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26.03.2005, 11:11 von believerProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Nebenkostenabrechnung
Hallo,

habe eine Frage bzgl. der folgendne Thematik:

Mein Wohnhaus sowie die Mietwohnung werden mit Öl und teilweise mit Holz geheizt. Es gibt aber durch die nicht vorhandenen baulichen Gegebenheiten, keine Möglichkeit die Mietwohnung seperat zu heizen dh. alle in der Wohnung lebenden Personen hängen an dem gleichen Brenner der die Wohnungen gleichmäßig mit Wärme speist.
Wie kann ich dennoch die Nebenkosten angemessen bzw. gerecht berechnen ?
Was gibt es für Möglichekeiten hinsichtlich technischer Messgeräte, welche die genutzte Energie der einzelnen Mietparteien aufzeichnet ?
Alle 2 Antworten
27.03.2005, 19:21 von volker
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Hallo believer,

wie ich_bins bereits gepostet, hat die Heizkosten-Verordnung Vorrang vor rechtsgeschäftlichen Bestimmungen.

Den Vorrang gibt es nicht bei Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, wenn der Vermieter eine davon selbst bewohnt. Trotzdem muss mit dem Mieter eine Vereinbarung darüber getroffen werden, wie die Heizkosten abgerechnet werden sollen.

Fehlt eine solche Vereinbarung, sind die Heizkosten in der Kaltmiete enthalten.
27.03.2005, 12:57 von ich_bins
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Hallo believer,

die kostengünstigste Lösung für eine verbauchsabhängige Erfassung der Heizkosten ist die
Verwendung von Verdunsterröhrchen.

Im allgemeinen gilt:

1. Grundsatz

Sobald zwei oder mehr Wohnungen von einer Heizungsanlage versorgt werden, ist der
Vermieter verpflichtet, verbrauchsabhängig abzurechnen. Dazu muss er alle Räume mit
Erfassungsgeräten bzw. alle Heizkörper mit Heizkostenverteilern (z.B. Verdunster) ausrüsten.
Dies gilt auch für solche Räume, die zur Zeit nicht betrieben werden können (AG Tettnang WuM 89, 193).

Die Heizkostenverordnung und damit die verbrauchsabhängige Abrechnung ist zwingend,
d.h., auch im Mietvertrag kann nichts anderes vereinbart werden. Daraus folgt, dass
sowohl Warmmietverträge (bei denen die Heizkosten in der Miete enthalten sind), als auch
Heizkostenpauschalen (bei denen der Mieter monatlich einen bestimmten Betrag zahlt,
über den aber nicht mehr abgerechnet wird) unzulässig sind.

2. Ausnahmen

Ausnahmen von der HeizkV werden in folgenden Fällen gemacht:

a) wenn die Verbrauchserfassung technisch nicht möglich oder unwirtschaftlich ist (BGH WuM 91, 282),

b) wenn Mieter den Wärmeverbrauch nicht beeinflussen können (gilt nur für Wohnungen bis
Baujahr 1981, im Osten Baujahr 1990),

c) in Alters- und Pflegeheimen, Studenten- und Lehrlingsheimen etc. ,

d) wenn besonders energiesparende Heizungsanlagen betrieben werden,

e) wenn die zuständige Landesbehörde eine Ausnahme zulässt,

f) wenn Vermieter und Mieter zusammen in einem Zweifamilienhaus wohnen.

Da Sie in Ihrem Fall unter die Ausnahme f) fallen, können Sie die Kosten nach m² - Wohnfläche
oder nach m³ - umbauten Raumes (bei stark abweichenden Zimmerhöhen) abrechnen.

Achtung:
in der Berechnung müssen auch solche Räume mit abgerechnet werden, die nicht zur Wohnung
direkt gehören, aber mit beheizt werden wie z.B. Treppenhäuser, Abstellkammern, Trockenräume u.s.w.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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