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05.06.2007, 11:06 von johanniProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mietmangel, fehlender Trittschall
Hallo Experten,

hat jemand ein Urteil über fehlenden Trittschall?

Es geht um eine Altbauwohnung Baujahr 1870, modernisiert in den 50 - 60er Jahren mit Parkettboden.

In der EG Wohnung hört man aus der darüberliegenden Wohnung( Parkettboden) starke Laufgeräusche und Stimmen.

Gilt dieser Mangel als nicht gegeben wegen Bestandsschutz??

LG Johanni
Alle 17 Antworten
05.06.2007, 22:47 von MarieP
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Hallo Fixfeier

ne - nicht Modernisierung - sondern Mieterhöhung im Grunde allgemein. Bauzustand - evtl. Baumängel auch bei alten Liegenschaften etc. - Mieterhöhung muss angemessen sein.
05.06.2007, 19:22 von Fixfeier
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Hallo,

mir ist im Moment nicht ganz klar was du meinst.

Im Zusammenhang mit Modernisierung und Mieterhöhung finde ich z.B. ein Urteil AG Hamburg-Blankenese, Urteil v. 24.11.2006, 508 C 156/06, ZMR 2007, 122. Danach war eine Bauzeit für eine Aufstockung von einem Jahr nicht zumutbar und der Mieter hatte bei der Anmietung nicht mit Trittschall aus darüber liegenden Wohnungen rechnen müssen.

Deine Beschreibung ist leider etwas ungenau.

Gruß
05.06.2007, 18:36 von MarieP
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Hallo Fixfeier

Danke

aber hier muss auch auch etwas zur Mieterhöhung geben - selbst wenn Bestandschutz gegeben ist. Ich komm nicht ran.
05.06.2007, 18:35 von johanni
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Hallo,

vielen Dank für Eure Beiträge.

@fixfeier:
Zitat:
kann ich evtl. aushelfen?

BGH Urteil vom 06.10.2004 - VIII ZR 355/03
Amtliche Leitsätze:


genau so ein Urteil habe ich gesucht

Dankeschön

LG Johanni
05.06.2007, 18:18 von Fixfeier
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Hallo @all, hallo Marie ,

Zitat:
Hab ein bisschen Probs. mit meiner Datenbank.



kann ich evtl. aushelfen?

Zitat:
BGH Urteil vom 06.10.2004 - VIII ZR 355/03
Amtliche Leitsätze:

Für die Beurteilung der Frage, ob eine Mietwohnung Mängel aufweist, ist in erster Linie die von den Mietvertragsparteien vereinbarte Beschaffenheit der Wohnung, nicht die Einhaltung bestimmter technischer Normen maßgebend.

Fehlt es an einer Beschaffenheitsvereinbarung, so ist die Einhaltung der maßgeblichen technische Normen geschuldet. Dabei ist nach der Verkehrsanschauung grundsätzlich der bei Errichtung des Gebäudes geltende Maßstab anzulegen.

Nimmt der Vermieter bauliche Veränderungen vor, die zu Lärmimmissionen führen können, so kann der Mieter erwarten, dass Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden, die den Anforderungen der zur Zeit des Umbaus geltenden DIN-Normen genügen.

Wird ein älteres Wohnhaus nachträglich um ein weiteres Wohngeschoss aufgestockt, so entsteht an der Mietwohnung, die vor der Aufstockung im obersten Wohngeschoss gelegen war, ein Mangel, wenn die Trittschalldämmung der darüber errichteten Wohnung nicht den Anforderungen der im Zeitpunkt der Aufstockung geltenden DIN-Norm an normalen Trittschallschutz genügt. Die Einhaltung der Anforderungen an erhöhten Trittschallschutz kann der Mieter nur dann verlangen, wenn dies mit dem Vermieter vereinbart ist.
05.06.2007, 17:37 von prinzregent
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also wie ich sehe, heisse Diskussionen und Möglichkeiten von ja Mietminderung bis keine Mietminderung. Es kommt halt auf den Einzelfall an.

@ Marie

ich hab mir deinen Beitrag noch mal durchgelesen. Ich bin noch immer der Meinung, bei einem Altbau um 1870/ 1960 keine Mietminderung, weil zu diesem Zeitpunkt der Trittschall noch üblich war.
Aber ich bin kein Richter lach
Allerdings bei Neubau oder bei einer Sanierung eines Daches, da gelten dann die heutigen Bauvorschriften. Wird also was neu oben drauf gesetzt, muss der heutige Trittschallschutz eingehalten werden.
05.06.2007, 15:58 von polline
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Hallo Johanni!

Hab da nun doch noch was gefunden:

LG München I, Urt. v. 8.11.1990, DWW 1991, 111

Der Mieter muss sein Wohnverhalten der Hellhörigkeit des Gebäudes jedenfalls dann anpassen und kann keine Verbesserung der akustischen Verhältnisse verlangen, wenn das Gebäude dem Standard seiner Baualtersklasse entspricht.
In einem hellhörigen Altbau ist es den Mietern und ihren Besuchern zumutbar, zur Reduzierung des Trittschalls in der Wohnung Hausschuhe zu tragen; die bloße Aufforderung an die Gäste, sich ruhig zu verhalten, reicht nicht aus.

Polline
05.06.2007, 14:09 von polline
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Hallo johanni!

wenn die Sanierung soviele Jahre zurückliegt, dürften die neuen DIN Normen kaum greifen.

Jeder der in so einen Altbau einzieht, sollte auch wissen, dass u.U. höhere Geräuschbelastungen vorliegen, alleine schon durch die Holzbalkendecken.

Ich hatte das Problem in meinem Haus (BJ 1919) auch schon mal,
allerdings habe ich die Mieter vor Vertragsunterschrift bisher immer darauf hingewiesen, das es sich um eine altes Gebäude, was saniert wurde, hingeiesen.

Und dann gibt es ja Mieter, die meinen, sie wären allein im Hause und bewegen sich ohne Rücksicht.

Diesen Aspekt sollte man whrscheinlich auch mal unter die Lupe nehmen.

Ich hatte z.B. damals in einer Wohnung Mieter drinn, die hat man kaum wahrgenommen, trittschalltechnisch. War ein Ing. Büro und sind auch hin u. wieder mit Bauschuhen rein.

Die Nachmieterin, alleinstehende Mutter mit Kind, hat sich bewegt, als wär sie 200 Kilo schwer.

Es war grauenvoll, arbeitslos und dadurch immer zu Hause. Getrampel von früh bis spät.

Irgendwann stellte sich heraus, dass dort niemand Hausschuhe trug!!!!!!

Habe dann mal Paragraphen gewälzt und herausgefunden, dass es sogar Urteile gibt, wo in einem Altbau das tragen von Hausschuhen zur Vermeidung von unnötiger Lärmbelästigung durch Trittschall zumutbar ist.

Wie das ganze Theater mit der Dame dann ausgegangen ist....naja, Nervenkrieg.

Leider weiß ich nicht mehr, wo ich das gelesen hatte. Aber meiner Meinung nach kann eine Menge Geräusche vermieden werden, wenn mal das Wohnverhalten genauer unter die Lupe genommen wird.

Gruß Polline
05.06.2007, 13:28 von Mortinghale
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Zitat:
gedämmte Zwischendecke ziehen

das ist sinnlos und rausgeworfenes Geld


Also bei mir hat es geradezu traumhaft funktioniert.

05.06.2007, 13:08 von prinzregent
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Zitat:
eine Altbauwohnung Baujahr 1870


aus meinem Mietvertrag: Der Altbau ist aus der Kaiserzeit. Schallschutz, Wärmedämmung etc. können nicht den heutigen Anforderungen entsprechen.

@ Marie

Die Urteile sind ja gut und schön, aber die galten weder 1960 noch 1870. Eine Mietminderung liegt NICHT vor.

@ gedämmte Zwischendecke ziehen

das ist sinnlos und rausgeworfenes Geld. Wenn dann von oben schwimmend was auf die Holzdielen aufbringen.

@ wer zahlt diese Massnahme? Mieter oder Vermieter?

sinnlose Massnahmen zu bezahlen ist Sache unserer Regierung

Am billigsten ist es mit den Mietern oben zu reden. "Bitte nicht so laut sein " lach

05.06.2007, 13:00 von johanni
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Hallo,

Zitat:
Am besten gedämmte Zwischendecke ziehen (bei Altbau dürften die Räume ja hoch genug sein).


Schon richtig, aber wer zahlt diese Massnahme? Mieter oder Vermieter?

LG Johanni
05.06.2007, 12:35 von Mortinghale
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Am besten gedämmte Zwischendecke ziehen (bei Altbau dürften die Räume ja hoch genug sein).

05.06.2007, 12:10 von Irm
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Hallo
Ich habe das Problem auch mit der eigenbedarfgekündigten Wohnung
in der ich nun so irgendwie wohne.
Aus der darüber liegenden Wohnung hört man jeden Schritt.
Da ich die Wohnung irgendwann wieder vermieten will,sehe ich Probleme auf mich zu kommen.
Wie ist das, wenn ich Mietinteressenten auf das Problem hinweise,
und das Problem im Mietvertrag festhalte, entgehe ich so einer Mietminderung?
Irm

05.06.2007, 11:37 von MarieP
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05.06.2007, 11:31 von CMAX_65
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Hallo,

bin kein Experte antworte aber dennoch.

Soweit ich weiss gilt, dass die damaligen Bauvorschriften eingehalten sein müssen, d.h. Bestandsschutz.

War der "Mangel" bei Vertragsabschluss bekannt ???

Geht es um eine Mietminderung ???

MFG
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