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07.12.2006, 19:30 von lmskrellProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieter wünscht Austausch einer Toilette
Hallo liebe Vermieterforumsgemeinde,

ich bin selbst Vermieter einer Eigentumswohnung (Altbau ca. 1980).
Die Wohnung ist in sehr gutem Zustand, alle Zimmer neu renoviert (Fenster, Böden, etc), das Bad vor ca. 5 Jahren komplett erneuert.
Die Wohnung hat seit Anfang dieses Jahres einen neuen Mieter.

Zum Sachverhalt:
1.)
Der Mieter bemängelt die Toiletten-Schüssel, da diese seiner Meinung nach im vorderen Bereich eine unzureichende Wasserführung hat und damit Spülfunktion gewährleistet.
Ein Sanitärbetrieb hat die Toilette begutachtet.
Die Toilette ist i.O., die Spülfunktion ist sicherlich bei sehr teuren Markenprodukten mit sog. "geführter Wasserspülung" im vorderen Bereich besser.

Meiner Meinung nach stellt diese Toilette, da sie ja funktionstüchtig ist (wie gut darüber lässt sich sicherlich streiten) keinen direkten Mangel dar.
Ich hätte den Mieter dennoch gerne zufrieden gestellt und die Toiletten-Schüssel mit einer Kostenbeteiligung getauscht.
Die Kostenbeteiligung wurde abgelehnt.

Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Wie seht ihr die Rechtslage - ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich nicht verpflichtet bin die WC-Schüssel auf ganz eigene Kosten zu tauschen, nur weil der Mieter meint es gäbe bessere oder schönere.

2.)
Es wird desweiteren bemängelt, dass das Abwasserrohr im Bad "zu laut ist". In der Nacht würde man die darüber wohnenden Nachbarn hören wenn Sie die Toilettenspülung betätigen.

Dies lässt sich im Altbau leider nicht vermeiden, da damals die Abwasserfallleitungen teilweise direkt in der Wand ohne Schalldämmung verlegt wurden.
(Der Schallschutz ist ja teilweise sogar im Neubau ein Problem).

Wie ist hier die Rechtlage? Nachbessern kann ich nichts, da hiervon die ganze Eigentümergemeinschaft betroffen ist.
Meiner Meinung nach ist eine Mietminderung vom Mieter nicht durchsetzbar.
Erfahrungen ?

Herzlichen Dank für kompetente Anworten im Voraus
Daniel
Alle 7 Antworten
10.12.2006, 16:29 von Clausy
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Hallo Daniel!

Na da scheinst Du dir aber einen Erbsenzähler eingefangen zu haben. Da gehe ich mal davon aus, daß das nur die Spitze des Eisberges sein wird. Wenn Du dem nun nachgibst, wird der nächste Hammer kommen.
Da kann ich Dir nur raten, bleib standhaft, denn sonst wird m.E. nach eine Forderung nach der Anderen kommen, bis Du genervt dem Mieter kündigen möchtest, dann geht es erst richtig zur Sache.

Gruß Clausy
08.12.2006, 17:22 von chum
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- Wenn dem Mieter die Toilette - die den Angaben nach Tadellos den SchiXX wegspült - nicht genehm ist, soll er sich selbst eine Toilette kaufen. Nach Abschluss des MVs kann der Mieter nicht auf einmal Sonderwünsche äussern, es gefällt die Kloschüssel nicht.
- Je grösser ein MFH ist, desto mehr lärm gibt es. Wenn man das Abwasserrohr des Nachbarn hört, gehört die zu den "normalen" Wohngeräuschen.
................
Aber;
es gibt halt Mieter die für eine Wohnung in einem MFH zahlen und sich benehmen, als ob sie auf dem Land im EFH wohnen.
Und den Unterschied sollten Sie dem Mieter diplomatisch klarmachen. (ich gehe davon aus, dass überprüft und es liegt wirklich kein Defekt vor, an WC-Schüssel und an Leitung)
08.12.2006, 11:40 von ADele
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ich sehe das genauso wie Sommer.

Am Anfang meiner Vermieterzeit war ich immer konsensbereit und auf Kompromiss bedacht und das wurde von manchen Mietern ausgenützt.

Viele Grüße Adele
08.12.2006, 10:35 von Sommer
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Also als Kleinreparatur kannman die Toilette rechtsgültig nicht ersetzen.

Hier gilt zunächst: Gemietet wie gesehen.
Die Toilette wurde geprüft und für o.k. befunden und damit hast Du alles getan was Du tun musstest - sogar mehr da Du einen Austausch gegen Kostenbeteiligung angeboten hast.

Ergo: Mehr bitte nicht, wenn er will, kann er ja kündigen und sich was neues suchen.

Auch die Lärmbelästigung ist so eine Sache - auch hier muß er das m.E. dulden zumal Du hast prüfen und feststellen lassen, daß eine Änderung des Zustandes kaum oder nur unter unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich sei.

Hört doch endlich mal auf, Euch wegen so einem Kleinkram vorführen zu lassen!!!

S.
08.12.2006, 09:34 von Sledge_Hammer
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Hallo,

kauf doch eine Toilette genau für den Höchstbetrag der Kleinreperatur und informiere den Mieter über die Einbehaltung/Verrechnung des Betrages bei der NK Abrechnung.

Mfg S. Hammer
07.12.2006, 20:49 von buba
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hallo,
vielleicht damit vergleichbar(?)
Zitat:
Lärmbelästigungen im Altbau
Altbauten sind schon mal etwas hellhöriger als Neubauten. Das ist eine alte Binsenwahrheit. Nur Mieter wollen das oftmals nicht wahrhaben und mindern die Miete wegen Lärmbelästigung, weil Stimmengewirr usw. aus der Nachbarwohnung zu ihnen dringt.

Dazu jetzt das AG München:

Lärmbelästigungen in Altbauten, die Ausdruck einer normalen Wohnungsnutzung sind, müssen hingenommen werden. An den Lärmschutz in Altbauten können nicht die gleichen Anforderungen wie für Neubauten gestellt werden. Ausreichend ist, dass beispielsweise die Trittschalldämmung die Vorgaben erfüllt, die galten, als der Altbau errichtet wurde (AG München, AZ: 453 C 24551/03).

07.12.2006, 20:31 von villaporta
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Hallo Imskrell,

konkrete Auskunft kann ich Dir zwar nicht geben, eher eine gefühlte: Wenn ich eine Wohnung eher teuer vermietet habe und mir auch der Mieter lieb und teuer ist, dann leiste ich als Vermieter mehr als ich lt. Gesetz/MV tun müsste.

Wenn die Wohnung eher preiswert ist, muss dem Mieter auch der übliche einfache Standard reichen.

Gruesse

Villaporta
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