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27.02.2008, 14:24 von BellaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Neues Gesetz bei Wohungswechsel?
Vielen Dank schon mal für die Antworten bezüglich meiner Frage von gestern. Ich habe mich auch nochmal mit der Baugenossenschaft in Verbindung gesetzt und nun habe ich auch schon die nächste Frage:

Die Genossenschaft meinte ich müsse die Wohnung, wie es im Vetrag steht (von 2000) vollständig renoviert übergeben, das hieße auch, die Wände weiß streichen.
Nun hab ich hier und da mal gelesen, dass dem nicht mehr so sei!? Weiß da jemand Bescheid, oder kann mir da jemand ggf. auch einen entsprechenden Link setzen? Die Wände in der Wohnung sind momentan nicht weiß, sondern farbig.
Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen, und ich bedanke mich hierfür schon mal!!!

Alle 9 Antworten
03.03.2008, 08:51 von Susanne
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Beim Auszug muss der Mieter bei der Farbgestaltung Geschmacksgrenzen einhalten. Farben, wie zum Beispiel Türkis, Lila, Schwarz und Rot, sind unzulässig. Gefordert ist ein neutraler Anstrich (LG Berlin 64 S 213/94, GE 95, 249).

Der Mieter kann durch allgemeine Geschäftsbedingungen (Mietvertragsklausel) nicht verpflichtet werden, vor Rückgabe der Wohnung alle Räume weiß zu streichen. Die Farbgestaltung ist grundsätzlich Sache des Mieters. Etwas anderes gilt nur bei exzentrischer Farbwahl. Hellblau marmoriert ist nicht exzentrisch (LG Lübeck 14 S 221/00 WM 2001, 261).
03.03.2008, 08:16 von JollyJumper
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@ FM_24
Urteile habe ich gerade auch nicht parat, allerdings auch schon mal selbst mit mäßigen Erfolg gesucht.
Vielleicht haben ein paar andere User hier noch etwas parat oder selbst noch mal googlen.

Mit dem Stichwort Knallfarben findet man aber nur einige allgem. Beiträge.
Grundsätzlich ist es aber eben so, dass nicht nur ein weißer Anstrich zulässig ist, sonder in den einschlägigen Artikeln beschrieben ist dass Pastelltöne auch im zulässigen Bereich liegen.
Ich denke dass es hier eine ganze Reihe von Urteilen von unterster Gerichtsebene (Amtsgericht) geben dürfte. In wie weit diese bei einem AG im anderen Gerichtsbezirk oder bei anderer Farbkonstellation bestand hatte ist immer offen!

Gruß JJ
03.03.2008, 07:30 von FM_24
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@ JollyJumper

Sie schreiben:
Hellblau vielleich auch noch hellorange könnten möglicherweise noch als akzeptabel durchgehen!
rot und gelb aber mit Sicherheit nicht. Hier ist ein akzeptabler Zustand wieder herzustellen!

Gibt es da irgendwo Urteile zu? Wo steht das mit den akzeptablen Farben? Ist immer gut zu wissen wo man das nachlesen kann.

Ich habe schon Mietwohnungen gesehen, da wurde einfach direkt auf den Putz die Farbe aufgetragen.....

Danke schön
27.02.2008, 15:22 von JollyJumper
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Zitat:
Schönheitsreparaturen sind spätesten nach:
....
Das sind Starre Fristen, wenn es nicht im Nebensatz irgentwo noch relativiert wird.
Damit wären zunächst keine Schönheitsreparaturen durchzuführen, gem. jüngsten BGB Urteil!

Zitat:
Ach ja, meine Räume, sind seh verschieden, eins rot, eins gelb, ein hellblau, eins hellorange...

Hellblau vielleich auch noch hellorange könnten möglicherweise noch als akzeptabel durchgehen!
rot und gelb aber mit Sicherheit nicht. Hier ist ein akzeptabler Zustand wieder herzustellen!

Gruß JJ
27.02.2008, 15:22 von Ruhrpoettin
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Also wenn dort ganz starre Fristen drinstehen, musst du nicht renovieren, weil der Verschleiß der Mieter sehr verschieden sein kann. Wenn die Fristen nach Zustand und ungefähr festgelegt sind, dann musst du es tun. Extreme Farbgebungen müssen beseitigt werden, denn sie könnten potenzielle Nachmieter abschrecken. Das ist mein Kenntnisstand. Dazu lief auch gestern noch eine Rundfunksendung.
27.02.2008, 15:09 von Bella
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Ui vielen Dank erstmal!!

In dem Dauernutzungsvertrag steht folgendes:

Schönheitsreparaturen sind fachgerecht auszuführen, sie umfassen, ... Tapezieren,... Streichen..

Schönheitsreparaturen sind spätesten nach:
3 Jahren Küchen, Bädern, Duchen
5 Jahren Wohn, Schlafräume, Toiletten
7 Jahren Nebenräume

Mieter ist für die Schönheitsrep. beweispflichtigt...

Nach Beendigung des Nutzungsverhältnisses ist die überlassene Wohnung in ordnungsgemäßem Zustand zu übergeben...

Hat das Mitglied Änderungen in der Wohung vorgenommen, so hat es den ursprünglichen Zustand wieerherzustellen...
.... Hat das Mitglied Schönheitsrep. übernommen, so sind diese rechtzeitig vor Beendigung nachzuholen...

... tja, ich finde das hört sich so an als müsse ich streichen, oder???

Ach ja, meine Räume, sind seh verschieden, eins rot, eins gelb, ein hellblau, eins hellorange...

Vielen Dank für die Hilfe!!
27.02.2008, 15:08 von Endu
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Das ist alles Spekulation solange der genaue Text nicht vorliegt.
27.02.2008, 14:55 von Ulrich
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Bei Wohnungsgenossenschaften ist es wahrscheinlich, dass diese einen Mustermietvertrag des Gesamtverbandes der Wohnungswirtschaft verwenden. Und die waren schon seit Menschengedenken hinsichtlich der Schönheitsreparaturen so formuliert, dass sie die BGH-Rechtsprechung unbeschadet überstanden haben (keine "starren" Fristen usw.).
27.02.2008, 14:48 von Endu
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Also da ist zu unterscheiden, einmal was sagt dein Vertrag bzgl. Schönheitsreparaturen bzw. wie ist diese Klausel genau formuliert. Zweitens betrifft das weiss streichen nicht unbedingt die Schönheitsreparaturen sondern die Behebung einer "Beschädigung" durch dich, bzw. durch die farbigen Wände. Dazu müsste man mal erfahren welche Farben genau an der Wand ist. Pastelltöne gelten als akzeptabel. Grelle Farbtöne müssten entfernt werden. Hierzu gibt es auch jede Menge Urteile.

Fürs Renovieren bist du eh nicht zuständig das ist VM-Sache. Es könnte höchstens möglich sein, dass du Schönheitreparaturen durchführen musst. Allerdings muss dies entsprechend auf dich im Mietvertrag übertragen sein. Bei so einem alten Mietvertrag wie ihn du hast ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross dass die Klausel für die Schönheitsreparaturen nicht mehr gültig ist. Dazu müsste man aber den genauen Wortlaut dieser Klausel kennen.
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