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02.11.2007, 13:14 von TarosProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mietminderung: Wohnung "zu kalt"
Hallo,

ich will hier mal einen Fall aus meiner Umgebung schildern und um euere Meinungen bitten.

Langzeitmieterin (über 70) mit lebenslangem Wohnrecht im Altbau (Bj. 1957) mit insgesamt 4 WE’s mindert seit Jahren mit Unterstützung durch einen Mieterverein ihre Kaltmiete und sogar die Nebenkosten für ihre 42 m² Whg um über 50 % (!). Die Whg ist „kalt“ vermietet, die Mieterin hat eigene Gasheizkörper mit Kaminanschluss, die sie aus Sparsamkeitsgründen anscheinend in der Heizperiode nicht genügend aufdreht. Der Küchenherd wird auch mit Gas betrieben. Ob diese Feuerstätten jemals durch eine Fachfirma gewartet wurden ist übrigens unbekannt. Sie bemängelt ihre Whg als zu kalt, weil die Wohnung nicht genügend isoliert sei, die (gut erhaltenen) Verbundfenster nicht dem heutigen Standard entsprächen und es durch die Zimmertüren ziehen würde. Die Jahres-Verbrauchswerte an ihrem Gaszähler wurden bis dato für einen Nachweis eines zu hohen Energieaufwandes noch nicht ermittelt und herbeigezogen. Die Energiekosten rechnet sie selbst mit dem Versorger ab. Ihre Beschwerden gehen so weit, dass sie sich selbst im Oktober über einen 4-wöchigen Leerstand der Whg über ihr beklagt hat: „Es kühle ihre Wohnung deshalb aus“. Es steht der Verdacht im Raum, dass die einbehaltene jahrelange Minderung wesentlich höher liegt, als die gesamten realen Energiekosten (Heizen und Kochen) für ihre Wohnung.

Gruß

Taros
Alle 10 Antworten
03.11.2007, 10:38 von chum
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Sie hätten sofort eine Mietminderung widersprechen sollen, mit der Begründung bzgl. eigener Heizungsversorgung der Mieterin.

Wenn jemand lebenslanges Wohnrecht hat, wurde doch das Haus entsprechend günstiger gekauft und der Bewohner mit dem Wohnrecht, nimmt sich in einigen Fälle sehr viele "Sonderrechte" herraus.

Da das Kind in den Brunnen gefallen ist;
sollten Sie schriftlich den Bewohner in Zahlungsverzug setzen mit Zahlung zum Stichtag tt.mm.2007 (ca. 4 Wochen Frist) und im Schreiben mitteilen, dass bisher eine Minderung akzeptiert wurde um den Frieden im Haus zu wahren, jedoch Ihr finanzielle Lage nun jedoch keine Kulanz mehr zulässt und Sie nach Verstreichung der Frist rückwirkende Forderungen - soweit nicht verjährt - zzgl. Zinsen einklagen werden.

Schreiben Sie auch, dass für Sie irrelevant ist ob ein Mietverein falsch beraten hat, der Zustand des Gebäudes dürfte nach langer Mietdauer bekannt sein und es wird davon ausgegangen, dass Miete eingespart werden soll und eigene Heizkosten, da offensichtlich nicht genug geheizt wird.
(auf jeden Fall sollten Sie eine rechtliche Beratung einholen), Sie sollten auch irgendeine Begründung abgeben, wehalb Sie solange gezögert haben, daher mein obiger Vorschlag bzgl. finanzieller Situation
02.11.2007, 21:34 von Mortinghale
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Zitat:
Dies scheint der Mieterin und ihrem Berater nicht bewusst zu sein.


Bewusst schon, aber wurscht (Mieterverein eben).
Solange sie damit durchkommen ...

02.11.2007, 21:25 von nass01
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Die Angaben sind sehr bescheiden, da sind noch erheblich viele Fragen offen.
Ich glaube auch das die Minderung hingenommen wurde und jetzt plötzlich durch Steitigkeiten jeder Grund gesucht wird um dem Anderen einen reinzuwürgen.

Bei der ersten Minderung gehen bei mir die Alarmglocken an und nicht erst nach so langer Zeit.

Da die Wohnung mit Heizgeräten ausgestattet ist und der Mieter für die Benutzung verantwortlich.

Einfach mit Sachverständigen in die Wohnung alle Öfen anschmeissen ( Einzelraumheizer sind immer zu groß ausgelegt) und nach 30 - 60 Min wirst Du 30°C in der Wohnung messen,
Versuch die Miete einzuklagen und basta.
02.11.2007, 21:22 von Taros
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Hallo,

danke schon mal für euere Reaktionen.
Ich selbst bin hier nicht der Vermieter, darum sagte ich ja „aus meiner Umgebung“. Zum lebenslangen Wohnrecht ist es wohl durch eine Bedingung zum Zeitpunkt der Baugenehmigung vor 50 Jahren seitens des angrenzenden Anliegers gekommen. Die Mieterin gehört zur Familie eines Nachbaranwesens. Dass diese Regelung nach so vielen Jahren anfängt Probleme aufzuwerfen war halt damals noch nicht absehbar. Der Notar hatte dem lebenslangen Wohnrecht allerdings die Klausel „zum marktüblichen Mietzins“ angefügt. Dies scheint der Mieterin und ihrem Berater nicht bewusst zu sein.

Gruß Taros
02.11.2007, 20:49 von JollyJumper
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Zitat:
wie kommt es zu diesem lebenslagen wohnrecht?
gehoerte ihr mal das haus ?
Dieser Gedanke kam mir allerdings auch schon!
Das hört sich stark nach Streitigkeit im Familiekreis oder so ähhnlich an.

@Taros: Vielleich gibst Du noch mal ein paar mehr Infos dazu!

Gruß JJ
02.11.2007, 18:09 von hecke
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ich denke du must ihr klarmachen, dass sie sich doch wohl besser eien andere whg. nimmt -sie wird ja auch net juenger-
wie kommt es zu diesem lebenslagen wohnrecht?
gehoerte ihr mal das haus ?
02.11.2007, 14:42 von Cora
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Hallo

kann man sich nur anschließen.

Ist ja eigentlich lachhaft, selbst für die Beheizung sorgen und dann über eine zu kalte Wohnung klagen

Da kommst du nur mit Anwalt weiter.
02.11.2007, 14:18 von johanni
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hallo taros,

Zitat:
Langzeitmieterin (über 70) mit lebenslangem Wohnrecht im Altbau (Bj. 1957) mit insgesamt 4 WE’s mindert seit Jahren mit Unterstützung durch einen Mieterverein ihre Kaltmiete und sogar die Nebenkosten für ihre 42 m² Whg um über 50 % (!)


Was hast Du denn gegen diese Mietminderung gemacht, warum hast du dieser nicht widersprochen, warum hast du die Mieterin nicht unter Zahlungsverzug gesetzt?

3 x warum? dann nix wie hin zum Fachanwalt für Mietrecht!!

Johanni
02.11.2007, 14:03 von Augenroll
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Zitat:
mindert seit Jahren mit Unterstützung durch einen Mieterverein ihre Kaltmiete


Allerdings können Sie sich keinen Rechtsanspruch daraus ableiten, dass sich die Mieterin einer Unterstützung bedient, denn das ist Ihr gutes Recht.
02.11.2007, 14:00 von JollyJumper
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Zitat:
mindert seit Jahren

Sorry, aber dann scheinst Du es ja schon lange geduldet zu haben! Reichlich spät jetzt!

Hat sich denn die Dämmung der Wohnung im Laufe der Wohnzeit verschlechtert sicher nicht!
Dann gilt natürlich gemietet wie besichtigt. Da Mietpreise i.d.R. von Ausstattungdetails (wie z.B. Gebäudedämmung) abhängen, ist das mal wieder ein klassischer Fall.
Hinsichtlich Grundmiete kostengünstige Wohnung gesucht aber jetzt über hohe Heizkostzen beklagen und dann die Miete mindern!
Wenn sie es warm haben will muss eben die Heizung ausreichen aufdrehen.

Zitat:
Es steht der Verdacht im Raum,..

Dann weiß Du ja wohl auch selbst was jetzt angesagt ist.
Klagen!

Gruß JJ

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