> zur Übersicht Forum
16.03.2008, 00:37 von villaportaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieter verlangt Gasanbieterwechsel
Hallo liebes Forum!

Kann ein Mieter eines Mietshauses einen Wechsel des Gasanbieters verlangen?

Er hat mir vorgerechnet, dass angeblich 10 % der Kosten einzusparen wären. Ich kann mir dass aber nicht vorstellen. Habe selber vor 6 Monaten für ein vergleichbares Haus einen Kostencheck (Verivox) gemacht und kam auf eine äusserst magere Ersparniss, keinesfalls 10 %.

AUsserdem weiss ich ja nicht, wie man woanders als bei der GASAG als Kund ebehandelt wird, es existieren ja die tollsten Geschichten.

Hat vielleicht jemand schon gewechselt oder einen Tipp?

Viele Grüsse

Villaporta
Alle 8 Antworten
16.03.2008, 20:29 von Sommer
Profil ansehen
Und genau DESHALB bin ich noch immer bei der guten alten Inklusivmiete...da kann mir keiner reinquatschen, jeder hat seine eigene Therme und kann da munter Gasanbieterwechsel machen aber alles andere ist schlichtweg mein Bier. Und weder der Mieter stresst sich mit Kostenvergleichen noch streßt er mich. Klar, das bezahle ich mit gewissen Risiken und Widrigkeiten aber im Vergleich dazu BK-Abrechnungen machen und noch mehr Tücken im Mv...brrrrrrrrrrr.

S.
16.03.2008, 13:30 von cavalier
Profil ansehen
Kann ein Mieter eines Mietshauses einen Wechsel des Gasanbieters verlangen?
Nein, er kann darum bitten aber nicht verlangen.

Aber es spricht ja nichts dagegen, wenn es vetraglich möglich ist und der Mieter dadurch Kosten spart.

Jeder vernünftige Vermieter achtet auf ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis.
16.03.2008, 12:24 von villaporta
Profil ansehen
Halloo zusammen,

danke für Eure Antworten!

Es ist grundsätzlich mein Credo, ein Haus kostengünstig zu bewirtschaften, d. h. überflüssige Kosten vermeiden, preiswerte Anbieter auswählen etc. soweit der Aufwand dafür im Rahmen ist und ich mich nicht auf unüberschaubare Risiken einlassen muss.

Im Hinblick auf mögliche Fussangeln werde ich den Energiekostenvergleich nochmal starten, ich wäre aber sehr überrascht, wenn sich tatsächlich 10 % der Gaskosten durch Anbieterwechsel einsparen liessen.

Wenn ich ein Ergebnis habe, werde ich das posten.

Viele Grüsse

Villaporta
16.03.2008, 10:51 von CMAX_65
Profil ansehen
Hi,

bei uns ist es so, dass jeder eine separate Gasetagenheizung hat, wir also überhaupt nicht Vertragspartner sind. Das ist natürlich die beste Lösung !

Grundsätzlich sehe ich das auch wie die anderen, möglichst günsten Anbieter allein schon deswegen, weil dann die Miete insgesamt akzeptabel ist (den Mieter interessieren ja letztlich hauptsächlich die Gesamtkosten).

Voraussetztung ist gleiche Konditionen und zwar nicht nur Preis, Laufzeit, Nebenbedingungen etc. Sind diese tatsächlich vergleichbar, warum dann kein Anbieterwechsel ???

MFG
16.03.2008, 10:49 von JollyJumper
Profil ansehen
Ich sehe das auch so wie stefan_nuernberg.
Die billigsten sind immer die mit Vorauskasse. Verlustrisiko eingeschlossen!
Die sind halt so billig, weil sie mit dem Geld, Vorauskasse für 1 Jahr i.d.R. auf dem Kapitalmarkt arbeiten!
Solch einen Tarif würde ich nur wählen, wenn der Mieter auch die Vorauskasse für den Zeitraum übernimmt und auch die eventuellen Totalverluste mit trägt.....
Da gibt es aber bestimmt wieder irgendwelche Urteile die dem Vermieter das komplette Wagnis überhelfen.


Bei Verivox muss man auch immer die folgenden Kriterien neben dem Preis mit berücksichtigen:

1) Laufzeit/Kündigungsfrist (erst recht wenn irgentwelche Bonuszahlungen, die erst den günstigen Preis verursachen an best Laufzeiten gebunden sind)
2) Preisgarantie!
3) Zahlung per Vorauskasse???

Es gilt halt wie immer im Leben:
1) Der billigste ist nicht immer der Günstigste!
aber halt auch
2) Billig, darauf stehst Du doch!!

Gruß JJ

16.03.2008, 10:21 von zaunkoenig
Profil ansehen
Hallo,

§ 254 Mitverschulden
(1) Hat bei der Entstehung des Schadens ein Verschulden des Beschädigten mitgewirkt, so hängt die Verpflichtung zum Ersatz sowie der Umfang des zu leistenden Ersatzes von den Umständen, insbesondere davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist.
(2) 1Dies gilt auch dann, wenn sich das Verschulden des Beschädigten darauf beschränkt, dass er unterlassen hat, den Schuldner auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen, die der Schuldner weder kannte noch kennen musste, oder dass er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern. 2Die Vorschrift des § 278 findet entsprechende Anwendung.

Ein kleiner, recht unverständlicher Paragraph, den man kurz und knapp mit dem Begriff "Kostenminderungspflicht" umschreiben kann.

Der Vermieter ist sehr wohl verpflichtet, den Aufwand für seine Mieter (die Kosten) so gering wie möglich zu halten.
Dazu ist er aus eigenem Antrieb gefordert, die Kosten für seine Mieter so gering wie möglich zu halten, soweit dies in einem zumutbaren Verhältnis von Aufwand (für den Vermieter) und Kostenminderung (für den Mieter) steht.

Erfolgt gar der Hinweis des Mieters, dass erhebliche Kosten eingespart werden können, verbleibt beim Vermieter lediglich der Aufwand die Information zu überprüfen. Angesichts des Informationszeitalters kein besonderes Problem.

Ich kann mich an einen Gerichtsentscheid aus Anfang der 90er Jahre erinnern, wo ein Vermieter von einem Mieter verklagt wurde, weil der Vermieter eine Gebäudeversicherung bei der Versicherung seines Vertrauens abgeschlossen hatte (war zufällig ein Verwandter). Der Mieter konnte dem Vermieter eine Versicherung unter gleichen Konditionen anbieten, die um ca. 30 Prozent günstiger war.
Da der Vermieter nicht wechseln wollte (ich habe alle meine Versicherungen bei diesem Unternehmen und bisher keine Probleme gehabt), klagte der Mieter und bekam, unter Hinweis der Kostenminderungspflicht nach § 254 BGB, vom Gericht recht.

Das entspricht auch einer nachvollziehbaren Logik. Der Mieter würde, aus rein wirtschaftlichen Interessen, den Gasanbieter wechseln. Er ist aber daran gehindert, da der Liefervertrag zwischen dem Energieversorger und dem Hausbesitzer (Vermieter) abgeschlossen ist (ist zumindest der Normalfall, wenn nicht jede Wohnung über einen separaten Zugang mit Zähler verfügt). Der Mieter hat also keinen Einfluss auf eine Kostensteigerung oder ein günstigeres Angebot zu reagieren.
Andererseits, darf es dem Vermieter nicht gleichgültig sein, seinen Mieter unnötig wirtschaftlich zu belasten. Ihm obliegt hier eine gewisse Fürsorgepflicht, die ihn dazu verpflichtet so zu handeln, wie er es wirtschaftlich sinnvoll auch für sich tun würde, wenn er selbst belastet wäre.

16.03.2008, 10:11 von stefan_nuernberg
Profil ansehen
Ich würde aber bei den Vergleichen (z.B. Verivox) noch auf folgendes achten:

Die billigsten Anbieter sind meistens solche mit Vorauszahlungen; hier besteht die Gefahr, dass ein Anbieter pleite macht, dann sind die geleisteten Vorauszahlungen nämlich weg (hat es ja bei Stromanbietern bereits gegeben!).

Von solchen Anbietern würde ich persönlich die Finger lassen; wenn der Mieter meint, es müsste unbedingt der billigste sein, würde ich die beim Vergleich komplett außen vor lassen. Der Mieter wird sicherlich nicht zustimmen, wenn der Anbieter pleite geht und er dann das Gas über die Umlage zweimal bezahlen soll, einmal die vom VM geleisteten Vorauszahlungen und dann noch die Rechnung über das woanders gekaufte Gas (nach der Pleite des Anbieters 1).

Gruß

Stefan
16.03.2008, 08:02 von Sommer
Profil ansehen
Hallo, Villa,
also grundsätzlich sehe ich im Anbieterwechsel - sofern er Dich nicht mit irgendwelchen Klauseln beeinträchtigt (Kündigungsfristen o.ä.)- kein Problem. Habe auch Mieter, die inzwischen bei Nuon-Gas sind.
Aber "verlangen" kann er das nun nicht - anregen kann er ja gerne aber die Entscheidung liegt bei Dir. Lies Dir die Konditionen genau durch. www.verivox.de bietet m.E. auch einen Vergleich der Gasanbieters und gilt lt. Test als weitgehend neutral bei der Bewertung.

S.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter