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13.03.2007, 16:42 von danikullerkeksProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieterhöhung Gewerbe
Hallochen an diesem schönen sonnigen Tag,

ich habe eine Frage - kann man beim Gewerbemietvertrag einfach die Miete erhöhen oder bedarf diese ebenso die Zustimmung vom Mieter? - Weil doch bei Gewerbe alles so frei verhandelbar ist?

Nun weiter, wenn der Mieter des Gewerbes nun einen Teil weiter untervermietet - wie ist es da mit einer Mieterhöhung. Ein mietvertrag wurde aufgesetzt, wo nur kündigungsfristen enthalten sind - nichts mit fester Miete oder dergleichen.

Nun noch weiter - richtet man bei untervermietung die Mieterhöhung auch an den Mietspiegel?

Vielen Dank
LG und sonnige dazu danikullerkeks
Alle 4 Antworten
15.03.2007, 09:36 von Kasperkopf
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Hallo Dani,

Gewerbemietverträge sind immer heikel. Wir hatten z. B. seinerzeit bei der Anmietung unseres Büros auf eigene Kosten neue Bodenbeläge, Trennwände, Türen etc. investiert und wollten daher auch die Sicherheit, dass wir dort eine Weile bei konstanter Miete bleiben konnten. Gleichzeitig wollten wir uns aber nicht zu lange binden, denn weiß man immer so genau, was die Zukunft bringt? Also wurde ein Dreijahresvertrag mit einer wirklich moderaten Miete vereinbart. Nach Ablauf der drei Jahre verlängert sich der Mietvertrag jeweils um ein Jahr, wenn er nicht mit dreimonatiger Frist verlängert wird. Der Vermieter meinte damals, dass er von uns mit Sicherheit nach den drei Jahren eine höhere Miete verlangen würde.

Also warten wir jedes Jahr zu der bestimmten Zeit, wenn die Kündigungsfrist ihrem Ende entgegegen geht, ob eine Kündigung kommt. Bisher blieb sie aus. Wir vermuten, dass unser Vermieter auch das Risiko scheut, uns durch eine Kündigung mit gleichzeitigem Angebot für eine höhere Miete, zu verlieren. Denn wir sind ehrliche, zuverlässige und vor allem überpünktlich zahlende Mieter. Und was nutzt es einem Vermieter, vielleicht hundert Euro mehr zu bekommen aber dafür das Risiko eingeht, sich einen Nomaden einzufangen?

All diese Punkte müssen immer sorgsam abgewogen werden. Daher ist der Vorschlag von Wolf, vor einer Kündigung zu verhandeln, in jedem Falle sehr empfehlenswert.

Ich erlebe das gerade mit einem Gewerbemieter in einem Haus, das ich verwalte. Die Initiative ging vom Mieter aus, weil er eine Reduktion der Pacht will. Da ich die Fläche als nicht leicht vermietbar ansehe, habe ich dem Eigentümer geraten, bis zu einem gewissen Maß mit der wirklich nicht gerade preiswerten Pacht entgegen zu kommen. Doch nun hat der Mieter Morgenluft gewittert und das, was er anbietet, wird immer weniger. Sein Argument: Wenn Ihr darauf nicht eingeht, muss ich kündigen. Ich weiß nicht, ob er blufft und bin sehr gespannt, wie die Sache ausgeht.

Gruss Kasperkopf
14.03.2007, 18:57 von Wolf
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Hallo Dani,

Zitat:
Das heißt also, dass der Vermieter des Untermieters nicht einfach die Miete ändern darf, nur wenn eine Kündigung des Untermietvertrages erfolgt und darauf ein neues Angebot folgt.
Ist das so richtig???


Kasperkopf hat deine Fragen bereits bestens beantwortet. Ich würde übrigens vor der Änderungskündigung (Kündigung mit gleichzeitigem neuem Angebot) eine einvernehmliche Mieterhöhung mit dem (Unter-)mieter versuchen.

Zitat:
Kann man sich irgendwie davor schützen, wenn man als Untermieter viel Geld investiert hat und eine Gewerbe aufzupeppeln und der Vermieter dann nun einen kündigen will, weil der Meinung ist, das Gewerbe zu einen besseren Preis zu vermieten??


Man hätte eine längere Laufzeit vereinbaren können. Jetzt ist da nix mehr zu machen (ausser Verhandeln).

Zitat:
Lange Laufzeiten wurde nicht vereinbart, da man nie weiß wie langlebig alles so ist, und dann noch beschissene lage wo mundpropagande nur werbung macht.


Na, das Risiko gilt ja für beide Seiten. Eine lange Laufzeit bietet Vorteile und birgt Risiken. Das gilt es vor Vertragsabschluss auszuloten. Ich schließe meine Gewerberaummietverträge übrigens bisher immer mit einer Laufzeit von einem Jahr und Verlängerung von jeweils einem Jahr ab, wenn nicht innerhalb der gesetzlichen Frist gekündigt wird.
14.03.2007, 14:08 von danikullerkeks
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Danke Kasperkopf,

nunn zu deiner Frage: Es handelt sich um den Mietvertrag des Untermieters, wo eine Kündigungsfrist von 6 Monaten festgehalten wurde - abgesehen davon keine festen Laufzeiten und nicht von Mieterhöhung Staffelmiete oder Indexmiete.

Das heißt also, dass der Vermieter des Untermieters nicht einfach die Miete ändern darf, nur wenn eine Kündigung des Untermietvertrages erfolgt und darauf ein neues Angebot folgt.

Ist das so richtig???

Kann man sich irgendwie davor schützen, wenn man als Untermieter viel Geld investiert hat und eine Gewerbe aufzupeppeln und der Vermieter dann nun einen kündigen will, weil der Meinung ist, das Gewerbe zu einen besseren Preis zu vermieten??

Lange Laufzeiten wurde nicht vereinbart, da man nie weiß wie langlebig alles so ist, und dann noch beschissene lage wo mundpropagande nur werbung macht.

Vielen Dank
13.03.2007, 17:20 von Kasperkopf
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Hallo Dani,

eine Frage habe ich noch:

Zitat:
Ein mietvertrag wurde aufgesetzt, wo nur kündigungsfristen enthalten sind - nichts mit fester Miete oder dergleichen.

Bezieht sich das auf Deinen Mietvertrag, den Du mit Deinem Gewerbemieter hast oder auf den Untermietvertrag Deines Mieters?

Normalerweise ist das mit den Gewerbemietverträgen ja wie folgt: Da ist eine Vertragslaufzeit x mit einer Miethöhe y vereinbart. Wird der Vertrag von keiner Seite gekündigt, verlängert er sich um Laufzeit z. Bezüglich Mieterhöhungen ist entweder

a) eine Indexmiete,
b) eine Staffelmiete,
c) oder gar nix vereinbart.

Bei a) + b) erhöht man gemäß den Vereinbarungen bei c) wird der Vertrag zum Ende der Vertragslaufzeit gekündigt und ein neues Angebot unterbreitet auf das man sich einigt oder nicht. Einigt man sich nicht, muss man sich einen neuen Mieter suchen.

So kenne ich es zumindest. Und Mietspiegel für Gewerberäume gibts bei uns jedenfalls nicht.

Gruss Kasperkopf
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