> zur Übersicht Forum
31.07.2006, 21:14 von VespaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieter ist verschwunden!!
Guten Abend, wir haben ein Problem.

Wir haben schon fleissig im Forum gelesen, unseren Fall aber noch nicht gefunden.

Unsere mehrjährige Mieterin ist am 1.7. verschwunden. Sie hat die Wohnung tadellos verlassen, alle Schilder entfernt und ...weg!
Wir haben nur eine Handynr., unter der sie natürlich nicht erreichbar ist. Leider ist sie seit Juni mit der Miete im Rückstand. Diese hatten wir am 15.6. angemahnt. Mitte Juli hatten wir dann Juni und Juli/06 angemahnt (unter Zeugen unter der Wohnungstür hergeschoben). Diese Frist ist jetzt abgelaufen. Wir wir jetzt gelesen haben, können wir fristlos kündigen. Sollten wir das per Einschreiben mit Rückschein tun, in der Hoffnung, dass sie einen Nachsendeantrag gestellt hat? Ist die Kndigung auch wirksam, wenn diese sie nicht erreicht? Umgemeldet hat sie sich natürlich noch nicht, wie wir im Bürgerbüro erfragt haben. Was tun wir jetzt am besten? Wir waren heute bei der Polizei, um die Mieterin anzuzeigen. Wir wurden auf den zivilen Rechtsweg verwiesen. Geht es gar nicht ohne Anwalt??? Bedient sich das Gericht denn dann der Möglichkeit über Bank, BfA, Handy u.ä. die Dame ausfindig zu machen oder ist dieser Weg "rausgeschmissenes Geld"??

Vielen Dank für jeden Tipp!!
Alle 8 Antworten
01.08.2006, 19:04 von Wolf
Profil ansehen
Wenn der Briefkasten nicht mehr beschriftet ist, dann kann auch kein Brief ordnungsgemäß durch Briefeinwurf in den Kasten erfolgen. Also entweder Gerichtsvollzieher oder direkt beim Amtsgericht hinterlegen. Gerichtsvollzieher wird das bei Bedarf wohl auch tun.
01.08.2006, 11:06 von kittyhawk
Profil ansehen
Ich würde wie folgt vorgehen;
a) Sie sollten die eine fristlose Kündigung verfassen, bzgl. der Mietrückstände und auf dem Anschreiben vermerken "Per Briefkasteneinwurf am tt.mm.jjjj"
Der Brief gilt als zugestellt, wenn der Mieter den Briefkasten nicht öffnet ist es halt Pech für den Mieter. (hierzu gibt es Urteile, in denen der Brief zugestellt war, als der Briefbote das Datum des Briefeinwurfes dokumentiert hatte)

b) Sie sollten die Wohnung öffnen lassen und ein neues Schloss einbauen lassen und wiederum einen - ein paar Tage später datierten Brief - in den Briefkasten einwerfen, dass Sie Wassergeräusche aus der Wohnung vernommen haben und um Schaden abzuwenden - und der Mieter nicht erreichbar war - die Wohnung geöffnet wurde und ein neues Schloss eingebaut wurde.
Wenn Sie die Wohnung betreten, sollten Sie neutrale Zeugen mitnehmen und Beweisfotos erstellen.

.......................................
Falls Möbel o.ä. in der Wohnung sind, müssten Sie diese zunächst auf Ihre Kosten einlagern.
.......................................
01.08.2006, 11:02 von Rita
Profil ansehen
Zitat:
Wir waren heute bei der Polizei, um die Mieterin anzuzeigen. Wir wurden auf den zivilen Rechtsweg verwiesen. Geht es gar nicht ohne Anwalt??? Bedient sich das Gericht denn dann der Möglichkeit über Bank, BfA, Handy u.ä. die Dame ausfindig zu machen
Das Gericht bzw. die Staatsanwaltschaft tut hier absolut nichts, um die neue Anschrift ausfindig zu machen - du bist auf dich gestellt.

Eine rechtswirksame Kündigung muss als "einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung" nachweislich zugegangen sein.
Zitat:
es reicht, sie mit einem Zeugen in den Briefkasten zuzustellen
VORSICHT - das reicht hier gerade nicht, denn
Zitat:
Sie hat die Wohnung tadellos verlassen, alle Schilder entfernt und ...weg!
mit beweisbarem Zugang in Empfänger-Briefkasten ist hier also nichts - Sommer hat diesen entscheidenden Faktor sicher überlesen

Zitat:
Wir würden den Weg bevorzugen die fristlose Kündigung bei Gericht zu hinterlegen
TREFFER: Wenn man wirklich sicher gehen will und der einzig offiziell mögliche Weg nichts gebracht hat > Einwohnermeldeamt schriftliche Negativauskunft "neue Meldeanschrift unbekannt", dann bleibt tatsächlich nur die > öffentliche Zustellung des Kündigungsschreibens über's zuständige Amtsgericht (ggfs. Rechtspfleger dort fragen).
(oder das Namensschild ist bei der Zustellung durch Boten/Zeugen eben nachweislich wieder dran ...)

Wenn man - für den Fall, dass die Mieterin wieder Ansprüche auf die Wohnung geltend macht - beweisen kann, dass die Mieterin die Mietwohnung endgültig verlassen und aufgegeben hat (die Umstände deuten ja daraufhin), könnte man sich die fristlose Kündigung allerdings auch sparen.
Dann würde ich ggfs. auch Sommer's Tipp "Schließzylinder tauschen (mit Info an Mieterin)" vorziehen.
Schließlich trifft den Geschädigten ja auch die Schadensminderungspflicht nach BGB.
Letztendlich ist es aber egal was man in so einem Fall macht - es besteht grundsätzlich immer die Möglichkeit, dass es das Falsche war.
> deswegen oberstes Gebot: den eigenen Schaden begrenzen und sich dabei zugleich möglichst gut absichern.

Zitat:
Bleibt die Frage, wie wir sie finden.
d.h. die erforderliche Zustelladresse für den > Mahnbescheid !?
Kann ja wirklich noch eine relativ preiswerte, persönliche Genugtuung sein - auch wenn da anscheinend eh' nichts zu holen ist ...
Zaunkönig hat dir hier ja schon einige Tipps gegeben - Kreativität ist das Zauberwort

z.B. auch "will der Mieterin noch ihre Kautionsabrechnung und den Scheck zuschicken"
manchmal finden sich tatsächlich nette Menschen, die einem dann unter der Hand Auskunft geben
- Postamt (Nachsendeauftrag wohin?)
- ARGE/Zahlstelle Wohngeld (hast du denn die "Kunden-Nummer" der Mieterin - z.B. aus letzter Überweisung des AA?)
- Postbote, Nachbarn, Freunde/Bekannte, Arbeitgeber
- Ansatzpunkte (= Briefe) finden sich womöglich auch "im Altpapier", wenn der Mieter keinen Nachsendeantrag gestellt hat
etc. etc.
01.08.2006, 09:36 von Vespa
Profil ansehen
Vielen Dank für Ihre schnellen Hinweise!!

Wir würden den Weg bevorzugen die fristlose Kündigung bei Gericht zu hinterlegen, um den Schaden klein zu halten und möglichst schnell über die Wohnung verfügen zu können. Geh ich mit meiner Kündigung einfach zum Amtsgericht oder wie muss ich da vorgehen?? Hier wird wohl kein Ärger auf uns zukommen, da sie ja wohl kaum zurückkommen wird

Bleibt die Frage, wie wir sie finden. Der Anruf beim Handyanbieter hat nichts gebracht, da 1 Mio min in der Hotline..., unsere Bank gibt die Bankverbindung des Absenders der ÜW nur nach Zustimmung des Kontoinhabers raus und die Anschrift hab ich ja dann immer noch nicht. Die Dame hat noch vor ein paar Jahren Wohngeld bezogen und meines Wissens auch Rente. Gibt es hier einen Weg?

Ein Auto hatte sie nicht und berufstätig war sie auch nicht.

1000 Dank!!
01.08.2006, 00:02 von zaunkoenig
Profil ansehen
Hallo,

wenn der Mieter weg ist, kein Nachsendeantrag, keine Ummeldung (und hier sieht es ja so aus als wollte jemand abtauchen), dann kann die Kündigung auch bei Gericht hinterlegt werden. Das gilt als Zustellung.

Wenn eine Handynummer vorhanden ist, dann kann man beim Betreiber nachfragen. Nicht erreichbar sein = tote Leitung oder geht nicht dran.

Im übrigen, wie wurde die Miete bezahlt? Überweisung? Dann ist die Bankverbindung bekannt und die wird ja wohl noch bestehen. Und wenn nicht, dann ist sehr wahrscheinlich eine neue Anschrift bekannt.

Hat die Dame ein Kfz gefahren? Kann man eine Halterfeststellung beim Kfz-Amt machen lassen.

Und wenn man ein wenig Nerv hat zu telefonieren, dann ruft man mal die gängigen Krankenkassen an, gibt sich als Arbeitgeber aus und hinterfragt die Sozialversicherungsnummer und nebenbei auch die Anschrift. Alte ist ja bekannt, und das Geburtsdatum eventuell ja auch.

Reicht das fürs erste?

Bye
31.07.2006, 23:40 von Sommer
Profil ansehen
Ist denn noch Ihr Eigentum (Möbel und so) in der Wohnung?
Habt Ihr nen Schlüssel?

Ansonsten Kündigung (es reicht, sie mit einem Zeugen in den Briefkasten zuzustellen; ev. dann eben als Kopie über den Postweg von wegen Nachsendeauftrag) und eben mit Zeugen in die Wohnung (ev. ist ihr doch was zugestoßen und liegt da...) falls ihr keine Familienkontakte oder Freunde/Nachbarn kennt die dazu was sagen können.
Und bei der Gelegenheit würde ich dann auch mal den Zylinder tauschen weil der alte vielleicht nicht mehr so toll schließt und die Mieterin mit Notiz an der Tür um Kontaktaufnahme bitten damit ihr den neuen Schlüssel geben könnt und noch so ein paar Dinge klären könnt...

s.
31.07.2006, 23:26 von Eigenheim74
Profil ansehen
Abgesehen von der richtigen Verfahrensweise was Wolf beschrieben hat mal eine Zwischenfrage,

hat deine Mieterin keine 3 MM Kaution hinterlegt?
31.07.2006, 23:04 von Wolf
Profil ansehen
Fristlose Kündigung, Hilfsweise auch fristgerechte Kündigung per Gerichtsvollzieher zustellen lassen. Damit ist der Inhalt des Schreibens und der Zustellzeitpunkt dokumentiert. Als zugestellt gilt auch der Versuch des GV. Kostet ca. 12-15 Euro. Eventuell nachfragen, ob Zustellung noch sicher bis zum 3. Werktag nächsten Monats erfolgt. Dann gilt Kündigungsfrist für fristgerechte Kündigung zum 31.10.2006. Ansonsten sicherheitshalber den 30.11. angeben.

Einschreiben mit Rüchschein beweist nur die Zustellung eines Briefumschlags, sie sagt noch lange nichts über dessenn Inhalt aus.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter