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10.11.2007, 09:46 von Rob1Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mietaufhebungsvertrag
Hallo,

Nach längerem Streit mit meinem zahlungsunwilligem Mieter wurde im Juli vor Gericht ein Mietaufhebungsvertrag geschlossen und protokolliert.Der Mieter verpflichtet sich das Mietobjekt bis 31.12.2007 geräumt zurückzugeben.
Auf Räumungsschutz wird verzichtet.
Dafür werden sämtliche Mietschulden erlassen (bis jetzt ca. 2,5 Monatsmieten).
Habe so den Verdacht,daß Sie freiwillig nicht ausziehen.
Falls kein Auszug stattfindet,besteht für den Mieter die Möglichkeit eine Räumung zu verhindern? Oder kann ich ohne weitere gerichtliche Räumungsklage das Mietobjekt durch den Gerichtsvollzieher räumen lassen?

Rolf
Alle 4 Antworten
12.11.2007, 09:45 von Der_Vermieter
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Hallo,

na da haben sie ja irgendwie einen schlechten Deal gemacht, denn auch wenn der Mieter nicht auszieht und sie ihn dann doch rausklagen bzw räumen lassen, ist ihre Miete ( die sie nicht bekommen haben ) weg, da wäre es vielleicht klüger gewesen dirket auf Räumung zu klagen, etc. und zumindest die Chance zu wahren jemals etwas vom geld zu bekommen.

Für solche Tipps und Beratung steht im Zukunft der Vermieterverein zur verfügung...hoffe ich!

Nun ja, wie auch immer, jetzt jedenfalls schnellstmöglich weitere Schritte vrosrgliche einleiten, damit im Ernstfall nicht noch weitere Zeit und damit auch weiteres von ihrem Geld den bach runter geht!
11.11.2007, 15:33 von Peter_Pan
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Ich nehme an, Sie haben diesen Prozeß ohne professionelle Hilfe über die Bühne gebracht.
Leider haben Sie sich -wie ich dies so oft speziell bei Vergleichen erlebe- vom Richter über den Tisch ziehen lassen. Eine Mietaufhebung und die Zusage der Räumung allein wird Ihnen nicht ausreichen. Wichtig wäre gewesen, neben der Mietaufhebung, Mieszinserlaß auch den Titel einer sofortigen unanfechtbaren Zwangvollstreckung zu vereinbaren. Nur so umgehen Sie die Räumungsklage. Der Mieter müßte sich somit einer sofortigen und vor allem zahlungspflichtigen Räumung der angemieteten Mietsache unterwerfen.
Wie alt ist dieses Urtei? Sie haben entweder 14 tägige oder 4-wöchige Einspruchsfrist oder ist es Bestandteil des Urteils, daß Einspruch nicht möglich ist?
10.11.2007, 13:44 von RMHV
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Zitat:
Rob1 » 10.11.07 09:46 «
... Oder kann ich ohne weitere gerichtliche Räumungsklage das Mietobjekt durch den Gerichtsvollzieher räumen lassen?



Es muss eine vollstreckbare Ausfertigung des Vergleichs beantragt werden. Dies kann schon vor dem Räumungstermin erfolgen. Mit den vollstreckbaren Titel kann der Gerichtsvollzieher beauftragt werden.

"Berliner Räumung" ist ein kostengünstiges Verfahren. Man darf allerdings die damit verbundenen Probleme auch nicht völlig außer acht lassen.
Bei der Berliner Räumung wird der Gerichtsvollziehr mit der Vollstreckung der Herausgabeanspruchs beauftragt. Der Räumungsanspruch wird nicht vollstreckt. Die Sachen des Mieters bleiben in der Wohnung und der Vermieter übt sein Vermieterpfandrecht nach § 562 BGB aus. Ist der Mieter der Meinung, dass irgendwelche Sachen nicht pfändbar wären, muss er die Herausgabe verlangen und - das ist das wesentliche daran - die Sachen selbst abtransportieren. Der Vermieter muss dem Mieter also nicht den Umzug bezahlen.
Das Problem dabei ist aber unübersehbar, dass Lagerkapazität benötigt wird und für Einlagerung und Transport zum Ort der Einlagerung im Zweifelsfall auch Kosten anfallen. Diese Kosten werden aber vermutlich deutlich geringer sein als bei einer Abrechnung über den Gerichtsvollzieher.
10.11.2007, 10:57 von johanni
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Hallo Rob,

Zitat:
Falls kein Auszug stattfindet,besteht für den Mieter die Möglichkeit eine Räumung zu verhindern? Oder kann ich ohne weitere gerichtliche Räumungsklage das Mietobjekt durch den Gerichtsvollzieher räumen lassen?


Mit dem Vergleich hast Du offenbar einen Titel. Setze Dich mal mit dem zuständigen Gerichtsvollzieher in Verbindung und frage nach, ob dieser zu einer Räumung ausreicht. Die Zwangsräumung kannst Du ja unter dem bekannten Berliner Modell bei ihm beantragen. Und dieses alles vorsorglich. Vielleicht ziehen die Mieter doch noch freiwillig aus. Aber bevor Du Fristen verstreichen läßt, würde ich erst einmal so verfahren.

Johanni
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