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13.08.2007, 20:17 von AnsibassiProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|nachträglicher Schallschutz?
Eine Miteigentümerin unserer WEG will durchsetzen, daß in Ihrer Wohnung nachträglich ein Schallschutz (was sie genau meint, keine Ahnung) eingebaut wird, da sich ihre Mieterin durch die Nachbarn auf der gleichen Etage in ihrer Ruhe gestört fühlt. Die Küche der einen Wohnung (wird als hauptsäch-licher Aufenthaltsraum genutzt) grenzt an das Schlafzimmer der entsprechenden Mieterin. Die Räume sind seit 1991 unverändert und diese Mieterin ist die Erste, die sich gestört fühlt. Hat die Eigentümerin irgendeine Möglichkeit, dies durchzusetzen?
Mich würden die Kosten am heftigsten treffen, da ich 67% an Miteigentumsanteilen an dem Haus habe, ich hätte allerdings 0% Nutzen von dem Ganzen, und darum will ich das ablehnen.
Danke für Eure Antworten!
Alle 12 Antworten
17.08.2007, 16:02 von Fixfeier
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Hallo,

die jeweiligen Eigentümer haben Anspruch auf Einhaltung der Schallschutzbestimmungen nach dem techn. Standart bei der Errichtung des Gebäudes, es sei denn es wurde zwischenzeitlich zu einem späteren Zeitpunkt ein dementsprechender Eingriff vorgenommen. Dann würde natürlich dieser Zeitpunkt anzunehmen sein. Wahrscheinlich gilt hier die DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise", Ausgabe November 1989, mit den zugehörigen Beiblättern 1 und 2.

Schallschutzbestandteile gehören zu den Teilen, die „nicht beseitigt werden können ... ohne dass dadurch ein ... Recht eines anderen Wohnungseigentümers über das nach § 14 zulässige Maß hinaus beeinträchtigt ... wird“. Kurz, das ist gemeinschaftliches Eigentum.

Die Berechtigung einer solchen Forderung kann man mittels entsprechender Messung durch Fachleute untersuchen lassen. Verbesserungs- und Sanierungsmaßnahmen können die gleichen Fachleute vorschlagen und die Kosten beziffern.

Besteht ein nachgewiesener Mangel, haben die Betroffenen und zwar jeder für sich alleine, einen Instandsetzungsanspruch an die übrigen Wohnungseigentümer. Besteht kein Mangel, kann die Eigentümergemeinschaft gem § 22, 2 eine Modernisierung mit qualifizierter Mehrheit beschließen oder nicht.

Gruß
17.08.2007, 14:25 von cavalier
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@Augenroll

Zitat:
Und da ich schon sehr viele Erfahrungen mit VERmietern gesammelt habe, bin ich genau hier Goldrichtig.

Richtig! Und da ich schon sehr viele Erfahrungen mit Ärzte habe gehe ich ins Arzt-Forum.
17.08.2007, 14:23 von andreasM
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Zitat:
Sehr freundlich, augentrolli, das Forum heißt Vermieternetz und du bist hier bei Vermieter/Hausverwalter und eigentlich hättest Du hier nichts zu suchen.


Eine sonderliche Frechheit ohne ihres gleichen!
Was erlauben Sie sich überhaupt?
Diese hilfreiche Forum lebt von eben solchen guten Usern!

AM
17.08.2007, 14:19 von Augenroll
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Hallo cora,

Irrtum, das Forum heißt: Forum für Vermieterfragen

Und da ich schon sehr viele Erfahrungen mit VERmietern gesammelt habe, bin ich genau hier Goldrichtig.

Beste Grüße AR
17.08.2007, 14:10 von Cora
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Zitat:
Das haben hier die meisten nicht, denn es ist ein Mietrechtsforum! WEG-Fragen gehören hier nicht her.



Sehr freundlich, augentrolli, das Forum heißt Vermieternetz und du bist hier bei Vermieter/Hausverwalter und eigentlich hättest Du hier nichts zu suchen.

16.08.2007, 23:20 von Mortinghale
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Aussen ist da, wo es regnen und schneien kann.

Das trifft hier nicht zu, sonst müßtest die Gemeinschaft ja auch das Streichen bezahlen.

16.08.2007, 23:06 von Ansibassi
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Danke für die Vorschläge, JJ!
Diese Vermieterin behauptet, daß sie die Wohnung ohne einen Lärmschutz nicht mehr vermieten kann (die jetzige Mieterin zieht aus), weil sie entweder vorher dem neuen Mieter sagt, daß es laut ist, oder er mindert ihr die Miete. Kann man wegen sowas überhaupt die Miete mindern?
Die beiden betreffenden Vermieter behaupten, daß die Trennwand zwischen beiden Wohnungen als Aussenwand zu betrachten ist, und somit alle Eigentümer betrifft. Ist das zutreffend?
Danke
14.08.2007, 10:01 von JollyJumper
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@Ansibassi zu Deiner Vermieterfrage
Zitat:
Der "Lärm" ist das Stühlerutschen und Geschirrgeräusche und Unterhaltungen.

Stühlerutschen = Körperschall
Körperschall kriegst Du in der Regel nur in Griff durch eine vollständige Schallentkopplung. Das würde bedeuten z.B. ein schwimmender Estrich in der Wohnung wo de Lärm entsteht (Kosteninteniv!).
Aber gerade diese Quitschgeräuche sind absolute Spitzenwerte, die selbst in Gebäuden, die die höhsten Anforderungen erfüllen, nicht zu verhindern sind.
Einfachere Lösung hier weicher Bodenbelag oder weiche "Puffer" (z.B. Filzpuffer) an den Stuhlfüßen.

Geschirrgeräusche und Unterhaltungen = Luftschall
Eine Verbesserung wäre möglicherweise durch den einbau einer Vorsatzschale an der Trennwand zwischen den beiden Wohnungen möglich !
Fraglich ist halt ob die Miteigentümerin hier Anspruch auf eine vebesserung hat bzw. die Kostenteilung.
Ich würde dazu tendieren, dass gilt gekauft wie besichtigt.
Gerade bei Altbauten (ist es einer?) werden die Mindestanforderungen an den Schallschutz, wie sie heute für Neubauten gelten, i.d.R. nicht/nie erreicht es sei den man hat saniert mit den explizierten Ziel hier ein Neubauniveau bzgl. Schallschutz zu erreichen.

Gruß JJ
14.08.2007, 09:33 von Augenroll
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Zitat:
Bin kein Fachmann für WEG - Fragen


Das haben hier die meisten nicht, denn es ist ein Mietrechtsforum! WEG-Fragen gehören hier nicht her.
13.08.2007, 21:56 von Ansibassi
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Der "Lärm" ist das Stühlerutschen und Geschirrgeräusche und Unterhaltungen.
Laut unserer Teilungserklärung ist es so:
1 Einheit = 1 Stimme, d.h. ich halte 6 von 9 Einheiten
Ich kann in der Eigentümerversammlung eigentlich allein entscheiden, aber ich befürchte, daß sie das gerichtlich durchdrücken möchte.
13.08.2007, 20:54 von JollyJumper
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So wie Du es schildert würden sich Schallschutzmaßnahmen (Luftschall oder Trittschall/Körperschall) meiner Ansicht nach schon im Bereich von baulichen Maßnahmen bewegen.
Zunächst müsste man aber schon klären wodurch die Belästigung verursacht wird.
Bin kein Fachmann für WEG - Fragen aber hast Du mit Deinen 67% nicht eine absolute Mehrheit in der WEG.

JJ
13.08.2007, 20:27 von Mortinghale
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Dergleichen gehört zur "Inneneinrichtung" und ist keine Angelegenheit der Eigentümergemeinschaft.

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