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10.01.2008, 10:28 von CMAX_65Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mietnomadenproblem
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zur Info:


Zitat:
erstellt am: 10.01.2008

Kleve
Echtes Risiko für Vermieter

Mietnomaden richten immer häufiger immer schlimmere Schäden an. Hiltrud Schoonhoven, Geschäftsführerin vom Haus- und Grundbesitzerverein Kreis Kleve, sprach gestern mit RP-Redaktionsmitglied Sina Zehrfeld über Ursachen und Folgen.

Wie viele Fälle von Mietnomadentum gibt es im Kreis Kleve?

Hiltrud Schoonhoven Im Jahr hört man sicher von 20 Fällen. Davon etwa fünf, in denen Mieter die Wohnung verwüstet zurücklassen. In den andere Fällen verschwinden Leute einfach, ohne Miete zu zahlen, nehmen ihre Sachen aber mit. Gemessen an unserer Mitgliederzahl – wir haben 780 Mitglieder – ist das viel.

Erkennen Sie eine Entwicklung?

Schoonhoven Die Zahl der Fälle steigt, weil das Angebot an Wohnungen größer geworden ist. Mietnomaden wissen, dass sie anderswo etwas Neues finden. Als wir ein ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage hatten, gab es das Problem nicht. Jetzt richtet es großen gesellschaftlichen Schaden an.

Inwiefern, abgesehen von der Schädigung der Vermieter?

Schoonhoven Die Leute beantragen zum Beispiel Wohngeld, verwenden das Geld aber nicht für die Miete. Und es gibt schon Hauseigentümer, die, wenn sie nicht darauf angewiesen sind, nach so einer Erfahrung einfach nicht mehr vermieten.

Wie können Vermieter sich schützen?

Schoonhoven Sie können vom Mietbewerber eine Selbstauskunft einholen: Bestehen Mietschulden? Wie sind die Einkommensverhältnisse? Bei jungen Leuten: Werden sie von Eltern unterstützt? Oder man kann den Mieter in seiner alten Wohnung besuchen. Sicherheit bieten auch Kaution und Bürgschaften.

Sind jüngere Leute tatsächlich eine Risikogruppe für Vermieter?

Schoonhoven Das kann man so nicht sagen. Und man kann es auch wirklich nicht am Auftreten oder an der Kleidung erkennen – früher war das noch ein Kriterium.

Quelle:
URL: http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinnord/kleve/nachrichten/kleve/519383

Zitat:
Eine Wohnung „wie eine Mülltonne“
VON SINA ZEHRFELD

Der Gestank aus der verwahrlosten Wohnung in der zweiten Etage stand bereits im Treppenhaus. Als Vermieter Udo Kempkens gestern nach der herbei gesehnten Zwangsräumung die verlassenen Räume betrat, watete er durch Unrat. „Als wenn Sie in eine Mülltonne gucken“, beschreibt er seinen Eindruck.

„Überall waren verschimmelte Essensreste, alles lag auf dem Boden verstreut. Da war ein Bett, bis oben hin vollgemüllt. Das Kinderzimmer – eine Schande.“ Spielzeug lag verstreut zwischen vergammeltem Obst und Gemüse, „das kleine Kind tut mir unendlich Leid“.

Zigtausend Euro Schaden im Jahr

So genannte „Mietnomaden“ ziehen in Wohnungen ein, zahlen keine Miete und lassen die Zimmer verdreckt und mit Gerümpel zurück. Udo Kempkens aus Kleve, Vermieter einer ganzen Reihe von Wohnungen, hat den Eindruck, dass diese Praxis zunimmt. „Das ist die elfte Wohnung in den letzten 14 Monaten, die wir so vorgefunden haben“, sagt er zum jüngsten Beispiel. „In den letzten fünf Jahren ist es extrem geworden.“ Inzwischen summiere sich der Schaden „pro Jahr auf 30 000 bis 40 000 Euro“.

Im vorliegenden Fall der 70-Quadratmeter-Wohnung in Kleve schätzt er die anfallenden Kosten alles in Allem auf 8000 bis 12 000 Euro. Die Anwalts- und Gerichtskosten, die Zwangsräumung durch den Gerichtsvollzieher, Müllentsorgung und Renovierung wird er voraussichtlich selbst bezahlen müssen. Zuvor hatte die Mieterin der Wohnung ihm etwa ein Jahr lang keinen Pfennig mehr gezahlt. Gekündigt hatte Kempkens ihr bereits vor einem halben Jahr, doch das Verfahren zog sich hin: „Man bekommt erst nach Monaten einen Gerichtstermin.“ Natürlich kann er alles bei der Schuldnerin einklagen, „aber meistens ist bei den Leuten nichts zu holen.“

Vertrauen verloren

Eigentlich habe die „Mietnomadin“ einen vernünftigen Eindruck gemacht, sagt Kempkens. Es sei also schwer, die schwarzen Schafe zu erkennen: „Man kann den Leuten nur vor den Kopf gucken.“ Auffällig sei allenfalls, dass es meist jüngere Leute seien: „Bei zwischen 18- und 30-Jährigen überlegt man sich schon, ob man eine Wohnung überhaupt vermietet.“ Neben viel Geld verliert Kempkens also auch viel Vertrauen, „und die guten Mieter sind unzufrieden“.


Quelle:
http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinnord/kleve/nachrichten/kleve/519141

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