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19.09.2007, 16:13 von webdogProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Miete Januar an Voreigtümer
Hallo, folgendes Problem:

Das Haus mit 5 Wohneinheiten wurde gekauft zum 31.12.2006 mit Übergang aller Rechte und Pflichten. Leider wurden die Mieter erst am 15.01.2007 über den Eigentumswechsel informiert.
Nun hat der Voreigentümer aber eine Miete nicht an mich weitergeleitet, mit der Begründung, dass er die Mieten Dez. und November noch bekommen hat, hat also die Januar-Miete mit seinen Rückständen verrechnet.

Darf er das? Es sei dazu bemerkt, dass der Mieter den Betrag von 2 Monatsmieten in bar auf das Konto des Voreigentümers eingezahlt hat ohne jeglichen Zusatz, wofür das Geld ist. Mir erzählt er nun, das wäre die Miete für Dez. und Januar gewesen, er würde doch nicht doppelt bezahlen.

An wen muss ich mich nun halten?
Alle 12 Antworten
21.09.2007, 08:48 von Augenroll
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@webdog,

Zitat:
Ich werde mich an die Lösung von RMHV halten. Hört sich für mich am richtigsten an.

Ja natürlich können Sie sich das für Sie Genehme und Vorteilhafte einfach so rauspicken.

Aber ist das dann auch OBJEKTIV gesehen richtig?
21.09.2007, 08:42 von Bernd
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Erst mal richtig lesen, dann recherschieren und dann antworten.
Es zählt halt vor dem Recht nicht die eigene Einschätzung sondern die §.
Und deren Auslegung hatte ich ja schon geschrieben, auch wenn es aus Mietersicht nicht um seine Sache handeln kann zu wissen wer Vermieter ist, sieht es das Gesetz anders.
Wenn das jemanden nicht passt, hat er immer die Möglichkeit sich zur Wahl zu stellen, ins entsprechnde Gremium zu wechseln und die Gesetze entsprechend abzuändern.

Miete ist eine Bringeschuld, die muss an den richtigen Gebracht werden. Wer dieser ist ist in der Veranwortung des Schuldners.
So blöd das ist!
20.09.2007, 20:22 von webdog
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Ich werde mich an die Lösung von RMHV halten. Hört sich für mich am richtigsten an.

Deswegen habe ich heute dem Mieter einen Brief geschrieben und eine letzte Zahlungsfrist eingeräumt, bzw. eine Ratenzahlung angeboten. Da er die letzten 2 Mieten erst zum 31. statt zum 3. überwiesen hat, September fehlt auch noch, fehlen im Grunde genommen aber schon 2 Mieten.

Sollte er also nicht wieder pünktlich überweisen und auch die Januarmiete nicht zahlen, bekommt er die fristlose Kündigung.

20.09.2007, 15:17 von Augenroll
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Zitat:
Das ist richtig, aber es sollte sich ja auch nicht als Vorteil für den Mieter ergeben,nämlich einen Monat mietfrei zu wohnen, oder ?


Und warum hatte ich das bereits geschrieben?

Zitat:
Gleichwohl hat natürlich der Mieter die Novembermiete an den alten Eigentümer noch zu entrichten.


20.09.2007, 11:39 von Jobo
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Zitat:
Da der Mieter in diesem Fall aber von dem Eigentumswechsel bei Tätigung der Einzahlung gar nichts wusste, kann ihm dieses aber nicht als Nachteil angerechnet werden.


Das ist richtig, aber es sollte sich ja auch nicht als Vorteil für den Mieter ergeben,nämlich einen Monat mietfrei zu wohnen, oder ?
20.09.2007, 10:49 von Kobes
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Hier kann der Mieter erstmal nichts dafür da er ja zu spät informiert wurde.

Aber wie ist das mit der hier erwähnten austehenden Miete? Wenn es stimmt dass er eine (oder mehrere?) Miete(n) nicht gezahlt hat und er keine genaue Angabe macht bei der Einzahlung/Überweisung dann wird immer mit der ältesten Forderung aufgerechnet.

Ich würde als erstes den alten Eigentümer hier mal fragen welche Miete nicht gezahlt wurde.
Dann den Mieter darauf hinweisen!
20.09.2007, 09:41 von Augenroll
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Zitat:
Ob die Benachrichtigung an den Mieter verspätet oder gar nicht eingegangen ist, mindert diesen Anspruch nicht."


Da der Mieter in diesem Fall aber von dem Eigentumswechsel bei Tätigung der Einzahlung gar nichts wusste, kann ihm dieses aber nicht als Nachteil angerechnet werden.

Fazit:

Der neue Vermieter, der schuldhaft verspätet informierte, hat die Suppe auszulöffen!

20.09.2007, 09:36 von Bernd
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Auszug aus einem rechtsverdreher Forum.
"Der Mieter ist beweislastig, das er seine Miete an dem Vermieter gezahlt hat. Wird sie Miete irtümlich an die falsche Person gezahlt bleibt dem Mieter die Rückforderung der Zahlungen.
Diese Rückforderung kann er gerichtlich bei demjenigen durchsetzen der die Zahlung irrtümlich erhalten hat.
Er kann diese Forderung nicht an einen Dritten (Vermieter) zwangsabtreten.

Die Forderung des aktl. Vermieters sind dadurch noch offen und müssen entsprechend beglichen werden.
Ob die Benachrichtigung an den Mieter verspätet oder gar nicht eingegangen ist, mindert diesen Anspruch nicht."

Also dem Mieter einen entsprechenden Brief schreiben und in Verzug setzen.
Forum war Jurathek, erst kürzlich gelaufen.
20.09.2007, 08:37 von Augenroll
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Das sehe ich aber anders als RMHV,

Zitat:
Der Mieter hat mit seiner Zahlng keine Verrechnungsbestimmung getroffen. Eine Verrechnung der Zahung auf die ältesten offenen Forderungen ist damit nicht zu beanstanden.


Wenn der Mieter keine Verrechnungsbestimmung getroffen hat, so kann der Vermieter nicht einfach nach gutdünken verrechnen. Er muss vielmehr beim Mieter nachfragen und um Klärung bitten. Dies ist hier geschehen. Der Mieter hat sich daraufhin erklärt und damit ist das vom Mieter Bestimmte massgebend!

Gleichwohl hat natürlich der Mieter die Novembermiete an den alten Eigentümer noch zu entrichten.
19.09.2007, 18:55 von RMHV
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Zitat:

webdog » 19.09.07 16:13 «
... dass er die Mieten Dez. und November noch bekommen hat, hat also die Januar-Miete mit seinen Rückständen verrechnet.

Darf er das? Es sei dazu bemerkt, dass der Mieter den Betrag von 2 Monatsmieten in bar auf das Konto des Voreigentümers eingezahlt hat ohne jeglichen Zusatz, wofür das Geld ist.


Der Mieter hat mit seiner Zahlng keine Verrechnungsbestimmung getroffen. Eine Verrechnung der Zahung auf die ältesten offenen Forderungen ist damit nicht zu beanstanden. Wenn also die Mieten für November und Dezember noch offen waren, wurden diese beiden Mieten vom Mieter bezahlt und nicht die Miete für Januar.

Zitat:

An wen muss ich mich nun halten?


Da die Miete für Januar noch nicht bezahlt sein wird, sollte der Erwerber seine Forderung zunächst gegen den Mieter geltend machen. Der Mieter ist für die Erfüllung seiner Verpflichtungen beweispflichtig. Er hat also darzulegen, dass die Miete für Novermber schon vorher bezahlt war und die letzte Zahlung damit auf Dezember und Januar zu verrechnen war.
19.09.2007, 18:23 von Lilibeth
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An den Voreigentümer.

würde auch ich sagen . Eigentümer muß nicht gleich Vermieter sein. Also zahle ich so lange dort die Miete ein bis ich eine entsprechende Kontonummer bekomme wo ich die Miete dann einzahlen muß.

Mieter kann nicht belangt werden !!
19.09.2007, 16:17 von Augenroll
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An den Voreigentümer.

der Mieter kann sicher die Zahlung nachweisen, auch wenn er das nicht näher spezifizert hat. Denn das braucht er auch nicht, das ergibt sich aus dem Kontext.

Des Weiteren wurden die Mieter auch erst am 15.01. informiert. Der Mieter konnte also gar nicht anders handeln.

Fakt ist also: der Mieter hat die Januarmiete bezahlt! Und zwar an den (für ihn) rechtmäßigen Vermieter/Eigentümer.

Ein Versäumnis kann dem Mieter also nicht angelastet werden, denn er kann ja nicht jeden Monat zum Grundbuchamt rennen und sich der Eigentumsverhältnisse versichern.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
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