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17.02.2006, 17:43 von InesVotavaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|neuer Mietvertrag
Hallo!
Ich möchte mein Haus jetzt neu vermieten und beim Abschluss des Vertrages nicht wieder den gleichen Fehler machen. Wenn ich dem Mieter die Einzugsrenovierung selbst überlasse, was sollte dann im Mietvertrag stehen, damit mir der Mieter bei eventuellem Auszug das Haus nicht einfach so überlassen kann wie er will?
Muß ich bei der Gartenpflege jedes einzelne Detail einbringen? Neigen Mieter dazu einen Garten zu ruinieren? Ich denke immer, wer einen Garten sucht, mag ihn auch pflegen.
Wer kann mir außerdem sagen, was unbedingt im Vertrag stehen muss, wenn ich diverse Einrichtungsgegenstände und Elektrogeräte zum Gebrauch überlasse?

Danke im Voraus.
Alle 6 Antworten
17.02.2006, 23:46 von tiak_1
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hallo Anita...
...erstmal zum Garten...Bauerngarten...kann auch heissen das im ganzen Garten die Brennesseln einen Meter hoch und der (Rasen) drei Ärsche hoch steht. Ich schreibe in den Mietverträgen...der Rasen muß von Mai bis Oktober einmal wöchentlich gemäht werden...das ist während der Wachstumszeit.
Beim renovieren schreibe ich...die Wohnung muß (gekalkt)das heißt weiße Raumfarbe...zurückgegeben werden.
Habe gerade eine (Hundertwasser) Wohnung...totaler Pop-Anstrich zurückbekommen. Die Treppe grellblau...das Wohnzimmer... abartig...bunt und der Keller...(Grufti)schwarz. Wenn du sowas willst...dann bitte.
Übrigens...meine weißen Wohnungen kommen bei neuen Mietern immer gut an...da dürfen die Kinder sogar an den Wänden malen...und beim Auszug kostets nur nen Eimer Wandfarbe.
mfG tiak
17.02.2006, 21:21 von Anita
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Hallo Ines,

ich habe 2 "Bibeln"

1. den "Praxis-Berater" für private Wohnungsvermieter mit CD-Rom. Findest Du bei www.vermieternetz.de
Anschaffungpreis ca. 43 Euro. Auf die Neuerungen verzichte ich allerdings. Kosten jeweils (alle 3 Monate) um die 30 Euro!

2. Ein Broschüre mit Namen "Die zweite Miete". Da steht (fast) alles zum Thema Betriebs-/Nebenkosten drin. Übrigens von einem Mieterbund herausgegeben. www.mieterbund.de. Kostet 5 Euro.

Ja und da ja die Bibel bekanntlich so oder so ausgelegt/interpretiert werden kann frage ich eben immer mal hier in dem tollen Forum nach.

Gruß Anita
17.02.2006, 20:58 von InesVotava
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Hallo Anita!
Danke für die vielen guten Tips. Das zu vermietende Haus wurde 5 Jahre nicht renoviert, insofern ist es notwendig. Allerdings haben sich alle Interessenten bisher für eine eigene Renovierung ausgesprochen, da sie ein wenig Farbe an die Wände haben möchten. Ich kann das verstehen, denn Einheitsweiß ist auch nicht mein Fall.
Ja und mit dem Garten möchte ich es lieber auch weitgehendst den Mietern überlassen, Bauergarten wäre okay, paßt zum Fachwerkhaus. Ich denke dann sollte es wohl reichen grobe Regelungen zu treffen, wie mal Rasen mähen, Teich pflegen und Sträucher beschneiden.

Ich merke immer wieder, wie viel ich noch nicht weiß. Wo lest Ihr Euch alle das Wissen an, außer hier im Forum?

Grüße Ines
17.02.2006, 20:08 von Anita
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Beachte:
Zitat:
Hat der Mieter eine nicht renovierte Wohnung übernommen und sich vertraglich zur Durchführung einer Anfangsrenovierung verpflichtet, so verlängern sich die normalerweise einzuhaltenden Regel-Renovierungsfristen einmalig von 3 auf 6 bzw. von 5 auf 10 Jahre sowie von 7 auf 14 Jahre, sofern der Mieter die Anfangsrenovierung auch tatsächlich entsprechend der vertraglichen Vereinbarung handwerksgerecht durchgeführt hat. Werden nur Teile der Mietsache in der in Satz 1 genannten Weise vom Mieter übernommen, so gilt die Fristverlängerung nur für diese Teile.

Heißt:
in Küche, Bad, WC bzw. Dusche erstmalig 6 Jahre nach Einzug dann alle 3 Jahre
in Wohn- und Schlafräumen, Fluren, Dielen, Toiletten erstmalig 10 Jahre nach Einzug dann alle 5 Jahre
in allen anderen Nebenräumen erstmalig 14 Jahre nach Einzug dann alle 7 Jahre
bei Heizkörpern, Heizrohren, Türen, Fenstern erstmalig 14 Jahre nach Einzug dann alle 7 Jahre


Also überlege gut ob Du im Mietvertrag schreibst "Wohnung/Haus unrenoviert"
17.02.2006, 18:53 von Anita
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hier ein Vorschlag zur Formulierung im Mietvertrag. Egal wie der Mieter die Wohnung übernimt.

Zitat:
Schönheitsreparaturen
1. Da in der Miete keine Kosten für Schönheitsreparaturen einkalkuliert sind, hat der Mieter während der Dauer des Mietverhältnisses die Schönheitsreparaturen auf seine Kosten auszuführen.
Es gehören zu den Schönheitsreparaturen: Das Entfernen alter Tapeten, Tapezieren und Anstreichen der Wände und Decken innerhalb der Wohnung, das Streichen der Heizkörper und Heizrohre sowie anderer Versorgungsleitungen, der Innentüren, der Fenster (auch Doppelfenster und Vorfenster von innen) und Außentüren von innen sowie der übrigen Holzteile.
1. a) Streichen der Heizkörper und Heizrohre sowie anderer Versorgungsleitungen, der Innentüren, der Fenster (auch Doppelfenster und Vorfenster von innen) und Außentüren von innen sowie der übrigen Holzteile. Nach Absprache mit dem Vermieter*.
2. Diese Schönheitsreparaturen hat der Mieter nach Zweck, Art und Benutzung der Mieträume dann auszuführen, wenn das Aussehen der Räume mehr als nur unerheblich durch den Gebrauch beeinträchtigt ist. Dies ist im Allgemeinen nach folgenden Zeitabständen - Regel-Renovierungsfristen - der Fall:
in Küche, Bad, WC bzw. Dusche
alle 3 Jahre,
in Wohn- und Schlafräumen, Fluren, Dielen, Toiletten
alle 5 Jahre,
in allen anderen Nebenräumen
alle 7 Jahre,
bei Heizkörpern, Heizrohren, Türen, Fenstern
alle 7 Jahre.
Die Regel-Renovierungsfristen beginnen frühestens mit dem Einzug des Mieters zu laufen. Sie beginnen jeweils wieder von neuem zu laufen für die einzelnen Räume, in denen der Mieter Renovierungsarbeiten fachgerecht durchgeführt hat.
3. Die Arbeiten müssen in fachmännischer Qualitätsarbeit - handwerksgerecht - ausgeführt werden. Das Holzwerk darf nur weiß oder cremefarbig gestrichen werden, Naturholz nur transparent oder lasiert. Heizkörper und Heizrohre sind weiß zu streichen. Der Anstrich an Decken und Wänden hat in Weiß oder in einem anderen neutralen Farbton zu erfolgen. Die Verwendung anderer Farben bedarf der Genehmigung des Vermieters, ebenso die Anbringung besonderer Wanddekorationen und schwerer Tapeten.
4. Hat der Mieter eine nicht renovierte Wohnung übernommen und sich vertraglich zur Durchführung einer Anfangsrenovierung verpflichtet, so verlängern sich die in Ziffer 2 genannten normalerweise einzuhaltenden Regel-Renovierungsfristen einmalig von 3 auf 6 bzw. von 5 auf 10 Jahre sowie von 7 auf 14 Jahre, sofern der Mieter die Anfangsrenovierung auch tatsächlich entsprechend der vertraglichen Vereinbarung handwerksgerecht durchgeführt hat. Werden nur Teile der Mietsache in der in Satz 1 genannten Weise vom Mieter übernommen, so gilt die Fristverlängerung nur für diese Teile.
5. Endet das Mietverhältnis nach nach Ablauf der Regel-Renovierungsfristen, so ist der Mieter verpflichtet, bei Beendigung die fälligen und erforderlichen Schönheitsreparaturen auszuführen. Dem Mieter obliegt der Beweis, dass die erforderlichen Schönheitsreparaturen fachmännisch und innerhalb der Regel-Renovierungsfristen durchgeführt worden sind.
6. Endet das Mietverhältnis vor vor Ablauf der Regel-Renovierungsfristen, so ist der Mieter verpflichtet, die anteiligen Kosten für die bis dahin im allgemeinen angefallenen und erforderlichen Schönheitsreparaturen aufgrund eines Kostenvoranschlags eines vom Vermieter auszuwählenden Malerfachbetriebs an den Vermieter nach folgender Maßgabe zu zahlen:
Wenn die Schönheitsreparaturen seit Beginn des Mietverhältnisses oder seit einer späteren Vornahme länger zurückliegen als:
bei Küche, Bad: bei allen anderen Wohnräumen: bei allen Nebenräumen:
6 Monate mit 20 % 6 Monate mit 10 % 9 Monate mit 10 %
10 Monate mit 30 % 12 Monate mit 20 % 18 Monate mit 20 %
14 Monate mit 40 % 18 Monate mit 30 % 26 Monate mit 30 %
18 Monate mit 50 % 24 Monate mit 40 % 34 Monate mit 40 %
22 Monate mit 60 % 30 Monate mit 50 % 42 Monate mit 50 %
26 Monate mit 70 % 36 Monate mit 60 % 51 Monate mit 60 %
30 Monate mit 80 % 42 Monate mit 70 % 59 Monate mit 70 %
34 Monate mit 90 % 48 Monate mit 80 % 68 Monate mit 80 %
54 Monate mit 90 % 76 Monate mit 90 %
7. Weist der Mieter binnen 2 Wochen nach Zugang dieses Voranschlags durch den Voranschlag eines anderen Malerfachbetriebs für die gleichen Arbeiten einen geringeren Kostenaufwand nach, so ist dieser maßgebend, es sei denn, dass dieser Handwerker die Ausführung der Arbeiten ablehnt.
8. Weist der Mieter nach, dass der tatsächliche Abnutzungsgrad der Mietsache geringer ist als der prozentual ermittelte, gilt dieser für die Berechnung der Abgeltung.
9. Der Mieter kann sich von dieser anteiligen Verpflichtung dadurch befreien, indem er vor dem Ende des Mietverhältnisses die erforderlichen Schönheitsreparaturen in fachmännischer Qualitätsarbeit selbst durchführt. Bei durchgeführter Anfangsrenovierung durch den Mieter gemäß Ziffer 4 verdoppeln sich die vorgenannten Zeiträume einmalig.
10. Unberührt bleiben etwa weitergehende Ansprüche des Vermieters wegen Verzugsschadens. Den Anspruch auf Geldersatz hat der Vermieter auch dann, wenn die für den Mieter bei Vertragsende fällig gewordenen Schönheitsreparaturen deshalb nicht zur Durchführung kommen können, weil der Vermieter in den Mieträumen bauliche Veränderungen vornimmt und deshalb die zuvor vom Mieter ausgeführten Schönheitsreparaturen wieder zerstört würden.
11. Das Recht des Mieters, den Umfang der erforderlichen Schönheitsreparaturen im Einzelnen darzulegen, bleibt unberührt.
12. Die vorstehenden Ziffern sind nicht anwendbar, sofern und soweit die Vertragsschließenden eine andere individuelle Vereinbarung ausgehandelt und schriftlich in § 21 festgehalten haben.

* Da kann seitens des Mieters viel falsch gemacht, sprich vers..t werden. Also vorher absprechen oder lieber selbst (Vermieter) machen bzw. lassen.


17.02.2006, 18:21 von Anita
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Hallo Ines,

ist denn das Haus wirklich renovierungsbedürftig oder gefällt dem Mieter nur die Tapete/Farbe nicht?

Ich würde in jedem Fall unter Schönheitsreparaturen die sog. Fristen aufführen und die anteiligen Schönheitsreparaturen.

Von Garten"pflege/nutzung" hat jeder seine eigenen, manchmal komischen, Vorstellungen. Ich selbst liebe die sog. Bauerngärten, wo auch schon mal was wild wächst/wuchert. In meinem Rasen dürfen auch Gänseblümchen und Löwenzahn wachsen.
Da dem Mieter irgendwelche "Regeln/Vorschriften" machen wird schwierig sein.

Gruß Anita
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