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29.09.2007, 14:06 von MieterschreckProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieterhöhung Stellplätze + Garagen
Hallo Vermieterfreunde,

in unserer mittelgrossen Stadt gibt es einen qualifizierten Mietspiegel, der für Mieterhöhungen herangezogen wird.

Aber wie sieht es bei der Mieterhöhung von Stellplätzen und Garagen aus?

Funktioniert eine Mieterhöhung mittels Vergleichsmieten?
Muss eine Kappungsgrenze beachtet werden?
Gibt es Unterschiede, ob die Anmietung des Stellplatzes/der Garage Teil des Wohnungsmietvertrages ist, oder ob es sich um einen separaten Vertrag handelt?

Wie geht ihr in solchen Fällen vor?

Vielen Dank für eure Tips und Ratschläge.

Viele Grüsse
Mieterschreck
Alle 2 Antworten
03.10.2007, 15:12 von Mieterschreck
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Aus vorgenanntem schließe ich folgendes:

Separater Wohnungsmietvertrag und Stellplatzmietvertrag:
Erhöhung der Stelplatzmiete gem. Ortsüblichkeit/Vergleichsmieten. Kappungsgrenze muss nicht beachtet werden.

Wohnungsmiete und Stellplatzmiete in einem Vertrag:
Im Mietvertrag steht bspw. "Kaltmiete einschl. Stellplatznutzung = Betrag x". Dann Erhöhung über Mietspiegel.

Der Mietspiegel unserer Gemeinde bezieht sich ausschließlich auf den Wohnraum, Stellplätze oder Garagen werden im Mietzins nicht berücksichtigt.

In meinen Mietverträgen wird der Stellplatzmietzins einzeln ausgegeben, es steht dort z.B.:

Kaltmiete für Wohnraum: Betrag x
Stellplatzmiete: Betrag y

Ich gehe davon aus, dass ich dann wie im Falle eines separaten Vertrages, s.o., erhöhen kann.

Seht ihr das auch so?

Viele Grüsse
Mieterschreck
29.09.2007, 15:33 von JollyJumper
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War hier bereits Thema!
http://www.steuern-online.de/cgi-local/loadforum.cgi?http://f3.webmart.de/f.cfm?id=1028041&r=threadview&t=3179715#16220064
Ich darf kurz die Ausführungen des deutschen Mieterbundes dazu wiederholen:
Zitat:
...
Für Fragen der Mieterhöhung und Kündigung ist entscheidend, ob die Garage unabhängig von der Wohnung angemietet wurde oder ob ein einheitliches Mietverhältnis besteht.
Im ersten Fall sind die Regeln für Gewerberaummietrecht anzuwenden. Das heißt, es kommt in erster Linie auf die Vereinbarungen im Mietvertrag an. Fehlen hier konkrete Regelungen, gilt: Kündigungen – egal ob von Mieter oder Vermieter – sind ohne Angabe von Gründen möglich. Die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate. Die Miethöhe oder auch Erhöhungen können frei vereinbart werden.

Typischerweise werden aber Garagen und Wohnungen zusammen vermietet. Für ein einheitliches Mietverhältnis spricht nach Darstellung des Deutschen Mieterbundes, wenn beides beim gleichen Vermieter angemietet wird, wenn dies zeitgleich geschieht und wenn nur ein Vertragsformular genutzt wird. Andererseits spricht aber die nachträgliche Anmietung der Garage mit einem eigenständigen Vertragsformular noch nicht zwingend für getrennte Vertragsverhältnisse. Dieser Ausnahmefall muss bei der Vermietung immer ausdrücklich vereinbart werden oder sich unmittelbar aus den besonderen Umständen ergeben.

Bei einem einheitliches Mietverhältnis von Garage und Wohnung gelten die Vorschriften für das Wohnungsmietrecht. Das bedeutet, eine separate Kündigung nur für die Garage ist im Regelfall nicht zulässig. Einzige Ausnahme: Der Vermieter will im Zuge der Garagenkündigung hier neue Wohnungen schaffen.
Auch eine separate Mieterhöhung für die Garage ist unzulässig. Der Vermieter kann nur die ortsübliche Miete für eine Wohnung mit Garage verlangen und entsprechend erhöhen.

...


aus
http://www.mieterbund.de/recht/mietrecht_aktuell/mietrecht_a-z/Garage.html

Gruß JJ
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