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03.08.2006, 11:33 von editaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Minderjähriger Erbe eines Hauses
Hallo liebe Forumnutzer
unser minderjähriger Sohn hat das Haus seines Opas geerbt.

1. Frage
müssen wir als gesetzlicher Vertreter (Eltern) mit der Einmischung des Vormundschaftsgerichtes rechnen

2. Frage

Es wohnt eine Familie als Mieter in diesem Haus, die bisher (seit 3 Jahren) so lebten als wäre diese Haus schon ihres.
Zahlen für 128 qm nur 624 € rundumsorglos Miete, sprich alles warm Opa bezahlte bisher alle Nebenkosten!!!

Im Mietvertrag steht leider, daß er den Speicher auf eigene osten ausbauen kann, es war üblich,daß er einfach in die untere Wohnung ein und ausgehen kann (leider befindet sich die komplette Heizungsanlage in der unteren Wohnung (Opa war Gas-Wasser Heizungsinstallateur!!!)

önnen wir dieser Familie normal kündigen, oder müssen wir Eigenbedarf anmelden (Gründe, wohnen selbst in einem Haus Baujahr 1902 bisher ohne Bad, älteste Tochter lebt im Anbau (Schimmer, Salpeter muß abgerissen werden, beide Söhne haben nur 1 gemeinsames Zimmer (6 und 8 Jahre), Haus muß renoviert werden, Dachsanierung, unteres Erdgeschoß komplett neue Böden, Treppenhaus (Holzwurm) usw.) Viele Infos , ich hoffe auf viele Ideen und tipps...edita
Alle 6 Antworten
04.08.2006, 11:09 von Rita
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edita - da warst du schneller - deine Frage verstehe ich allerdings nicht - ihr könnt das Haus ja derzeit nicht nutzen, weil der Mieter noch drinne ist - oder?

können wir dieser Familie normal kündigen?
Ihr müsst euch zunächst mal mit dem Gedanken vertraut machen, dass ein Vermieter grundsätzlich nur dann kündigen kann, wenn ein "berechtigender Grund" vorliegt > BGB § 573

Ausnahme: Wohnhaus mit max. 2 Wohnungen, von denen 1 der Vermieter selbst bewohnt > BGB § 573 a > kommt also erst in Frage, wenn der Vermieter=Sohn selbst in die freie Wohnung eingezogen ist.
Evtl. eine Möglichkeit, die man für später in Betracht ziehen könnte ... aber sobald beide Whngn vermietet sind, fällt diese Möglichkeit natürlich weg ...
Wie alt ist er denn?

Eine Eigenbedarfskündigung scheidet zunächst einmal aus, da ein minderjähriges Kind nicht in der Lage ist einen eigenständigen Haushalt zu führen. Insoweit kann kein Anspruch auf Eigenbedarf entstehen.
Mit Verlaub: das ist Blödsinn.

Begründeter Eigenbedarf: Der Vermieter hat ein sogenanntes berechtigtes Interesse an der Kündigung, wenn er die Wohnung für sich selbst, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt. Als Familienangehörige i.d.Sinne gelten z.B. ausdrücklich: Eltern oder Großeltern, Kinder oder Enkel, Geschwister, Lebenspartner.
Aber Vorsicht: Kündigungsberechtigt ist grundsätzlich nur der Vermieter oder dessen Bevollmächtigter/Vertreter!

z.B. mal hier nachlesen
http://www.das-rechtsportal.de/frameset.asp?url=/cms/rechtsportal/wohnung/kuendigung/5eigenbedarf

Ich sehe allerdings ein anderes Zusatz-Problem: kurze Mietzeit (3 Jahre) + Im Mietvertrag steht leider, daß er den Speicher auf eigene Kosten ausbauen kann
Das könnte als Grund für einen berechtigten Widerspruch des Mieters gegen die Kündigung angesehen werden.

Anderer Gedanke: vor der Kündigung evtl. erstmal eine Mietpreiserhöhung, um es dem Mieter nicht zu angenehm werden zu lassen ?!

Mein dringender Rat: sucht euch guten Fachanwalt, der euch auch bzgl. der Problematik Vermieter=minderjähriger Sohn beraten kann.

Auch der "Haus- und Grundbesitzerverein" bietet anwaltliche Unterstützung an - wie die ausfällt hängt aber sehr von den örtlichen Mitarbeitern ab.
http://www.haus-und-grund.net/index.phtml?PHPSESSID=b7ee8c7d82fc16ae7954c25b1968bee3&id=105

Hallo magnat, vermieterheini, und zaunkoenig,
herzlichen Dank erstmal für Eure Mitteilungen

nochmals zum Thema Eigenbedarfskündigung In unserem Fall wäre zu überlegen, daß wir quasi bis zur Volljährigkeit unseres Sohnes das Haus nutzen ist das lange genug Eigenbedarf?

liebe Grüße edita
03.08.2006, 17:47 von zaunkoenig
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@vermieterheini

tja, ist halt nur die Darstellung des rechtlichen Hintergrundes. Und kein Geld mehr zu bekommen ist in erster Linie erst einmal ein Vermögensnachteil.

Mir ist das schon klar, dass man das alles wegdiskutieren und wegbegründen kann, aber die rechtliche Problematik bleibt vom Grundsatz erst einmal vorhanden. Die Auseinandersetzung mit dem Vormundschaftspfleger erfolgt ohnehin.

Das sich die Vermietung überwiegend einfach nicht mehr rechnet ist völlig klar. Liegt aber auch daran, dass immer mehr fremdfinanziert werden muss.

03.08.2006, 15:19 von Vermieterheini1
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Nachdem die Forenbetreiber bzw. Moderatoren nicht gewillt sind Asoziale, wie Augenrolls, HaJos, usw. aus dem Forum zu schmeißen und all deren "Kotze" zu löschen müssen alle meine Beiträge unwiderbringlich gelöscht werden!
Ich kann diese Beiträge/Infos nicht wieder herstellen/einstellen!

Solange Asoziale, wie Augenrolls, HaJos, usw. im Forum sind, kann es keine Beiträge von mir geben.
03.08.2006, 12:46 von zaunkoenig
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Hallo,

Grundsätzlich müssen die Erziehungsberechtigten das Vormundschaftsgereicht über die Erbschaft informieren. Die Vermögensverwaltung wird dabei, sehr wahrscheinlich, bei den Eltern verbleiben.
Damit das Kind aber keine Nachteile erleidet, die sich aus gesetzlichen oder sonstigen Verpflichtungen ergeben, und auch keinen Vermögensverlust erleiden muss, wird vom Gericht ein Vormundschaftspfleger bestellt.
Die Eltern sind dann grundsätzlich Berichtpflichtig und müssen für einige Rechtsgeschäfte auch die Zustimmung des Vormundschaftspflegers einholen.

Kündigung und Eigenbedarfskündigung kann, siehe Ausführungen oben, nur mit Zustimmung des Vormundschaftspflegers erfolgen.

Eine Eigenbedarfskündigung scheidet zunächst einmal aus, da ein minderjähriges Kind nicht in der Lage ist einen eigenständigen Haushalt zu führen. Insoweit kann kein Anspruch auf Eigenbedarf entstehen.
Im erweiterten Sinn, kann eine Eigenbedarfskündigung durchaus möglich sein, soweit die Erziehungsberechtigten mit in das Haus einziehen und die sonstigen Voraussetzungen für eine Eigenbedarfskündigung vorliegen.

Aber, wie gesagt, das Kind hat hier einen Vermögensnachteil hinzunehmen (Miete fällt weg). Ohne Zustimmung des Vormundschaftspflegers geht hier gar nichts.

Also bitte erst zum Vormundschaftsgericht. Es muss ja vorab auch geklärt werden, ob die Erbschaft überhaupt angenommen werden kann. Eine Ausschlagung der Erbschft wird regelmäßig dann erfolgen, soweit die Lasten und Verpflichtungen aus der Erbschaft den Vermögensvorteil überschreiten.

Gruß
zaunkönig
03.08.2006, 11:42 von Magnat
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Aus meiner Sicht wird sich das Vormundschaftsgericht auf jeden Fall einmischen, da euer Sohn durch das Erbe mit Pflichten belastet wird. Ihr solltet m.E. sofort Kontakt zum Gericht aufnehmen und nachfragen.

Wegen Eigenbedarf kann Dein Sohn nur kündigen, wenn er Eigenbedarf hat. Eigenbedarfskündigungen sind enge Grenzen gesteckt. Hier hilft evtl. ein Fachanwalt.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
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