> zur Übersicht Forum
13.03.2005, 18:59 von OttoProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|mietminderung
hallo,
ich habe einige fragen zur mietminderung,da meine mieter mietminderung in höhe von 70% gemacht haben. wegen zugluft, feuchtigkeit,dämmung und mangelnde heizleistung.

1. Ist mietminderung möglich ohne schriftliche anzeige auch wenn über die mängel schon gesprochen wurde?

2. welche fristen zur beseitigung der mängel sind gesetzlich vorgeschrieben?

3. wie ist die sachlage bei feuchtigkeit in den räumen, wenn der mieter nicht ausreichend lüftet?

4. wie ist die rechtslage bei zugluft in altbauwohnungen?

für möglichst umgehende antworten bin ich dankbar!
mfg

Alle 2 Antworten
14.03.2005, 12:35 von Irm
Profil ansehen
Um was dazu zu sagen,solltest du die Fenster,Heizung und das Problem mit der Feuchtigkeit genauer beschreiben.Bin wegen ähnlicher Probleme vor Gericht.Sind das Mieter die schon länger in der Wohnung wohnen? Kommt mir alles bekannt vor .Kommen die Mieter vielleicht aus dem Land von König Otto?
13.03.2005, 19:28 von volker
Profil ansehen
Hallo otto,

nach § 536 BGB hat der Mieter ein Minderungsrecht für die Zeit, in der die Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufgehoben oder gemindert ist.

Im Gesetz gibt es keine Forderung hinsichtlich der Art und Weise, wie der Mieter dem Vermieter Mängel mitzuteilen hat. Da keine Schriftform oder Textform gefordert ist, reicht auch das Gespräch zwischen den Parteien über den Mangel.

Fristen zur Beseitigung der Mängel gibt es nur indirekt. In § 536 a BGB ist dem Mieter das Recht eingeräumt, den Mangel selbst zu beseitigen, wenn der Vermieter mit der Beseitigung in Verzug ist oder die umgehende Beseitigung zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Bestands der Mietsache notwendig ist.

Eine angemessene Frist für den Vermieter zur Beseitigung des Mangels richtet sich immer nach dem Mangel und der Möglichkeit, wie schnell eine Mangelbeseitigung überhaupt möglich ist. Ausfall der Heizung im Sommer erfordert keine Reparatur am gleichen Tag, im Winter könnte diese Frist vermutlich angemessen sein und auch im Interesse des Vermieters liegen, um weitere Schäden (Einfrieren) an der Heizungsanlage zu vermeiden.

Feuchtigkeitsschäden in einer Wohnung können ihre Ursache im unzureichender Lüftung (und Beheizung!) der Wohnung haben, müssen es aber nicht. Nachweispflichtig, dass kein Bausubstanzmangel vorliegt, ist erst einmal der Vermieter. Wenn ein Gutachter dann feststellt, dass die Feuchtigkeit und damit vermutlich auch eine Schimmelbildung ihre Ursache im Verhalten des Mieters hat, wird dieser schadenersatzpflichtig.

Zugluft in einer Altbauwohnung ist vermutlich die Umschreibung undichter Fenster. Der Mieter hat grundsätzlich einen Anspruch auf schließende Fenster. Kann die Zugluft mit im Handel erhältlichen Dichtungsmitteln (Schaumstoffstreifen) nicht gestoppt werden, dürfte vermutlich ein Mangel an den Fenstern vorliegen, der zur Minderung berechtigt.

Eine Minderung von 70 % ist schon gravierend. Es wäre vielleicht hilfreich, die einzelnen %-Werte im Forum einzustellen.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter