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03.10.2007, 12:41 von DolfProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieterhöhung nach Modernisierung?
Hallo,
bin neu hier und hätte eine Frage:

Ehepaar wohnt seit gut 6 Jahren in einer Wohnung (Bj 1962) zur Miete; es sind noch Uralt-Doppelfenster eingebaut! Mieter möchten nun gerne energiesparende Kunststoff-Fenster eingebaut haben. Bisher wurde keine höhere Miete erhoben. Falls der Vermieter?! die Whg nun modernisieren würde, müsste der Mieter auch mit einer Mieterhöhung von ... bis zu % rechnen? Darf der Vermieter Miete auf einen Schlag erhöhen, da die letzten Jahre keine Mieterhöhung stattfand? ? Wie ist das gesetzlich geregelt / wo nachzulesen?

Danke vorab für Antwort.

Dolf
Alle 7 Antworten
06.10.2007, 00:01 von Mortinghale
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2 x Ja.

05.10.2007, 23:32 von Dolf
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Hallo

und DANKE für eure Infos - vor allem die technischen Überlegungen!!! Wunschkonzert für den Mieter kommt nicht in Frage.

Das Mietrechtsreformgesetz vom 1.9.2001 ist die aktuellste Fassung? .. und

würde Vermieter genannte "Modernisierung" von der Steuer absetzen können?

Danke für re.

Freundliche Grüße

Dolf
03.10.2007, 19:28 von JollyJumper
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@Mortinghale
Jetzt wo Du es sagst! Stimmt.
Aber da wir hier ja immer völlig wertfrei Antworten geben! Anyway!
Die wesentlich Punkte sind genannt.

Gruß JJ
03.10.2007, 17:32 von Mortinghale
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Hi Jolly,

irgendwie hatte ich eher den Eindruck, daß Dolf der Mieter ist.

03.10.2007, 13:38 von JollyJumper
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Technische Aspekte
Erfahrungsgemäß führt der Einbau von neuen Fenster in Altbauten häufig zu weiteren Problemen.
Ein Fensteraustausch ist zwar zur Energieeinsparung sinnvoll dichtet aber die Gebäudehülle weiter ab, so dass daraus Probleme infolge Feuchtigkeit/Schimmel resultieren können, wenn die Nutzer/Mieter nicht ihr Nutzungsverhalten anpassen"

Das liegt daran dass die Fenster bauphysikalisch bisher das schlechteste Bauteil des Gebäudes waren!

Bei Altbauten hat man häufig für die Wände Mauerwerk mit einem U-Wert der Wand ca. 1.3-1.5 (W/m²K)
und für die Fenster
Kastenfenster oder Doppelfenster (Innflügel + Außenflügel mit Luftzwischenraum, bei denen sich im Winter, weil sie nie ganz dicht sind immer Feuchtigkeit an der äußeren Scheibe niederschlägt!) mit einem U-Wert der Fenster ca. 3.0 (W/m²K)

Bislang waren diese Fenster das hinsichtlich Wärmedämmung schlechtestes Bauteil in Deiner Außenwand!(hoher U-Wert).
Außerdem waren sie nicht besonders dicht.

Diese Fenster tauschst Du Fenster mit einem sehr geringeren U-Wert aus.
Kunststoffenster mit Isolierverglasung U-Wert ca. 1.1-1.3 (W/m²K).
Diese Fenster sind vor allem aber sehr dicht!!!!

Der Feuchtigkeitniederschlag an den alten Doppel-/Kastenfenstern, der sehr häufig bemängelt wird, hat in gewisser Weise auch eine Indikatorfunktion.
Das Wasser schlägt sich immer zuerst an der kältesten Stelle nieder, bisher vermutlich das Kastenfenster.
Nun ist das neue Fenster nicht mehr der kälteste (schwächste) Punkt im Raum.
Das Fenster ist aber im Gegensatz zu dem alten Fenster absolut dicht ist verstärkt dadurch diesen Efekt noch.

Das Wasser schlägt sich nun auch an den kältesten Stellen im Raum nieder, meist geometrische Wärmebrücke wie Fensterlaibung, Gebaüdeecke, Ecke Wand Decke, Wand Fussboden oder einfach auch an de ganz normalen Aussenwand!
Geometrische Wärmebrücken sind für den Niederschlag von fechtigkeit und damit verbundenen Schimmen immer besonders gefährdet.

Regelmäßiges Stoßlüften ist nunmehr noch dringender erforderlich um die Feuchtigkeit aus der Luft abzuführen, kann aber das auftreten von Schaden häufig nicht verhindern!

Das ist ein klassisches Schadensbild im Altbau!
-> Grundregel im Altbau:
Nur neue, dicht Fenster einbauen wenn zugleich die Fassade gedämmt (z.B. WDVS)
wird.

Zitat:
Mieter möchten nun gerne energiesparende Kunststoff-Fenster eingebaut haben.

Solltest Du mal überdenken und prüfen, wenn Dein Mieter "Wünsch Dir Was" Stunde hat.

Gruß JJ
03.10.2007, 13:25 von Mortinghale
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Soweit es sich bei dem Fenstertausch um eine Modernisierung handelt, können 11 % der anfallenden Kosten pro Jahr auf den Mieter "umgelegt" werden. Ende offen, also nicht nur für 9 Jahre.
Diese Erhöhung läuft parallel zu anderen möglichen Erhöhungen, es erfolgt auch keine Anrechnung auf die Kappungsgrenze.

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