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18.08.2007, 21:50 von nass01Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mieten von Wärmemengenzähler von eigener Firma.
An unserem Haus läuft die Eichung der Wärmemengenzähler (WMZ ) aus und wir möchten die Wärmemengenzähler erneuern.
Wir haben diese vom Voreigentümer übernommen und zahlen 65.-EUR pro/Stk. pro JAHR und legen diese Mietkosten auf die Miete um, was in 5 Jahren ( Eichgültigkeit ) 325.-EUR ausmacht.
Da ich diese WMZ über meinen eigenen Betrieb (Heizungsbetrieb in Form eines e.K.) für weit unter der Hälfte des Preises bekommen kann, möchte ich diese Kosten auf 5 Jahre umlegen und an mich und meine Ehefrau als Vermieter vermieten, was ca. 30.-EUR im Jahr ausmacht.
Sollte ich die Kosten bei Kauf jedoch nicht in der Nebenkosten-abrechnung abrechnen dürfen, bin ich gezwungen wieder für 78.-EUR pro Jahr fremd zu mieten, was die Nebenkosten wiederum in die Höhe treibt.
Ist mein Vorhaben möglich?
Alle 12 Antworten
21.08.2007, 18:04 von johanni
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Zitat:
nebenbei würde mich mal interessieren, was der "e. K." bei einen Heizungsbetrieb bringt


Zitat:
Wahl der Rechtsform und Registrierungspflichten



I.Allgemeine Rahmenbedingungen

Das Handels- und Gesellschaftsrecht gibt den Unternehmern die zur Verfügung stehenden Unternehmensformen (Rechtsformen) gesetzlich vor. Es ist nicht möglich, eine neue Rechtsform zu erfinden und diese am Markt einzuführen. Die gesetzlich vorgegebenen Grundstrukturen können jedoch teilweise geändert und dadurch den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Im Nachfolgenden werden die charakteristischen Merkmale verschiedener gesetzlicher Organisationsformen dargestellt. Details bleiben ausgespart, sie sollten für den Einzelfall interessenspezifisch mit einem Berater abgeklärt werden.

Eine Besonderheit des deutschen Unternehmensrechts ist die Unterscheidung zwischen Kleingewerbe und kaufmännischem Betrieb. Diese spielt allerdings nur im Bereich der Personenunternehmen eine Rolle, nicht dagegen bei den juristischen Personen.

Kaufmännische Unternehmen müssen in das Handelsregister eingetragen werden, auf ihre Geschäfte findet grundsätzlich das Handelsgesetzbuch (HGB) Anwendung.
Nicht kaufmännische Unternehmen können sich freiwillig in das Handelsregister eintragen lassen und werden dann wie Kaufleute behandelt. Machen sie von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch, sind sie für den Bereich ihrer Rechtsgeschäfte grundsätzlich dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) nicht aber dem HGB unterstellt.
Die Frage, ob ein Unternehmen als kaufmännisch zu qualifizieren ist, richtet sich danach, ob der Geschäftsbetrieb nach Art und Umfang eine kaufmännische Einrichtung erfordert
(§ 1 HGB). Maßgebliche Kriterien hierfür sind in erster Linie der Umsatz, die Zahl der Beschäftigten, die Höhe des Betriebsvermögens, das Kreditvolumen sowie die Zahl der Standorte/ Niederlassungen. Eine Umsatzgröße in Höhe von mehr als 400.000,-- Euro spricht in der Regel dafür, dass der kleingewerbliche Rahmen überschritten ist.
Ein kleingewerbliches Unternehmen kann von einer Einzelperson (Kleingewerbetreibender) oder von einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (BGB-Gesellschaft oder GbR) betrieben werden.
Kaufmännische Personenunternehmen sind der Einzelkaufmann (e.K. = e.Kfm.) bzw. die Einzelkauffrau (e.K. = e.Kfr.), die offene Handelsgesellschaft (oHG), die Kommanditgesellschaft (KG) und die beschränkt haftende Personengesellschaft (GmbH & Co. KG, GmbH & Co. oHG).

Bei der Eintragung in das Handelsregister sind besondere Formalien zu beachten;
Anmeldungen sind stets in notariell beglaubigter Form vorzunehmen.

II.Personenunternehmen

1.Kleingewerbe

1.1.Einzelperson (Kleingewerbetreibender)

Die einfachste Art der Unternehmensgründung besteht in der Vornahme einer Gewerbeanmeldung bei der für den betreffenden Ort zuständigen Behörde (in der Regel das Gewerbeamt, in Frankfurt das Kassen- und Steueramt, Paulsplatz 9, 60311 Frankfurt am Main). Vordrucke die ausgefüllt werden müssen, sind dort erhältlich. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich auf den Vor- und Zunamen des Unternehmers. Das Gewerbeamt prüft auch, ob für die Ausübung des Gewerbes nach gewerberechtlichen Vorschriften eine
Erlaubnis erforderlich ist.

Wer die Gewerbeanzeige nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erstattet, handelt ordnungswidrig. Es können Bußgelder bzw. Verwaltungszwangsmaßnahmen verhängt werden.

Die Gewerbekarteien der Gewerbeämter sind kein öffentliches Register, die Einsichtnahme Privater ist nicht möglich. Die Gewerbebehörden erteilen jedoch auf Anfrage Auskunft über den Namen, die Betriebsanschrift und die ausgeübte Tätigkeit des Gewerbebetriebs. Ein Rechtsanspruch auf solche Auskünfte besteht nicht. Auch die IHKn geben derartige Auskünfte über ihre Mitglieder (z.T. per Telefon oder FAX).

Gewerbetreibende, für die keine Firma im Handelsregister eingetragen ist, müssen auf allen Geschäftsbriefen, die an einen bestimmten Empfänger gerichtet werden, ihren Familiennamen mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen angeben. Ergänzende Zusätze, wie etwa die Beschreibung der Geschäftstätigkeit, Logos o. ä., können zulässig sein. Es empfiehlt sich, die konkrete Gestaltung bzw. Verwendungsweise mit der zuständigen Industrie- und Handelskammer abzuklären.
Die Verpflichtung zur Angabe des korrekten Namens dient in erster Linie dem Gläubigerschutz. Wenn nämlich ein kleingewerbliches Unternehmen nur unter der Bezeichnung "ABC Immobilien" auftreten würde und es danach den Sitz verlegt, könnte es unter dieser Bezeichnung von Gläubigern kaum wieder aufgefunden werden, da die Registrierung unter dieser Bezeichnung in einem öffentlichen Register fehlt. Deshalb kann auch der Name des Unternehmers nicht festgestellt werden.

Der Kleingewerbetreibende haftet seinen Gläubigern mit seinem gesamten Geschäfts- und Privatvermögen. Das Risiko läßt sich durch den Abschluß entsprechender Versicherungen in Grenzen halten. Bei Bedarf wenden Sie sich bitte direkt an entsprechende Anbieter.




Johanni
21.08.2007, 17:54 von vollprofi
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Hallo nass01, nebenbei würde mich mal interessieren, was der "e. K." bei einen Heizungsbetrieb bringt. Das habe ich jetzt schon öfter gesehen. Bietet sich das an, wenn es keinen Meister gibt?
20.08.2007, 13:56 von Sledge_Hammer
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@Vollprofi,

Zitat:
Ein VM muss bei jedem Kauf einer Sache (Teppich, Bild, Lampe, Zaun, Gartengeräte, elektonische Geräte, Putzmittel, Fahrten in Baumarkt usw.) grundsätzlich immer sofort mit einer Hirnhälfte daran denken, ob er sie seinem Mietobjekt zuordnen kann, wodurch seine Steuerlast aus Mieteinnahmen geschmälert wird. Tut er dies nicht, wird er vom FA ausgelacht und erhält von diesem den Titel "treudoofster Vermieter des Jahres".



Genau so :-)

Allerdings kommt manchmal das FA zum Heizkörper und Badewannen nachzählen. Sollte also erklärbar sein.

Salü S. Hammer
20.08.2007, 13:11 von johanni
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Hallo Vollprofi,

Zitat:
Es spielt doch überhaupt keine Rolle, ob ein Vermieter auch gleichzeitig ein Heizungs- Maler, Elektro- oder sonst. Geschäft hat und von diesem aus Waren u. Dienstleistungen berechnet, welche dem Miethaus zugeordnet werden können.


Wenn dann auch nur ortsübliche Preise in Rechnung gestellt werden!!

Johanni
20.08.2007, 13:03 von vollprofi
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Es spielt doch überhaupt keine Rolle, ob ein Vermieter auch gleichzeitig ein Heizungs- Maler, Elektro- oder sonst. Geschäft hat und von diesem aus Waren u. Dienstleistungen berechnet, welche dem Miethaus zugeordnet werden können. Soll er etwa bei der Konkurrenz kaufen oder diese beauftragen???
Bin ich im falschen Film? Leute, was habt ihr denn für unterwürfige Schiss? Dies ist rationales u. täglich millionenfach praktiziertes Geschäftsgebaren!

Ein VM muss bei jedem Kauf einer Sache (Teppich, Bild, Lampe, Zaun, Gartengeräte, elektonische Geräte, Putzmittel, Fahrten in Baumarkt usw.) grundsätzlich immer sofort mit einer Hirnhälfte daran denken, ob er sie seinem Mietobjekt zuordnen kann, wodurch seine Steuerlast aus Mieteinnahmen geschmälert wird. Tut er dies nicht, wird er vom FA ausgelacht und erhält von diesem den Titel "treudoofster Vermieter des Jahres".

Was ist wenn der Mieter, der schriftlich zugestimmt hat auszieht und der neue Mieter diese Kosten beanstandet?

Ein neuer Mieter stimmt dieser Sache sowieso automatisch zu, da er den MV unterschreibt.
Im §24 „Sonstige Vereinbarungen“ des MV steht: „Nebenkosten-Abrechnung über Dienstleister“ und „Mietgebühren v. Wasser- u. Wärmezähler erfolgt über Nebenkosten-Abrechnung“.
19.08.2007, 22:11 von JollyJumper
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Zitat:
Was ist wenn der Mieter, der schriftlich zugestimmt hat auszieht und der neue Mieter diese Kosten beanstandet?


Damit hast Du das Grundproblem dieser Situation klar erkannt!.
Ergo! Alle zahlen 78 Euro und Du hast keinen Stress.

Gruß JJ
19.08.2007, 22:07 von Coba
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mal ne andre überlegung;

du kaufts (als firma) die zähler.
dann vermietest du (firma) die zähler an dich (vermieter).

ist übliches geschäftsgebaren, dass firmen untereinander handeln.

könnte das nicht so gehen und auch legal sein ... und billiger für alle ?

grüssle coba
19.08.2007, 22:07 von JollyJumper
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Zitat:
Die Miete der WMZ können nur auf die Nebenkosten umgelegt werden nicht auf die Miete.

Meine ich ja! Falsch ausgedrückt!

Gruß JJ
19.08.2007, 21:46 von nass01
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Die Miete der WMZ können nur auf die Nebenkosten umgelegt werden nicht auf die Miete.
Was ist wenn der Mieter, der schriftlich zugestimmt hat auszieht und der neue Mieter diese Kosten beanstandet?#

Ist schon schlimm in diesem Staat seinen Mietern was Gutes zu wollen.

19.08.2007, 21:26 von JollyJumper
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Hallo nass01

Hier sind zwei Sachverhalte zu betrachten.

1) Hauseigentümer X, kauft von Heizungsbetrieb X Wärmemessgeräte.
Wenn nicht beide Betriebe ein und der selben Person gehören würden würde dass sicher niemanden interssieren. Kommt zwar in den besten Unternehmen vor, dass wirtschaftlich selbständige Einheiten untereinander Geschäfte miteinander machen und ist auch nicht verboten.
Natürlich könte aber ein Mieter hier einen Nachteil für sich sehen, da "Vermieter immer nur mauscheln und Geschäfte zum Nachteil des Mietes machen".

2) Mietrecht
Du mietest bisher ja die Geräte für viel Geld.
Wenn Du die Geräte jetzt kaufen würdest geht eine Umlegung auf die Miete denke ich nicht, da dies nur in der Folge einer Modernisierung möglich ist und wenn ja mit 11 Prozent jährlich, nicht Umlegung der Kosten über 5 Jahre.

Also was tun!

Ich würde Dir empfehlen. Lass Dir ein offizielles Angebot für denn Austausch Neueinbau der Wäememengezähler machen.Da Du die Geräte mietest solte dieser Austauch zum Ende der Eichfrist mit im monatlichen Mietpreis enthalten sein. Also ein offizielles Angebot,dass die monatlichen Kosten beziffert.
In sofern ändert sich an der vorhandenen Kostensituation wohl nichts!
78.-EUR pro Jahr

Dann machst Du ein Schreiben an die Mieter mit Darlegung der Kostensituation.
Entweder alle stimmen dann Deinem Angebot des Kaufens + Umlegung über 5 Jahre
-> schriftlich (mit 3 Durchschlägen wie Cora schreibt!)
oder
sie zahlen halt weiterhin 78.-EUR pro Jahr.

Gruß JJ

19.08.2007, 14:40 von vollprofi
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1) Anschaffungskosten (Zähler + Montage) = Instandhaltungskosten und zu 100 % Mieteinnahmen mindernd. (Jahreseinnahme der Mieten u. a. minus dieser Rechnung in voller Höhe = zu versteuerndes Einkommen aus Mieteinnahmen)

Diese Anschaffungskosten dürfen nicht den Mietern berechnet werden.

2) Zählermiete: Hier kann jeder vom Mieter aktzeptierte Preis verlangt werden, mindestens jedoch der marktübliche Preis (Techem, Ista, Kalo usw.).

Ista-Gebühren:
- Liegenschaftsgebühr 31,54 €
- Nutzergebühr 4,82 je Nutzer
- Ablesequittung 1,73 je Nutzer
- Fahrt- u. Versandkostenanteil 21,30
- Ermittlung Werte Wärmezähler 12,02 je Zähler
- Ermittlung Werte Wasserzähler 6,25 je Zähler
- Ermittlung Werte Sonderzähler 12,02 je Zähler (z. B. Allg.Strom)
- Miete Kontaktwasserzähler 20,37 je Zähler/Jahr
- Miete Wärmezähler sensonic "T1" 79,10 je Zähler/Jahr
- Miete Wärmezähler sensonic "II 1,5" 87,52 je Zähler/Jahr
- Service-Rechnung (z. B. 300,-)
- Wartung (z. B. 675,-)

Es spielt keine Rolle, WER die NK-Abrechnung macht. Ihre Arbeit ist nicht weniger Wert als die anderer.

Natürlich können Sie diese Gebühren nach Belieben reduzieren (z. B. bei eigenen Kindern usw. - kenne Ihre Situation u. Gedankengut nicht), doch aus kaufmännischer Sicht wäre dies grob fahrlässig, denn bei der Investition müssen Sie zum einen in Vorleistung treten (Geld vorstrecken = sinkende Liquidität, fehlendes Kapital, verlorene Zinsen) und zum anderen wird die erneute Investition bei der nächsten Eichung in 5 Jahen garantiert nicht billiger werden.
19.08.2007, 01:05 von Cora
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Hallo

die Kosten für den Kauf der Geräte können nicht auf die Mieter umgelegt werden, nur von der Steuer von dir abgesetzt.

Berechnen über die NK kann man nur die Mietkosten.

Es sei denn, du vereinbarst das so mit deinen Mietern - soll es ja geben, dass Mieter sparen wollen. Aber das mach dann bitte schriftlich mit 3 Durchschlägen
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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