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09.10.2007, 11:38 von LL0rdProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mietkaution auf dem Sparbuch
Hallo liebe Vermieterkollegen,

ich habe es nun nach fast 1,5 Jahren und 2 Gerichtsprozessen geschafft meinen Mieter aus dem Haus zu vertreiben. Doch nun stellt sich mir eine andere Frage: Wie kommt man an die Kaution ran? Denn der Mieter hat die Kaution auf einem Sparbuch hinterlegt und mir eine Verpfändungserklärung gegeben.

Kennt sich von euch jemand damit aus??
Alle 11 Antworten
10.10.2007, 16:55 von Augenroll
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Hallo llord,

Zitat:
Dann habe ich wieder Geld zum Fenster rausgeworfen.


naja Sie müssen aber auch bedenken, dass Sie jede Menge Geld erhalten (Mieteinnamen).

Vermieten ist ein Geschäft, da kann man auch mal Verluste machen. das ist persönliches oder geschäftliches Risiko eines Vermieters. Ein oberster kapitalistischer Grundsatz lautet: Ohne Risiko keine Gewinne!
09.10.2007, 23:05 von Lilibeth
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Zitat:
Wie wäre es, wenn man bei Neuvermietung von den zukünftigen Mietern verlangt, den Mietvertrag von einem zahlungskräftigen Verwandten oder Bekannten mit unterschreiben zu lassen, ohne dass dieser "quasi Bürge" miteinzieht? Dieser wäre dann bei Mietrückstand oder Sachbeschädigungen vollumfänglich für die gesamten Forderungen des Vermieters haftbar. M


vielleicht nicht schlecht . Denke aber das dies eher die Seltenheit sein wírd. Ich z.B. würde es nicht machen. Würde für niemandem bürgen. So manch einer ist schon auf die Schnauze gefallen damit.
Und was ist, wenn auch im Ernstfall der Bürge dann nicht mehr zahlungskräftig ist ?? passiert in der heutigen Zeit sehr schnell.
09.10.2007, 21:17 von Fragender
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Ich kann die eingangs gestellte Frage leider auch nicht beantworten. Aber man sieht an diesem Fall deutlich, dass die Kaution manchmal gar nicht ausreicht, wenn der Mieter viele Schäden hinterlässt und dann noch zahlungsunwillig ist.

Diese Problematik bringt mich zu folgender Überlegung:
Wie wäre es, wenn man bei Neuvermietung von den zukünftigen Mietern verlangt, den Mietvertrag von einem zahlungskräftigen Verwandten oder Bekannten mit unterschreiben zu lassen, ohne dass dieser "quasi Bürge" miteinzieht? Dieser wäre dann bei Mietrückstand oder Sachbeschädigungen vollumfänglich für die gesamten Forderungen des Vermieters haftbar. Man kennt diese Praxis teiweise von Studenten, deren Eltern mit als Mieter im Vertrag stehen. Aber warum sollte man auf diese Sicherheit bei älteren Mietern verzichten, welche beim Einzug vielleicht ein Einkommen haben, die aber möglicherweise hinterher finanziell und geistig "versiffen"?

Und diese Variante der Absicherung wäre vorteilhafter gegenüber einer selbstschuldnerischen Bürgschaft, die nur auf maximal 3 Monatsmieten beschränkt und ( ohne zusätzliche Kaution verlangen zu können ) damit nicht unbedingt ausreichend ist.

Mir ist klar, dass eine solche Forderung von seiten des Vermieters nur funktioniert, wenn seine Wohnung ein begehrtes Gut ist, aber davon abgesehen, wie denkt Ihr über diese Möglichkeit, bei der man ja auch noch zusätzlich auf volle Kautionszahlung bestehen kann ( aber nicht muss )?

09.10.2007, 19:44 von Lilibeth
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Zitat:
Der Schaden geht in die Tausende


na und ??? wir haben doch als Vermieter genug Miete einkassiert und können das davon locker bezahlen

-------------------------------------------------------------

vermietest Du noch , oder lebst Du schon ???
09.10.2007, 17:30 von LL0rd
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Ganz einfach:

Weil er den Mieter so einschätzt. Er hat mir folgendes Szenario gesagt:

Gegen meinen Mahnbescheid wird einfach ein Widerspruch eingelegt. Ich muss dann klagen. Als erstes wird die Klage auch etwas kosten. Der Mieter wird ohne Anwalt sowieso nicht am Prozess teilnehmen, er ist ja ARGE Empfänger, also kann er sich wegen der Prozesskostenhilfe einen Anwalt nehmen und muss nix zahlen.

Dann wird er vor Gericht sagen, dass er die ganzen Schäden nicht verursacht hat und ich muss dann beweisen, dass er der Schuldige ist. Manche Sachen kann ich beweisen, andere aber nicht. Und ein Richter wird mit "Es kann kein anderer gewesen sein" auch nicht zufrieden sein. Deshalb das Prozessrisiko.

Gewinne ich den Prozess (es könnten so ca. 20.000€ sein), dann erklärt sich der Mieter für Insolvent oder flüchtet in die Türkei. Dann habe ich wieder Geld zum Fenster rausgeworfen.
09.10.2007, 17:09 von Lise
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Hallo LLOrd

quetsch doch deinen Anwalt mal aus, warum denn ein Titel/Mahnbescheid keine sinnvolle Sache ist.

Es gibt auch Exmieter die nach ein paar Jahren nicht mehr so knapp bei Kasse sind. Und dann könnten die wenigstens noch Ihre Mietschulden bezahlen. So ein Titel gilt 30 Jahre lang.

So ging es jedenfalls einem Exmieter meines Vaters, aber von einem Titel hatte der RA damals auch nichts gesagt. Und mein Vater war froh, dass der nicht mehr drin war.

Viele Grüße

Lise
09.10.2007, 15:28 von LL0rd
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Also ich sags mal so: Auf das Konto des Mieters geht folgendes:

- das ganze Pflaster muss auf dem Grundstück erneuert werden, da das Fahrzeug des Mieters öl verloren hat. Nun gibt es kaum ein Pflasterstein, der noch sauber ist

- es sind zahlreiche Beschädigungen im Treppenhaus vorhanden, sodass ich das Treppenhaus neu tapezieren muss.

- der ganze Garten muss neugemacht werden, da der Mieter ihn nicht behandelt hat, sein Hund dafür um so mehr.

- eine eingeworfene Fensterscheibe

- 4 Löcher in der Wand des Hauses, Emsländer Klinker, der an den Löchern zersprungen ist.

- aufgebrochenes Gartenhäuschen, dass jetzt schon auseinanderfällt.

- ...

Ich könnte so noch den ganzen Tag weitermachen. Der Schaden geht in die Tausende. Und mein Anwalt hat mir empfohlen nicht zu klagen, da der Mieter wahrscheinlich eh nix mehr zu verlieren hat.
09.10.2007, 14:14 von Lilibeth
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oh man ist das blöd

damit kenne ich mich ehrlich gesagt nicht aus.

Bist Du denn nicht Verfügungsberechtigt??

eine Kaution
darfst Du nur behalten wenn der Mieter nach dem Auszug seine Verpflichtungen nicht nachgekommen ist z.B. renovieren oder noch Miete offen hat.

Leider wirst Du Nachweise erbringen müssen ,damit Du ein Anrecht hast die Kaution ganz oder teilweise einzuhalten.
09.10.2007, 13:00 von LL0rd
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Ich weiß, dass es die schlechteste Möglichkeit ist, die es gibt. Das ändert jetzt aber leider nichts an der eigentlichen Situation. Also die Sache ist nun folgendermaßen:

Ich habe das Sparbuch, ausgestellt auf den Namen des Mieters mit dem Vermerk "Mietkaution" sowie die Verpfändungserklärung.

Zitat:
Als Sicherheit für alle gegenwärtigen und künftigen Ansprüche des Vermieters gegen den Mieter aus dem bestehenden Mietverhältnis verpfändet der Mieter auf obigem Sparkonto unterhaltene Guthaben in Höhe von .... zuzuglich darauf anfallenden Zinsen mit der Maßgabe, dass der Vermieter ohne besonderen Nachweis der Fälligkeit der gesicherten Ansprüche berechtigt ist, unter der Vorlage der über die Spareinlage ausgeestellten Urkunde jederzeit Auszahlung des verpfändeten Guthabens von der Bank zu verlangen.

Die Bank wird den Mieter hiervon unterrichten. Sie wird die Auszahlung nicht vor Ablauf von einem Monat nach dem Versand der Mitteilung an den Mieter vornehmen. Auf diese Weise soll dem Mieter Gelegenheit gegeben werden, mögliche Gegenrechte gegenüber dem Vermieter geltend zu machen


Steht drinn. Ich war heute bei der Bank und die Bank hat mir etwas anderes erzählt, als da drauf steht. Die wollen den Mieter fragen, ob die zahlen dürfen. Und ich weiß bereits jetzt, was da für eine Antwort kommt.

Ich habe nur einen Titel, dass der Mieter bis zum xyz ausziehen muss.
09.10.2007, 12:45 von Lilibeth
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Zitat:
Denn der Mieter hat die Kaution auf einem Sparbuch hinterlegt und mir eine Verpfändungserklärung gegeben.




dies ist eine schlechte Variante die ich niemals wählen würde.

immer Sparbuch mit der Kaution auf eigenem Namen mit dem Vermerk " Mietkaution für Herr oder Frau ...."

so bleibt Dir das Geld für den Notfall sicher !!!
09.10.2007, 12:41 von Sledge_Hammer
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