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31.10.2007, 07:59 von zoelieProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieter verweigert Reparatur
Hallo,
ein Mieter von uns beklagt seit geraumer Zeit die Undichtigkeit seiner Wohnungseingangstür. Er möchte eine neue Tür. Wir haben einen Tischler hingeschickt, einen Schlosser und zu guter Letzt soll die Tür von einem Tischler komplett incl.Rahmen überarbeitet werden. Nun verweigert der Mieter die Ausführung der Reparatur. Er will die Miete mindern bis er eine neue Tür hat.
Was kann ich tun???
zoelie
Alle 15 Antworten
19.11.2007, 17:43 von rennsalami
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Zitat:
Warum sollte er dem Mieter eine neue Tür bezahlen, wenn eine Reparatur möglich und billiger ist?

Wenn etwas kaputt geht, muss es repariert werden, o.k.

Aber wo bitte steht, dass der Mieter dann immer Anspruch auf Ersatz durch Neuware hat???


Das würde ich auch nicht einsehen
11.11.2007, 12:58 von Peter_Pan
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Stimmt, zwischen Theorie und Praxis ist ein himmelweiter Unterschied. Ich bemängel auch ausdrücklich -was ich auch tgl. erlebe- trotz "eindeutiger" Rechtslage die Willkür unserer Gerichtsbarkeit, die nichts mit im Recht sein oder im Unrechtsein zu tun hat. Wenn ein Richter was gegen Dich oder Deinen Anwalt hat, bist du chancenlos.
Nur empfehle ich jedem der einen Gang vor Gericht vorhat: überprüfen Sie lieber einmal zuviel als einmal zu wenig wie die theoretische Rechtslage ist, denn ohne sie habe ich auch praktisch keinen Erfolg
11.11.2007, 12:06 von mieterminator
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Hallo Peter_Pan,

das ist der kleine Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Du magst zwar Recht haben, aber ...
Ich hatte eben genau dieses Thema mal sehr lange und ausführlich mit einem Anwalt diskutiert. Das Ergebnis war sehr niederschmetternd.
Also sollte man in einem solchen Fall nicht nur alles schriftlich festhalten, sondern auch nach Möglichkeit auch auf einen möglichst "penetranten" Handwerker zurückgreifen können.

mieterminator
11.11.2007, 10:29 von Peter_Pan
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Stimmt nicht unbedingt.

Läßt ein Mieter den Vermieter zur Behebung eines Mangels trotz wiederholter Aufforderung nicht in die Mieträume, kann der Vermieter sogar wegen Verschlechterung des ursprünglich geschuldeten Zustandes vom Mieter Schadensersatz fordern.

Hier sind mehrere Möglichkeiten gangbar:

Feststellungsklage, Beweissicherungsverfahren, Schadensersatzklage etc.pp
10.11.2007, 23:01 von mieterminator
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Hallo zoeli,

ich kann mich hier nur einigen (nicht allen) der vorigen Beiträge anschliessen:

Alles schriftlich machen!

Von einer Zerrüttung des Mietverhältnisses zu sprechen, dazu braucht es schon richtig fette Hämmer. Ich kenne bisher keinen Mietstreit, in dem es auf Zerrüttung rauslief.

Zitat:
Es kommen ständig irgendwelche Probleme...

Das hört sich nach Problemmieter an. Vermutlich wird er, auch dann, wenn Du ihm eine neue Türe einbaust, wieder etwas finden, um die Miete zu mindern. Beginnt leider oft so und endet mit eingestellten Mietzahlungen und einem riesigen Gerichtsprozedere.

Leider ist der Vermieter in einer solchen Situation machtlos: Der Mieter kann mindern wie er will und wenn er die Handwerker nicht einlässt, dann hat der Vermieter praktisch keine Chance.

Daher alles schriftlich machen!

Und noch ein Tip aus der Praxis: Suche Dir für die Arbeiten an der Türe möglichst nur EINEN Handwerker, der ziemlich penetrant ist und immer wieder beim Mieter vorbeischaut, bis dieser die Türe doch reparieren lässt.

Viel Glück, und hoffentlich bekommt sich Dein Mieter wieder eingerenkt,

Mieterminator
10.11.2007, 15:30 von Peter_Pan
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Hallo,

dem Mieter ist rechtzeitig, am besten schriftlich bis zu einer Frist von 14 Tagen mitzuteilen, wann, wo und wer die Reparaturen in welchem Umfang ausführt. Anspruch hat der Mieter auf einen Alternativtermin.Also immer zwei Termine anbieten. Auf einen muß er sich festlegen. Verwiegert der Mieter die Reparatur aus nicht triftigen Gründen (triftiger Grund z. b. Krankheit, Urlaub, Fortbildung etc.) kann er weder eine Mietminderung noch eine Ersatzhandlung verlangen und beanspruchen.
01.11.2007, 09:01 von Sommer
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Zitat:
Kann man wegen Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses kündigen.


Erfahrungsgemäß schwieirg; geh zum Anwalt. M.E. braucht es dazu schwere Schäden, wie z.B. ein Gasleck oder Wasserschaden dessen Reparatur verhindert wird - ne Tür reicht dafür wohl nicht.

Auf jeden Fall alles dokumentieren, mit Zeugen und Datum, Fotos, Uhrzeit. Der Minderung widersprechen und auf Reparaturversuche verweisen, die vom Mieter abgewiesen/verhindert wurde. Darauf verweisen, daß lt. MV eine Mitarbeitspflicht bei der Schadensbeseitigung besteht. Wenn die Minderung den Betrag von zwei vollen MM erreicht hat, kannst Du die Kündigung wegen Mietrückstandes aussprechen. Dann wird es wohl das Gericht klären in wie weit Minderung gerechtfertigt war.

S.
31.10.2007, 16:49 von zoelie
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Beim Einbau einer neuen Tür kommen Folgekosten, der Rahmen, die Wand des Treppenhauses. Die Kosten steigen ins ... Eine Rep. würde reichen.
Kann man wegen Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses kündigen. Es kommen ständig irgendwelche Probleme...

mfg
zoelie
31.10.2007, 13:51 von Dernie
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War mein Beitrag so beleidigend, daß er gelöscht werden mußte????
Wahrscheinlich war er den Trollen einfach nur zu unangenehm!!!

Hier nochmals mein Beitrag:

Bedenken Sie:
100 Prozent Miete gibt es auch, wenn der Mieter weniger als 100 Prozent Wohnwert haben möchte. Sinkt der Wohnwert, darf dann eben nicht die Miete sinken.
31.10.2007, 12:16 von scientia
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Noch immer bestimmt der Eigentümer die Ausführung von Reparturen und Neuanschaffungen.
Es ist wohl klar, das diese fach und sachgerecht ausgeführt werden.
Gerade im Altbaubereich ist eine Neuanfertigung nicht möglich oder geboten und Reparaturen wirtschaflich geboten und aus Denkmalschutzsicht sogar gefordert.
Da kann ein Mieter lange was wünschen..

Man kann dann zwar einem Prozeß ruhig ins Auge sehen.
Das Mietklima wird aber dann sowieso vergiftet sein, daß man sich überlegen sollte, wie das Mietverhältnis zu lösen ist.
Wenn sich solche Leute was in den Kopf setzen, hilft oft auch nicht Fach und Sachverstand zur Überzeugung., auch wenn Reparaturen teurer für den Vermieter sein können als optisch wenig ansprechende Neuanschaffungen.
gruesse scientia
31.10.2007, 12:10 von JollyJumper
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Zitat:
Er will die Miete mindern bis er eine neue Tür hat.

Mal so interessenhalber!
Wieviel mindert er denn dafür oder will er mindern.
Gruß JJ
31.10.2007, 09:50 von hecke
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hallo zoelie,

denke bitte daran das den ganzen vorgang schriftlich mit deinem mieter durchziehst, schreiben bestaetigen lassen oder/ und unbedingt unter zeugen (die den inhalt gelesen haben) einwerfen/uebergeben.
natuerlich bist du nicht dazu verpflichtet eine neue tuer einzubauen, jedoch musst du-wie du es ja auch planst den schaden beheben lassen- lass dir von einigen schwachkoepfen hier aus dem forum nichts anderes erzaehlen!
die mieter kann er nicht mindern-hat er dir dieses schon schriftlich mitgeteilt, oder ist dein mieter so eine luftpumpe wo nur heiße luft kommt und sonst nüx?
lass dich auf kein spielchen ein.

ich wuerde mir an deiner stelle erstmal schriftlich gebenlassen, dass er auf eine neue (*g) tuer besteht, und dir ansonsten die miete kuerzen will, mach er es net, kannst du das volle programm durchziehen
31.10.2007, 08:49 von stefan_nuernberg
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@zoelie

Also aus meiner Sicht hast Du versucht, den Schaden zu beheben. Die Mietminderung läuft also wohl ins Leere. Ich würde mir Bestätigungen der Handwerker geben, dass die geplante Reparatur den gemeldeten Mangel behoben hätte, dann noch eine Bestätigung, dass der Mieter die Reparatur nicht zugelassen hat.

Bei Mietminderung - Anwalt (wenn Rechtsschutz) bzw. Mahnbescheid.

31.10.2007, 08:46 von stefan_nuernberg
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Warum sollte er dem Mieter eine neue Tür bezahlen, wenn eine Reparatur möglich und billiger ist?

Wenn etwas kaputt geht, muss es repariert werden, o.k.

Aber wo bitte steht, dass der Mieter dann immer Anspruch auf Ersatz durch Neuware hat???
31.10.2007, 08:25 von andreasM
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Bauen Sie doch einfach eine ordentliche Türe ein. Damit gehen Sie dem Ärger einfach aus dem Weg.

Bedenken Sie:
100 Prozent Miete gibt es nur für 100 Prozent Wohnwert, so wie es beim Mietvertragabschluss vereinbart war. Sinkt der Wohnwert, muss auch die Miete sinken.

Nach dem Gesetz muss der am Ort ansässige Vermieter Fehler und/oder Mängel der Mietsache beseitigen bzw. reparieren. Macht er das nicht, so kann der Mieter unter Umständen den Mangel selbst zu Lasten des Vermieters beheben lassen, er hat eventuell Schadensersatzansprüche oder ein Zurückbehaltungsrecht an der monatlichen Miete. Bei "schwersten" Mängeln kann er sogar recht schnell fristlos kündigen.
Das bedeutenste Recht eines Mieters bei Wohnungsmängel ist aber derzeit die Mietminderung. Solange Wohnungsmängel vorliegen, kann und sollte der Mieter die Miete kürzen, das heißt, er hat das direkte Recht vermindert Miete zu zahlen. Nach dem deutschen Gesetz (BGB) spielt es keine Rolle, ob der Vermieter den Mangel zu verantworten hat oder auch nicht. Selbst Mängel, die von Dritten hervorgerufen werden, auf die der Vermieter keinen Einfluss hat, und Mängel, die er möglicherweise gar nicht abstellen bzw. beseitigen kann, berechtigen den Mieter zur direkten Minderung, so zum Beispiel der Lärm aus einem Betrieb oder anderer Unternehmung bzw. Störungen, welche von einer angrenzenden Baustelle ausgehen. Entscheidend ist allein, dass ein Mangel vorliegt, welcher den Wohnwert der gemieteten Einheit/Whg mindert.

AM
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