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28.09.2005, 19:04 von motzi01Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mietnomaden
Hallo Forum,
jetzt hat`s mich auch mal wieder erwischt. Und gleich mit 2 Wohnungen. Die Mietnomaden haben zugeschlagen.
Eine Wohnung hatte ich vermietet ab 01.08.05. Ein junger Mann. Er hatte 2 Phytons, eine Kreuznatter und 2 Katzen. Davon wußte ich aber zunächst nichts. Nachbarn haben mich darauf aufmerksam gemacht. Immerhin habe ich hier die Mietsicherheit vom Sozialamt erhalten. Die Miete hat der Nomade wohl selbst eingesteckt, jedenfalls kam nichts. Die übliche Prozedur: keine Reaktion auf fristlose Kündigung.
Der Stromversorger dreht zusätzlich den Strom ab. Auch keine Reaktion, man kann als Nomade ja auf Butangas kochen und mit Kerzen die Wohnung beleuchten.
Irgendwann war er dann weg.

Die zweite Wohnung auch am 01.08. an eine Frau vermietet. Einmal Miete, dreimal die Hauptsicherung zerstört, einen Leguan, ein Chamälion, einen Waran, Fische und 3 Hunde in der Wohnung. Immerhin, die erste Rate der Mietsicherheit habe ich auch hier. OK, ich hab das Fernsehen unterbrochen und die Sache hatte sich ziemlich schnell von selbst erledigt.

Nachdem mich andere Mieter auf Gestank aus beiden Wohnungen aufmerksam gemacht und mitgeteilt hatten, daß augenscheinlich die Katzen zurück gelassen worden sind, und dann die Nachbarn den Tierschutzverein und das Veterinäramt eingeschaltet hatten, lief die Bürokratie an:
Ich erhielt Anrufe vom Veterinäramt und Tierschutzverein, man wolle in die Wohnungen und nachsehen, ob dort eventuell noch weitere Tiere zurückgelassen worden waren. Dann ging alles relativ schnell: im Beisein der Polizei sollte ich heute beide Wohnungen mit meinem Schlüssel öffnen. Und so hab ich das dann auch gemacht. Veterinäramt und Polizei gingen mit mir durch die Wohnungen und nun hab ich sie zumindest ohne Räumungsklage wieder. Zustand: chaotisch, dreckig, stinkend, tote Mäuse (Schlangenfutter) in der einen Wohnung, die andere Wohnung umgebaut wie das Schaufenster in einer Zoohandlung. Wandhohe, fest im Wohnzimmer eingebaute stinkende Glaskäfige für Reptilien, die ganze Wohnung mit Resten von Hundesch... übersäät. Gesamtschaden ca. € 5000,-

Ja, so kann es gehen. Wer die Namen der beiden Mietnomaden haben will, schickt mir bitte eine priv. Mail.


Alle 24 Antworten
13.10.2005, 15:26 von Vermieterheini1
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Nachdem die Forenbetreiber bzw. Moderatoren nicht gewillt sind Asoziale, wie Augenrolls, HaJos, usw. aus dem Forum zu schmeißen und all deren "Kotze" zu löschen müssen alle meine Beiträge unwiderbringlich gelöscht werden!
Ich kann diese Beiträge/Infos nicht wieder herstellen/einstellen!

Solange Asoziale, wie Augenrolls, HaJos, usw. im Forum sind, kann es keine Beiträge von mir geben.
05.10.2005, 22:41 von Nachtfee
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Hallo Jur Vpaz,

was wären denn nähere Informationen über meinen Nachbarn??
Ausländer, Arbeitsloser, Ökofreaky, vornehme Gesellschaft???
Grüße Nachtfee
05.10.2005, 17:58 von Tanja
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Hallo,

um konkret Benachteiligungen zu anderen Mietern zu erkennen muß Einsicht in die NK- Abrechnung vorgenommen werden, um z.Bsp. schon mal den Verteilerschlüssel des zu verrechneten Brennstoffes zu kontrollieren.
Schwärzen der Namen von Mitmietern über die man wahrscheinlich, durch das Zusammenleben, mehr weiß als der Vermieter ist natürlich ein gewaltiger Datenschutz, es wird was geschützt, das wiederum bekannt ist.
Sonst stehen keine Daten die direkt etwas über den Mieter aussagen, bei juristisch korrekten Abrechnungen zumindest.

Tanja
05.10.2005, 17:10 von Jur_Vpaz
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>Das Gericht sprach dem Mieter nach §§ 259 BGB, 29 NMV analog ein
>Einsichtsrecht in die Liste über die abgelesenen Messwerte sowie
>der Verbrauchsdaten aller Mieter zu.
>Hier will niemand ein Vertragsverhältnis eingehen(Mieter mit
>Mieter), und trotzdem besteht berechtigtes Interesse.

Das berechtigte Interesse besteht aus dem bestehendem Vertrag, bzw. hier genauer aus dem Kontrollrecht nach §§ 259 BGB, 29 NMV analog, das aus dem bestehendem Vertragsverhältniss entsteht. Allerdings wie hier bereits dargestellt, nicht an den Personendaten(dies kann ja geschwärzt werden), sondern an den Ableseergebnissen. Berechtigtes Interesse besteht nicht nur bei der Eingehung eines Vertragsverhältnisse(übrigens dort auch nur unter besonderen Voraussetzungen), dies war nur ein Ansatzpunkt unter dem der Datenschutzes bei Abfragen, ob es sich bei Personen um Mietnomaden oder Ähnliches handeln könne, die Möglichkeit eines berechtigten Interesses sehen konnte.

CP
05.10.2005, 16:56 von volker
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Hallo Tanja,

es geht vermutlich um das Urteil des AG Charlottenburg vom 03.05.2005

Wesentlich unter dem Gesichtspunkt Datenschutz ist jedoch das Zugeständnis des Gerichts:

Besonders schutzwürdige Daten darf der Vermieter unkenntlich machen.

Das bezieht sich nach meiner Kenntnis auf die Personendaten der einzelnen Mieter und auch auf die Kennzeichnung der Wohnung, wenn dadurch auf den Mieter geschlossen werden kann. Der Mieter kann also die reinen Werte wie Nummer des Heizkostenverteilers und abgelesene Verbrauchswerte dieser Verteiler erhalten.

Fragt mich jedoch nicht, was er damit anfangen kann außer einer Summenziehung für alle Verteiler und für seine Wohnung. Diese wird der Abrechner bereits durch sein EDV-Programm richtig ermittelt haben.

Ob die abgelesenen Werte richtig erfasst sind, geht aus dieser Aufstellung auch nicht hervor. Gerade dort dürften die meisten Fehler liegen.
05.10.2005, 16:05 von Tanja
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Hallo,

"Anders wäre es hier, da ja Information, die man im Rahmen des Mietvertrages erhalten hat, an andere übertragen werden sollen. Dies würde also nicht zu dem Zwecke geschehen, zu dem die Daten übergeben werden. Auch ein berechtigtes Interesse kann nur vorliegen, wenn jemand mit diesen Personen ein Vertragsverhältniss eingehen will."

Ein Berliner Mieter war mit seiner Heizkosten-Abrechnung unzufrieden. Er glaubte dem Vermieter nicht, dass sie stimmte. Anlass war die Tatsache, dass die Abrechnungsfirma von 153 Heizkörpern im Haus ausgegangen war. Tatsächlich waren es aber nur 152.

Der Mieter wollte deswegen auch einen Blick in die Heizkosten-Abrechnungen der anderen Mieter im Haus werfen.

Solange Sie dem Mieter kein Einsichtsrecht gewähren, muss er nicht zahlen

Der Vermieter weigerte sich, dem Mieter die Liste mit den einzelnen Messwerten und den Verbrauchszahlen der anderen Mieter im Haus vorzulegen. Er schob dafür datenschutzrechtliche Gründe vor.

Daraufhin weigerte sich der Mieter, die Heizkosten-Nachzahlung zu bezahlen. Der Vermieter klagte dann das Geld ein  ohne Erfolg! Solange der Vermieter dem Mieter nämlich nicht die gewünschten Daten vorlegt, sind die Nachzahlungsbeträge noch nicht fällig.

Sie müssen dem Mieter die erfassten Verbräuche der Mitmieter zeigen

Das Gericht sprach dem Mieter nach §§ 259 BGB, 29 NMV analog ein Einsichtsrecht in die Liste über die abgelesenen Messwerte sowie der Verbrauchsdaten aller Mieter zu.

Der Mieter müsse schließlich nachvollziehen können, auf welchen Einzeldaten seine Abrechnung basiert.

Um die Verteilung im Einzelnen nachvollziehen zu können, braucht er die Unterlagen. Nur so kann er sehen, wie die Einzel- bzw. die Gesamtverbrauchswerte ermittelt und zugeordnet wurden.

Hier will niemand ein Vertragsverhältnis eingehen(Mieter mit Mieter), und trotzdem besteht berechtigtes Interesse.

Da die EU die Entbürokratisierung der selbigen vorantreiben will und muß, wird der Datenschutz immer löchriger.
Warten wirs ab wies kommt.

Tanja
05.10.2005, 10:22 von Jur_Vpaz
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@ Nachtfee
Dies ist eine andere Konstellation, und zwar der Verkauf eines Gegenstandes, wo gewisse Probleme mit den Nachbarn zu den wesentlichen Eigenschaften des Gegenstandes gehören können.
Da ein Käufer des Gebäudes durch den Erwerb auch vertragsähnliche Beziehungen (Nachbarschaftsrecht/Mit-Eigentumsrecht) zu den Nachbarn eingeht, hat er das dateschutzrechtliche "berechtigte Interesse" über diese genauere Information zu erhalten. Genauso hat er einen Anspruch, vom Verkäufer über "wesentliche Eigentschaften" Information zu erhalten.
Anders wäre es hier, da ja Information, die man im Rahmen des Mietvertrages erhalten hat, an andere übertragen werden sollen. Dies würde also nicht zu dem Zwecke geschehen, zu dem die Daten übergeben werden. Auch ein berechtigtes Interesse kann nur vorliegen, wenn jemand mit diesen Personen ein Vertragsverhältniss eingehen will.
Das es Leute und auch Unternehmen gibt, dies es mit dem Datenschutz nicht sonderlich genau nehmen (imo auch Staaten, wenn ich in Richtung USA seh sehe), aber hier in Deutschland zieht der Datenschutz immer weiter an und es wird zumindest "unangenehm" für diejenigen, die es mit dem Datenschutz nicht so genau halten.
CP
03.10.2005, 17:51 von Tanja
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Hallo Nachtfee,

wie schon bereits erwähnt ist der Datenschutz löchrig wie ein schweizer Käse, und lese bitte nochmals meinen kleinen Beitrag da steht wer sich alles hinter dem Datenschutz versteckt.
Das ist kein Witz, das ist Realität, so wie es auch Mietnomaden gibt, von denen man vor 10 Jahren noch nichts gehört hat.

Tanja
03.10.2005, 16:40 von Nachtfee
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Hallo Tanja,

ich beziehe mich auf einen Satz deiner Ausführungen und auch
auf das von Vermieterheini genannte Urteil:
Verkauft einer ein Haus oder WHG so ist dieser Verkäufer ausdrücklich verpflichtet dem Käufer negatives über bsp.-weise die Nachbarn zu berichten wenn es schon dementsprechende Vorfälle gegeben hat, und zwar mit Namen und genauen Vorkommnissen!!!
Nun kommt mir natürlich auch die Frage auf: WO ist denn da
der DATENSCHUTZ?????
Zumal es ja auch nicht unbedingt am Nachbarn liegen muß sondern auf die bisherige Konstellation. Wer sagt denn, dass
der Nachbar mit dem neuen Eigentümer nicht grün sein kann???
Ich halte dieses Urteil für lächerlich.
Grüße Nachtfee
03.10.2005, 15:20 von Jur_Vpaz
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Sehr geehrter Motzi,

ihr Eigentor kann ich leider nicht sehen. Wenn Sie obige Paragraphen lesen und juristisch verstehen, entsprechen Sie meiner gemachten Aussage.
Wie bereits gesagt, es steht Ihnen frei zu tun, was Sie für richtig halten. Ich halte dies allerdings für einen Verstoß gegen das Datenschutzgesetz. (Andere Gesetze halte ich da mal bewußt außen vor.)
Wenn Sie die Gesetze anders interpretieren: Nicht mal Juristen sind sich immer einig. Ich als Jurist, der sich regelmässig mit Datenschutz beschäftigt, kann obige Gesetze aber nur so interpretieren, wie ich es in meiner Auslegung beschrieben habe...
CP
02.10.2005, 12:36 von motzi01
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Ja, Herr Jur_Vpaz,
das war ein schönes Eigentor mit den von Ihnen aufgeführten §§.
Ich stelle fest, daß Sie die von Ihnen hier eingebrachten Aussagen nicht belegen konnten.
01.10.2005, 16:13 von Tanja
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An alle,

(1) Wer eine in § 43 Abs. 2 bezeichnete vorsätzliche Handlung gegen Entgelt oder in der Absicht, sich oder einen anderen zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, begeht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§43,§44 das sind aber schöne Paragraphen, nur haben die mit diesen Dingen, die hier im wesentichen debattiert werden überhaupt nicht viel zu tun!!!
Hier werden Erfahrungen ausgetauscht, Tipps gegeben oder Erlebnisse erzählt, und da dürfen Namen ohne weiteres genannt werden, da Namen generell nicht geschützt sind. Wenn einer ein Problem mit einem Otto Müller hat darf er dies ohne weiteres erwähnen, da es sehr viele Otto Müllers gibt, wird seine derzeitige Adresse mit erwähnt wirds aber schon brenzlig.

Verkauft einer ein Haus oder WHG so ist dieser Verkäufer ausdrücklich verpflichtet dem Käufer negatives über bsp.-weise die Nachbarn zu berichten wenn es schon dementsprechende Vorfälle gegeben hat, und zwar mit Namen und genauen Vorkommnissen!!!
Außerdem wird der deutsche Datenschutz meist nur schöngeredet. Wenn ich eine Info will, bekomme ich die im Normalfall ohne weiteres bei Ämtern und Behörden am einfachsten, bei privaten Firmen wird oft rumgezickt, erscheine ich persönlich gehts dann auf einmal.

Einmal wollte ich nur etwas bestätigt haben,(Mietinteressent ist hier beschäftigt) erwartete eigentlich nur als Antwort ein ja oder nein, und was sagte die unglaublich intelligente Sekretärin, die sogar bis dahin ihren Chef bei Abwesenheit verteten durfte, sie dürfe nicht ja oder nein sagen wegen Datenschutz. Ich fragte, welche Daten die Worte ja und nein denn enthielten. Sie fing an zu stottern und erzählte nur noch wirre Dinge, vor Zeugen zum Glück.
Später als ich beim Chef die Bestätigung dann sofort ohne weiters bekam,Konnte ich mich nicht zurückhalten, er rief sie sofort herein, und ab sofort war sie nur noch normale Tippse im zweiten Glied, auch weil der Zeuge ähnlich von ihr behandelt wurde.

Es gibt ein Gerichtsurteil, um was es ging, keine Ahnung, ist auch schon Jahre her, habe leider auch kein AZ, aber frei formuliert hieß es darin, daß eine Information die man schon hat, kein zweites mal erlangt werden könne. Ist eigentlich logisch, denn man weiß es eben schon.
Und der angebliche Datenschutz sagt garatiert nichts über Informationen aus die man schon weiß.
Mit dem Datenschutz, habe ich jedenfalls festgestellt, wollen sich viele Besserwisser und Nichtskönner hervorheben, denn nur solche Spezies haben villeicht etwas zu verbergen.

Ich muß betonen, daß ich damit niemand persönlich hier im Forum anspreche, und was der einzelne darüber denkt unterliegt nicht dem Datenschutz, glaube ich zuindest.

Tanja
30.09.2005, 13:26 von Jur_Vpaz
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Dann liegen Ihnen andere Gesetze als mir oder ein anderes Verständnis des Datenschutzgesetzes vor. Wenn sie meinen, dass deratige Weitergabe von Daten erlaubt wären, sind Sie frei darin, dies zu handhaben, wie sie wollen.
Ich, als jemand, der beruflich mit dem Datenschutzrecht zu tun hat, sehe das kritischer und habe deswegen gewarnt, so etwas öffentlich anzubieten.
Aber damit sich jeder selber ein Bild machen kann, werde ich mal die oben erwähnten Vorschriften des Datenschutzrechtes hier wiedergeben, damit sich jeder selber ein Bild machen kann, wie dies rechtlich auszulegen ist. Meine Erklärung und Auslegung der Vorschriften steht weiter oben.
CP

§ 43 Bußgeldvorschriften

(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

4. entgegen § 28 Abs. 5 Satz 2 personenbezogene Daten übermittelt oder nutzt,

§ 28 Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung für eigene Zwecke

(1) Das Erheben, Speichern, Verändern oder Übermitteln personenbezogener Daten oder ihre Nutzung als Mittel für die Erfüllung eigener Geschäftszwecke ist zulässig,

1. wenn es der Zweckbestimmung eines Vertragsverhältnisses oder vertragsähnlichen Vertrauensverhältnisses mit dem Betroffenen dient,
2. soweit es zur Wahrung berechtigter Interessen der verantwortlichen Stelle erforderlich ist und kein Grund zu der Annahme besteht, dass das schutzwürdige Interesse des Betroffenen an dem Ausschluss der Verarbeitung oder Nutzung überwiegt, oder
3. wenn die Daten allgemein zugänglich sind oder die verantwortliche Stelle sie veröffentlichen dürfte, es sei denn, dass das schutzwürdige Interesse des Betroffenen an dem Ausschluss der Verarbeitung oder Nutzung gegenüber dem berechtigten Interesse der verantwortlichen Stelle offensichtlich überwiegt.

Bei der Erhebung personenbezogener Daten sind die Zwecke, für die die Daten verarbeitet oder genutzt werden sollen, konkret festzulegen.

(2) Für einen anderen Zweck dürfen sie nur unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 2 und 3 übermittelt oder genutzt werden.

(3) Die Übermittlung oder Nutzung für einen anderen Zweck ist auch zulässig:

1. soweit es zur Wahrung berechtigter Interessen eines Dritten oder
2. zur Abwehr von Gefahren für die staatliche und öffentliche Sicherheit sowie zur Verfolgung von Straftaten erforderlich ist, oder
3. für Zwecke der Werbung, der Markt- und Meinungsforschung, wenn es sich um listenmäßig oder sonst zusammengefasste Daten über Angehörige einer Personengruppe handelt, die sich auf
a) eine Angabe über die Zugehörigkeit des Betroffenen zu dieser Personengruppe,
b) Berufs-, Branchen- oder Geschäftsbezeichnung,
c) Namen,
d) Titel,
e) akademische Grade,
f) Anschrift und
g) Geburtsjahr
beschränken und kein Grund zu der Annahme besteht, dass der Betroffene ein schutzwürdiges Interesse an dem Ausschluss der Übermittlung oder Nutzung hat, oder
4. wenn es im Interesse einer Forschungseinrichtung zur Durchführung wissenschaftlicher Forschung erforderlich ist, das wissenschaftliche Interesse an der Durchführung des Forschungsvorhabens das Interesse des Betroffenen an dem Ausschluss der Zweckänderung erheblich überwiegt und der Zweck der Forschung auf andere Weise nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand erreicht werden kann.

In den Fällen des Satzes 1 Nr. 3 ist anzunehmen, dass dieses Interesse besteht, wenn im Rahmen der Zweckbestimmung eines Vertragsverhältnisses oder vertragsähnlichen Vertrauensverhältnisses gespeicherte Daten übermittelt werden sollen, die sich

1. auf strafbare Handlungen,
2. auf Ordnungswidrigkeiten sowie
3. bei Übermittlung durch den Arbeitgeber auf arbeitsrechtliche Rechtsverhältnisse

beziehen.

(5) Der Dritte, dem die Daten übermittelt worden sind, darf diese nur für den Zweck verarbeiten oder nutzen, zu dessen Erfüllung sie ihm übermittelt werden. Eine Verarbeitung oder Nutzung für andere Zwecke ist nichtöffentlichen Stellen nur unter den Voraussetzungen der Absätze 2 und 3 und öffentlichen Stellen nur unter den Voraussetzungen des § 14 Abs. 2 erlaubt. Die übermittelnde Stelle hat ihn darauf hinzuweisen.

....

§ 44 Strafvorschriften

(1) Wer eine in § 43 Abs. 2 bezeichnete vorsätzliche Handlung gegen Entgelt oder in der Absicht, sich oder einen anderen zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, begeht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
....
30.09.2005, 12:35 von motzi01
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Hallo Jur_Vpaz,
die in Ihrem letzten Beitrag getätigten Auslegungen geben die von Ihnen dort angeführten §§ des BDSG absolut nicht her.
Da sollten eigentlich von Ihrer Seite bessere Argumente kommen, falls es tatsächlich verboten sein sollte, untereinander über Dritte zu sprechen, was jedoch nicht so ist.
30.09.2005, 09:42 von Jur_Vpaz
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Mit Bekannten zu reden, wird sich noch im Rahmen des legalen bewegen, aber das liegt hier im Forum eher nicht vor. Auch wenn sich hier schnell eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln kann, stellt es doch eher eine Art Treffpunkt aus dem Bereich proffesionelles Mietwesen dar. Und sobald wir aus dem engem persönlichem Lebensbereich heraus sind, wird man keine Informationsaustausch in diesem geschützem Bereich mehr annehmen können.
Sobald hier zwei Personen, die gewerblich in diesem Bereich tätig sind, derartige Daten austauschen, ist nach §§ 43,44 BDSG eine Strafbarkeit erfüllt. Einschlägig wäre hier schon für die reine Datenübermittlung ohne das "gewerbliche Element" § 43 I 4 i. V. m. § 28 V 2 BDSG, wonach derjenige ordnungswidrig handelt, der personenbezogene Daten übermittelt, nutzt oder verarbeitet, die ihm nicht für diesen Zweck übermittelt worden sind. Die Daten, um die es geht, sind zum Zweck der Eingehung eines Mietvertrages übermittelt worden, nicht um sie an andere zu geben oder vor diesen Personen zu warnen. Wenn man hier sogar als Zweck der Übermittlung ansieht, dass jemand anderes geschädigt werden soll(dies könnte ein Gericht annehmen, da es eine Schädigung darin sehen kann, dass diese keinen neuen Mietvertrag mehr eingehen kann. Wobei der Wohnraum und das Mietverhältniss eine geschütztes Rechtsgut nach dem Grundgesetz darstellt.), springen wir von dem Bereich Ordnungswidrigkeiten in die Strafvorschriften des § 44 BDSG (Strafbarkeit: Freiheitsstrafe bis zwei Jahre oder Geldstrafe).
Eine Übermittlung derartiger Daten ist nur bei berechtigtem Interesse möglich. Dies wird in diesem Bereich eingeschränkt ausgelegt, dass ein berechtigtes Interesse nur an personenbezogen Daten im Rahmen der Eingehung eines Mietvertrages vorliegt, also eine Datenübermittlung nur als Abfrage zu Einzelnen geschehen darf, aber nicht Daten über Personen übermittelt werden dürfen, mit denen nicht konkret die Anbahnung einer engen Vertragsbeziehung vorgesehen ist.

Somit würde ich von einer derartigen Übermittlung eher abraten.

CP
29.09.2005, 18:07 von motzi01
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Hallo Jur_Vpaz
welcher § im Datenschutzgesetz soll das sein, wonach es angeblich verboten sein soll, mit Bekannten (wie hier im Forum)über Dritte z.B. auch per e-mail zu reden?
Auf die Antwort bin ich gespannt.
Hier wird ja niemand angeschwärzt, es dreht sich auch nicht um üble Nachrede o.ä., weil der Sachverhalt ja da ist, sondern es ist wie ein einfaches Gespräch am Stammtisch.
Das soll verboten sein?!!!
29.09.2005, 13:12 von Jur_Vpaz
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Ich denke der Sinn des Gesetzes stand hier nicht zur Rede , darüber könnte ich einige Stunden am Stück Vorträge halten. Einiges ist sicher sinnvoll, einiges anderes eher nicht, aber das ändert nichts daran, dass wir diesen Gesetzen unterworfen sind. (Siehe Steuerrecht....)
Die Vpaz ist ja gerade aus diesem Gedanken heraus entstanden, dass die Gründerin einen derartigen Fall in Ihrer Wohnung hatte, der das selbe schon in 3 anderen Wohnungen in der selben kleinen Stadt gemacht hatte. Polizei und Ordnungsamt sagten dazu nur, dass sie wegen des Datenschutzes da nichts sagen dürften und liessen denjenigen munter weiter machen(Messi ohne Mietzahlung). Darauf folgten dann 2 Jahre Verhandlungen mit dem Datenschutz, bis wir die Datenbank machen durften.
Im privaten Kreis darf man unter vorgehaltenen Hand sicher darüber reden, aber sobald ein Unternehmer es dem anderem sagt oder gar schreibt, wird es halt rechtlich kritisch. Um dies zu legalisieren und auch um möglichst viele unter einen Hut zu bringen, bieten wir unsere Leistungen an.

Christian Pentzek - Vpaz
29.09.2005, 12:36 von Kasperkopf
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Hallo Christian Pentzek,

wer spricht denn hier von schwarzen Listen? Ich rede von Mundpropaganda und einem simplen Erfahrungsaustauch unter Vermietern.

Gut, der Datenschutz ist Gesetz, das macht ihn aber noch lange nicht in allen Bereichen sinnvoll. Habe zur Zeit den Fall, dass ein Mieter verstorben ist und seine Lebensgefährtin ist in den Mietvertrag eingetreten. Für die Lebensgefährtin zahlt das Sozialamt die Miete. Und vom Konto des toten Mieters geht weiter munter die Miete runter. So gehen derzeit doppelte Mietzahlungen ein. Beim Nachlaßgericht hatte man mich auf meiner Frage nach den gesetzlichen Erben derart schnöslig mit dem Hinweis auf den Datenschutz abgespeist, dass ich mir jetzt auch denke: rutscht mir doch den Buckel runter. Zwar rechne ich damit, dass das Geld irgendwann zurückbezahlt werden muss aber bis dahin???

Soviel zum Thema Sinnhaltigkeit des Datenschutzes. Er verhindert nicht nur den angeblichen Mißbrauch (ist das Mißbrauch, wenn ich andere vor Betrügern schützen will? Der wahre Skandal ist, dass der Staat nicht willens ist, durch sinnvolle Gesetze Vermieter vor Mietnomaden etc. zu schützen) sondern auch gute Taten.

Gruss Kasperkopf
29.09.2005, 11:57 von Jur_Vpaz
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Es gibt da Abgrenzungen im Datenschutzrecht, ob die Speicherung der Daten zu oder im Rahmen eines geschäftlichen Zweck erfolgt, aber generell gilt, dass die Weitergabe derartiger Daten nur bei berechtigten Interesse erlaubt ist, ansonsten gelten die Strafvorschriften des § 44 BDSG Bundesdatenschutzgesetz.
Wenn man ausreichend mit dem Datenschutz verhandelt, ist man da etwas sensibilisiert. Die Nutzung z.B. derartiger schwarzer Listen sind nach dem Datenschutzrecht nur unter ganz besonderen Voraussetzungen erlaubt.

Christian Pentzek
Justitiar VPAZ
29.09.2005, 11:10 von birke
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hallo motzi,

erstmal mein herzliches Beileid. Bist nicht zu beneiden! Mich würde aber trotzdem mal interessieren, wie du gleich im Doppelpack an solche Leute kommst?! Du bist doch bestimmt erfahrener Vermieter. Merkt man so etwas den Leuten tatsächlich nicht vorher an? Das könnte ja bedeuten, dass du die Wohnungen für mehrere Tausend € herrichten läßt, und dann das gleiche Spiel wieder von vorne losgehen kann.
Alles Gute für deine nächsten Mietentscheidungen!
Gruß Birke
29.09.2005, 10:53 von Tanja
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Hallo Kasperkopf,

natürlich ist das erlaubt, sogar teilweise Deine Pflicht!!!
Pentzek ist Geschäftsmann und will Geld verdienen.

Tanja
29.09.2005, 10:43 von Kasperkopf
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Hallo Herr Pentzek,

ist es mir wirklich nicht erlaubt, rum zu erzählen, wer mir großen finanziellen Schaden zugefügt hat???????????? Das kann doch nicht Dein Ernst sein!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gruss Kasperkopf

29.09.2005, 10:19 von Jur_Vpaz
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Wenn Ihnen zumindest ein gerichtlicher Mahbescheid vorliegt, wären wir sehr erfreut, wenn Sie sich mit uns in Verbindung setzen würden, damit diese in unsere Datenbank einpflegen können, um im grossem Rahmen vor Ihnen zu warnen. Sollten Sie eine Vertragsbeziehung zu uns eingehen, könnten Sie diese selber bei uns eingeben und dafür freie Abfragen für Kontrolle zukünftiger Mietinteressent zu prüfen.

Vor dem Angebot die Namen einfach auf Anfrage per Email weiterzugeben würde ich eher abraten, dies ist auf Grund des Datenschutzgesetzes nicht erlaubt.

Christian Pentzek
Justitiar Vpaz
28.09.2005, 23:25 von Nachtfee
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Hallo Motzi,

toll. Da macht doch Vermieten keinen Spass mehr. Hoffentlich
hast du bei den beiden Wohnungen bei den nächsten Mietern
mehr Glück. Außerdem hat dich der ganze Spass nur Geld
gekostet.
Grüße Nachtfee
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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