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12.09.2007, 22:32 von CaraProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Nutzung des Eigentums durch Tochter
Hallo,
ich bin neu hier und möchte gern eine Frage loswerden und hoffe sehr auf Antworten.
Mein Mann und ich sind getrennt und wollen nun auch die räumliche Trennung vollziehen. Da wir unser Haus aus verschiedenen Gründen zur Zeit nicht verkaufen können, wollen wir es unserer Tochter und ihrem Mann quasi mietfrei überlassen. 'Quasi' bedeutet, dass sie nur die reinen Kosten für das Haus übernehmen sollen.
Hat jemand Erfahrung mit solch einem Modell und kann mir weiterhelfen, was zu berücksichtigen ist und wie das Finanzamt dazu steht?
Herzliche Grüße,
Cara
Alle 15 Antworten
14.09.2007, 07:23 von taxpert
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nass01 liegt (teilweise) falsch! Es müssen nicht bestimmte %-Sätze versteuert werden! Die sogenannte "Nutzungswertbesteuerung" ist schon lange tot.

A B E R:

Beträgt die vereinnahmte Miete weniger als 56% der ortsüblichen Miete, dann werden auch die anfallenden Werbungskosten (AfA, Schuldzinsen, etc.) nur im Rahmen dieses %-Satzes zum Abzug zugelassen!

Beträgt die vereinnahmte Miete weniger als 75% der ortsüblichen Miete wird das FA prüfen ob sich auf grund der Konstelation ein Totalüberschuß der Einnahmen über die Werbungskosten auf Grund einer 10-jährigen Prognose ergibt! Eine etwaige Wertsteigerung der Immobilie bleibt dabei aussen vor (wäre ja auch nicht steuerpflichtig!)

Bei Vertägen zwischen nahen Angehörigen schaut das FA ganz genau hin! Es solte daher alles einem Fremdvergleich standhalten! Sprich: Miete tatsächlich fließen lassen (am besten unbar!), Nebenkostenabrechnungen erstellen und zahlen (lassen), ggf. Mieterhöhungen als Anpassung an ortsübliche Miete durchführen.

B e v o r man hier auf gut Glück etwas macht was später nicht anerkannt wird, sollte das Geld in eine Beratung bei einem Steuerberater investiert werden. Was nutzen mir heute 100 gesparte € wenn ich in ein paar Jahren wegen Fehlern mehrere tausend € Steurn nachzahlen muss?

Übrigens: Bei einer unentgeltlichen Überlassung (Tochter trägt nur "eigene" Kosten) interessiert sich das FA garnicht dafür, es kann aber auch steuerlich nichts geltend gemacht werden.

taxpert
13.09.2007, 21:41 von nass01
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Vermietung an Angehörige bedeutet auch, dass 75% der ortsüblichen Kaltmiete versteuert werden müssen!!!!

Eine Erbverzichterklärung der Söhne würde ich auch für richtig halten und intern würde ich eine Unterhaltszahlung vereinbaren.

13.09.2007, 21:21 von Cara
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Ich danke euch ganz herzlich für eure Antworten und eure Hilfsbereitschaft...merke schon, Steuerberater wäre wohl wirklich gut! Und ich hab auch keine schlechten Erfahrungen mit dem Finanzamt gemacht, das könnte auch ein Weg sein, auf jeden Fall billiger.
Vielleicht kommt ja noch ein guter Geist und schenkt mir die perfekte Antwort Aber ihr habt mir schon weiter geholfen, liebe Grüße,
Cara
13.09.2007, 14:13 von Cora
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Zitat:
Das heisst also, wenn ich mir nur die reinen Kosten erstatten lasse, sprich die Nebenkosten durch die Tochter bezahlt werden, dann gilt das nicht als Miete?



mir geistert da irgend etwas im Kopf herum von einer Mindestmiete für Angehörige...deshalb wäre mein Rat: Steuerberater fragen oder direkt beim Finanzamt, denn Unmenschen sind das auch nicht.
13.09.2007, 07:45 von Irm
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Guten Morgen
Also ich würde an die Tochter vermieten,wenn sich das irgendwie mit der Trennung vom Mann vereinbaren lässt.
Ich hatte auch an meine Tochter vermietet,man sollte da keine innerfamiliären Skrupel haben.
Meerschweinchen gestresste Irm
13.09.2007, 07:20 von Dernie
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@Cara:

Keinen Anwalt (zumindest nicht ausschließlich), sondern einen Steuerberater!

Hier können diverse Fallen lauern!!!!! Zum Beispiel könnte es sein, daß plötzlich Eltern/Geschwister für Verwandte ersten Grades finanziell aufkommen müssen oder, oder, oder... .
Schenkungen können z.B. "von Amts wegen" rückgängig gemacht werden.

Gruß,
Dernie
12.09.2007, 23:31 von Coba
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eine alternative wäre (für die beiden söhne) auch eine notarielle erbverzichtserklärung.

wenn den beiden söhnen klar ist, dass sie tochter das eigentum nicht nur bekommt, sondern auch die aktuellen kosten(erhalt + bank) trägt. und somit ein kompletter verlust (scheidung, verkauf, etc) abzuwenden ist.

durch einen ebverzicht erlischt das gesetzliche pflichtteil im fall der fälle; immer rtsam, wenn im vorfeld beriets übergaben erfolgen.
12.09.2007, 23:12 von Lise
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Hallo Cara,

dann währe an deine Tochter richtig zu vermieten evtl. auch eine alternative.
Aber da kennen sich andere im Forum besser mit aus. Ein stichwort ist z. B. Abschreibung usw.

Dann können auch deine Söhne später nicht sagen:...die hat aber schon was gekriegt...

Aber weiter kenne ich mich noch nicht damit aus.

Viele Grüße

Lise
12.09.2007, 23:08 von Cara
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Das heisst also, wenn ich mir nur die reinen Kosten erstatten lasse, sprich die Nebenkosten durch die Tochter bezahlt werden, dann gilt das nicht als Miete?
Vielleicht wäre es doch sinnvoll, noch einmal wegen der ganzen Angelegenheit eine anwaltliche Beratung in Anspruch zu nehmen, oder?
Ich warte mal ab, vielleicht gibts noch mehr nette und kompetente user hier im Forum, freue mich wirklich, dass ich schon so zügig Antworten bekam!
Erst einmal ganz liebe Grüße und eine gute Nacht wünsch ich euch,
cara
12.09.2007, 23:08 von Lilibeth
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Zitat:
Ein Sohn ist zur zeit Hartz4 Empfänger, der andere bekommt Sozialhilfe auf Grund einer Erkrankung, deswegen können/wollen wir auch nicht verkaufen




oh, dann schaut die ganze Sache glaube ich doch schon etwas anders aus.

Dann warten wir lieber mal Antworten ab von Mitglieder die sich damit besser auskennen .
12.09.2007, 23:05 von Lilibeth
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Zitat:
hast Du Dir schonmal Gedanken über eine Schenkung gemacht?




das wäre keine schlechte Idee. Weiss nur nicht wie hoch die Schenkung sein darf ohne das das Finanzamt davon was haben will.

Es gibt auch die Möglichkeit der Teilübertragung. Das geht glaube ich alle 10 Jahre z.B. 50.ooo €

Also wenn Sie keine Miete verlangen , haben sie auch kein Einkommen und brauchen nichts zu versteuern.

12.09.2007, 23:03 von Cara
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Hallo Lise,
diesen Vorschlag bekam ich vor einer Woche von einem Arzt hatte vorher noch nie drüber nachgedacht. Wir kennen uns damit nicht so aus, denn wir haben noch 2 Söhne, denen wir natürlich ihr späteres Erbe auch nicht vorenthalten wollen. Und unsere Tochter will sich nicht festlegen, indem sie das Haus übernimmt, weil sie nicht alt werden möchte in diesem Ort.
Ein Sohn ist zur zeit Hartz4 Empfänger, der andere bekommt Sozialhilfe auf Grund einer Erkrankung, deswegen können/wollen wir auch nicht verkaufen
12.09.2007, 22:57 von Lise
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Hallo Cara,

hast Du Dir schonmal Gedanken über eine Schenkung gemacht?

Wenn es nur die eine Tochter gibt, dann dürfte das kein Problem geben.

Es sei denn Ihr habt noch andere Gründe gemeinsame Besitzer des Hauses zu bleiben.

Nur so als Alternatividee.

Viele Grüße

Lise

12.09.2007, 22:55 von Cara
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Oh, hallo Lilibeth,
das ist nett, so schnell eine Antwort zu bekommen
Nebenkosten meinen wir natürlich auch plus die (nicht mehr so hohen) Raten für den Kredit, den wir für's Haus abzahlen. Wir müssen ja auch dann die Kosten für die zukünftigen 2 Mietwohnungen rechnen. Genau haben wir das noch nicht besprochen. Das mit den Reparaturen wäre auch ein interessanter Aspekt.
Wir sind zwar seit mehr als 20 Jahren Eigentümer des Hauses, aber in Vermietungsdingen absolute Neulinge!

12.09.2007, 22:47 von Lilibeth
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Zitat:
wollen wir es unserer Tochter und ihrem Mann quasi mietfrei überlassen


das dürfen Sie ja auch .

Auch wir wohnen bei unseren Eltern mietfrei und zahlen dafür alle Nebenkosten und Reparaturen .

Wir haben mit dem Finanzamt nichts zu tun. Das dürfte bei Ihnen auch der Fall sein.

Zitat:
dass sie nur die reinen Kosten für das Haus übernehmen sollen


welche Kosten sind damit gemeint??
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