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28.11.2006, 17:08 von RibiProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mietminderung
Hallo zusammen,

es heißt, wenn die tatsächliche Wohnfläche mind. 10% kleiner ist als im Mietvertrag angegeben, darf der Mieter eine prozentuale Mietminderung vornehmen.

Was ist aber, wenn sie zwar kleiner ist, es sich aber bei der Differenz nur um ca. 5% handelt?

Fall:

Mieter misst selbst auf und stellt fest, dass die Differenz zu der im Mietvertrag angegebenen Wohnfläche weit mehr als 10% beträgt und nimmt eine prozentuale Mietminderung vor.

Vermieter sieht im ersten Moment von rechtlichen Schritten ab und versucht durch ein gemeinsames Aufmaß die eh schon sehr angespannte Situation Mieter/Vermieter zu entschärfen.

Zeit vergeht bis gemeinsam aufgemessen wird - Mieter behält weiterhin Miete u. Nebenkosten ein, bis seine (vermeintliche) Forderung ausgeglichen ist.

Gemeinsames Aufmaß ergibt, dass zwar tatsächlich eine höhere Wohnfläche im Vertrag angegeben wurde, diese aber bei ca. 5% liegt. (Die Differenz ergibt sich daraus, dass der Vermieter versehentlich die Grundfläche im Vertrag eingetragen hat und eine Raumhöhe von unter 2m nicht umgerechnet wurde. Allerdings bei der Mietberechnung dieses berücksichtigt, was aber der Mieter in diesem Fall nicht weiß. Ansonsten weist das "neue" Aufmaß kaum nennenswerte Abweichungen zum "alten", vom Vermieter vor Jahren erstellten, auf.).

Hat jemand einen ähnlichen Fall "durchlebt" und kann mir seine Erfahrungen mitteilen?

Ich habe im Net bisher nur darüber lesen können, wenn die Wohnfläche tatsächlich eine Differenz von über 10% aufweist. Der o.g. Fall scheint wohl nicht verhandlungswürdig zu sein ?!?!?!

Würde mich freuen, von euch zu lesen.

Ribi
Alle 4 Antworten
29.11.2006, 20:11 von ChristophL
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Ich würde erst einmal eine Aufmessung der tatsächlichen Werte vornehmen. Danach kann man denn weitersehen, aber 5 % muss Dein Mieter wohl hinnehmen.

Gruß Christoph
29.11.2006, 07:40 von pbsenn
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Die 5 % Abweichung berechtigen den Mieter nicht zu einer Mietminderng, das ist korrekt.

Jedoch hat der Vermieter die Verpflichtung, die Betriebskosten nach den tatsächlichen m² abzurechnen. Auch eine Mieterhöhung in der sich auf m² bezogen wird, ist dann entsprechend der tatsächlichen Größe zu vollziehen. Auch kann man, sofern man mit der Miete recht hoch liegt, mitunter über diese 5 % weniger Wohnfläche in Schwierigkeiten hinsichtlich Mietpreiswuchers gelangen.

Ganz anders kann es ich auch verhalten, wenn du im MV angegeben hast, dass das Aufmaß nach DIN 283 erfolgt ist, dann gilt diese Fläche als vereinbart, sofern wir uns nicht im öffentlich-gefördertem Wohnraum bewegen. Dort hat der Mieter ein Anrecht auf die II. BV bzw. nun auf die WoFlV. Im frei-finanzierten Wohnraum gibt es noch keine Vorschrift die verbindlich anzuwenden ist. Ist im MV jedoch nicht geregelt wonach aufgemessen wurde gilt auch hier wieder die WoFlV.

Gruß

Torsten
28.11.2006, 22:56 von Cora
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So sehe ich das auch, 5% ist zumutbar.
28.11.2006, 19:06 von Ulrich
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Ich würde den Mieter schriftlich unter Hinweis auf das gemeinsame Aufmaß mit kurzer Fristsetzung auffordern, die einbehaltenen Mietanteile nachzuzahlen, ansonsten gerichtliche Hilfe. Die 5 % Abweichung berechtigen ihn zu gar nichts.
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