lediglich einen Hund und nutzt die von ihr gemietete Wohnung wieder alleine, ebenso Herr Y seine unter Wohnung. Er behält auch die Schlittenhunde und es wird mündlich vereinbart, daß Frau Y einen Raum der Wohnung von Herrn Y als Büro nutzt und er im Gegenzug dazu weiterhin das von Frau x gemietete Gartengrundstück als Hndegehege nutzen darf.
Inzwischen hat das Dreckschleudern begonnen, man ist nicht mehr in der Lage miteinander zu reden und Frau X hat die Vereinbarung mündlich wiederufen und einen Anwalt eingeschaltet um Herrn Y aus dem Garten zu befördern. Bislang wurde noch keine Räumungsklage eingereicht, aber die Zeichen deuten darauf hin. Ebenso wurde auch noch kein Scheidungsverfahren eingeleitet. Inzwischen bin auch ich im Boot, als neue Lebensgefährtin von Herrn Y und bringe noch 5 weitere Hunde mit. Ich wohne zwar nicht offiziell dort, verbringe jedoch viel Zeit dort, was auch verschiedene Verbote wie z.B Betreten des Gartens u.ä. zur Folge hatte.
Wir suchen wie verrückt nach einer neuen Bleibe, aber die äußeren Umstände (14 Hunde, Ortsgebundenheit, Mietpreis, abgeschiedene Lage zur Vermeidung von Lärmbelästigung, etc.) vereinfachen die Suche nicht wirklich.
Nun meine Frage an Euch - besteht irgendwie die Möglichkeit den Mietvertrag des Gartengrundstücks (und das ist Ihr einziger Trumpf, denn für die Wohnung hat er ja einen gültigen MV) übereignet zu bekommen? Mir fallen da Schlagworte wie Zugewinngemeinschaft, Gewohnheitsrecht, überfüllte Tierheime (denn wo sollten die Tiere sonst so adhoc hin?), Unzumutbarkeit eines Umzugs (immense Kosten für Neubau einer Gehegeanlage etc), bei aufgabe des sportes und Abgabe der Tiere fällt auch ein großer Teil des sozialen Netzes weg. Lauter solche Dinge gehen einem durch den Kopf...
Fakt ist, Frau X ist alleine mit einem Hund und könnte ganz fix eine adäquate Wohnung mieten, hier im Außenbezirk ist Hundehaltung nicht so das Thema, aber es geht um mMcht, sie will ihrem (zukünftigen EX-)Mann den Fuß auf den hals setzen.
Ich habe hier viele schlaue Beiträge gelesen und versuche die Situation aus jeder denkbaren Perspektive zu beleuchten.
Vielleicht fällt Euch ja was ein...
Gruß Nicola
Alle 14 Antworten
17.04.2007, 16:12 von Rubicon
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Zitat:
Und ich sehe es so, daß einem solch ein Problem nicht einfach so "passiert", sondern es ist selbstverursacht.

na klar, irgendwann trifft man die Entscheidung für diesen Sport!
Aaaaber - warum behandeln die Leute einen als hätte man einen totalen Sockenschuss? Wenn ich fünf Pferde hätte und ein Haus zur Miete mit Weide suchte - hätte ich es einfacher, würde auch sofort zu adäquaten Preisen ein haus mit Stall, Weide etc. mieten können. Nun sind es aber Hunde! Zwar Hunde mit denen ich alle bei Fuß über die Straße und durch den Wald gehen kann, wo ich jeden Tag Schiet kratze (es wächst tatsächlich noch dichter Rasen in den Gehegen), mit denen tagtägliche Unterordnungsübungen zur Bewahrung der Kontrolle gemacht werden, wo ich - zwar in sehr seltenen Fällen, aber es kommt vor - nachts um 3 rausrenne um sofort für Ruhe und Ordnung zu sorgen, weil mal wieder irgendwas zu nah am Gehege vorbei ging. Wir sind, wie kinderreiche Familien, nicht gesellschaftsfähig - ich denke das ist der Punkt! Deshalb spreche ich bezüglich der Hunde von äußeren Umständen, weil man innerhalb von Millisekunden in eine Schublade gestopft wird, aus der man nicht mehr rauskommt. Es ist schon paradox wie man als tiergeleiteter Sportler abrutschen kann. Organisationen die schwer erziehbare Jugendliche in eins - zu - eins Individualpädagogoische Maßnahmen vermitteln, lecken sich die Finger nach Leuten wie uns, damit diese Kinder unter Zuhilfenahme der Tiere wieder einigermaßen geradegebogen werden, aber ohne Wohnung keine Kinder.... Es ist zu kotzen!
17.04.2007, 15:31 von dedl
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Moin Melanie,

okay, wenn Du es sagst

Zitat:
Auch ich wöllte keine 14 Hunde

ich würde Katzen vorziehen, bin halt eher der schmusige Typ

Zitat:
...kann mich trotzdem in die Lage von Nicola versetzen.

Das kann ich durchaus auch. Bin gespannt, wie die Sache weitergeht, hoffentlich hält Nicola uns auf dem Laufenden.
17.04.2007, 14:34 von Melanie
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Glaub mir dedl,
wenn ich der VM wäre würde ich alle Hebel in Bewegung setzen damit die zukünftige Ex geht (erst recht nach den Hintergrundinfos die ich nun habe)
Es wird nicht auf den Rücken der Ex ausgetragen, sondern auf dem Rücken wehrloser Kreaturen!
Und es ist doch toll wenn es in der Vergangenheit so gut geklappt hat.
Auch ich wöllte keine 14 Hunde....kann mich trotzdem in die Lage von Nicola versetzen.
17.04.2007, 14:28 von dedl
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Moin Nicola,

versteh mich bitte richtig: Mir ist es völlig wurscht, ob es sich um 14 Huskies, 23 Dackel oder sieben Ziegen handelt.
Was bleibt, ist das objektive Problem, mit den Tieren eine angemessene Bleibe zu finden. Und ich sehe es so, daß einem solch ein Problem nicht einfach so "passiert", sondern es ist selbstverursacht.

Insofern denke ich, es sollte auch selbst gelöst werden und nicht auf Kosten anderer. Auch wenn aus Eurer Sicht die angedachte Lösung noch so naheliegend erscheinen mag.

17.04.2007, 13:47 von Rubicon
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Hey dedl,
ich habe lange Zeit versucht so verständnisvoll wie möglich und vor allem deeskalativ mit Frau X umzugehen, aber sie hat mir unmissverständlich klar gemacht, daß sie ihren Ex am Boden sehen will. Egal, ich will die persönlichen Dramen hier gar nicht weiter ausbreiten, es geht nur darum klar abzuwägen unter Berücksichtigung der allgemeinen Lebensumstände wer es in bestimmten Lebenssituationen einfacher hätte!
Zu den 14 Hunden - ich schrieb extra dazu, daß es sich um Schlittenhunde handelt, der für uns (!) absolut geilste Sport den es gibt. Das Recht das so zu sehen nehmen wir uns genauso wie jeder andere sein Hobby als das absolut coolste bezeichnen darf! Leider wird uns dieses Recht von aussen vielfach verwehrt, obwohl wir alles daransetzen, niemanden zu belästigen. Anyway, die Laute hören so wie du die schiere Anzahl und stempeln uns als total meschugge ab, niemand macht sich die Mühe zu hinterfragen... So ists...
17.04.2007, 13:36 von dedl
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Moin Nicola,

Zitat:
Wir suchen wie verrückt nach einer neuen Bleibe,...


das finde ich sehr vernünftig.

Zitat:
...aber die äußeren Umstände...


Was, bitte, sind an 14(!) Hunden "äußere Umstände"?

Zitat:
Frau X ist alleine mit einem Hund und könnte ganz fix eine adäquate Wohnung mieten,


Stimmt, aber zwingen kann man sie nicht und freiwillig wird sie es nicht tun. Warum sollte sie auch?

Zitat:
...versuche die Situation aus jeder denkbaren Perspektive zu beleuchten.


Dann bitte auch aus der von Frau X, auch wenns schwerfällt.

17.04.2007, 13:30 von Melanie
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Nicola, ich schreib Dir mal ne PN!
17.04.2007, 13:27 von Mortinghale
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Das geht jetzt schon über 13 Jahre; was für ein Zeitvertrag soll das denn gewesen sein ?

Einfach mal Verpächter ansprechen und Klarheit erlangen.

17.04.2007, 13:26 von Melanie
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ich dachte es handelt sich nur um einen normalen Mietvertrag...
Bei Pachtvertrag kommt es wohl auf die genauen Vereinbarungen ein.
Siehe Landpachtvertrag BGB §§ 585 - 597

17.04.2007, 13:22 von Rubicon
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Zitat:
Jedoch müßte ihr Freund die Ex sicher wegen den Zwingern auszahlen....

Das wäre noch das geringste Problem, weil er sowieso die meisten Materialien von irgendwelchen Baustellen angeschlörrt hat (nicht geklaut, immer gefragt) und alles auch in Eigenarbeit errichtet hat.
Aber das ist echt eine Möglichkeit!
Ich weiß allerdings nicht, ob ein Zeitgebundener Pacht-/Mietvertrag für dieses Grundstück abgeschlossene wurde, denn dann würde das ja, denke ich, nicht funktionieren, oder?
Hallo,
da es bei dem Grundstück nicht um Wohnraum geht, und das Grundstück auch unabhängig von der Wohnung vermietet wurde kann der VM jederzeit der Frau kündigen.
Grundstücke unabhängig von der Wohnung vermietet unterliegen keinem Wohnraumschutz!
Vielleicht tut er das ja....vor Allem wenn man ihm ein höheres Mietangebot macht, zu dem er nicht Nein sagen kann
Jedoch müßte ihr Freund die Ex sicher wegen den Zwingern auszahlen....
17.04.2007, 13:08 von Rubicon
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Nun ja, das wäre ja eine gute Möglichkeit, aber ich habe hier gelesen, daß eine Kündigung Vermieterseits ohne gewichtige Gründe so gut wie unmöglich ist...
Die Idee am Vermieter vorbei- also über einen Antrag bei Gericht, habe ich aus einem Scheidungsratgeber - wo eine Frau die vor der Eheschließung gemietete Wohnung ihres Mannes per Gerichtsbeschluss übereignet bekam, weil ihr ein Umzug mit den gemeinsamen Kindern aus finanziellen Gründen und wegen der sozialen Eingebundenheit der Kindern nicht zumutbar waren. (Ich vergleiche Kinder nicht mit Hunden...)
Dank übrigens für die schnelle Antwort.
17.04.2007, 12:59 von Mortinghale
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Liebe Nicola,

der Verpächter des Gartengrundstücks könnte den Vertrag mit der Frau kündigen und Euch das Grundstück neu verpachten.

Eine rechtliche Möglichkeit, die Übernahme des Grundstückes zu erzwingen (womöglich noch am Eigentümer vorbei) habt Ihr nicht.

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