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26.01.2007, 18:52 von StefanusProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieter untereinander Zerstritten
Hallo,

meine Mieterin beschwert sich häufig über einen anderen Hausbewohner (Mieter eines anderen Wohnungseigentümers).
Dieser würde sie Beschimpfen und Beleidigen.
Nun bat sie mich als Vermieter in dieser Angelegenheit etwas zu unternehmen.
Ich selbst kann die Sache nicht Beurteilen, kenne den Mann nicht, dieser war auch bisher diesbezüglich noch nicht Auffällig geworden.
Auf Nachfrage beim Verwalter des Anwesens, bekam ich die Antwort das persönliche Beleidigungen oder
Beschimpfungen
nicht Sache des Vermieters oder des Verwalters sind. "Für das friedliche Zusammenleben sind die Personen im Haus selbst verantwortlich".
Ist das so richtig ?
Muß ich in dieser Sache nicht weiter aktiv werden ?
Alle 23 Antworten
31.01.2007, 15:26 von Jobo
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Zitat:
Wenn sich herausstellen sollte das jemand gegen die Hausordnung verstößt, wird sich bei uns zunächst der Verwalter des Hauses und nicht in erster Linie der Vermieter darum kümmern.



@Stefanus
eine guter Hausverwaltung kümmert sich darum, da gebe ich Dir vollkomemn recht. Aber der Vertragspartner für den Mieter ist oftmals der VM. Mit einer guten Hausverwaltung hat er ja die Verpflichtung des VM darauf zu achten, dass die Hausordnung eingehalten wird, delegiert. Jedoch kann er sich der Verpflichtung nicht entziehen.
Jobo
31.01.2007, 06:45 von Stefanus
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Verstößt jedoch ein Mieter gegen die Hausordnung und es stört einen Mieter spätestens dann hat der VM ein zu greifen.
Wenn sich herausstellen sollte das jemand gegen die Hausordnung verstößt, wird sich bei uns zunächst der Verwalter des Hauses und nicht in erster Linie der Vermieter darum kümmern.
30.01.2007, 13:34 von Augenroll
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Zitat:
Der Mieter ist Kunde und sollte auch so behandelt werden.


Ach nee, das lese ich hier aber selten. Danke!

Sorry für meine wirklich übertriebene Umkehrlogik, war hier fehl am Platze.
30.01.2007, 13:30 von Jobo
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Zitat:
Nein, das wollen wir doch nicht, der Mieter soll bitte schön der Spielball bleiben.



@augenroll
deine Umkehrlogik ist umwerfend. Du glaubst wohl auch, dass es geregnet hat wenn die Straße naß ist, nur weil die Straße naß ist, wenn es geregnet hat.
Allerdings kann die Straße ja auch anderweitig naß werden, oder ?

Wenn einem Mieter die Nase des anderen Mieters nicht paßt und diese sich deshalb streiten, braucht VM sich nicht einmischen.
Verstößt jedoch ein Mieter gegen die Hausordnung und es stört einen Mieter spätestens dann hat der VM ein zu greifen.
Der Mieter ist Kunde und sollte auch so behandelt werden.

Jobo
30.01.2007, 07:59 von Augenroll
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Zitat:
...dass andere Mieter ausziehen !


Finde ich wichtig. Die beschriebenen Zustände tragen allgemein zu einer schlechteren Stimmung in der Wohnanlage bei. Viele Mieter verhalten sich still, ziehen dann irgendwann aus und sagen nicht direkt warum.

Zitat:
...und sich nicht zum Spielball der Mieter machen lassen.

Nein, das wollen wir doch nicht, der Mieter soll bitte schön der Spielball bleiben.

29.01.2007, 19:06 von Jobo
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bedenkt auch die Folgen wenn sich alle VM raushalten und es wegen eines Mieters passiert, dass andere Mieter ausziehen !
Ich denke schon, dass man sich als VM drum kümmern muss, allerdings sollte VM sich auf beweisbaren Verstössen gegen die Hausordnung konzentrieren und sich nicht zum Spielball der Mieter machen lassen.
Jobo
28.01.2007, 18:32 von CMAX_65
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Nachtrag

Zitat:
"Kindergarten-problemen"


kommt darauf an aus wessen Sicht. Für die Betroffenen Kontrahenten kann dies ein grosses Problem sein und bei Auszug zu Ihrem Problem werden.

Einfach beiden mal ein Broschüre geben bzw. darauf hinweisen, wäre ein Versuch wert, oder ?!!!?

Ein Gespräch mit dem Vermieter der "Gegenseite" wäre möglicherweise nützlich, um mehr Hintergründe zu erfahren.

Birgt natürlich auch Risiken ! Aus der Ferne ist das schwer zu beurteilen !

MFG
28.01.2007, 16:04 von CMAX_65
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Hallo Stefanus,

sicher ist es zu überlegen, ob Sie sich "einmischen". Es bietet allerdings die Chance zu einem relativ frühen Zeitpunkt im Idealfall den Streit zu beenden. Falls der weiter schwelt, kann natürlich eine Menge Ärger anstehen u.U. bis zum Auszug der Mieterin oder mehr.

Einen pauschalen Ratschlag zu geben, ist ohne die Kontrahenten zu kennen, nicht möglich.

Eine Schiedsstelle macht natürlich auch nur dann Sinn, wenn beide dies wollen. Es gibt ja bekanntlich Leute, die immer Recht haben, egal unter welchen Umständen ! Dann ist es nicht sinnvoll !

MFG
28.01.2007, 15:50 von Stefanus
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Das mit der Schiedsstelle ist eine gute Idee, aber ob ich mich mit den "Kindergarten-problemen" anderer Leute auseinandersetzen soll weis ich noch nicht so genau...
Wie schon gesagt, mit dem anderen "Streithahn" habe ich nichts zu tun, der hat einen anderen Vermieter den ich ebenfalls nicht kenne.
28.01.2007, 12:55 von Rita
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Mich erinnert das immer an Streitigkeiten unter Kindern.
Mama der hat ... Mit dem spiel ich nie wieder ...
2 Stunden später sitzen die wieder zusammen im Buddelkasten

Genau - und hetzen gemeinsam ... z.B. über den Vermieter

Wann und ob man überhaupt eingreifen sollte, kann man so pauschal nicht sagen.
Grundsätzlich bin ich eher für "raushalten" - die Streithähne sollen ggfs. ihre eigenen zivilrechtl. Möglichkeiten nutzen.
Oft nimmt das schon die Luft aus gegenseitiger "Anschwärze".

Auch der Hinweis, wenn ich etwas unternehmen soll, benötige ich die "Meldung" bitte
schriftlich mit Datum, Ort, Uhrzeit, ggfs Zeugen des Vorfalls
"weil ich nur dann die andere Partei gezielt darauf ansprechen bzw. abmahnen kann",
hat schon Wunder gewirkt
> "was Sie wollen doch nicht etwa meinen Namen erwähnen?"

Vor ein paar Jahre hatte ich leider auch mal extreme Streithähne, die sich z.B. sogar untereinander vom Kabelfernsehen abgekappt hatten usw.
Da hat sich bewährt, sich auf keine Einzelhetze/-diskussionen einzulassen > alle Beteiligten am "grünen Tisch" bei Kaffee und Kuchen, danach war immer (für eine gewisse Zeit) wieder etwas Ruhe.

Heute würde ich da ggfs. eine "amtliche Schiedsstelle" einschalten - finde ich eine prima Sache.
Hallo,

in manchen Bundesländern (z.B.in BW)gibt es bei Nachbarschaftsstreitigkeiten eine Schiedsstelle, die einem eigentlichen Prozeß vorgeschaltet ist.

Möglicherweise hilft es schon beide Kontrahenten darauf hinzuweisen, kleine Broschüre, dezenter Hinweis sie können sich ja mal Gedanken darüber machen ???

MFG
27.01.2007, 13:29 von Cora
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Hallo

vielleicht kann man ja dem Vermieter der Wohnung des "Streithahns" einen Tipp geben, dass dieser ebenfalls einen Brief an seinen Mieter schreibt.

Gruß
27.01.2007, 10:44 von Stefanus
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Ich könnte in meinem Fall gar nicht je ein Schreiben an die beiden Streithähne mit der Androhung von Konsequenzen versenden, da ich nicht der Vermieter der anderen Partei bin.
Für mich ist die Sache nach versenden meines Schreibens am meine Mieterin erledigt.
Bin nur mal gespannt, wie sie darauf reagiert.
27.01.2007, 10:03 von chum
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Der VM hat gar nichts mit "Mieter-Kleinkriegen" zu tun, er ist ja keine "Obere Instanz"."Streitschlichter" o.ä.
................................
Der Vollständigkeit halber (hat aber nichts mit Ihrem Fall zu tun):
In einem grösseren MV in dem auch ein Kleinkrieg herrschte, habe ich dennoch einen Brief geschrieben and die beiden "Kriegsführer" aber nur nachdem sich andere Mieter über die nächtliche Schreierei im Hausflur beschwerten.

Ich sandte beiden "Kriegsführern" je eine Abmahnung wg. Störung des Hausfriedens, dass sich andere Mieter beschwert hätten und - falls meine anderen Mieter weiterhin beschweren würden - ich notfalls die Kündigung aussprechen müsste.

Danach war - wenigstens im Treppenhaus - ruhe, der Rest interssiert mich nicht.

27.01.2007, 06:54 von Stefanus
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Hallo,

Danke für die (zum teil völlig unterschiedlichen) aber dennoch wertvollen Tipps!
Ich habe mich entschieden, meiner Mieterin die Info vom Verwalter (der ich mich anschließe) in der ähnliches steht, wie hier in den Beiträgen, weiterzugeben und mich danach rauszuhalten.
Darin steht u.a. auch, dass der Verwalter bei pauschalen Anrufen ohne Konkrete weitere Infos nicht aktiv werden kann und empfahl der Mieterin alles schriftlich festzuhalten und eventuell Zeugen hinzu zuziehen um Beweisfähig zu sein.

Das Schlimmste was mir passieren kann ist, dass die Mieterin auszieht, worüber ich jetzt nicht sehr unglücklich wäre.
Eine Mietminderung deswegen ist sehr unwahrscheinlich durchzubekommen, weil ich ja nichts für das Zusammenleben untereinander kann.

26.01.2007, 21:52 von Taliesin
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hallo

dem schließe ich mich an. Wie sollte ich das Verhalten von einem Menschen beeinflussen können, mit dem mich nichtmal ein Vertragsverhältnis verbindet?
Meinen großen Bruder holen?

Das wird ja sicherlich schwer sein, überhaupt herauszufinden, wer denn da der Aggressor ist...

Gruß
Tali

26.01.2007, 21:38 von ChristophL
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Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, mit welchen Recht er die Miete kürzen darf nur weil er nicht mit dem Nachbarn kann.

Gruß Christoph
26.01.2007, 20:18 von Anita
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Hallo Hansjuergen,

tja, da muß ich auch passen. Ist mir als Vermieter noch nicht passiert. Und als Mieter wäre mir nie in den Sinn gekommen wegen einer Streitigkeit mit anderen Mietern den Vermieter zu belästigen bzw. die Miete zu mindern. Mit welchem Recht auch?

Gruß Anita

P.S.: Störung des Hausfriedens wäre ein Argument um sich als Vermieter einschalten zu können. Aber wie ist das nachzuweisen?
26.01.2007, 19:54 von Hansjuergen
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@Anita

Meine Meinung, immer raushalten.......aber in der Praxis schon erlebt, dass Mieter Miete gemindert haben, weil der Vermieter nichts unternommen hat. Und nun?
26.01.2007, 19:43 von Anita
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Hallo Stefanus,

aus solchen Streitigkeiten IMMER raushalten. Das hat nichts mit der Mietsache zu tun.

Mich erinnert das immer an Streitigkeiten unter Kindern.
Mama der hat ... Mit dem spiel ich nie wieder ...
2 Stunden später sitzen die wieder zusammen im Buddelkasten

Gruß Anita
26.01.2007, 19:32 von Hansjuergen
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Darf ich mich als Eigentümer bzw. als Vermieter raushalten? Nein, er muss sogar einschreiten. Auch wenn Mietverträge vorsehen, dass bei Störungen die Mieter sich untereinander einigen müssen, gilt diese Vereinbarung nicht.
Mieter können vom Vermieter verlangen, dass der Vermieter gegen einen Nachbarn Maßnahmen ergreift, von dem unter Verstoß gegen die Hausordnung regelmässig eine erhebliche Störung des Hausfriedens ausgeht.
Für z.B. Lärmbelästigung: AG Berlin Mitte, Urteil vom 21.09.1998 -13 C 339/97-.
Ohne Gewähr.
26.01.2007, 19:19 von Cora
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Hallo

verständlich, dass sich die Mieterin an den Vermieter wendet.
Aber wie soll der VM hier reagieren?

Da kann man sich eigentlich nicht einmischen, mit welcher Berechtigung auch?

Sollte sich die Mieterin bedroht fühlen würde ich ihr zu einer polizeilichen Anzeige raten, was natürlich das Verhältnis zwischen den Mietern auch nicht förderlich ist.

Vielleicht hat ja der eine oder die andere noch einen guten Ratschlag?

Gruß
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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