> zur Übersicht Forum
04.02.2007, 22:10 von m_wagnerProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Nebenkostenabrechnung
Hallo,

ich bin zwar hier "von der anderen Seite", aber ich würde mich über Meinungen bzw. Hilfe freuen.

Ich habe eine kleine private Sportschule, für die ich vom 1999 bis Ende 2006 Räume gemietet hatte; jetzt sind wir in einem Sportstudio zur Untermiete.

mein ehem. Vermieter hat mir die NK-Abrechung am 01.02. zukommen lassen, mit einer Nachzahlung von ca. 2000 €. Dies ist ähnlich wie im letzten Jahr. Er hat jetzt der Verrechnung mit der Kaution zugestimmt, allerdings nicht einer möglichen Ratenzahlung wie in den vergangenen Jahren (OK, war auch nur eine Anfrage).

Zwei Fragen:

1. er setzt mir ein Zahlungsziel zum 10.02. (das ist für mich viel zu schnell, da ich die Schule nur nebenberuflich betreibe und privates Geld nachlegen muss). Ich habe gelesen, dass 30 tage die Regel (GESETZLICH???) sind bzw. eine "angemessene Frist" - die bei der Summe doch sicher merh als 10 tage sind?

2. Ende Mai und Juni konnten wir keinen Unterricht geben, da ein Sturm das Dach abgedeckt hatte und unsere Matten "schwammen". Seine Versicherung hat den uns entstandenen Schaden nicht gezahlt. Aber wir konnten die Miete um die nicht nutzbare Zeit (1 1/3 Monate) im Konsens kürzen - er hat das auch erstattet bekommen. Die Nebenkosten sollen wir aber auch für die zeit zahlen, in der wir die Räume nicht nutzen konnten. Das finde ich nicht korrekt.

Ich bitte um Antworten...

Vielen Dank

Michael Wagner
Alle 9 Antworten
05.02.2007, 00:09 von m_wagner
Profil ansehen
Mach ich gerne! :-)
05.02.2007, 00:04 von MarieP
Profil ansehen
Hallo Michael

sag wie es ausgegangen ist.

Viel Glück
05.02.2007, 00:01 von m_wagner
Profil ansehen
Hallo Marie,

ich hoffe und denke auch, dass dies ohne Mahnverfahren oder ähnliches zu Ende geht. Wenn ich das Geld hier liegen hätte, würde ich es auch morgen überweisen :-)

Danke nochmal, ich glaube, du hast mir wirklich geholfen.

Viele Grüße

Michael
04.02.2007, 23:48 von MarieP
Profil ansehen
Hallo Michael

Zitat:
Allerdings ist der zweite Punkt offen, dass mit den Nebenkosten für den nicht nutzbaren Zeitraum


Hier solltest du schon auf Korrektur der Abrechnung bestehen.

Zitat:
Wenn mein Vermieter dieses Argument einfach nicht annehmen will und z.B. auch auf Zahlung der Gesamtsumme bis zum 10.02. besteht, was dann?



Dann muss er mahnen ggf. das Mahnverfahren einleiten.
Die Kosten werden für dich höher -aber zum Schluß kommt wieder eine Ratenzahlung raus. Was sollte er davon haben?
Ruhig miteinander reden.

04.02.2007, 23:41 von m_wagner
Profil ansehen
Hallo Marie,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich habe meinem Ex-Vermieter bereits ein Fax gesandt, in dem ich ihm mitgeteilt habe, dass das Zahlungsziel normalerweise 30 Tage ist und ich dann auch zahlen kann. Ich habe nicht gewußt, dass eine solche Forderung umgehend zu begleichen ist. ich habe aber in einem netten Ton geschrieben. Ich denke wir können uns auf eine Zahlung bis 01.03. einigen. Allerdings ist der zweite Punkt offen, dass mit den Nebenkosten für den nicht nutzbaren Zeitraum. Wenn mein Vermieter dieses Argument einfach nicht annehmen will und z.B. auch auf Zahlung der Gesamtsumme bis zum 10.02. besteht, was dann?

Gruss
m.
04.02.2007, 23:31 von MarieP
Profil ansehen
Hallo

die Nachzahlung aus der Betriebskostenabrechnung wird fällig sobald die eine für den Laien nachprüfbare und nachvollziehbare Abrechnung zu gestellt wird.
Also wenn die Abrechung o.k. ist - musst du zahlen.
Zahlst du nicht geräts du nach 30 Tagen in Zahlungsverzug.

Zitat:
Man kann doch nicht erwarten, dass jemand in 10 tagen 2000 € zahlt.


Zitat:
Das mit der Nicht-Anpassung kam mir entgegen, da es für mich schwieriger war, monatlich mehr zu zahlen (war ja nur eine kleine Nebenbeschäftigung mit zu wenig "Zahlern") als eine größere Summe in z.B. drei Raten (Bonuszahlung aus Jauptbeschäftigung etc.)


Zitat:
mein ehem. Vermieter hat mir die NK-Abrechung am 01.02. zukommen lassen, mit einer Nachzahlung von ca. 2000 €. Dies ist ähnlich wie im letzten Jahr


damit war und ist dir aber bewußt, dass du mit einer höheren Nachzahlung rechnen muss.
Dein ehem. VM ist das ganze Jahr für dich in Vorausleistung getreten.

BGB
§ 286
Verzug des Schuldners
1 Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug. Der Mahnung stehen die Erhebung der Klage auf die Leistung sowie die Zustellung eines Mahnbescheids im Mahnverfahren gleich.

2 Der Mahnung bedarf es nicht, wenn

1. für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist,
2. der Leistung ein Ereignis vorauszugehen hat und eine angemessene Zeit für die Leistung in der Weise bestimmt ist, dass sie sich von dem Ereignis an nach dem Kalender berechnen lässt,
3. der Schuldner die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert,
4. aus besonderen Gründen unter Abwägung der beiderseitigen Interessen der sofortige Eintritt des Verzugs gerechtfertigt ist.

3 Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist. Wenn der Zeitpunkt des Zugangs der Rechnung oder Zahlungsaufstellung unsicher ist, kommt der Schuldner, der nicht Verbraucher ist, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Empfang der Gegenleistung in Verzug.

4 Der Schuldner kommt nicht in Verzug, solange die Leistung infolge eines Umstands unterbleibt, den er nicht zu vertreten hat.

-----
Versuch nochmal nach Abzug Kaution inkl. Zinsen abzgl. Kontoauflösung über eine angemessene Ratenzahlung zu reden.
04.02.2007, 23:07 von m_wagner
Profil ansehen
@MarieP

Danke übrigens für die Antwort (sorry, bin ein Stoffel!)
04.02.2007, 23:04 von m_wagner
Profil ansehen
Das mit der Nicht-Anpassung kam mir entgegen, da es für mich schwieriger war, monatlich mehr zu zahlen (war ja nur eine kleine Nebenbeschäftigung mit zu wenig "Zahlern") als eine größere Summe in z.B. drei Raten (Bonuszahlung aus Jauptbeschäftigung etc.)

Was heißt denn das nun mit den 30 Tagen? Man kann doch nicht erwarten, dass jemand in 10 tagen 2000 € zahlt. Ist der zahlungseingang beim vermieter mit dem 30.Tag in Ordnung?

Ich will ja nicht "nicht" zahlen, aber eine angemessene Frist zur Begleichung ist doch üblich?
04.02.2007, 22:53 von MarieP
Profil ansehen
Hallo

Zitat:
2. Ende Mai und Juni konnten wir keinen Unterricht geben, da ein Sturm das Dach abgedeckt hatte und unsere Matten "schwammen". Seine Versicherung hat den uns entstandenen Schaden nicht gezahlt. Aber wir konnten die Miete um die nicht nutzbare Zeit (1 1/3 Monate) im Konsens kürzen - er hat das auch erstattet bekommen. Die Nebenkosten sollen wir aber auch für die zeit zahlen, in der wir die Räume nicht nutzen konnten. Das finde ich nicht korrekt.



Wenn die Räume in der Zeit nicht nutzbar waren, bedeutet das eine 100% Mietminderung auch Nebenkosten.
Sollte dies in der Betriebskostenabrechnung nicht berücksichtig sein - mit dem VM mindestens reden.

Zitat:
1. er setzt mir ein Zahlungsziel zum 10.02. (das ist für mich viel zu schnell, da ich die Schule nur nebenberuflich betreibe und privates Geld nachlegen muss). Ich habe gelesen, dass 30 tage die Regel (GESETZLICH???) sind bzw. eine "angemessene Frist" - die bei der Summe doch sicher merh als 10 tage sind?



Hier bestimmt § 271 BGB, dass der Gläubiger die Leistung sofort verlangen kann. Der Schuldner – hier Mieter – muss somit seine Nachzahlung sofort erbringen, wenn nichts anderes vereinbart ist.
Bei dem Betriebskosten-Nachzahlungsanspruch handelt es sich um eine Geldforderung. Bei Geldforderungen kommt der Schuldner automatisch nach 30 Tagen in Verzug.

Warum wurden die monatlichen Vorauszahlungen auf Betriebskosten denn nicht angepasst.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter