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03.01.2008, 21:26 von Moses_The_GProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieter Kündigen
Hallo Allerseits!

Ich bin ganz neu hier und hab jetzt mal eine ganz spezielle Frage die, wie ich hoffe, ihr mir sicherlich beantworten könnt.

Also mein Onkel hat ein Großes Bauernhaus mit einer 100qm Wohnung im 2. Stock mit seperatem Eingang. Er selbst wohnt mit seiner Famiele im EG und 1. Stock. Nun hat er diese Wohnung seit 4 Jahren an eine Person vermietet. Er zahlt immer pünktlich lässt sich nichts zu Schulden kommen, ist eigentlich ein Traum Mieter. Nun würde ich (der Neffe) gerne in diese Wohnung einziehen. Der Mieter möchte demnächst eh ausziehen weil er mit seiner Freundin in ein Haus ziehen möchte. Aber er kann absolut nicht sagen wann er denn tatsächlich auszieht. Ich möchte aber schnellstmöglich in dieser Wohnung einziehen und natürlich auch ganz normal Miete zahlen. Mein Onkel würde das sehr begrüßen aber wir wissen jetzt nicht was wir für Möglichkeiten haben dem Mieter zu Kündigen. Denn eigentlich muss doch jeder selbst darüber Entscheiden können wer wann und wielange in seinem eigenen Haus wohnt.

Vielen Dank für eure Hilfe,

Mfg Moses
Alle 13 Antworten
04.01.2008, 16:32 von Gicoba
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Zitat:
Es bedarf nur eine kleine Verspätung oder nicht einkalkulierte Unbekannte und die ganze Kündigung ist hinfällig.


Selbst dann ist die Kündigung nicht hinfällig, sondern verlängert sich automatisch auf den nächsten Kündigungszeitpunkt, also 1 Monat später. Den §§ kann ich derzeit leider nicht finden.

Das haben wir aber mit unserem Anwalt auch durchdiskutiert, weil ich damals auch nach 573 a gekündigt hatte, nur auch leider relativ spät. Im Forum hat dazu aber auch schon jemand was geschrieben, ich glaube stefan nürnberger(???)
04.01.2008, 14:35 von frischebrise
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Hallo,

Zitat:
Also Kündigung bis zum 3. Werktag im Janunar im Haus dann zählt der Monat und wenn nach dem 3. Werktag dann zählt der nächste Monat??



Das ist korrekt.

Aber warum immer so überspitzt spät eine empfangsbedürftige Zustellung vornehmen.

Es bedarf nur eine kleine Verspätung oder nicht einkalkulierte Unbekannte und die ganze Kündigung ist hinfällig.
Also, in so einem Fall, klar mit Sicherheit und rechtswirksam Zustellen.
Am besten unter einem Zeugen den Brief einkuvertieren und mit dem Zeugen gleich zum Nachbar und persönlich aushändigen.
Wenn dann noch der Zeuge im Schreiben benannt und vermerkt ist, kann man den Gerichtsvollzieher sparen.

Ansonsten hat mir die Ausführung von Jolly Jumper sehr gefallen.
04.01.2008, 14:13 von Cora
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Hallo

vorausgesetzt, es ist tatsächlich ein 2-Familienhaus, dann würde ich mit dem Traummieter ein offenes Gespräch führen, nach dem Motto: wir möchte die Wohnung an Verwandte vermieten und wollen wissen, wann ausgezogen wird. Kann er keinen definitiven Termin nennen (eine Haussuche ist oft schwierig) sollte man ihm klar machen, dass man ein Sonderkündigungsrecht hat und davon auch Gebrauch machen wird, ihm dann auch den Auszugstermin nennen.

04.01.2008, 11:38 von Moses_The_G
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Also die beiden Stockwerke sind eine Wohnung. Die haben keinen seperaten eingang oder so. Wir haben schon paarmal mit ihm geredet aber er kann keinen genauen Termin sagen. Vielleicht reichts im März aber vielleicht wirds auch September so seine Aussage. Bissel planen sollen wir numal halt auch. Wird eigentlich immer zum Monatsende hin gekündigt?

Also Kündigung bis zum 3. Werktag im Janunar im Haus dann zählt der Monat und wenn nach dem 3. Werktag dann zählt der nächste Monat??

Gruß Moses
04.01.2008, 11:21 von Endu
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Es ist natürlich durchaus die Frage zu klären ob es sich wirklich nur um ein Zweifamilienhaus handelt.

Zitat:
Er selbst wohnt mit seiner Famiele im EG und 1. Stock


U.u. könnten das auch schon drei Wohnungen sein, dann ist nichts mit Kündigung nach § 573a.

Aber wenn es ein sog. Traummieter ist, finde ich dass man mal einfach mit ihm reden könnte und ihr dabei auch eure Pläne aufzeigt. Evtl. ist er dann schneller bereit auszuziehen.

04.01.2008, 08:37 von JollyJumper
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Da
Zitat:
Der Mieter möchte demnächst eh ausziehen weil er mit seiner Freundin in ein Haus ziehen möchte.
nach Aussage von Moses_The_G ja ohnehin ausziehen möchte halte ich es auch nicht für wahrscheinlich mit Räumungsklage und so...
Andererseits schreibt er
Zitat:
Aber er kann absolut nicht sagen wann er denn tatsächlich auszieht.

Man muss dem Mieter klar machen, dass er sich hier nun mal festlegen muss, ansonsten 573a.

Letztenendes kann aber keiner dem Mieter in den Kopf schauen, so dass man erst genau was Sache ist, wenn die Wohnung geräumt und übergeben ist!.

Gruß JJ
04.01.2008, 00:38 von kathi2007
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Hallo,
also ganz so schwarz sehen würd ich das nicht gleich mit Räumungsklage und so. Soll auch noch Mieter geben, die sich an ihre einmal unterschriebenen Verträge halten. Würde vielleicht versuchen mal rauszufinden, warum der jetzige Mieter sich zwar dahingehend äussert, dass er ausziehen will, aber sich was den Zeitpunkt betrifft nicht äussert.
Könnte doch sein der baut gerade und es geht nicht alles so glatt wie es gehen sollte. Dann könnts schon sein, dass der rebelliert bei ner Kündigung, denn sich für eventuelle 2 mon noch ne neue Wohnung suchen??
03.01.2008, 23:27 von JollyJumper
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Zitat:
Und diese Variante funktioniert sicher?

1)Ich persönlich habe solch ein Verfahren noch nicht gehabt.
2)Wenn die Voraussetzungen nach 573a erfüllt sind! Warum nicht! Das ist ja ausdrücklich im BGB so vorgesehen!
3)Was passiert wenn er trotzdem eine Soziale Härte-Karte zieht weiß ich nicht genau. Im Prinzip sollte es keine Rolle spielen.
Könnte sich allerdings verfahrensverlängernd auswirken und bedeutet im Endeffekt, dass das ganze vor Gericht geht.
Ich glaube wir hatten das Thema hier kürzlich. Vielleicht mal ein wenig im Forum suchen.

4)
Kündigungsfrist ist bis 5 Jahre Mietdauer 3+3 = 6 Monate
nach einer Mietzeit von fünf Jahren auf 6+3 = 9 Monate und
nach einer Mietzeit von acht Jahren auf 9+3 = 12 Monate.
Bei Kündigung zum 10.1. wird diese frühsten zum 31.07.2008 wirksam (>= 6 Monate)
Kündigung gerichtsfest/beweissicher (wie findest Du im Forum) zustellen!
Ich würde euch empfehlen für die Kündigung einer versierten Vermieteranwalt zu konsultieren! Kostet zwar Geld rentiert sich aber sicher und vermeidet "Anfängerfehler"

5) Wenn er meint gar nicht ausziehen zu wolle musst Du wie immer halt Räumungsklage erheben.

Gruß JJ
03.01.2008, 22:58 von Moses_The_G
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Und diese Variante funktioniert sicher?

Wenn die Kündigung dann zum 10.1.08 beim Mieter eingeht muss er dann am 30.6.08 die Wohnung spätestens verlassen?
03.01.2008, 22:52 von JollyJumper
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Zitat:
Es muss schon ein Kind oder was näheres sein.

Stimmt, ich hatte irgentwie Opa und nicht Onkel im Kopf gehabt, als ich das schrieb!
Eigenbedarf geht bei Neffen und Nichten glaube ich nur wenn eine besonders enge Bindung zu Haushalt nachgewiesen werden kann!

Ist aber auch egal!

Wenn Kündigung ist 3) mit Sicherheit die bessere Variante, weil gar keine Begründung für die Kündigung benötigt wird.
Nachteil ist halt die um 3 Monte verlängerte Kündigungsfrist!

Gruß JJ
03.01.2008, 22:43 von Moses_The_G
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Ok Danke mal!
Also das mit dem Eigenbedarf geht in dem Fall was ich weiß glaub nicht. Es muss schon ein Kind oder was näheres sein. Sicher bin ich mir aber da auch nicht.
Hoffe jemad kann mir da noch genaueres dazu sagen.

Gruß Moses
03.01.2008, 22:42 von JollyJumper
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@Moses_The_G

3 Möglichkeiten

1) Ihr findet mit dem derzeitigen Mieter eine einvernehmliche Lösung, d.h. erkündigt die Wohnung zu einem festzulegenden Zeitpunkt, übergibt die Wohnung und alle sind froh und glücklich.
Das wäre sicher die Vorzugsvariante und schont die Nerven.

ansonsten

2) Eigenbedarfskündigung nach §573 (2)

3) § 573a Erleichterte Kündigung des Vermieters
Nach den hier von Dir geschilderten Randbedingungen sollte diese Variante möglich sei.
Dauert aber je nach Mietdauer >= 3+3 = 6 Monate
Zitat:
(1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne des § 573 bedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich in diesem Fall um drei Monate.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Wohnraum innerhalb der vom Vermieter selbst bewohnten Wohnung, sofern der Wohnraum nicht nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 vom Mieterschutz ausgenommen ist.

(3) In dem Kündigungsschreiben ist anzugeben, dass die Kündigung auf die Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.


Gruß JJ
03.01.2008, 22:33 von kathi2007
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Hallo Moses,
"Denn eigentlich muss doch jeder selbst darüber Entscheiden können wer wann und wielange in seinem eigenen Haus wohnt" ..... ich glaub das wünschen sich fast alle hier, leider is nich...
In deinem Fall handelt es sich aber um ein Zweifamilienhaus, dass der Eigentümer selbst bewohnt, daher gibt es hier ein Sonderkündigungsrecht, d.h. die Möglichkeit ohne Angabe von Gründen kündigen zu können, allerdings mit einer Frist von 6 Monaten (glaub ich). Andere Möglichkeit wäre Eigenbedarfskündigung, da sind es wahrscheinlich nur 3 Mon Kündigungsfrist, aber ich weiss nicht ob Onkel/Neffe als soo enges Verwandtschaftverhältnis gelten, dass das geht und man muss in dem Fall u.U. auch davon ausgehn, dass von der Gegenseite (Mieter) gefordert wird, dass du bzw. dein Onkel nachweist, dass es keine andere Möglichkeit gibt dich unterzubringen oder so ähnlich. Also ich würde um sicherzugehn auf das Sonderkündigungsrecht bei ZFHs setzen. Google einfach mal mit Begriffen wie Sonderkündigungsrecht, Zweifamilienhaus und Eigenbedarfskündigung
Schönen Abend noch
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