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13.02.2007, 10:46 von PHILLIKAUFProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Nebenkosten bei Leerstand
Hallo Zusammen,
in einem Haus mit zwei Wohnungen gibt es nur einen Mieter im EG, die obere Wohnung ist von allen Medien getrennt, weil total sanierungsbedürftig. Bei den Nebenkosten wurden bisher Wasser Abwasser als Alleinvervbrauch auf den einzigen Mieter umgelegt, der Rest wie grundsteuer ect pro qm. Dieser Mieter hat das in den letzten Jahren in den Nebenkostenabrechnungen auch immer so akzeptiert. Hat der Mieter die Möglichkeit nun ein anderes Abrechnungssystem z.b. nach qm zu verlangen? Was meint ihr?
Alle 13 Antworten
15.02.2007, 03:59 von prinzregent
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Die Mischung von zwei Abrechnungssystemen ist in der Regel nicht zulässig. Aber entscheident ist was in DEINEM Mietvertrag steht.

Ich empfehle dir zur Sicherheit eine Wasseruhr einbauen zu lassen. Dann ist die Sache eindeutig.

Wenn ich mir vorstellen würde, im Mietvertrag würde stehen, alles wird nach qm abgerechnet. Dann müsste theoretisch oben 50% Wasser und Abwasser berechnet werden. Obwohl nur ein Mieter drin wohnt. Denn für Leerstand ist der Vermieter zuständig, wie Augenroll geschrieben hat.

Zum Glück hat dein Mieter nicht negativ reagiert. Sei also nett zu diesem Menschen !

Stell dir einfach vor, es ist minus 15 Grad, oben friert was ein, Wasser tritt aus, und der Mieter unten argumentiert: DAS zahl ich aber nicht ... schon gehts los ...

Alternativ kannst du ja oben alles abschrauben. Wenn oben KEIN Wasser abgenommen werden kann ... ist es vielleicht auch eindeutig. Wie ich sehe schreibst du: "die andere Wohnung verfügt über keine Versorgungsleitungen mehr". Dokumentiere das ( Bild, Video ) oder lass dir das von einem Handwerker bezeugen.
14.02.2007, 21:19 von Rita
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Wenn man einen Mieter wie AUGENROLL hat, würde man also noch 30 Euro für 2 Unter-Kaltwasserzähler aus dem Baumarkt investieren (plus Installierungskosten) - einmal vor die vermietete Wohnung/einmal vor die leerstehende/abgeklemmte Wohnung,
um auch dem kritischsten Mieter nachweisen zu können, dass tatsächlich nur er alleine das Wasser verbraucht hat.

Ich denke, es besteht berechtigter Anlass zur Hoffnung, dass sogar Richter vernünftiger wärenn als solche AUGENROLL-Mieter
> Es gibt's doch nicht etwa doch noch mögliche, aber noch nicht abgeklemmte Zapfstellen?

Wie die vor-Ort-Verhältnisse und wie streng bedacht auf rechtliche Formalien der verbliebene Mieter tatsächlich ist, kann aber nur PHILLIKAUF einschätzen ...
Es muss ja erst mal ein Kläger dasein, damit ein Richter entscheiden "darf".
14.02.2007, 13:30 von Augenroll
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Zitat:
Hallo Augenroll,
natürlich müssen sich alle an die Gesetzte halten, jedoch gibt es ja Grauzonen die ausgeleuchtet werden können.

Ja na klar, dass macht aber jeder aus seinem Blickwinkel. Über Grauzonen entscheiden Gerichte ja nach Tagesform.

Ich hatte nun geschrieben:
Zitat:
Als Mieter würde ich...

Was Ihr Mieter macht, kann ja auf einem ganz anderen Blatt stehen.

Niemand hier kann letztendlich Ihren Fall abschließend beurteilen. Das hier gegebene Meinungsspektrum kann stets nur als Anregung dienen.
14.02.2007, 12:30 von MarieP
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Hallo

Beim BGB 556 Absatz 3 nicht außer Acht lassen!

Abgesehen von Heizungs- und Warmwasserkosten, für welche der Abrechnungsmaßstab grds durch die §§ 7 bis 9 Heizkostenverordnung vorgeschrieben ist, richtet sich die Art der Umlage der Nebenkosten nach der im Mietvertrag getroffenen Vereinbarung. Gebräuchlich ist eine Verteilung nach erfasstem Verbrauch, erfasster Verursachung, Wohnfläche oder Personenzahl, wobei eine Kombination mehrerer Maßstäbe möglich ist. Ungeachtet einer entsprechenden Vereinbarung im Mietvertrag kann der Vermieter vor Beginn eines Abrechnungszeitraumes in Textform erklären, dass die Betriebskosten zukünftig abweichend von der getroffenen Vereinbarung ganz oder teilweise nach einem Maßstab umgelegt werden dürfen, der dem erfassten unterschiedlichen Verbrauch oder der erfassten unterschiedlichen Nutzung Rechnung trägt gem. § 556a Abs. 2 BGB. Enthält der Mietvertrag keine Regelung über den Verteilerschlüssel, müssen Betriebskosten, die von einem erfassten Verbrauch oder einer erfassten Verursachung abhängen, entsprechend dem unterschiedlichen Verbrauch oder der unterschiedlichen Verursachung abgerechnet werden. Für die übrigen Betriebskosten durfte bislang der Vermieter den Maßstab nach eigenem Ermessen festlegen. Insoweit bestimmt nunmehr § 556a Abs. 1 BGB für die nach dem 1. September 2001 endenden Abrechnungszeiträume, dass die Betriebskosten nach dem Anteil der Wohnfläche umzulegen sind.

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14.02.2007, 10:39 von PHILLIKAUF
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Hallo Augenroll,
natürlich müssen sich alle an die Gesetzte halten, jedoch gibt es ja Grauzonen die ausgeleuchtet werden können. In diesem Fall ist ja nur die eine Wohnung als Verbraucher an den Hauszähler angeschlossen, die andere Wohnung verfügt über keine Versorgungsleitungen mehr. Demnach sehe ich diesen Hauszäler als Verbrauchserfasser für die eine Wohnung an. Das selbe würde ja gelten wenn nur eine Wohnung im Haus wäre.
PHILLIKAUF
14.02.2007, 09:27 von Augenroll
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Zitat:
Und das wäre in deinen rollenden Augen gerecht? Obwohl nachweislich nur der Mieter verbraucht?

Nunja, was in meinen Augen nun gerecht ist, oder nicht tut hier jetzt lieber nichts zur Sache(Möchte keinen Spam provozieren). Es gibt jedoch eine Gesetzeslage, und an die muß sich jeder halten.

Und ich sehe hier das Problem, dass der Verbrauch eben nicht gesetzeskonform erfasst wird.
13.02.2007, 18:12 von PHILLIKAUF
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Hallo frischebrise, vielen Dank, ins bgbsollte man mal öfter reinschauen.
13.02.2007, 13:15 von frischebrise
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Hallo,
hierüber gibt doch § 556a Abs.1 SATZ 2 BGB genau Auskunft.
13.02.2007, 12:19 von PHILLIKAUF
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Bei der Berliner mieter gemeinschaft habe ich folgendes gefunden:
Eine Änderung des Verteilerschlüssels durch die Mieter/innen kann verlangt werden, aber auch nur für die zukünftige Abrechnungsperiode.

Erläuterndes Urteil:
"Widerspricht der vom Vermieter zur Betriebskostenabrechnung festgelegte und in der Vergangenheit vom Mieter unbeanstandete Verteilerschlüssel dem billigen Ermessen, kann seine dem Vermieter vertraglich gestattete Änderung vom Mieter nur für die Zukunft, nicht aber für die Vergangenheit oder den laufenden Abrechnungszeitraum verlangt werden, es sei denn, daß dem Vermieter vor Beginn der Abrechnungsperiode verläßliche Anhaltspunkte für eine sich ergebende grobe Unbilligkeit vorlagen."
(LG Düsseldorf, Urteil vom 05.07.1994 - 24 S 66/94)

Demnach müßte er den Abrechnungsschlüssel mindestens 2007 noch akzeptieren.
13.02.2007, 12:13 von PHILLIKAUF
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Und das wäre in deinen rollenden Augen gerecht? Obwohl nachweislich nur der Mieter verbraucht?
13.02.2007, 11:08 von Augenroll
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Zitat:
in diesem Fall wird meiner Meinung nach ja verbrauchsabhängig abgerechnet

Als Mieter würde ich die verbrauchsabhängige Abrechnung nur akzeptieren, wenn ein Hauszähler und 2 Wohnungszähler (einer steht dann immer auf 0) vorhanden ist.

Gibt es nur einen Hauszähler, würde ich sofort die Abrechnung nach qm-Wohnfläche verlangen.

Eine jahrelange Akzeptanz kratzt daran auch nichts, denn jede BK-Abrechnung zählt neu.
13.02.2007, 10:56 von PHILLIKAUF
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Na Augenroll, in diesem Fall wird meiner Meinung nach ja verbrauchsabhängig abgerechnet, da es ja einen Zähler und nur einen Abnehmer gibt. Wie gesagt es geht nur ums Wasser und Abwasser, alle restlichen Komponenten werden ja pro qm gerechnet, das heißt Leerstand zu meinen Kosten in bezug auf grundsteuer, Niederschlagswasser ect.
Im Mietvertrag steht nichts.
13.02.2007, 10:51 von Augenroll
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Für Leerstände kann der Mieter ja nichts, oder doch???

Wird Wasser verbrauchsabhängig abgerechnet?

Was steht im MV?

Laut Gesetz wird alles nach qm abgerechnet (es sei denn eben verbrauchabhängig). Für Leerstand kommt daher der Vermieter auf.
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