> zur Übersicht Forum
20.02.2008, 17:23 von doro1Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mietminderung wegen Baulärm
Hallo,
da eine Wohnung in meinem 3-Famielien Haus saniert wurde (neue Elektroleitungen, neue Fenster, Decken abgehangen, neues Bad ...) will ein Mieter nun die Miete auf Grund von Baulärm im Nachhinein um 15% mindern.Ich hatte ihn vorher angeschrieben um ihn über die Renovierung zu informieren. Ist das rechtens????
Alle 13 Antworten
20.02.2008, 20:40 von Jobo
Profil ansehen
Hallo doro1,

also ich würde dem Mieter etwas entgegenkommen. Mag sein, dass Du rechtlich gesehen nichts einräumen mußt.
Aber ich denke, dass durch die Umbauarbeiten bestimmt nicht nur der Lärm sondern auch noch andere Unannehmlichkeiten statt fanden (Dreckiges Treppenhaus, Stromausfall usw.) Deshalb gebührt es meines Erachtens nach dem Anstand, dass Du der "Bitte" nachkommst, allerdings muss es ja nicht in vollem Umfang sein.
Wenn dieser Mieter nichts bekommt, ist es der nächste Kanditat der das nächste Mal (zwar nicht bei Dir) den Anwalt einschaltet um gleich das "Richtige" zu tun.
Du solltest nicht vergessen, dass er ja den Lärm und Dreck ertragen hat und wenn er einen Rechtsberater gehabt hätte hättest Du vielleicht erst später (nämlich nach fristgerechter Ankündigung) renovieren können.
Jobo
20.02.2008, 20:12 von doro1
Profil ansehen
Vielen Dank für eure guten Ratschläge. Ich denke, ich werde das so durchziehen.
20.02.2008, 19:42 von Sommer
Profil ansehen
Minderung widersprechen und Differenz von der Kaution einbehalten.

S.
20.02.2008, 19:30 von CMAX_65
Profil ansehen
Okay JJ,

dann möchte er gerne Geld sparen und "Rabatt".

Genau dann wäre ich aber spiessig und kleinkrämerisch = 0 Toleranz und Minderung komplett ablehnen, auch wenn es nur um € 180,00 geht !

Es kommt immer darauf an, aber wenn einer zockt, dann muss Gegenwind her !

MFG
20.02.2008, 19:22 von JollyJumper
Profil ansehen
@CMAX_65

So wie ich es verstanden haben geht es um einem Minderungbetrag von 180 € insgesamt.
Diese sind aber nicht der Kündigungsgrund, sondern der Mieter hat einfach sowieso schon gekündigt.
>Wenn nicht doro1 bitte korrigieren!

Gruß JJ
20.02.2008, 19:16 von CMAX_65
Profil ansehen
Hi,

gekündigt wegen € 180,00

Hallo geht´s noch, oder villeicht doch ein Fall für die "Klapse"?????

Was genau ist den vorgefallen, hatte sein Goldfisch Schluckauf ???

MFG
20.02.2008, 19:06 von Cora
Profil ansehen
Zitat:
Er hat zum 31.03.2008 gekündigt (nicht wegen der Lärmbelästigung)und es geht ca um 180 €.


ist für den einen viel, für den anderen wenig Geld.

Letztlich geht es auch um's Prinzip.

Nachträglich darf lt. Mietgesetz keine Miete gemindert werden, basta.

Zahlt er nicht freiwillig, musst du mahnen und ggf. Mahn- und Vollstreckungsbescheid machen, evtl. mit Einspruch rechnen und einer Klage - wenn, dann mach MB ohne Anwalt (wegen Kosten).

Aber, dann solltest du das auch durchziehen.

Gerade bei "geringen" Beträgen denken Mieter/oder andere Schuldner, da macht der Gläubiger nichts, weil es ihm im Endeffekt so teuer kommt und er keine Lust auf Gericht hat.
Und das sollte man eigentlich nicht durchgehen lassen.

Also, überleg es dir, ob du dein Recht durchsetzen willst.
20.02.2008, 18:26 von jaegermeister
Profil ansehen
Zitat:
Er hat zum 31.03.2008 gekündigt (nicht wegen der Lärmbelästigung)und es geht ca um 180 €.


Dann kanns dir doch eh egal sein obs Ärger gibt.
Sag ihm nachträglich gibts nichts zu mindern und basta.

MFG Jägermeister
20.02.2008, 18:13 von doro1
Profil ansehen
Er hat zum 31.03.2008 gekündigt (nicht wegen der Lärmbelästigung)und es geht ca um 180 €.
20.02.2008, 17:51 von Cora
Profil ansehen
Zitat:
Vielen Dank für den Tip.Er schreibt wörtlich: da mich der Lärm im Januar und Februar belästigte, möchte ich Sie um eine gesetzliche Mietminderung von 15% für die beiden Monate bitten.


wie schon geschrieben: eine gesetzliche Minderung von 15% gibt es nicht.

Bitten muss er auch nicht.

Er hätte dir im Januar mitteilen müssen, dass er sich durch den Baulärm gestört fühlt und deshalb die Miete Januar um ...mindert und darauf hinweisen, falls der Baulärm andauert, so lange mindert bis Schluß ist.

Hast du ein gutes Verhältnis mit dem Mieter, dann biete ihm 10% für beide Monate an, aber nicht je Monat.
Wenn nicht, würde ich ihm mitteilen, dass eine nachträgliche Minderung gesetzlich nicht möglich ist.
20.02.2008, 17:45 von CMAX_65
Profil ansehen
Hi,

eine gesetzliche Mietminderung um 15% gibt es nicht.

Wenn überhaupt, ist das einzelfallabhängig !

Ansonsten, um welche Summe geht es denn, angenommen insgesamt € 100,00 ??? dann Schwamm drüber....

Dann würd ich, wenn sonst der Mieter ok ist, ein Auge zudrücken und ihm das gewähren.

Wie gesagt, wenn sonst ok!

MFG
20.02.2008, 17:40 von doro1
Profil ansehen
Vielen Dank für den Tip.Er schreibt wörtlich: da mich der Lärm im Januar und Februar belästigte, möchte ich Sie um eine gesetzliche Mietminderung von 15% für die beiden Monate bitten.
20.02.2008, 17:28 von CMAX_65
Profil ansehen
Hi,

Zitat:
Ist das rechtens????


Nein, wenn dann hätte er sofort mindern müssen, zumindest nach meiner Meinung !

Lieber Bäcker, das Brötchen war vorgestern zu lasch und hat nicht geschmeckt, wäre so ähnlich....

Allerdings gibt es da eine Unterscheidung ob der Mieter dan Mangel angezeigt hat und eine Minderung geltend gemacht hat weiteres unter

Zitat:
Zitat:

Voraussetzungen der Mietminderung
Von Rechtsanwalt Falk Brorsen

Der Autor

Falk Brorsen, Braunschweig
hat Interessensschwerpunkte: Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht, Baurecht, Erbrecht, Strafrecht.

» Homepage » artikelliste
» Online Rechtsberatung
» Kontaktinformation


Tritt während der Mietzeit ein Mangel an der Mietwohnung auf, der zu einer spürbaren Beeinträchtigung der Wohnqualität führt, schuldet der Mieter nicht mehr den vollen Mietzins, sondern kann gegenüber dem Vermieter eine Mietminderung geltend machen. Viele Mieter sind sich über die richtige Vorgehensweise bei der Mietminderung nicht im Klaren. Der Artikel soll hierüber einen Überblick verschaffen.

Erheblichkeit des Mangels
Nach dem Gesetz kann die Miete gemindert werden, wenn ein Mangel vorliegt, durch den die „Tauglichkeit“ der Mietsache gemindert oder aufgehoben wird. Folglich berechtigt nicht jede Verschlechterung der Mietwohnung zur Minderung. Vielmehr muss die Beeinträchtigung von einer gewissen Erheblichkeit und Nachhaltigkeit sein. Beispielsweise geringfügige oder nur sehr vereinzelte Geruchs- oder Geräuschbeeinträchtigungen, kleine optische Beeinträchtigungen o.ä. berechtigen den Mieter also nicht zur Minderung.

Der Mieter ist aber auch ohne das Minderungsrecht nicht schutzlos: Das Recht auf Mangelbeseitigung, Zurückbehaltung von Mietbeträgen in angemessener Höhe und zur Ersatzvornahme bleiben auch bei geringen Beeinträchtigungen erhalten.

Einseitigkeit und Wirkungsweise der Mietminderung
Viele Mieter verlangen vom Vermieter die Zustimmung zur Mietminderung oder „beantragen“ diese beim Vermieter. Hierdurch wir deutlich, dass viele Mieter davon ausgehen, der Vermieter müsse sich mit der Minderung einverstanden erklären. Tatsächlich tritt die Minderung bereits aber automatisch durch Gesetz – genau gesagt ab Anzeige des Mangels beim Vermieter - ein (Wortlaut: „Für die Zeit, während der die Tauglichkeit gemindert ist, hat er (der Mieter) nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten.“) und muss vom Mieter nur einseitig geltend gemacht werden. Die Geltendmachung erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Vermieter. Aus dem Gesetzeswortlaut geht auch hervor, dass die Minderung – anders als vielfach angenommen – völlig unabhängig davon geltend gemacht werden kann, ob und wie schnell der Vermieter Maßnahmen zur Beseitigung des Mangels in die Wege leitet. Der Mieter kann mithin auch dann mindern, wenn der Vermieter unverzüglich tätig geworden ist.

zum Thema
bei 123recht.net:
Mietrecht, Pacht » Mängel im Wohnungsmietrecht
Mietrecht, Pacht » Kurze Kündigungsfrist für Wohnraummieter mit ´Altmietverträgen´
Mietrecht, Pacht » Wohnraummiete: BGH schafft auf dem Gebiet der Schönheitsreparat-
uren weitere Klarheit
Mietrecht, Pacht » Modernisierung und Instandhaltung von Wohnraum
Mietrecht, Pacht » Schönheitsreparatu-
ren in Wohnraummietverhä-
ltnissen
Mietrecht, Pacht » Betriebskosten im Wohnraummietrecht

Die Minderung bewirkt, dass der Mieter den Minderungsbetrag nicht schuldet, mithin auch nicht an den Vermieter nachzahlen muss, wenn dieser den Mangel beseitigt hat. Hierin unterscheidet sich die Minderung vom Zurückbehaltungsrecht, das sowohl neben der Minderung oder auch an dessen Stelle geltend gemacht werden kann. Die Minderung basiert auf dem Gedanken, dass Leistung und Gegenleistung im Mietvertrag in einem angemessenen Verhältnis stehen müssen: Ist die Mietsache in ihrer Tauglichkeit eingeschränkt, braucht dafür auch nicht die volle Miete gezahlt zu werden, da diese nur für eine mangelfreie Mietsache vereinbart wurde. Das Zurückbehaltungsrecht hingegen beruht auf dem Gedanken, dass der Mieter seinen Verpflichtungen nicht (voll) nachkommen muss, wenn dies der Vermieter - durch fristgerechte Mangelbeseitigung – ebenfalls nicht tut. Wie der Begriff Zurückbehaltungsrecht schon aussagt, müssen zurückbehaltene Mietbeträge nachgezahlt werden, wenn der Vermieter seiner Verpflichtung zur Mangelbeseitigung nachgekommen oder das Mietverhältnis beendet ist. Es empfiehlt sich, sowohl Mangelanzeige als auch die Geltendmachung der Minderung schriftlich zu erklären.

Dauer der Mietminderung
Die Mietminderung kann ab Anzeige des Mangels bis zur Beseitigung desselben geltend gemacht werden. Es kommt hierbei nicht darauf an, wer den Mangel beseitigt hat, da das Gesetz für die Minderung nur an das Vorhandensein des Mangels anknüpft. Selbst wenn der Mieter – etwa wegen Untätigkeit des Vermieters – einen Mangel im Wege der Ersatzvornahme selbst beseitigt, kann er nur bis zu diesem Zeitpunkt die Miete kürzen. In letzterem Fall kommt allerdings ein Anspruch hinsichtlich der Kosten der Ersatzvornahme in Betracht.

................

............................Ein Verlust des Minderungsrechts kommt daher nur noch in den sehr seltenen Fällen der Verwirkung in Betracht. Hierzu ist allerdings der Ablauf eines sehr langen Zeitraums sowie ein Verhalten des Mieters erforderlich, aus dem der Vermieter schließen kann, dass der Mieter trotz des Mangels die Miete voll weiter schulden will, auch wenn der Vermieter den Mangel nicht beseitigt. Der bloße Umstand, dass die Miete in voller Höhe weitergezahlt wurde reicht hierfür jedenfalls nicht aus.


Quelle:

http://www.123recht.net/Voraussetzungen-der-Mietminderung__a17819.html

MFG
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter