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05.05.2007, 15:27 von Sandra_KaulfersProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieterin nutzt Mietkaution zum Abwohnen
Ich bin Stinksauer, soeben hat mir unsere Mieterin verkündet ihre letzten 2 Monate bei uns im Haus über die Mietkaution abzuwohnen und sagte mir eben direkt ins Gesicht das sie jetzt mutwillig keine Miete mehr bezahlt.
Ich drohte Ihr mit gerichtlichem Verfahren aber sie grinste mich nur an und meinte machen Sie doch, ist ihr egal.
Das geht doch nicht, außerdem ist die Mietkaution aus zwei Kaltmieten berechnet und liegt auf einem Kautionskonto bei der Bank, was denkt die sich bloß????
Wie können wir uns denn jetzt wehren??
Habe als erstes eine schriftliche Abmahnung geschrieben.
Alle 17 Antworten
08.05.2007, 10:43 von Rita
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Eine Mieterschaft, die ihre Zahlungspflichten nicht erfüllt ist bereits renitent - es ist nichts Verwerfliches, darauf im Rahmen der rechtlichen Möglichkeitn zu reagieren.
Erfahrungsgemäß fördert er Dulden/Stillhalten eine Steigerung von bereits gezeigtem vertrags-/rechtswidrigem Verhalten.
Und warum sollte man gerade bei einem sich unrechtmässig verhaltenden Mieter vorzeitig auf eigene Rechte verzichten?

@Sandra_Kaulfers
Unstrittige Forderungen (z.B. geschuldete Miete) sind einfacher und kostengünstiger zwecks Zwangsbeitreibung zu titulieren (gerichtl. Mahnverfahren/Zahlungsklage) als womöglich strittige Forderungen (z.B. Schadensersatz wegen Beschädigung/Nichtausführung von Schönheitsreparaturen) oder als z.B. aus einer nach Mietende noch zu erstellenden Betriebskostenabrechnung und dann womöglich ohne aktuelle Mieteranschrift ...
Daher lautet ein Grundsatz: Niemals vorzeitige Verrechnung oder Abwohnen der Mietkaution akzeptieren

Also: Dem "Abwohnen" der Kaution widersprechen, Abmahnung und Aufforderung zur Zahlung der geschuldeten Miete, ggfs. gerichtl. Mahnverfahren über die offenen Mieten einleiten
07.05.2007, 11:10 von dedl
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Zitat:
Nicht zu vergessen, dass die gegnerischen Parteien Ihr Methoden mit der Zeit anpassen.

Solange das bedeutet, die "gegnerische Partei" lernt, sich an geltendes Recht zu halten, wäre das doch nur positiv. Oder?
07.05.2007, 10:56 von Augenroll
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@vonBreitenstein,
Zitat:
verstehe nicht so viele Worte. Taten sind gefragt.Klage die offenen Mieten ein,sofort und im Urkundenprozeß.Aufrechnung mit Rückzahlungsanspruch aus der Kaution geht nicht, da nicht fällig. Das machen wir immer und ausnahmslos mit Erfolg. Binnen 6 Wochen haben wir einen Titel und dann wird vollstreckt bis zum bitteren Ende.

so geht es und so klappt es

Nicht zu vergessen, dass die gegnerischen Parteien Ihr Methoden mit der Zeit anpassen. Wenn Sie mit dieser Einstellung so weiterverfahren und das hier auch noch stolz publizieren, brauchen Sie sich nicht wundern, wenn auch die Mieterschaft insgesamt immer renitenter wird.
07.05.2007, 08:23 von sandy
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Ich würde auf jeden fall einen Zeugen mitnehmen und bilder machen. Desweiteren kann ich mich meinen Vorgängern nur anschließen.
07.05.2007, 08:01 von Jutetuetchen
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Hallo,

ich denke auch dass es sehr wichtig ist der Mieterin nochmals aufzuzeigen dass sie gerdae dabei ist sich in eine Situation zu bringen die nicht wirklich angenehm für sie werden wird (sprich Mahnverfahren, evtl. Lohnpfändungen (je nach Einkommen etc.) und ich würde wirklich nochmals empfehlen dieser Mieterin plausibel durch ein sachliches Schreiben nahezulegen welche Schritte auf sie zukommen werden wenn sie wirklich ihr angedrohtes Vorhaben durchzieht. (Auch wenn Du bereits eine Mahnung geschrieben hast was ja auch richtig ist) würde ich es ihr durchaus nochmals sehr deutlich schrieben und ihr auch plausibel machen dass Du das Verfahren auch durchziehen wirst was für sie erhebliche Mehrkosten bedueten würde.

Hier wurden ja schon Beispiele genannt und auch Urteile so dass Du anhand der Angaben sehr gut ein Schreiben verfassen kannst.

Ist die Mieterin Berufstätig .... ich denke in die Richtung ob da dann über evtl. Lohnpfändungen oder evtl. andere Maßnahmen "was zu holen" wäre sollte sie wikrlich weiterhin die Kaution abwohnene wollen bzw. meinen es machen zu können.

Grüsse
07.05.2007, 07:17 von maralena1970
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Hallo - hatte das gleiche Problem (siehe "Mieter will letzte Miete vor Auzug nicht bezahlen").

Ich hatte ihn nochmal darauf hingewiesen, dass dies

1. nicht zulässig ist (siehe obigen Verweis auf die aktuellsten Urteile) und

2. die NK-Vorauszahlung nicht in der Kaution enthalten ist.

Ich habe ihm ganz klar gesagt, dass ich mich nicht scheue, ihn abzumahnen und einen Mahnbescheid zu schicken und die Abnahme nur mit Zeugen (nämlich mit 1-2 Mietern aus dem Haus)zu machen und dass er dann für jeden klitzekleinen Schaden aufkommt (da drücke ich normalerweise immer ein Auge zu, wenn sich das so insgesamt unter 200€ bewegt).

Er hat dann doch bezahlt - er wollte wohl nur mal testen, wie ich reagiere, da ich bisher immer noch relativ gelassen auf all seine Attacken gegen mich und die anderen Mieter reagiert habe, weil es sich einfach nicht lohnte.

Ich denke, die will auch mal bei Dir die Lage testen und sie scheint Dich ja auch schon eingeschüchtert zu haben.

Du solltest da mal ganz resolut reagieren und ihr klar sagen "Liebe Frau X - ich kann auch anders - und zwar werde ich mich an die Spielregeln halten, aber jetzt gibt's auch kein Pardon mehr..." aber sachlich, nicht in Wut oder emotional vorgetragen wirkt sowas manchmal Wunder...

Ich wünsch Dir viel Glück!

Gruß
Mara
06.05.2007, 10:02 von prinzregent
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Zitat:
Ich drohte Ihr mit gerichtlichem Verfahren aber sie grinste mich nur an und meinte machen Sie doch, ist ihr egal.


1. Frage, ist bei der Mieterin was zu holen ? Liegt das Einkommen der Frau oberhalb der Pfängungsgrenze von ca. 933 Euro ? Bekommt die Frau ALG2 ?

Wenn ja, dann ist alles sinnlos.

Ist aber bei der Frau was zu holen, sofort mit dem Mietvertrag zum Amtsgericht und Urkundenklage einreichen. Nach ein paar wenigen Wochen hast du nen Titel. Mit dem zu der Bank der Mieterin und schwupp Geld holen.

Mahnbescheid ist auch möglich, aber zu langwierig.

Kosten, wie Fahrweg, Briefmarken und Formular kannst du aufschlagen.
06.05.2007, 09:04 von vonBreitenstein
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verstehe nicht so viele Worte. Taten sind gefragt.Klage die offenen Mieten ein,sofort und im Urkundenprozeß.Aufrechnung mit Rückzahlungsanspruch aus der Kaution geht nicht, da nicht fällig. Das machen wir immer und ausnahmslos mit Erfolg. Binnen 6 Wochen haben wir einen Titel und dann wird vollstreckt bis zum bitteren Ende.

so geht es und so klappt es

vonBreitenstein
05.05.2007, 22:58 von verzweifelter
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Hallo,

scheint wohl gerade Mode zu sein, die Kaution abzuwohnen, siehe Thema "Mieter will letzte Miete vor Auszug nicht zahlen".

Ich verweise noch mal auf:

LG München WuM 1996/541

und

http://www.mieter-themen.de/fachberichte_artikel_121.htm

Wohlwissend, dass kein Paragraph, kein Urteil, kein Fachartikel o.ä. nutzt, wenn der Mieter macht was er will.

verzweifelter
05.05.2007, 20:11 von Cora
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Hallo

in der Regel melden sich Mieter an und ab (Gemeinde-/Stadtverwaltung), da bekommst du - gegen Gebühren - immer die neue Adresse mitgeteilt.

Gruß
05.05.2007, 19:53 von Sandra_Kaulfers
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Ich danke Dir, habe ihr vorhin eine schriftliche Abmahnung verpaßt. Mal sehen was jetzt noch so passiert.
Muß die eigentlich ihre neue Adresse hinterlassen, falls noch Forderungen meiner Seite sind muß ich doch wissen wo sie nun wohnt??
Und wenn sie es mir nicht sagt, wo bekomme ich das heraus??
05.05.2007, 19:47 von Jutetuetchen
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Hallo,

ganz schön dreist und frech die Mieterin *kopfschüttel*

Ich würde Dir auch anraten vorzugehen wie es meine "Vorschreiber" empfohlen bzw. angeraten haben.

Aber ich würde es trotzdem nicht unversucht lassen - wenn die erste Wut verraucht ist -der Mieter einen Brief schreiben (freundlich und sachlich)und ihr darin mitteilen dass das so wie sie es Dir gesagt hat (Kaution verrechnen) natürlich nicht geht und die Kaution dafür nicht vorgesehen ist etc. und sie an Ihre Pflicht der pünktl. Mietzahlungen bis Beendigung des MV gehalten ist.

Wenn dann darauf die nächste Miete nicht kommen sollte - dann geht es los mit dem Mahnen ....

Falls das wirklich mit den Schäden eintreten sollte ...... nicht auf die eigene Kappe nehmen die Kosten - schön der Mieterin in Rechnung stellen - notfalls auch hier bei Nichtzahlung das gesamte Programm Mahnverfahren etc.durchziehen - falls sie doch die Miete zahlen sollte eben von der Kaution abziehen

Ich wünsche Dir viel Glück !
05.05.2007, 19:46 von Sandra_Kaulfers
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ICh weiß echt nicht mehr weiter, kann nur noch resignieren. Jegliche Gespräche führen ins Nichts.
Werde auf jeden Fall einen Termin zur Wohnungsbesichtigung vor Auszug noch machen, und hoffe das alles gut aussieht.
Ist es ratsam jemanden als Zeugen mitzunehmen??
05.05.2007, 19:41 von Mortinghale
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Zitat:
und falls doch größere Schäden zu beheben sind müßen wir diese wohl auf eigene Kappe nehmen.


Wieso das denn ?

Das sollte nicht Deine grundsätzliche Einstellung sein.

05.05.2007, 19:36 von Sandra_Kaulfers
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Danke für Eure Ratschläge.
Ich denke ich werde den möglichst unkomplizierten Weg gehen und von ihr eine Verzichtserklärung auf die Mietkaution verlangen, die muß sie mir dann unterschreiben.
Habe in den Unterlagen gesehen das wir alleine als Depotinhaber darin verzeichnet sind, sollte es aber doch Probleme geben, werde ich wohl klagen müßen.
Das Problem ist nur, das wir noch nicht wissen, in welchem Zustand die Wohnung ist und falls doch größere Schäden zu beheben sind müßen wir diese wohl auf eigene Kappe nehmen.
Naja kann ja nur besser werden.

05.05.2007, 17:49 von frischebrise
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Hallo,

besonders Ärgerlich dieses verhalten.
Der Gesetzgeber hat die Mietsicherheit klar als solche definiert und nicht als Miete.

Der VM. hat verschiedene Möglichkeiten sich zu wehren.

Durch Abmahnung die Vorgehensweise der M. rügen und auf die Rechtsfolgen hinweisen und Ihr klarmachen, dass sie diese Handlungsweise nicht hinnehmen werden.

Das sind:
- Mahnbescheid, Klage, Vollstrecken
- Auffüllung der Mietkaution auf die vereinbarte Höhe
- M. hat alle Kosten zu tragen

05.05.2007, 16:30 von CMAX_65
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Hallo,

ist natürlich nicht toll, die Frage ist nur,ob Sie sich Stress machen wollen bzw sollen.

1. Eine Abmahnung wird ihre Mieterin kaum interessieren, da sie ja schon ihr vertragswidriges Verhalten angekündigt hat.

2.Bei Fälligkeit der Miete einen Mahnbescheid ausstellen ist möglich, falls aber widersprochen wird geht dies in ein normales Gerichtsverfahren über, Kosten, Ärger, Zeit und der Erfolg ist zweifelhaft ???

3. Wenn sonst keine Mängel oder Differnzen zu erwarten sind ist die Überlegung dies, auch wenn es schwerfällt, zu "dulden".

4. Davon abgesehen, wird wenn auf ein Kautionssparbuch angelegt, diese Kaution für den Vermieter nicht frei verfügbar sein ??? Mal bei der Bank nachfragen - Sperrvermerk - nur gemeinsam - M+VM - verfügbar ???

Wenn Fall 4 zutrifft, dann ist der Ärger programmiert und dann läuft dies wahrscheinlich auf ein Verfahren (Gericht) hinaus.

Ich würde mich beraten lassen z.B. Haus und Grund.

MFG
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