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20.03.2007, 00:54 von prinzregentProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mauschi Mauschi
Mein Bekannter hat folgendes Eheproblem. Er hat sich 2000 ein Haus gemeinsam mit seiner Frau gekauft- Frau hat das Haus zu 80% bar bezahlt. Aber sie sind zu je 50% im Grundbuch. Dazu hat er einen Privatkredit in Höhe von 19.000 Euro von Schwiegermama bekommen. Dann kam 2001 die Scheidung. Die EX bekam HarzIV und "verschenkte" ihren 50% Anteil an Schwiegermama, um ihr Vermögen zu verstecken.

2007 gabs Streit, das Haus war inzwischen 100% leer, Einnahmen gabs nicht mehr. ( EX will entmieten, Ehemann will vermieten, kann sich aber nicht durchsetzen )

Der Ehemann sagte, es habe nie Gewinne gegeben und legte Steuerbescheide der Jahre 2003,2004 und 2005 vor. In der Tat: 600 Euro Gewinn, 300 Euro Gewinn und satte 2000 Euro Verlust. 2006 mit Sicherheit wieder Verlust, dito 2007

Den Kredit wimmelt er ab. Das Geld sei im Haus versackt (neue Gasetagenheizung, neue Bäder, 9.000 Euro an belegten Titeln ! etc.) Überhaupt sei 2001 zu lange her, der Kredit verjährt und die Kreditzahlungen wurden schon 2002 eingestellt, weil es nie einen Gewinn gab.

Beleg sei seine Steuererklärung ( siehe oben )

Der Ehemann hat eine Teilungsversteigerung eingeleitet und die EXfrau jammert, sie wolle mehr Geld.- Der Mann sagt, das ganze sei nur gemacht worden, damit sie HarzIV bekommen kann, weil das Amt die Grundbücher nicht kontrolliert. Also habe sie ohnehin auf diese Art gut verdient. Und verdiene immer weiter.

Pikant, der Ehemann will ab sofort nur noch 50% der Grundsteuer bezahlen. Er ist pleite.

Frage: Kann die EX mit Hilfe eines Anwaltes noch die 19.000 einklagen ? Oder ist das verjährt ?

Oder sollte die EX lieber nix sagen.

Reicht es wirklich aus, wenn der Ehemann als Beleg seinen Steuer BESCHEID vorlegt ? Er argumentiert, das sei "amtlich geprüft" und was anderes habe er eh nicht. Die Ehefrau jammert, da sei eine "Abschreibung" von ca. 1.000 Euro enthalten, das sei "Gewinn". Ich glaub das sind die 2,5% Altbauabschreibung ...

Alle 1 Antworten
20.03.2007, 10:16 von Rita
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Frage: Kann die EX mit Hilfe eines Anwaltes noch die 19.000 einklagen ?
Nicht die EX, aber die Darlehensgeberin (wohl die Ex-Schwiegermama)
Oder ist das verjährt ?
Verjährt sein können nur die nicht eingeforderten/nicht titulierten Zinszahlungen, nicht aber die Darlehensforderung an sich.
Die Anspruchsgrundlage (gewährtes Darlehen) wäre ggfs. zu beweisen - da schonmal Zinszahlungen geflossen sind, sicher kein Problem.
Aber (siehe unten): waren die 19.000 denn nicht irgendwie beim Zugewinnsausgleich berücksichtigt?

Ehrlich gesagt, platzt mir da bald der Kragen vor Empörung.

Will die EX mit den 19.000 vom EX-Mann denn das durch Betrug/Täuschung erhaltene Hartz-Geld zurückzahlen?
Evtl. wäre Stillschweigen tatsächlich für sie besser, weil da ggfs. noch ein Strafermittlungsverfahren auf sie zukommt (wgn Leistungserschleichung Hartz IV).

Der EX-Ehemann scheint mir auch nicht viel besser.
Einfach
- falsch rechnen (steuerliches Ergebnis ist eben nicht gleich tatsächlichem Ergebnis > AfA ist z.B. tatsächlich nur steuerlich zu berücksichtigen)
- einen tatsächlich erhaltenen Privatkredit "abwimmeln"
("Das Geld sei im Haus versackt" - ja klar, aber für das, was er persönlich ins Objekt steckte, ist ja schließlich über seinen 50 %-Anteil berücksichtigt)
Vielleicht hat er auch noch beim Hartz IV-Betrug der EX mitgewirkt?

Scheidung 2001 - was war denn da mit dem Zugewinnsausgleich (Vermögensauseinandersetzung im Rahmen der Trennung/Scheidung)?
Wenn die EX-Frau belegen konnte, dass sie die von ihr bezahlten 80% mit eigenen Geldmitteln bezahlt hatte, die sie z.B. vor der Eheschliessung schon besass, hatte sie ja Anspruch auf einen entsprechenden zusätzlichen Zugewinnsausgleich, da ihr grundbuchmässiger Anteil am Objekt nur 50 % beträgt/betrug.

Wenn die beiden mit ihrem Mauschi-Mauschi, sich gegenseitig übern'n Tisch ziehen und Hartzgeld-Erschleichung jetzt nicht mehr leben wollen, werden Anwälte und Gerichte sicher noch viel Freude an den beiden haben ...
Das hausgemachte Mauschi-Mauschi jetzt auch brav weiter in einer außergerichtlichen Teilungsauseinandersetzung durchzuziehen, käme sicher für beide günstiger ...
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