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16.05.2007, 11:57 von JollyJumperProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Neuvermietung bei Privatinsolvenz
Habt Ihr bei einer Bewerbung für ein Wohnung schon mal jemanden dabei gehabt bei dem möglicherweise eine Privatinsovenz ansteht?
Bitte um Beurteilung des folgenden Schverhaltes.

Wohnungbesichtgung wurde durchgeführt und zur Bewerbung die folgenden Unterlagen angfordert (@CMAX_65, Danke für Deinen letzten Thread!)
1. Kopie Personalausweis
2. Mieterselbstauskunft.
3. Vermieterbescheinigung.
4. 3 Gehaltsnachweise/Rentenbescheinigungen der letzten Monate.
5. Schufa – Selbstauskunft.

Als erste wurden von einem Bewerber Mieterselbstauskunft + erweiterte Erklärung und Gehaltsnachweise geliefert.
Der Hinweis dass (wie auch auf Gehaltsnachweisen zu sehen) ein Abzug sprich Lohnpfändung läuft wurde gegeben und auch eine ausgiebige Erklätung dafür gegeben! Privatinsolvenz steht nach Aussage in 2008 an!
Weitere Unterlagen sollen nachgeliefert werden!

Objektiv betrachte wäre die Wohnung für die betreffende Person finanzierbar.
Anstellung im Öfentlichen Dienst (die mit den Schicken grünen Uniformen!!!), Gehalt (unter Berücksichtigung der vorliegenden Pfändung) ausreichend.
Ansonsten auch sympatisch (aber dass sind sie ja zunächst alle!)

Manko eben Pfändung + anstehende Privatinsolvenz
Wie ist das zu bewerten, wie würdet ihr dass bwewerten.
Kenne mich mit dieser Materie nicht aus, weil ich so einen Fall noch nicht hatte!

Gruß JollyJumper
Alle 19 Antworten
16.05.2007, 18:32 von Jutetuetchen
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Zitat:
Das geht bestimmt gut - wahrscheinlich besser als mit so manch einem notorischen Nörgler ohne Insolvenz



da hast Du Recht. Zumal diese Frau auch wirklich gleich mit offenen Karten gespielt hat und das finde ich lobenswert.

LG

16.05.2007, 18:14 von maralena1970
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Zitat:
Alleinerziehende Mutter mit Kind
Schulden durch Bürschaft für Kindsvater und jetzt als Person mit "höherem Einkommen" permanenter Adressat für die Bank.



Das geht bestimmt gut - wahrscheinlich besser als mit so manch einem notorischen Nörgler ohne Insolvenz

Frage mich nur, wie man aus so einer Bürgschafts-Geschichte wieder rauskommen will - durch das Inso-Verfahren? Aber das wird die arme Frau schon nach endlosen Schuldenberatungen wissen...

Man kann echt in beschissene Situationen geraten, ohne was dazu getan zu haben - ausser Vertrauen zu den falschen Leuten...

Wenn einer so ehrlich ist, hätte ich keine Bedenken.

Gruß
Mara

16.05.2007, 18:04 von Jutetuetchen
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Zitat:
Ja das mit der Zahlungsmoral ist leider wahr, aber wem das nicht gefällt, der sollte ruhig ein gutes Vorbild sein:
Sie haben ja als Vermieter und Unternehmer auch so einige Rechnungen zu begleichen. Wie lange lassen Sie sich denn so Zeit mit dem bezahlen?


Finanzielle Verpflichtungen (egal ob VM,Mieter, Unternehmer, Angestellter, Arbeitsloser,Rentner usw.) haben immer Vorrang und müssen als erstes gezahlt werden - was dann übrig bleibt ist zum Leben.
16.05.2007, 17:31 von Cora
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Hallo

meine Meinung zum Thema:

hatte auch einen Mieter, der PI anmelden musste, wurde dann aber H IV und ist ausgezogen.

Wenn Mutter und Kind nach der PI genug Geld bleibt um problemlos die Miete zu zahlen, würde ich die Mieterin nehmen, denn - wie schon gesagt - neue Schulden = PI futsch.

Gruß
16.05.2007, 17:08 von Augenroll
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@Jutetütchen:
Zitat:
Oh da können wir auch ein Lied von singen - zwar haben wir mit dem Vermieten seit einiger Zeit keinerlei Probleme mehr (und trotzdem vorher schon einige Euros verloren), sind auch im Baugewerbe tätig und können auch über die Zahlungsmoral einiger Kunden ein Liedchen singen und die Aussenstände können einem auch ganz schnell das "Genickt" brechen. Ist wirklich schon ganz schön schlimm geworden mit der Zahlungsmoral.



Ja das mit der Zahlungsmoral ist leider wahr, aber wem das nicht gefällt, der sollte ruhig ein gutes Vorbild sein:
Sie haben ja als Vermieter und Unternehmer auch so einige Rechnungen zu begleichen. Wie lange lassen Sie sich denn so Zeit mit dem bezahlen?
16.05.2007, 16:58 von charivarin
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Von Interesse kann sein:

www.insolvenzbekanntmachungen.de

Ich weiß, dass in diesem Fall die Information vom Mieter selbst bereits vorliegt, passt aber gerade gut hier her.

LG Chari
16.05.2007, 16:27 von Jutetuetchen
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Hallo Zaunkönig,

lieb von Dir dass Du den Verlauf der InsO nochmal hier zum Thema hast "einstreuen" lassen.

Ich dneke auch man sollte der Mieterin mit ihrem Kind die Chance geben - wie ich auch schon oben geschrieben habe.

Sicher sein kann man sich bei keinem - in die InsO rutschen kann jedem anderen auch passieren auch langjährigen Mietern und auch Vermietern.

@Jollyjumper:

hast Recht man verliert wirklich sehr schnell zur Zeit die Übersicht vorallem weiss man bei vielen Themen gar nicht mehr ab welcher Seite es wieder lesenswerte und verwendbare Beiträge gibt .... da geht leider schnell mal eine Information die wichtig ist verloren bzw. wird überlesen

Schau mal hier zu dem Theam Insolvenz :

1. Privatinsolvenz von CMAX gestartet (nochmals lieben Dank an ihn ! Letzter Beitrag 10.05.2007

2. Privatinsolvenz neue Mieter von Eli gestartet (letzter Beitrag 13.05.2007)

ich hoffe es hilft Dir auch ein bisschen weiter.

@Prinzregent:

Zitat:
Es wird halt immer schwieriger mit dem vermieten ... weil die Zahlungsmoral sinkt. Aber vorgestern war ein Fensterbauer bei mir. Seine Aussenstände sind genauso hoch und die Probleme sind die gleichen.


Oh da können wir auch ein Lied von singen - zwar haben wir mit dem Vermieten seit einiger Zeit keinerlei Probleme mehr (und trotzdem vorher schon einige Euros verloren), sind auch im Baugewerbe tätig und können auch über die Zahlungsmoral einiger Kunden ein Liedchen singen und die Aussenstände können einem auch ganz schnell das "Genickt" brechen. Ist wirklich schon ganz schön schlimm geworden mit der Zahlungsmoral.

LG und einen schönen Vatertag

16.05.2007, 15:34 von zaunkoenig
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Hallo,

um hier mal ein paar fehlgelaufene Gedanken bezüglich der Verbraucherinsolvenz (bitte nicht Privatinsolvenz) wieder auf die richtige Spur zu bringen.

Ein Verbraucher meldet Insolvenz an. Kann er nur, wenn er vorher bei einer Schuldnerberatung gewesen ist.

Sinn der Aktion mit der Schuldnerberatung ist das erstellen eines "Sanierungskonzepts". Sprich, es werden alle Verbindlichkeiten festgestellt, die laufenden Zahlungsverpflichtungen und diese dann den Einnahmen gegenübergestellt.

Alles was verzichtbar ist, wird abgestossen.
Laufende Verpflichtungen (z.B. Miete) werden selbstverständlich weiterhin gezahlt. Es könnte gegebenenfalls das Ansinnen erfolgen, die Miete zu senken.

Von dem, was noch über bleibt (Einnahmen ./. notw. Ausgaben), wird ein quotale Aufteilung an die Gläubiger vorgenommen, die bis zum Eröffnungstag der Verbraucherinsolvenz noch übrig sind.
Denn bei der Verbraucherinsolvenz wird jeder Gläubiger darüber unterrichtet und muss nun seinen Anspruch erneuern.
Weiterhin wird versucht einen Total- oder Teilverzicht bei den Gläubigern zu erreichen, um den Schuldenstand zu minimieren.

Es besteht also nur dann ein Ausfallrisiko, wenn Mietzahlungen aufgelaufen sind und nun Insolvenz angemeldet wird, denn dann stellt man sich gleichberechtigt in die Zahl der Gläubiger.
Andererseits besteht ein Ausfallrisiko, wenn die Einnahmen insgesamt nicht für die Miete reichen, weil z.B. kein regelmäßiges Einkommen vorliegt oder Ersatzleistungen bezogen werden.

Und hier in diesem Fall bin ich recht sicher, dass die Mama mit Kind reichlich Verantwortung übernimmt und alles dafür tun wird, sich und ihr Kind zu versorgen und den Blödsinn mit der Bürgschaft vom Hals zu bekommen.

16.05.2007, 15:06 von Augenroll
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Zitat:
Bin zwar auch eifrieger Mitleser hier aber bei dem ganzen Müll den man seit Jahresanfang hier findet verliert man leicht die Übersicht....


Na denn machen Sie doch noch mehr Threads auf, die parallel gleiche Themen behandeln.
16.05.2007, 15:02 von johanni
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Hallo Jumper,

die Privatinsolvenz macht nur Sinn, wenn in diesem Zeitraum, sprich 6 jahre der Wohlverhaltensphase keine neuen Schulden gemacht werden. Erst dann ist dieses verfahren von Erfolg gekrönt, sprich es werden die Sculden erlassen.

Somit dürfte die Mieterin ein ureigenes Interesse daran haben, ihre Mietzahlungen pünktlich zu leisten.

Lg Johanni
16.05.2007, 14:51 von JollyJumper
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@Jutetuetchen
Zitat:
wir hatten ja in den letzten Tagen schon hitzige Diskussionen zu diesem Thema

Kannst Du mir der Einfachheit halber mal posten welchen Thread Du meinst.
Bin zwar auch eifrieger Mitleser hier aber bei dem ganzen Müll den man seit Jahresanfang hier findet verliert man leicht die Übersicht....

Danke JollyJumper

@Jutetuetchen Korrektur!!!
Habs gefunden, Sie meinen "Privatinsolvenz neue Mieter" Oder?
16.05.2007, 14:30 von prinzregent
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Die Konstellation ist so:

Wenn Mama die Miete zahlen W I L L hast du kein Problem. Stellt die gute Mama ihre Mietzahlung ein hast du keine!!juristische Handhabe je an dein Geld zu kommen.

Am besten eine Münze werfen:
Kopf: die Mieten werden bezahlt
Zahl: du verlierst 10.000 Euro an einer Räumungsklage.
16.05.2007, 14:26 von JollyJumper
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Die Kostelletion gem. Schilderung ist halt so:
Alleinerziehende Mutter mit Kind
Schulden durch Bürschaft für Kindsvater und jetzt als Person mit "höherem Einkommen" permanenter Adressat für die Bank.
Miete (Brutto/Warm) liegt bei 28 % des Gesamteinkommens incl. Kindergeld(Pfändung bereis abgezogen!)und ist damit in Ordnung denke ich.
Pfändung ist wie bereits erwähnt schon aus aus dem Gehaltsnachweis ersichtlich! Schufa liegt noch nicht vor!
Was mich halt unsicher macht ist ob/wie sich eine Privatinsolvenz möglicherweise auf die Solvenz verschlechternd auswirken kann!

Zitat:
macht der Bewerber den Eindruck dass er seinen Job loswerden möchte

Nein! Ist gem Selbstauskunft langjähriege Mitarbeiterin. Soetwas gibt man denke ich nicht auf.
Es sei denn man wollte alles krachenlassen !!!

Gruß JollyJumper
16.05.2007, 14:25 von prinzregent
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Zitat:
wenn man im öffentlichen Dienst beschäftigt ist


komisch, mit denen hatte ich auch den meisten Ärger. Dabei sind deren Löhne netto = brutto. Aber diese Menschen leben oft übehalb ihrer Verhältnisse und nehmen Kredite über Kredite auf.

Es wird halt immer schwieriger mit dem vermieten ... weil die Zahlungsmoral sinkt. Aber vorgestern war ein Fensterbauer bei mir. Seine Aussenstände sind genauso hoch und die Probleme sind die gleichen.

@ cmax
Zitat:
dass mit offenen Karten gespielt wird

ein Mieter der nicht ungefragt über seine Schulden Auskunft gibt, macht sich strafbar. vgl. StgB
16.05.2007, 13:39 von CMAX_65
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Hallo,

Zitat:
(@CMAX_65, Danke für Deinen letzten Thread!)


...bedanke mich ebenfalls, dann war es ja nicht für die Katz`

Also, habe zwar nur wenig Erfahrung mit "Privatinsolvenzler" finde aber bemerkenswert, dass mit offenen Karten gespielt wird seitens des M.

Wenn Relation verbleibendes Einkommen mit Warmmietbelastung in Ordnung ist (ca. 1/3 bis max 40% des verfügbaren Nettoeinkommens) und sonstige Umstände nicht dagegen sprechen finde ich der M hat eine Chance verdient !

Ist immer schwierig aus "der Ferne" zu beurteilen, aber es hört sich plausibel an und wenn die Sympathie stimmt, warum nicht !

Wie sind denn die Schulden entstanden, dass würde mich als VM interessieren ???

Ich würde eventuell mal bei HuG nachfragen, ob die Erfahrung damit (Privatinsolvenzler) haben. Möglicherweise können die noch Tipps geben ??? Was ist zu prüfen ???

MFG
16.05.2007, 13:16 von ceyda
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Hallo,
ich habe auch eine Mieterin die im Privatinsolvenz ist sie wohnt schon drei Jahre bei uns zahlt Ihre Miete immer pünktlich hatte noch nie probleme gehabt.

LG Ceyda
16.05.2007, 12:31 von Jutetuetchen
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Zitat:
Lohnpfändung und Verbraucherinsolvenz sind schnell mal da. Gerade auch, wenn man im öffentlichen Dienst beschäftigt ist, wo die Gehaltszahlungen in der Mehrzahl der Fälle unterdurchschnittlich sind.
Da heiratet man, kauft ein Haus, geht wegen des Schichtdienstes im Streit auseinander und muss verkaufen. Und auf der Restschuld bleibt man sitzen, weil der Verkaufserlös das Darlehen nicht deckt.



Jawoll und es ist ja nun mal auch so dass es wirklich alle Schichten treffen kann.

LG
16.05.2007, 12:20 von zaunkoenig
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Hallo,

macht der Bewerber den Eindruck dass er seinen Job loswerden möchte?

Vermutlich nicht. Daher sehe ich auch keine allzugroßen Bedenken gegenüber dem Bewerber. Denn beim Einmietbetrug muss er mit berufsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Polizei hat nicht gerne Mitarbeiter in ihren Reihen, die sich selbst nicht an die Bindungswirkung von Gesetzen halten.

Lohnpfändung und Verbraucherinsolvenz sind schnell mal da. Gerade auch, wenn man im öffentlichen Dienst beschäftigt ist, wo die Gehaltszahlungen in der Mehrzahl der Fälle unterdurchschnittlich sind.
Da heiratet man, kauft ein Haus, geht wegen des Schichtdienstes im Streit auseinander und muss verkaufen. Und auf der Restschuld bleibt man sitzen, weil der Verkaufserlös das Darlehen nicht deckt.

16.05.2007, 12:14 von Jutetuetchen
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Hallo,

wir hatten ja in den letzten Tagen schon hitzige Diskussionen zu diesem Thema - ich weiss nicht ob Du Dir dass schon alles durchgelesen hast.

Ich würde diese Leute als Mieterlies nehmen (sie haben bisher mit offenen Karten gespielt) und Du schreibst ja dass die Miete trotz Pfändungen bezahlbar ist.

Vielleicht wäre noch zu überlegen ob evtl. auch im Falles des Falles Hartz die Miete zahlen würde falls sie ihre Arbeit verlieren würden (was wir jetzt aber nicht voraussetzen wollen).

Kautionszahlung würde ich auf jeden Fall verlangen

LG


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