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09.03.2007, 18:54 von AnitaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Privatgrundstück kennzeichnen?
Hallo alle zusammen,

meine Frage hat zwar nichts direkt mit dem Mietrecht zu tun, trotzdem bitte ich um Eure Meinung zu meinem "Aufreger der Woche".

Unser Grundstück grenzt im hinteren Teil an einen Feldweg. Dort haben wir auch noch eine Einfahrt mit Tor. Diese Einfahrt ist vom vorderen Teil des Grundstückes, wegen der Scheune, nicht einsehbar. Tagsüber ist das Tor dieser Einfahrt zwar GEschlossen aber nicht VERschlossen.

In der Vergangenheit wollten immer mal wieder Leute über das Grundstück "spazieren".

So auch heute wieder. Naja weit wäre er nicht gekommen
Unser Sohn der das, zufällig sah, sagte dem Spaziergänger das dies ein Privatgrundstück sei und er hier nichts zu suchen hätte.

Antwort des Spaziergängers:

Es steht ja nicht da das dies ein Privatgrundstück ist.

Da fällt mir wieder der Satz von Jutetütchen

Zitat:
Ich denke mal dass Leute mit Anstand nicht auf solche Umstände hingewiesen werden müssen
ein.

Muß man ein Grundstück, trotz erkennbarer Einfriedung, auch noch "Beschildern"?

Gruß Anita
Alle 13 Antworten
12.03.2007, 10:30 von Augenroll
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@Anita:
Zitat:
Vorsicht! Freitag 17 Uhr! In Berlin gehen die Schlagbäume hoch!

Das kennen die Berliner aber von den Brandenburgern auch: Hier ist es der Einkaufs- und Vergnügungsverkehr am Wochenende: Beharrliches Verstopfen sämtlicher Rolltreppen ("Links gehen, rechts stehen!" gilt nicht mehr), röhrende tiefergelegte Kleinwagen, Fußgänger stehen an roten Ampeln (obwohl Straße frei)usw. Aber Berliner und Brandenburger verdienen einander und aneinander.

Rechtlich sehe ich das so wie prinzregent. Ein Zaun muß vorhanden sein und die Tore müssen abgeschlossen sein, sonst trifft Sie eine Mitschuld. Wer dann über den Zaun steigt, setzt sich der Notwehr des Eigentümers aus, und muß demnach mit Allem rechnen. Und das meine ich auch so, wie ich es schreibe.
11.03.2007, 08:55 von prinzregent
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Hallo Anita,

ich freue mich immer, anständige Ossis kennen zu lernen. Die gibt es mit Sicherheit, aber die anständigen sind nur leider so selten.

Ich kann Dir diese Überwachungsanlage empfehlen:

http://cgi.ebay.de/Videoueberwachung-Uberwachung-Alarmanlage-DVR-LCD-Kamera_W0QQitemZ160092825013QQihZ006QQcategoryZ28915QQcmdZViewItem

Egal wer da kommt, gerade wenns unanständige Wessis sind, die sich nicht benehmen können, auf den Bildern festgestellt wird denen das illegale Betreten schnell vergehen !

... und wenn das Berliner sind ... ist die Anlage um so wichtiger !

10.03.2007, 23:49 von Cora
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Die Richter, die solche Urteile sprechen, müssen von einem anderen Stern sein - anders kann man sich so was nicht erklären, da könnte ich ausrasten
10.03.2007, 20:02 von Sommer
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Zitat:
A - Also wenn jemand - könnte ja auch ein Bösewicht sein - durch das Tor auf mein Grundstück geht und in den Teich fällt müßte ich, als Grundstückseigentümer, dafür haften wenn der sich was bricht oder an Unterkühlung stirbt!?


Auch wenn hier die Amis gerne zitiert werden - das ist tatsächlich auch bei uns der Fall.

So hat eine Nachbarin bei mir in der Gegend ihr Grundstück mit Stacheldraht eingefriedet weil mehrfach Kinder aus dem gegenüberliegenden Auffanglager bei ihr aufs Grundstück kletterten und davon einfach nicht abzubringen waren. Gab viel Ärger; sie musste alles auf polizeiliche aAufforderung wieder entfernen weil eben Verletzungsgefahr bestand...obwohl man sich wirklich nur verletzen konnte wenn man versuchte auf das Grundstück zu gelangen.

Hier ein paar deutsche Urteile zu dem Thema:

Zitat:
Versicherungsschutz für Einbrecher!

Als Einbrecher die Wohnung ausräumten, versteckte sich der Versicherte in einem anderen Zimmer. Anschließend wollte er den Schaden bei seiner Hausratversicherung geltend machen. Konkret war dort vereinbart, dass nur bei Raub und schwerem Diebstahl gezahlt werden muss. Der Versicherte zog vor Gericht, denn natürlich zahlte die Versicherung keinen Pfennig. Das Urteil der Richter am Oberlandesgericht Frankfurt am Main: Der Versicherte ist verpflichtet, sich den Einbrechern in den Weg zu stellen – also genau das zu tun, wovor die Kripo bei Einbrüchen und Überfällen dringend warnt. Die Versicherung bekam Recht und beglich den Schaden nicht. Opfer, wehre dich gefälligst – in deiner Wohnung musst du Selbstjustiz üben, um zu deinem Recht zu kommen. Aber wehe, du spazierst vor die Tore derer, die eine komplette Stadt ruiniert haben – mit deinem Geld.

(OLG Frankfurt am Main, Az: 7 U 15/01)


Zitat:
Oberlandesgericht in Düsseldorf, Az.: 22 U 272/92: Ein Grundstückseigentümer verletzt seine Verkehrssicherungspflicht, wenn er einen Gartenteich auf seinem Grundstück unterhält und diesen Teich nicht so absichert, daß insbesondere fremde Kinder in diesen hineinfallen können. Eine sichtbare Abgrenzung des Grundstückes reicht in der Regel nicht aus, vielmehr muß eine Grundstücksabgrenzung in der Weise erfolgen, dass Kinder nicht ungehindert auf das Grundstück gelangen können. Der Teichbesitzer ist daher in der Regel verpflichtet, Sicherheitsvorkehrungen in ihm zumutbarer Weise zu tätigen.


Also Obacht!

S.
10.03.2007, 18:47 von Anita
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Hallo prinzeregent,

Leute aus dem Ort sind das nicht. Das steht fest.
Die 3 Hansels kennen wir. Zumindest vom Sehen.

Ich meine auch das das keine Frage von "Ossi oder Wessi" ist.
Einfach nur eine Frage des Anstandes.

Mir, einem waschechten Ossi, würde nie nimmer einfallen ein Grundstück/Haus zu betreten, auch wenn alle Türen offen stehen.

Wir haben hier einen etwas bösen Spruch:

Vorsicht! Freitag 17 Uhr! In Berlin gehen die Schlagbäume hoch!

Also um eine gewisse Beschilderung - das liebe ich an Deutschland - werde ich wohl nicht drum rum kommen.

Gruß Anita
10.03.2007, 17:55 von prinzregent
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Hallo Anita, ich habe das gleiche Problem. Im Osten gibt es sehr wenig Achtung vor Privatbesitz. ( Ich bilde mir ein im Westen ist das anders )

Ich bin ja nicht weit von dir und habe auch oft seltsamen Besuch mit komischen Ausreden. Da bleibt nur noch ein Holzzaun. Und, so die hiesige Polizei, der MUSS VERSCHLOSSEN sein.

Dir beleibt nur das verschliessen. Oder Du nimmst deine Geheimwaffe raus: die Kamera !

Bild machen und Anzeige machen bei der Polizei. Damit machst du dich beliebt bei deinen Nachbarn und die auf deinem Grund und Boden rumgelaufen sind, werden das nie wieder machen. Das ist nämlich Hausfriedensbruch und Nötigung. Das wird sehr teuer und kann im Gefängnis enden. Auf jeden Fall vorbestraft.

Stell Dir vor, Dir legt wer was auf dein Grundstück ? Drogen ? Dann haftest Du.
10.03.2007, 17:50 von Anita
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Danke Euch allen für die - zum Teil spaßigen - Antworten.

Ich werde am Montag Schilder besorgen bzw. anfertigen lassen.

Achtung Privatgrundstück
Achtung Hund
Achtung Teich mit Wasser und Piranjas
Achtung herumliegende Harke und anderes Werkzeug
Achtung freilaufende Menschen usw. usw.


Hab ich was vergessen?

Spaß beiseite. Schild 1 und 2 werde anbringen. In der Hoffnung das künftige Spaziergänger auch lesen können.

Gruß Anita

10.03.2007, 15:48 von Cora
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Hallo

bei solchen Urteilen kann man ja nur noch den Kopf schütteln:
diese Amis - einfach

Ich würde - um micht zumindest etwas abzusichern - ein Schild aufstellen: Achtung

Ist man zwar trotzdem nicht 100% aus dem Schneider wenn ein ungebetener Besucher gebissen wird, aber man kann ihm zumindest eine Mitschuld anlasten.

Jeder Depp darf das Grundstück betreten, aber du und dein Hund dürfen ihn nicht beissen

Gruß
10.03.2007, 11:50 von Susanne
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Jaja, darüber diskutieren wir immer, wenn solche verrückten Geschichten im Fernsehen gezeigt werden.
Ich sage dann immer nur: Land of the Free.....ein Hohn, oder?

10.03.2007, 09:46 von peter98
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Hallo Anita,

zum Glück gibt es ja in Deutschland noch nicht so verrückte Gerichtsurteile wie in den USA sonst würden deine Vermutungen wohl noch in den Schatten gestellt werden .

Anbei ein paar Kostproben .

Zitat:
Jerry Williams, Akansas, verdiente 14.500 Dollar zuzüglich Arztkosten, nachdem er vom Hund des Nachbarn gebissen worden war. Der Hund war innerhalb der eingezäunten benachbarten Liegenschaft angekettet.
(Die Summe fiel nicht so hoch aus wie erhofft, weil das Gericht anerkannte, dass der Hund vielleicht ein klein wenig provoziert war durch die Tatsache, dass Mr. Williams mit einem Schrotgewehr auf ihn schoss..)


Zitat:
Terence Dickson aus Bristol/Pennsylvanien versuchte das Haus, das er soeben beraubt hatte, durch die Garage zu verlassen. Es gelang ihm jedoch nicht, die Garagentür zu öffnen. Ins Haus kam er ebenfalls nicht mehr, da die Verbindungstür zur Garage ins Schloss gefallen war. Mr. Dickson musste 8 Tage in der Garage ausharren, denn der Hausbesitzer war im Urlaub. Er ernährte sich von einem Kasten Pepsi-Cola und einer großen Tüte Hundefutter. Das Gericht sprach ihm wegen der erlittenen seelischen Grausamkeiten 500.000,- USD Schadenersatz zu.


Zitat:
Im November 2000 kaufte Mr. Grazinski ein brandneues Motor Home der Marke Winnebago von 10 m Länge. Als er nach erfolgtem Kauf des Vehikels auf der Heimfahrt war, beschleunigte er auf der Autobahn auf 110 km/Std. und verliess den Fahrersitz, um sich hinten in der Kabine einen Kaffee zuzubereiten. Natürlich geriet das Motor Home über den Strassenrand hinaus und drehte sich mehrere Male um sich selbst.
Mr Grazinski verklagte Winnebago, da die Firma im Handbuch des Fahrzeuges nicht ausdrücklich darauf verwiesen hatte, man dürfe während der Fahrt das Steuer nicht verlassen, um sich einen Kaffee zuzubereiten.
Er erhielt 1,75 Mio. Dollar zugesprochen zuzüglich ein neues Motor Home.
(Winnebago brachte in der Folge eine solche Ergänzung in ihr Handbuch ein, für den Fall, dass weitere Idioten ihre Fahrzeuge erwerben sollten)
09.03.2007, 22:04 von Anita
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@Melanie

Warnschild wegen dem Hund OK! Das könnte auch schon reichen

@Sommer
A - Also wenn jemand - könnte ja auch ein Bösewicht sein - durch das Tor auf mein Grundstück geht und in den Teich fällt müßte ich, als Grundstückseigentümer, dafür haften wenn der sich was bricht oder an Unterkühlung stirbt!?

Ich spinne den Faden mal weiter.

B - Wohnungstür/Haustür. Nicht ABgeschlossen. Bösewicht öffnet sie von außen und fällt über den Staubsauger - bricht sich Bein oder Hand.

Im Fall A würde der "Bösewicht" eine evtl. Klage auf Schmerzensgeld gewinnen weil kein Schild "Vorsicht Teich" vorhanden war.

Im Fall B wäre es Hausfriedensbruch und der Bösewicht bekommt kein Schmerzensgeld.

Verstehe ich das richtig?

Gruß Anita


09.03.2007, 20:32 von Sommer
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Hihi, gute Frage - erstmal würde ich sagen, nein, weil eben Zaun drumrum. Aber selbst das schützt nicht vor dem Betreten wenn die Tür nicht verschlossen ist. Ich denke da an Urteile, nach denen Teichbesitzer z.B. für Unfälle haften mussten obwohl sich der Teich auf einem eingezäunten Grundstück befand...selbst dann war der nicht aus der Haftung raus.

Würde also raten, zumindest das Tor zu verschließen. Eine Beschilderung ist eine zusätzliche Absicherung aber m.E. nicht rechtlich vorgeschrieben sofern erkennbar ist, daß das Betreten nicht zulässig ist. Ein unverschlossenes Tor ist dann natürlich durchaus einladend.

S.
09.03.2007, 20:30 von Melanie
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Hi,
ich denke das es Probleme geben könnte wenn der Hund einen "verirrten" Spaziergänger beißen würde!
Zumindest ein Hundewarnschild sollte schon am Tor sein!
LG Melanie
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