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09.05.2007, 14:53 von EliProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Privatinsolvenz neue Mieter
Hallo,

ich brauche mal euren Rat:
Wir haben anscheinend wieder mal mit unseren neuen Mietern "danebengegriffen". Die Vermittlung fand durch einen Makler statt. Mietbeginn: 01.05. Die Kaution wurde schon im März überwiesen, die erste Miete Ende April. Soweit also alles bestens. Übergabe haben wir dann auch schon am 27.04. gemacht.

Und heute?! Surfe ich so durch´s Netz und lese, daß gegen beide Ehepartner am 25. bzw. 26.4. ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Prima! Und nu?

Eingezogen sind sie noch nicht, haben bisher nur einige Kisten & Möbel gebracht.

Ich habe keine Ahnung, was wir jetzt machen können oder sollten. Rein rechtlich gesehen haben die ja einen gültigen Mietvertrag und bisher auch alles ordnungsgemäss bezahlt. Aber wenn ich "solche" Leute jetzt nicht wieder (das wären die Dritten dieses Kalibers) in meinem Haus haben will?

Was meint ihr?
Alle 59 Antworten
13.05.2007, 10:52 von Jutetuetchen
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Zitat:
Es ist einfach unglaublich, dass neue Schulden gemacht werden dürfen!


Das ist richtig und darf eigentlich eigentlich nicht Sinn und Zweck der Sache sein und sollte auch entsprechend geändert werden (ich kann mir das immer noch nicht vorstellen dass es quasi erlaubt ist - da krieg ich auch einen Hals - ich kannte das bisher immer anders und es wurde mir "auch anders erklärt".

Wenn ein Schuldner der PInsO einmal durch hat und/oder während oder nach dem Verfahren wieder Schulden macht dem ist nicht mehr zu helfen bzw. ist anzuzweifeln ob dieser überhaupt ein wirkliches und berechtigtes Interesse an Schuldenfreiheit hat - da sollte meines Erachtens nach im Nachhinein die Restschuldbefreiuung aufgehoben werden und schwupp hätte dieser auch seine "Altschulden" wieder am Hals und die Gläubiger dürften weiterhin versuchen an ihr Geld zu kommen.

Ich wage es aber mal ganz zaghaft zu bezweifeln dass der "PInsO-ler" kaum eine Chance hat erstmal wieder Schulden zu machen - bei den Fällen die mir bekannt sind gibt es z.B.weder Handyverträge noch irgendein Kredit bei der Bank oder gar Finanzierung (bei den Geschäftspartner die die Kunden erstmal "checken" - sprich Schufa etc.) und ich denke mal dass gerade in der heutigen Zeit die Kunden von vernünftigen Geschäftspartner erstmal richtig abgecheckt werden.(was ja auch zu deren Sicherheit heutzutage noch wichtiger geworden ist eben auf Grund der hohen Verschuldung bei Privatpersonen)

Auch nach der PInso wird es nicht wirklich einfach sein an Geld zu kommen - sprich per Kredite etc. - wer dann dem betroffenen Kunden Kredite o.ä. einräumt dem ist nicht wirklich mehr zu helfen und demjenigen der die InsO einmal durchlaufen hat ebenfalls nicht wenn er wieder Schulden macht.

Grüsse

12.05.2007, 21:52 von verzweifelter
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Hallo,

Zitat:
Ein Verbot neue Schulden zu machen gibt es nicht!

Neue Schulden versauen auch nicht die Restschuldbefreiung!
(siehe oben + InsO)


Was der Sinn dieser Regelung sein soll, das weiss ich nicht. Denn wenn der Schuldner die Inso beendet und neue Schulden hat, was dann? Eine zweite Inso gibt es nicht!

Aber:

Zitat:
Der Schuldner muss den Insolvenzverwalter vom bestehenden Mietverhältnis unterrichtet haben, da es sich dabei um ein Dauerschuldverhältnis handelt und der Schuldner dem Insolvenzverwalter auch alle Verbindlichkeiten offen legen muss!
Der Insolvenzverwalter hat einzuschätzen, ob der Schuldner seine (weiter)laufenden Verbindlichkeiten erfüllen kann - und er hat ggfs. das Recht einen Mietvertrag zu künden (selbst vorzeitig).


Vielleicht funktioniert dies.

Und ganz wichtig: Eine PI schützt nicht vor Kündigung wegen eines Mietrückstandes von 2 oder mehr Monatsmieten! Dabei ist allerdings folgendes zu beachten: Die Mietschulden, die vor der PI entstanden, werden dazu nicht mitgezählt. Nach Beginn der PI müssen also erneut 2 Monatsmieten Schulden gemacht werden.

Nur ein schwacher Trost, denn was folgt ist das übliche Räumungsklagenprozedere.

Also kann man nur hoffen, dass der Insoverwalter auf eine Kündigung der zu teuren Wohnung drängt. Denn sonst macht meiner Meinung nach eine PI keinen Sinn, s.o.

Es ist einfach unglaublich, dass neue Schulden gemacht werden dürfen!

verzweifelter
12.05.2007, 12:40 von Jutetuetchen
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Nun mal mit der Ruhe - es ist nun mal so und wir können es nicht ändern.(Wie vieles andere auch)

Gut fände ich es eben wenn wenigstens eine Änderung dahingehend gemacht würde dass die Schuldner wenigstens - auch ohne pfändb. EEK - einen Mindestbetrag mtl. zahlen müssten. Und bei vielen Gläubigern sind das meist auch Cents die man dann bekommt - aber der Wille und die wirkliche Interesse sollte damit gezeigt werden .

Der eine ist unverschuldet hineingeraten - der andere hat gelebt wie Gott in Frankreich sich vielleicht einige Euros auf die Seite gelegt und jetzt PInso beantragt und ist auch in ein paar Jahren seine Schulden los.

Für die Gläubiger ist dass keine feine Sache und sie bleiben nachwievor auf ihren Forderungen sitzen. Ärgerlich und zwar verdammt ärgerlich.

zu bedenken ist aber evtl. auch noch dass gegen die meisten Schuldner bereits schon seit Jahren Titel bestehen und glaubt einer von Euch dass er trotz Titel jemals sein Geld bekommt ?? Meistens steht man auch noch hinter vielen anderen Gläubigern ..... Von einigen bekommt man vielleicht irgendwann mal seine Forderungen - aber ob das an der Tagesordnung ist ?!?!?

Habe selbst auch noch einen Titel gegen jemanden der uns mal in das Auto gefahren und abgehauen ist. Dieser wurde aber dank Zeugenaussagen aufgefunden - so keine Versicherung gehabt (wir aber einen erheblichen Schaden am Auto)der Mann ist Frührentner und mit dem Titel kann ich mir vermutlich einmal nett meinen Kamin anzünden und hab dadurch mal einen Abend einen schönen warmen Po ;-))

Ich weiss nicht was da besser ist.

LG
12.05.2007, 12:24 von Rita
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Auch nocheinmal (da dieses Märchen anscheinend ja recht eingebrannt ist):
Ein Verbot neue Schulden zu machen gibt es nicht!
Neue Schulden versauen auch nicht die Restschuldbefreiung!
(siehe oben + InsO)


Der Schuldner muss den Insolvenzverwalter vom bestehenden Mietverhältnis unterrichtet haben, da es sich dabei um ein Dauerschuldverhältnis handelt und der Schuldner dem Insolvenzverwalter auch alle Verbindlichkeiten offen legen muss!
Der Insolvenzverwalter hat einzuschätzen, ob der Schuldner seine (weiter)laufenden Verbindlichkeiten erfüllen kann - und er hat ggfs. das Recht einen Mietvertrag zu künden (selbst vorzeitig).
siehe § 109, 112 InsO und auch § 50 Einschränkung des gesetzlichen VM-Pfandrechts
http://dejure.org/gesetze/InsO/109.html

Der Insolvenzverwalter hat diverse Pflichten und haftet ggfs. auch
http://www.rechtslexikon-online.de/Insolvenzverwalter.html
Leider sind diese Leute aber juristisch so bewandert, dass da kaum jemals die Chance besteht Pflichtverletzung nachzuweisen ...

Ich habe z.Zt/die nächsten Jahre mit 2 InsVerw zu tun ...
auch meine Erfahrung ist, dass das Hauptinteresse zunächst mal ist, ein Verfahren mit möglichst wenig Arbeitsaufwand durchzuziehen ("wir bekommen ja eh' so wenig für unsere Tätigkeit")
und jeder Gläubiger ist da mit seinen Anliegen eben nur ein Störfaktor ...
ebenso wie Anhaltspunkte für Obliegenheitsverletzungen, Insolvenzstraftaten des Schuldners ("wir können nur Fakten berücksichtigen, Ermitteln ist nicht unsere Aufgabe") ...

Hallo,

also noch einmal: Man geht nicht von heute auf morgen in die Privatinsolvenz. Die Mieter haben also von ihrer finanziellen Situation gewusst. Auch Richter/Innen sollten wissen, dass es nicht so schnell zu einer PI kommt.
Wäre es vielleicht eine Idee, mal die Schufa abzufragen oder auf dem Gericht einen Blick in's Schuldnerverzeichnis zu werfen? Wer weiss, was da auftaucht.
Ansonsten: Wenn der Mut zum nicht-juristischen Weg (Schlössertausch) fehlt, so bleibt nur abzuwarten, ob die Mieter ihre Miete zahlen. Eine PI schützt nicht vor Kündigung aufgrund fehlender Mietzahlungen (2 Monate ...). Nur, das geht halt lange, bis das durchgefochten ist, womöglich mit Räumungsklage.

verzweifelter
11.05.2007, 12:16 von Jutetuetchen
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Zitat:
Schon klar. Es kommt aber drauf an, was ein Richter glaubt, wenn man es ihm erzählt!


In diesem Falle wird ein Richter schon eher glauben was ihm (hier ggfls. vom VM) vorgetragen wird (huhuuuuu - Du wissen wie InsO abläuft vor dem Antrag z.B. ?!?!)

Wenn KG rausfällt dann kann man nur hoffen dass der Mieter bis dahin wieder arbeitsfähig ist oder EU-Rente bekommt (und das dauert bis das alles geprüft und ggfls. genehmigt wird) schlimmstenfalls Hartz naja und die werden die Wohnkosten wohl nicht ganz übernehmen - sprich die Mieter müssten dann den Rest aus eigener Tasche finanzieren ......
11.05.2007, 11:58 von Kasperkopf
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Hallo Eli,

Zitat:
Meinst Du nicht, es interessiert den vielleicht, was die Leute so planen? Er muß sich ja mit denen noch ein Weilchen rumschlagen...

Ich müsste mich scher täuschen aber ich glaube nicht, dass es ihn interessiert. Wenn die Leute sich nicht an die Vorgaben der Wohlverhaltsperiode halten, gibt's halt keine Restschuldbefreiung und das war's.

Gruss Kasperkopf
11.05.2007, 11:45 von Augenroll
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Zitat:
Kann mir keiner erzählen !!!


Schon klar. Es kommt aber drauf an, was ein Richter glaubt, wenn man es ihm erzählt!
11.05.2007, 11:36 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
Für mich sind die leicht größenwahnsinnig und haben einen Hang dazu, auf zu großem Fuß zu leben. Daher würde ich alles unternehmen, um die aus meinem Haus zu bekommen!!


dem kann ich nur zustimmen. Da ich ja inzwischen weiss dass 3 Personen ca. 75 m² (ALG eine Frage der Zeit !!!!) zustehen und das Haus nach Ihren Angaben mind. 140m² hat kann das ja nicht hinhauen. Krankengeld hin oder her, dies läuft irgendwann aus und dann...........?????

Wenn irgendmöglich RAUS, Vorsatz liegt für mich vor, wie ausführlich begründet MÜSSEN die Mieter 13.03.2007 von ihrem eigenen Insolvenzantrag gewusst haben, oder etwa nicht

Kann mir keiner erzählen !!!

MFG
11.05.2007, 11:31 von Eli
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Hallo Kasperkopf,

aber ich bin ja in dem Fall (noch) kein Gläubiger....
Meinst Du nicht, es interessiert den vielleicht, was die Leute so planen? Er muß sich ja mit denen noch ein Weilchen rumschlagen...

Eli
11.05.2007, 11:21 von Kasperkopf
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Hallo Eli,

viel Spaß beim Gespräch mit dem Insolvenzverwalter!

Nachdem der Schuldnerberater nicht an einer ernsthaften Verhandlung mit uns Gläubigern interessiert war, dachte ich mir seinerzeit auch, ich rufe mal den Insolvenzverwalter an. Das Geld und die Zeit hätte ich mir sparen können!

Schuldnerbertung und Insolvenzverwaltung haben gar kein Interesse an den Sorgen und Nöten der Gläubiger. Die wollen das Verfahren so schnell und unkompliziert wie möglich über die Bühne bringen und da ist ein Gläubiger, der dumme Fragen stellt, nur ein lästiger Störfaktor.

Gruss Kasperkopf
Rita, vielen lieben Dank für die Infos!

Mal was ganz anderes: wenn ich deren Insolvenzverwalter anrufe... und mal so vorsichtig erzähle, was die mieten wollen...sollte dem ja auch daran gelegen sein, daß die Leute auf dem Boden der Tatsachen bleiben, oder bin ich da falsch gewickelt?
11.05.2007, 10:55 von Jutetuetchen
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Hallöli,

eigentlich so wie zu vermuten war aber der Satz:

Zitat:
Dass sie das mit dem Insolvenzantrag bei Unterschrift schon wußten, müßte man ja erstmal irgendwie beweisen.
- hmmmm ..... richtig dass müsstet ihr beweisen - aber die mussten es wissen geht gar nicht anders

Also Fakt ist - solange sie bezahlen ist alles in bester Ordnung und neue Schulden machen dürfen sie nicht (dann hättest Du die A-K.....) und für die hätte sich dass InsO erledigt.

Zitat:
Es mag zwar sein, dass sie wegen der Privatinsolvenz keine neuen Schuldn machen dürfen aber ob sie sich auch daran halten?
Da kann man nur hoffen dass sie so vernünftig sind

Ich wünsche Dir alles Gute mit Deinen Mietern und hoffe dass diese zu den Leuten gehören die auch Ernsthaft an einer Restschuldbefreiuung durch die Insolvenz interessiert sind und sich an dei Auflagen halten werden .

Alles Liebe
11.05.2007, 10:47 von Kasperkopf
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Hallo Eli,

was mir noch nicht ganz klar ist: Fand die Übergabe der Mietsache bereits statt? Das ist ziemlich entscheidend!

Und was ich immer noch nicht verstehe: Warum hat der Makler sich nicht Einkommensnachweise und Schufa-Aufkunft zeigen lassen? Was sagt er dazu?

Zitat:
Zu den finanziellen Verhältnissen der Mieter (hatt ich wohl etwas falsch verstanden): er bekommt Krankengeld & sie hat nen 400€-Job

Wieviel sie bekommen, ist unerheblich. Die Frage ist: Was bleibt ihnen, nachdem der pfändbare Teil ihres Einkommens abgezwackt wurde? Reicht das, um die Miete zu bezahlen?

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, handelt es sich um ein Ehepaar mit einem Kind, die nun eine Doppelhaushälfte angemietet haben, trotz Privatinsolvenz. Für mich sind die leicht größenwahnsinnig und haben einen Hang dazu, auf zu großem Fuß zu leben. Daher würde ich alles unternehmen, um die aus meinem Haus zu bekommen!!

Es mag zwar sein, dass sie wegen der Privatinsolvenz keine neuen Schuldn machen dürfen aber ob sie sich auch daran halten?

Gruss Kasperkopf
11.05.2007, 10:47 von Rita
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Der Eröffnung des Insolvenzverfahrens (25/26.04.) geht ein Insolvenzeröffnungsantrag und ein i.d.R. mehrmonatiges Verfahren durch eine für das Verfahren anerkannte Schuldnerberatung samt aussergerichtl. Schuldenbereinigungsversuch voraus. Außerdem liegen gegen einen "Insolvenz-Kanditaten" üblicherweise div. Vollstreckungsbescheide vor und auch eine Eidesstattliche Versicherung (EV) wurde i.d.R. abgegeben.
Eine Auskunft des örtlich zuständigen Schuldnerregisters dürfte hier die schriftliche Aussage der Mieter "ich/wir haben weder eine eidesstattliche Verischerung abgegeben, noch läuft ein ähnliches Verfahren gegen mich/uns (wurde ausgefüllt am 13.03.)" als wahrweitswidrig widerlegen und/oder die Verfahrensakte zum Insolvenverfahren.

Ich schließe mich den (meisten) Vorrednern an - m.E. ist hier der Tatbestand des Einmietbetrugs erfüllt.
Unter den geschilderten Umständen erscheint mir die Hoffnung zukünftig regelmässig, fristgerecht und vollständig die vereinbarte Miete zu erhalten reichlich unrealistisch - daher würde ich versuchen das Mietverhältnis schnellstens zu beenden.

Augenroll:
Zitat:
zitieren Sie bitte direkt aus dem StGB!

Nanu - so ein "Outing" hätte ich nichtmal aufgrund deiner bisherigen Forumsbeteiligung erwartet. Aber auch für Eli:
§ 263 StGB Betrug - darunter fällt der Einmietbetrug
http://dejure.org/gesetze/StGB/263.html
Auch die Staatsanwaltschaft verwendet zur näheren Bestimmung den Begriff Einmietbetrug - nicht erst neuerdings.
Um dem Aufschrei nach Schriftstücken zuvorzukommen (wohl doch eher penetrante Ignoranz als wahre Dummheit?)
mir liegen sie jedenfalls vor - und dich wird ggfs. das Leben irgendwann mal doch noch schlauer machen ... oder auch nicht.

Der Straftatbestand des Vorsatzes ist i.A. durch falsche Angaben in einer Selbstauskunft (auf Nachfragen) oder durch Nichtangabe von anzeigepflichten Sachumständen erfüllt.
> Daher ist es für den VM ggfs. wichtig den Vorsatz entsprechend beweisen zu können (z.B. durch die Selbstauskunft).
Allerdings kann das Mietverhältnis nur vor Einzug angefochten werden - und der VM muss dies unverzüglich tun sobald er vom Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt.
Nach Einzug bleibt dem VM nur noch die Kündigung ... allerdings sind die Kündigungsrechte des VM nach Insolvenzverfahrenseröffnung durch § 112 InsO beschränkt ...

Meine Meinung zum Insolvenzverfahren: Der einzige, der im Insolvenzverfahren sein Geld bekommt, das ist der Insolvenzverwalter. Praktisch wird damit den Gläubigern weiteres Geld entzogen und das letzte noch vorhandene Gläubigergeld endgültig "vernichtet" bzw. ggfs. zahlen dann noch alle anderen Bürger dafür, dass da einer von seinen (häufig in Kenntnis des kommenden Verfahrens noch erst recht provozierten) Schulden losgesagt wird.

Zitat:
Außerdem dürften die ja die nächsten Jahre überhaupt keine neuen Schulden machen

Wenn Euer Anwalt das tatsächlich gesagt hat, dann ist das 'ne Gurke!
Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube, der durch nichts rechtl. abgedeckt ist.z.B.
"Wohlverhaltensperiode: Die Wohlverhaltensperiode ist der Zeitraum von sechs Jahren nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens. In diesem Zeitraum muss der Schuldner sein pfändbares Einkommen an den Treuhänder abführen. Ansonsten lässt man ihn vollständig in Ruhe. Der Schuldner kann in der Wohlverhaltensperiode sich (wieder) selbständig machen, neue Schulden eingehen oder etwas ansparen ohne befürchten zu müssen, dass ihm das Ersparte weggenommen wird."
Quelle:
http://www.ra-franzke.de/artikel-insolvenz/Lexikon.html

Siehe hierzu Wohlverhaltensphase, Restschuldbefreiung, Versagensgründe, Obliegenheiten des Schuldners
Die Versagensgründe ergeben sich abschliessend aus:
§§ 290, 295, 296, 297 und 298 der Insolvenzordnung (InsO)
http://dejure.org/gesetze/InsO/290.html
ausführlicher und auch zum Ablauf:
http://www.aachen.ihk.de/de/recht_steuern/download/kh_102.htm

Neue Schulden sind u.U. lediglich von der Restschuldbefreiung in diesem Insolvenzverfahren ausgenommen -
aber wenn das erste durch ist, kann ja dann ein neues Insolvenzverfahren eingeleitet werden

Als Vermieter sollte man wissen, was da auf einen zukommt - und mit was man sich dann abfinden muss:
http://www.mietgerichtstag.de/downloads/vortragpape2004.pdf
http://www.finanztip.de/recht/immobilien/insolvenzverfahren-mietrecht.htm
http://www.advocat24.de/user_files/rechtstipps/04-05.pdf
Wenn das Mietverhältnis nach Verfahrenseröffnung begründet wurde, hat der Vermieter ggfs. "besser", d.h. als Massegläubiger behandelt zu werden.
Aber auch um da "bedient" zu werden, muss erstmal "Masse" (= zu verteilendes Geld) da sein!

Zum "Einplanen" für den VM gibt's da nix - der Schuldner darf nur noch alles an den Insolvenzverwalter abgeben
(Direktzahlung an den VM wäre z.B. ein Versagensgrund, vor dem sich der Schuldner tunlichst hüten wird)
der Insolvenzverwalter wird -nachdem er sich bedient hat- dann das verteilen was noch übrig bleibt ... i.d.R. ist das: NIX!
Zitat:
Zu den finanziellen Verhältnissen der Mieter (hatt ich wohl etwas falsch verstanden): er bekommt Krankengeld & sie hat nen 400€-Job

Sollte dann doch eigentlich für die Miete reichen?

Für die Miete würde ich maximal (in absoluten Ausnahmefällen)40% vom Familieneinkommen einplanen. In der Regel aber unter 25%!
11.05.2007, 09:52 von Eli
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so, da bin ich wieder....

Gespräch mit dem Makler & RA: so lange die die Miete zahlen und ja auch die Kaution überwiesen hatten, kannst Du (offiziell)gar nix machen. Dass sie das mit dem Insolvenzantrag bei Unterschrift schon wußten, müßte man ja erstmal irgendwie beweisen...Außerdem dürften die ja die nächsten Jahre überhaupt keine neuen Schulden machen

Zu den finanziellen Verhältnissen der Mieter (hatt ich wohl etwas falsch verstanden): er bekommt Krankengeld & sie hat nen 400€-Job

Mein Mann hat gestern mit den Mietern telefoniert... die haben sich auch sehr zerknirscht gezeigt (hätt ich auch gemacht ).

Blöde Situation....

Eli
10.05.2007, 10:22 von Augenroll
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@CMAX,

zitieren Sie bitte direkt aus dem StGB!

Wikipedia ist als Primärquelle ungeeignet, nicht umsonst steht am Ende des von Ihnen verlinkten Artikels:

"Bitte Beachten Sie den Hinweis zu Rechtsthemen!"

(sollten Sie vielleicht mal anklicken???)

10.05.2007, 09:17 von CMAX_65
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@AR

Zitat:
Diesen Tatbestand gibt es nämlich offiziel gar nicht.


http://de.wikipedia.org/wiki/Betrug#Einmietbetrug_.28.C2.A7_263_StGB.29
@verzweifelter,
Zitat:
Ich sehe hier fast schon so etwas wie einen Einmietbetrug oder wie sich das nennt,...

Eben: oder wie sich das nennt!

Diesen Tatbestand gibt es nämlich offiziel gar nicht.

Er wurde einzig dafür geschaffen, die Mieterschaft zu verunglimpfen und zu kriminalisieren.

Der Begriff wurde dann willig vom Fußvolk aufgeschnappt und neuerdings wohlfeil überall nachgeplappert. Ich hab es schon des öfteren gehört: Wenn ein Mieter mal (berechtigt) die Miete mindert, wird gleich mal vorbeugend Einmietbetrug proklamiert.

Das ist eben einer sachlichen Diskussion nicht dienlich.
10.05.2007, 08:43 von Augenroll
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Ich meine Menschen in Privatinsolvenz sollten nicht vorverurteilt werden. Denn jeden kann es treffen.

In der Bau- und Immobilienbranche ist Insolvenzbetrug teilweise an der Tagesordnung.

Auch Vermieter/Verwalter gehen schonmal in die Insolvenz und sagen es den Mietern nicht. Zuvor wurden in solchen Fällen die Kosten für Heizung, Strom, Fernwärme, Versicherung oder Wasser nicht bezahlt, oftmals die Kautionen und Vorauszahlungen der Mieter veruntreut. Das Ende ist: der Mieter sieht gar nichts von seinem Geld wieder und sitzt auf dem Trockenen und im Kalten.

Sollte man niemals vergessen, dass es solche Fälle auch gibt!!!
10.05.2007, 08:21 von Kasperkopf
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Hallo Verzweifeltter,

Zitat:
Eine evtl. Möglichkeit wäre auch die Kontaktaufnahme mit deren Insoverwalter oder Treuhänder. Es heisst ja eh, alle Schuldner und Gläubiger des Insolventen sollen sich dort melden.

Nette Idee! Aber: Man darf sich dort nur melden, um zu sagen: "Jawohl, ich bin damit einverstanden, sechs Jahre lang 0 Euro zu bekommen und dann meinem Schuldner alle Schulden zu erlassen. Ich finde das ganz toll!"

Sollte man etwas anderes sagen wollen oder gar dumme Fragen stellen ("Warum wird von einem unterhaltspflichtigen Kindsvater verlangt, zusätzlich zum normalen Job einen Nebenjob anzunehmen, um seinen Unterhaltsverpflichtungen nachzukommen und von einem Schuldner nicht?") bekommt man zur Antwort: "Bitte rufen Sie mich nicht mehr an, denn mit Ihnen will ich nicht mehr reden und behindern Sie nicht weiter das Insolvenzverfahren!"

Ist mir so gegangen!

Gestern hatte ich das Vorrecht, unseren minderjährigen Sohn zu einer Betriebsversammlung zu begleiten. Der Betrieb, wo er seine Ausbildung macht, hat Insolvenzantrag gestellt und gestern nun informierte der Insolvenzverwalter die Mitarbeiter über den Status Quo. Ich will Euch die Details ersparen, nur so viel: Mein Bild über Insolvenzverwalter hat sich nicht wirklich gebessert! Ein Beispiel: Damit er das fehlende Gehalt für Monat X erhalten sollte, sollten wir ein Schriftstück unterzeichnen, in dem es unter anderem hieß, dass er bestätigt, das fehlende Gehalt bereits erhalten zu haben. Sprach ich den Insolvenzverwalter auf diesen widerspruch an. "Ja, das hat schon seine Richtigkeit. Zwar hat er das Geld noch nicht aber er bekommt es nur, wenn wir das Dokument unterschreiben. Wenn Sie unbedingt meinen, streichen Sie diesen Satz aber dann geht es länger, bis er sein Gehalt bekommt!" Hallo???? Damit er ihm zustehenden Lohn bekommt, soll er bestätigen, ihn erhalten zu haben, obwohl es nicht so ist??????

Ich denken, unser gesamtes Insolvenzrecht bedarf dringend einiger Reformen!!

Gruss Kasperkopf
10.05.2007, 00:41 von verzweifelter
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Hallo Eli,

nun, andere haben hier ja schon wirklich gutes geschrieben.
Ich sehe hier fast schon so etwas wie einen Einmietbetrug oder wie sich das nennt, denn man geht nicht von heute auf morgen in die PI. Also wäre ein RA gefragt.
Eine evtl. Möglichkeit wäre auch die Kontaktaufnahme mit deren Insoverwalter oder Treuhänder. Es heisst ja eh, alle Schuldner und Gläubiger des Insolventen sollen sich dort melden.
Aber: Leider gehen die juristisch korrekten Wege immer sehr lange und bringen manchmal nur Vergleiche.
So würde ich (gerade jetzt nach meiner Vermiet-Erfahrung) auch lieber den nicht korrekten Weg gehen und die Schlösser austauschen. Zumal bisher nur Kisten in der Immo stehen, womöglich sind die beiden sich gar nicht mehr sicher, dort einziehen zu wollen/können?

Gruß, viel Erfolg und vielleicht magst Du mal berichten, wie es weitergeht?
verzweifelter
10.05.2007, 00:06 von verzweifelter
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Hallo CMAX_65,

danke für den Artikel mit dem Mieter und dem Sozialamt.
Der Haken an der Sache ist nur: Wenn der Mieter nichts sagt, wie soll der Mieter es erfahren? Ämter dürfen ja keine Informationen geben.

verzweifelter
09.05.2007, 18:21 von Cora
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Hallo

ist ja eine unangenehme Situation.

Ich würde als erstes mit den Mietern sprechen und ganz offen sagen, dass ich weiß, dass Insolvenzantrag gestellt wurde.
Dann würde ich fragen wie die Einkommens- und Arbeitsverhältnisse sind. Ist das nicht befriedigend, würde ich versuchen, die Leute wieder los zu werden.

Andererseits haben die Mieter ja evtl. das Geld für die Miete - aus welchen Quellen auch immer - denn wie schon gesagt, neue Schulden dürfen sie nicht machen, sonst ist die Insolvenz ungültig.

Gruß
09.05.2007, 17:29 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
Die Wahrheit über die Einkommens- und Beschäftigungsverhältnisse

Grundsätzlich gilt: Der Mieter muss wahrheitsgemäß über seine Einkommens- und Beschäftigungsverhältnisse Auskunft geben. Fragt der Vermieter aber nicht nach, muss der Mieter auch nichts sagen.

Wenn der Mieter die Miete aber nur mit Hilfe des Sozialamts zahlen kann, muss er das dem Vermieter ungefragt sagen. Andernfalls kann der Vermieter von seinem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen:


Quelle:

http://immobilienmarkt-content.sueddeutsche.de/immobilien/mietenvermieten/artikel/832/6826/

MFG
Sorry,

das ganze war etwas unübersichtlich.

Ich würde die "Kisten" rausstellen, Schloss wechseln und eventuelle Anzeige in Kauf nehmen.

Dies ist aber nur was ich persönlich machen würde, ohne alle rechtliche Folgen abschätzen zu können.

Empfehlen kann ich es nicht !

Deswegen mein Tipp sofort zum Anwalt !!!

Viel Glück wünsche ich trotzdem !

MFG
09.05.2007, 16:14 von Jutetuetchen
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Viel Glück und seh zu dass Du die jetzt wirklich los wirst - dass ist ja wie es aussieht alles auf Lügen aufgebaut.

InsO ist ja so eine Sache für sich (wie ich schon schrieb) - aber was da jetzt noch an Licht gekommen ist geht ja gar nicht

Drücke Dir die Daumen und vergiss nicht Dir den Makler vorzuknüpfen und ihn zu fragen was er sich dabei gedacht hat -Halloooo ???

Viel Glück und bin gespannt auf Deinen Bericht !

*Daumendrück*

@Kasperkopf

Zitat:
auch wenn es rechtlich vielleicht bedenklich ist aber: DIE WÜRDE ICH NICHT INS HAUS LASSEN!!!!!! Und dann sofort Anfechtung des Vertrages in die Wege leiten!

unter den gegebenen Umständen würde ich das allerdings auch nicht tun (kam ja jetzt alles etwas langsam zusammen aber das ist der Hit auf Rädern)Oha und ein suuuper Makler - bin echt gespannt was daraus jetzt wird
09.05.2007, 16:08 von Eli
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Bin schon fast auf´m Weg zum Makler & zum Rechtsanwalt...werde euch berichten!

1000-Dank für eure zahlreichen und schnellen Rückmeldungen! Jetzt habe ich zumindest ein bißchen mehr Info in der hand, wenn ich gleich losgehe!!!
09.05.2007, 16:07 von Kasperkopf
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Hallo zusammen,

auch wenn es rechtlich vielleicht bedenklich ist aber: DIE WÜRDE ICH NICHT INS HAUS LASSEN!!!!!! Und dann sofort Anfechtung des Vertrages in die Wege leiten!

Dann dem Makler in den Allerwertesten treten, was er Dir da für Trantüten angeschleppt hat und was er sich unter einer ordentlichen Bonitätsprüfung vorstellt!!!!!! Eventuell kannst Du den sogar für seine miserable Leistung haftbar machen.

Niemals einen Mietvertrag ohne Gehaltsnachweise und Schufa-Auskunft unterzeichnen!!!!

Gruss Kasperkopf
09.05.2007, 16:06 von CMAX_65
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Hallo,

ist die Wohnung denn jetzt schon übergeben oder nicht ????

Sie sagten es stehen ein "paar Kisten drin".

Wenn nicht dann sofort Schloss wechseln.

Wenn Übergabe erfolgt ist, ist dennoch zu überlegen ob trotzdem Schloss gewechselt wird und eine eventuelle Anzeige wegen Hausfriedensbruch "in Kauf genommen wird "?????????????????????????????

MFG

Begründung besondere "Umstände".
09.05.2007, 16:06 von Jutetuetchen
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Das lässt mir jetzt echt keine Ruhe....

Zitat:
Sie macht nen 400€-Job und er nix (wie ich auch erst bei Übergabe erfahren hab



Wie ?!? Erst bei der Übergabe erfahren ? Was haben die denn in der Selbstauskunft angegeben ? Jetzt komme ich aber wirklich arg ins Schleudern hier

Grüsse
09.05.2007, 16:01 von Melanie
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ne, dat wird dann wohl nüscht!
Würd in dem Fall RA einschalten und versuchen den Vertrag anzufechten!
09.05.2007, 16:00 von Jutetuetchen
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Zitat:
An die Geschichte mit der ARGE und m²-Berechnung usw. hab ich ja noch gar nicht gedacht...MIST....Wir sind halt wirklich noch absolute Frischlinge im Vermietergeschäft!
Es ist ein Ehepaar mit einem Teenie...und bei 140m² Wfl. wird DAS dann vermutlich auch ein Problem geben



Ach das sind 3 Personen .... da kannst Du es vermutlich vergessen das Geld von der ARGE zu bekommen wenn es denn dann so sein sollte ausser die Mieter tun den Rest aus eigener Tasche dabei .

Puuh ich glaube Du musst handeln.

LG

Ps: die Bieträge überschlagen sich ja hier -einer ist schneller als der andere.
09.05.2007, 16:00 von Melanie
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*ups* Frage erübrigt....eben erst gelesen mit 400€ Job und er nix
sorry!
09.05.2007, 15:58 von Melanie
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Zitat:
Es ist ein Ehepaar mit einem Teenie...und bei 140m² Wfl. wird DAS dann vermutlich auch ein Problem geben
Kommt drauf an!
Gehen Sie arbeiten?
Dann kommt auch kein HartzV zum tragen
Sind sie erst kürzlich arbeitslos gibts Arbeitslosengeld für 12 Monate.
Erst danach kommt HartzV zum Tragen!
Und selbst dann kann der HartzV-Empfänger den Fehlbetrag zuzahlen....

Um was geht es denn jetzt genau?
Sind sie arbeitslos oder net?
Wenn ja - wie lange schon?!
09.05.2007, 15:56 von Jutetuetchen
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Zitat:
@jutetütchen: ich "verurteile" diese Leute nicht, ich hab nur a) Mordsschiss, daß ich wieder meiner Kohle hinterherlaufe (bin noch dabei die Mietschulden der beiden letzten Mieter einzutreiben) und b) HABEN sie eine Selbstauskunft ausgefüllt.
Sie macht nen 400€-Job und er nix (wie ich auch erst bei Übergabe erfahren hab


Habe ja nicht gesagt dass Du sie verurteilst

Sag ja mit der Selbstauskunft haben sie schon gelogen (keine gute Basis für ein MV)

Und wenn sie 400 Euro bekommt und er nix ...... na dann würde ich wohl mal ganz schnell zusehen dass das nichts wird .... da hört sich die ganze Sach ja noch ganz anders an wie sie sich anfänglich bei Deinem ersten Beitrag anhörte.

Vorallem fragt man sich da wie die die Miete zahlen wollen.

Berichte mal bitte weiter - interessant.

LG

09.05.2007, 15:53 von Eli
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Hallo Kasperkopf,

ich sehe es ganz genauso: Mitte März haben sie mit Sicherheit schon gewußt, daß es nicht so toll aussieht und da einige Leute sind, die Geld wollen...

An die Geschichte mit der ARGE und m²-Berechnung usw. hab ich ja noch gar nicht gedacht...MIST....Wir sind halt wirklich noch absolute Frischlinge im Vermietergeschäft!
Es ist ein Ehepaar mit einem Teenie...und bei 140m² Wfl. wird DAS dann vermutlich auch ein Problem geben
09.05.2007, 15:52 von CMAX_65
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Hallo,

danke an jutetuetchen, Melanie und Kasperkopf. Das mit den weiteren 15 m² pro weitere Nasen wusste ich nicht !

Harz`ler war eine saloppe Formulierung ohne jemanden in die Schublade zu stecken ! Wegen mir auch Harz IV Empfänger.

Wieder was gelernt !

MFG
09.05.2007, 15:52 von Hansjuergen
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@ CMAX-65:

Zitat:
1 Harz`ler hat Anspruch auf 45 m², zwei Harz`ler demnach auf 90 m² ???????


Frage: Wieso wenn Insolvenz = Hartz-ler?
Anspruch: 1 = 45 m² 2 = 59 m² 3 = 72 m²

@all:

Den Mietinteressenten war sicherlich schon am 13.03. bekannt, dass sie ein Insolvenzverfahren beantragen werden, denn ein Antrag dauert bis zu 12 Wochen, bevor er bearbeitet wird.

Auf jeden n o c h Gehaltsabrechnung prüfen! Ist die Mietzahlung überhaupt noch möglich (bei angenommen ca. 750,00 - 800,00 EUR Warmmiete)?
Bei einer Person beträgt das pfändungsfreie Einkommen ca. EUR 985,00, wenn der Ehepartner nicht arbeitet reicht das pfändungsfreie Einkommen für zwei Personen wahrscheinlich nicht aus.

Gruß Hans-Jürgen

Oh je, da waren aber viele schneller!

09.05.2007, 15:51 von Jutetuetchen
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Zitat:
Niemand "fällt" "unverschuldet" in die Privatinsolvenz. Der Privatinsolvenz gehen zumeist mehrere eklatante Fehlentscheidungen im Leben voran. Man "fällt" auch nicht hinein, so wie man auf der Strasse versehentlich über einen Stein stolpert. Wer die Privatinsolvenz durchziehen will, muss aktiv sein, eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchen, einen Antrag stellen etc. Und einen Schuldenberg richtig "abbauen" tut kein Privatinsolvenzler. Er schürft allenfalls ein bisschen an der Oberfläche herum. Mein aktuelles Beispiel: Schulden etwa 2.500 Euro ohne Verzugszinsen, die ersten zwei Jahre gab es gar nichts, seit dem dritten Jahr bekommen wir nun sensationelle 100 Euro im Jahr. Hier kann man doch nicht ernsthaft von einem "Abtragen" des Schuldenberges sprechen. Ein neues Leben fangen die Insolvenzler tatsächlich an - zurück bleiben die geprellten Schuldner mit ihren unerfüllten Forderungen!



Da gebe ich Dir schon Recht es gibt allerdings auch hier zu bedenken dass es solche und solche Fälle gibt. (Mir sind auch solche und solche Fälle bekannt)

Richtig ist auch dass viel die PrivatinsO anmelden und das Verfahren durchhalten und tastächlich mit einer Restschuldbefreiuung rausgehen ohne überhaupt einen Cent an die Gläubiger gezahlt zu haben (da kein pfändbares EK etc.)sprich ein "Nullplan" vorlag.Da hast Du noch Glück wenigstens etwas Geld zu bekommen (auch wenn es eine lächerliche Summe ist)- aber da gibt es dann auch wieder Schuldner die tapfer ihrer Arbeit weiter nachgehen und sich das Gehalt bis zur Pfändungsgrenze pfänden lassen müssen damit sie wenigstens einen Teil abzahlen können - andere wiederum leben von Hartz oder haben einen Job wo sich nichts pfänden lässt und diese gehen mit Null raus. Sicherlich muss man nachweisen dass man sich um Arbeit etc. bemüht .... aber in der Realität sieht das alles ein bisschen anders aus9 - aber gut dass steht ja jetzt hier nicht wirklich zur Diskussion sondern wir sollten uns lieber auf das eigentliche Thema weiter konzentrieren. Wollte jetzt keine riesen Diskussion anleiern - gerne aber vielleicht als ein neues Thema

LG
09.05.2007, 15:44 von Melanie
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Könnten Wir das "Harzler" in HartzV-Empfänger ändern?
Mein ja nur.....*duck*
09.05.2007, 15:41 von Jutetuetchen
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Hallo;

Zitat:
Nachtrag:

1 Harz`ler hat Anspruch auf 45 m², zwei Harz`ler demnach auf 90 m² ???????

Wenn wesentlich mehr m² = DHH gibt es sicherlich ein Problem, allein schon wegen NK/BK !!!


.... 2 Personenhaushalt 60qm, 4,86 Euro Nettokaltmiete bei einer Wohnfläche über 50 m

LG
09.05.2007, 15:41 von Kasperkopf
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Hallo CMAX,

Zitat:
1 Harz`ler hat Anspruch auf 45 m², zwei Harz`ler demnach auf 90 m² ???????

Ein Harzler = 45 m²
Jeder weitere Harzler = 15 m²
Ehepaar ohne Kinder = 60 m²
Ehepaar mit zwei Kindern = 90 ².

Wie ich bereits schrieb: Bei einer DHH braucht es ein ganzes Bündel an Kindern, damit die ARGE zahlt.

Gruss Kasperkopf
09.05.2007, 15:41 von Melanie
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Zitat:
1 Harz`ler hat Anspruch auf 45 m², zwei Harz`ler demnach auf 90 m² ???????


NE!!!
Ist glaub ich regional etwas unterschiedlich, aber im Schnitt pro HartzV-Empfänger 45qm, für jede Person die zusätzlich im Haushalt wohnt +15qm!
LG Mel
09.05.2007, 15:40 von Eli
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ok, ich versuche mal der Reihe nach zu antworten:

@ kobes: Nachname & Stadt bei yahoo eingegeben und auf dre Seite der Bayerischen Staatszeitung rausgekommen. Die veröffentlicht das. Alternativ habe ich aber auch grade noch gefunden: www.insolvenzbekanntmachungen.de

@jutetütchen: ich "verurteile" diese Leute nicht, ich hab nur a) Mordsschiss, daß ich wieder meiner Kohle hinterherlaufe (bin noch dabei die Mietschulden der beiden letzten Mieter einzutreiben) und b) HABEN sie eine Selbstauskunft ausgefüllt.
Sie macht nen 400€-Job und er nix (wie ich auch erst bei Übergabe erfahren hab)

@ dunkelROOT: das sind genau meine Befürchtungen - wir haben im letzten Jahr nur Ärger mit den Mietern gehabt und meine Nerven liegen langsam blank
09.05.2007, 15:38 von Kasperkopf
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Hallo Eli,

also, wenn ich am 25.04.2007 Antrag auf Privatinsolvenz stelle, weiß ich bereits am 13.03.2007, dass ich zahlungsunfähig bin. Das heißt, dass Dich Deine Mieter ganz bewusst über ihre tatsächlichen finanziellen Verhältnisse im Dunkeln gelassen haben. Keine gute Basis für ein vertrauensvolles Mietverhältnis!

Eine DHH wird von der ARGE nur dann bezahlt, wenn ein ganzes Bündel Kinder da sind. Sofern Dein Paar also kinderlos ist, stelle Dich schon mal auf Mietausfälle ein!

Hallo Jutetuetchen,

Zitat:
es gibt auch viele Leute die unverschuldet in die PInsO fallen haben aber damit eine Chance den Schuldenberg wieder abzubauen und ein neues Leben anzufangen - dürfen sich allerdings in den Jahren wo die Insolvenz läuft nichts zu Schulden kommen lassen was das Verfahren beenden könnte bzw. wird.

Niemand "fällt" "unverschuldet" in die Privatinsolvenz. Der Privatinsolvenz gehen zumeist mehrere eklatante Fehlentscheidungen im Leben voran. Man "fällt" auch nicht hinein, so wie man auf der Strasse versehentlich über einen Stein stolpert. Wer die Privatinsolvenz durchziehen will, muss aktiv sein, eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchen, einen Antrag stellen etc. Und einen Schuldenberg richtig "abbauen" tut kein Privatinsolvenzler. Er schürft allenfalls ein bisschen an der Oberfläche herum. Mein aktuelles Beispiel: Schulden etwa 2.500 Euro ohne Verzugszinsen, die ersten zwei Jahre gab es gar nichts, seit dem dritten Jahr bekommen wir nun sensationelle 100 Euro im Jahr. Hier kann man doch nicht ernsthaft von einem "Abtragen" des Schuldenberges sprechen. Ein neues Leben fangen die Insolvenzler tatsächlich an - zurück bleiben die geprellten Schuldner mit ihren unerfüllten Forderungen!

Gruss Kasperkopf
09.05.2007, 15:33 von Jutetuetchen
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Zitat:
Zum Zeitpunkt der Selbstauskunft bestand die Insolvenz ja noch nicht. Somit wäre hier keine Möglichkeit einer ausserordentlichen Kündigung.
Da können die dann entsprechend natürlich ankreuzen dass kein Insolvenzverfahren läuft. Ist zu diesem Zeitpunkt ja die Wahrheit gewesen.

...... hmmmm - das Verfahren war zu dem Zeitpunkt nach Angaben von Eli noch nicht eröffnet ( sie schreibt dass im Netz gelesen hat dass es am 25. bzw. 26.4. eröffnet wurde)

Allerdings kann man da jetzt mal sagen dass das Insolvenzverfahren den beiden bekannt war (haben ja schliesslich den Antrag gestellt und das geht nicht von heute auf morgen und benötigt einige Zeit und das nicht wenig (Erst aussergerichtliche Einigungsversuch und dann bei scheitern des aussergerichtlichen Einigungsversuch wird dann der Antrag vor Gericht zur Eröffnung gestellt und bis der Antrag bei Gericht bearbeitet wird dauert auch schon ein paar Tage u.U. Wochen ....) - also von "nix wissen" - würde ich mal in der Situation nicht ausgehen wenn sie am 13.3. dass nicht in der Selbstauskunft angegebn haben

Da würde ich jetzt die Sache etwas anders sehen - weil sie mich als VM da bereits angelogen haben(in der Selbstauskunft) ohne würde ich weiterhin dabei bleiben wie ich oben geschrieben habe.Naja und Lügen gerade in einer Selbstauskunft ist nicht wirklich ein Kavaliersdelikt :-(((

Puuh nicht einfach - wie gesagt neue Schulden können die beiden sich jetzt die nächsten Jahre wirklich nicht leisten weil dass das aus für die InsO bedeuten würde ......

Grüsse
09.05.2007, 15:29 von Dernie
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www.insolvenzbekanntmachungen.de

Ist ein offizielle Seite vom Justizministerium des Landes Nordrhein Westfalen.

Man gibt einfach einen Ort ein und kann suchen. Ist 'ne nette Sache!

Gruß,
Michael
09.05.2007, 15:28 von CMAX_65
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Nachtrag:

1 Harz`ler hat Anspruch auf 45 m², zwei Harz`ler demnach auf 90 m² ???????

Wenn wesentlich mehr m² = DHH gibt es sicherlich ein Problem, allein schon wegen NK/BK !!!

MFG
09.05.2007, 15:27 von dunkelROOT
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Hallo Kobes,

Zitat:
Zum Zeitpunkt der Selbstauskunft bestand die Insolvenz ja noch nicht. Somit wäre hier keine Möglichkeit einer ausserordentlichen Kündigung.


Das kann eigentlich nicht sein, da so ein Verfahren eine Weile dauert bevor es abgeschlossen wird. Also hat der Mieter bewusst falsche Angaben gemacht bzw. die Wahrheit verschwiegen. So sehe ich das jedenfalls.

dR
09.05.2007, 15:26 von CMAX_65
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Hallo,

soweit mir bekannt, gibt es ein Gerichtsurteil bzw. eine Regelung, dass der Mieter unaufgefordert über seine finanzielle Lage dem VM sich mitteilen muss, wenn die Zahlungsfähigkeit nicht gegeben ist (bin noch am suchen).

Nun ist, wie sie beschreiben, der Insolvenzantrag am 25./26. April 2007 gestellt worden. D.H. zum Zeitpunkt des Mietvertrages lag zwar noch keine Insolvenz vor, sie war aber absehbar.

Ich würde mich mit der Maklerin beraten und gegebenenfalls einen Anwalt hinzuziehen !

MFG
09.05.2007, 15:24 von dunkelROOT
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Fakt ist, lügt der Mieter in der Selbstauskunft bzw. macht unwahre Angaben, so kann der Mietvertrag vor Einzug für ungültig erklärt werden.

Also ich würde einen Anwalt befragen und dann den Einzug ablehnen. Wenn die auch im Moment alles bezahlen, was glaubst Du wie lange das gut geht? Lieber jetzt etwas Ärger als in ein paar Wochen den großen Ärger und dann wahrscheinlich zu Lasten des Hauseigentümers sprich VM.

dR
09.05.2007, 15:23 von Jutetuetchen
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Hallo Eli,

Zitat:
Ich habe keine Ahnung, was wir jetzt machen können oder sollten. Rein rechtlich gesehen haben die ja einen gültigen Mietvertrag und bisher auch alles ordnungsgemäss bezahlt. Aber wenn ich "solche" Leute jetzt nicht wieder (das wären die Dritten dieses Kalibers) in meinem Haus haben will?



Meine ehrliche Meinung dazu - solange wie diese Mieter alles brav bezahlen sehe ich ablsout keine Probleme. Sie haben einen gültigen MV haben die Kaution und die erste fällige Miete bezahlt und ich denke und hoffe dass sie alles weiterbezahlen werden.

Ich finde es doch etwas traurig wenn so über Leute die Privatinsolvenz angemeldet haben oder mussten (die Gründe sind meist nicht bekannt und es gibt auch viele Leute die unverschuldet in die PInsO fallen haben aber damit eine Chance den Schuldenberg wieder abzubauen und ein neues Leben anzufangen - dürfen sich allerdings in den Jahren wo die Insolvenz läuft nichts zu Schulden kommen lassen was das Verfahren beenden könnte bzw. wird.) gedacht wird.

Du musst Dir vor Augen halten dass sich Schuldner die das Insolvenzverfahren durchlaufen keinerlei neue Schulden mehr machen dürfen währden der Laufzeit ansonsten war es das mit InsO.(Muss mich da leider nochmal wiederholen)

Ich denke Du solltest erstmal abwarten und nicht gleich schwarzsehen. Sollten die Mietzahlungen irgendwann nicht kommen dann musst Du gezwungener Maßnahmen den normalen Wege gehen der Dir bekannt ist.

Wenn die Mieter für Dich keine Selbstauskunft ausfüllen mussten dann kannst Du auch nicht erwarten dass sie damit "hausieren" gehen dass das InsO beantragt wurde und / oder bereits läuft. Haben sie eine Selbstauskunft ausgefüllt und dass nicht angegeben sieht das wahrscheinlich anders aus wenn sie dass dort verschwiegen haben.

Sind beide berufstätig ?

Zitat:
fand denn im Vorfeld eine Bonitätsprüfung statt? Haben die Mieter eine Selbstauskunft ausgefüllt und hier vielleicht bewusst fehlerhafte Angaben gemacht? Was sagt denn der vermittelnde Makler dazu? Wie groß und teuer ist die Wohnung? So, dass sie notfalls auch von Hartz IV bezahlt werden kann?

...wären auch Fragen die eigentlich ganz wichtig sind.

LG
09.05.2007, 15:16 von Kobes
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Zum Zeitpunkt der Selbstauskunft bestand die Insolvenz ja noch nicht. Somit wäre hier keine Möglichkeit einer ausserordentlichen Kündigung.
Da können die dann entsprechend natürlich ankreuzen dass kein Insolvenzverfahren läuft. Ist zu diesem Zeitpunkt ja die Wahrheit gewesen.

Wenn die vor dem Einzug Privatinsolvenz anmelden ist dass aber gar nicht so schlecht. Das Verfahren betrifft ja nur die alten Verbindlichkeiten. Die müssen jetzt 7 Jahre lang brav dass abführen was Sie verdienen oberhalb der Pfändungsgrenze dann wird ihnen der Rest erlassen.
Sie dürfen aber in den 7 Jahren keine neuen Schulden anhäufen. Dann ist das ganze Verfahren hinfällig.

Sie werden also alles versuchen brav die laufende Miete zu zahlen damit Sie in 7 Jahren wieder frei "leben" können.

Ich würde Sie aber auf jeden Fall mal deutlich darauf ansprechen.

PS: Wo findet man im Netz denn mal soeben beim surfen dass jemand insolvent ist?
09.05.2007, 15:10 von Eli
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Danke euch für die schnellen Antworten!

Vom Makler wurde eine Selbstauskunft angefordert.
Hier haben die Mieter angegeben: ich/wir haben weder eine eidesstattliche Verischerung abgegeben, noch läuft ein ähnliches Verfahren gegen mich/uns (wurde ausgefüllt am 13.03.)

Ob durch den Makler eine Bonitätsprüfung vorgenommen wurde, kann ich momentan nicht sagen. Habe zwar vorhin nach meiner "Entdeckung" gleich dort angerufen und warte auf Rückruf der zuständigen Maklerin.

Noch zur Info: es handelt sich um eine DHH - Kaltmiete 500€
09.05.2007, 15:00 von Kasperkopf
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Hallo Eli,

fand denn im Vorfeld eine Bonitätsprüfung statt? Haben die Mieter eine Selbstauskunft ausgefüllt und hier vielleicht bewusst fehlerhafte Angaben gemacht? Was sagt denn der vermittelnde Makler dazu? Wie groß und teuer ist die Wohnung? So, dass sie notfalls auch von Hartz IV bezahlt werden kann?

Eine Chance, den Mietvertrag anzufechten hast Du nur, wenn die Übergabe noch nicht stattgefunden hat!

Gruss Kasperkopf
09.05.2007, 14:58 von Mortinghale
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Gibt es da nicht eine von den Mietern ausgefüllte Selbstauskunft ?

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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