> zur Übersicht Forum
20.12.2006, 15:56 von mamouschProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mahnbescheidsverfahren ?
Liebe Forum-Gemeinde,

ich habe -wie wohl viele mitgeplagte Vermieter- nun auch das Pech wohl einem Mietnomadenpäärchen aufzusitzen. kurzer Hintergrund:
NK-Abrechnungen sei 2004 offen, einzelne Mietzahlungen offen und seit Okt 06 erfolgt überhaupt keine Mietzahlung mehr. Jede Kommunikation -sei es via Tel, Klingeln oder per Post oder per Hausmeister- wird verweigert bzw keine Reaktion gezeigt. Ich weiß nicht ob sie nicht zahlen wollen oder nicht (mehr?) zahlen können. (Wohnung ist neu, Miete ortüblich)
Der Briefkasten quillt über, aber die Leute sind noch fröhlich in der Wohnung (fröhlich weil Licht brennt und Fernseher läuft und die NK via Verwaltung ja bei mir abgebucht werden). Ich habe nach vergeblichen schriftlichen Abmahnungen (okt, nov) nun Anfang Dez (mit Raumungsfrist zum 31.12) eine fristlose Kündigung (mit Zeugen) zugestellt und gleichzeitig einen Antrag auf Erteilung eines Mahnbescheids beim zuständigen Amtsgericht gestellt.
(kum. offene Forderung bisher 3300€)

Meine Fragen nun:
1.) Muß ich dieses Prozedere via Mahnbescheid nun monatlich
wiederholen? (da keine Änderung "in Sicht ist" und sich ja die offenen Mietzahlungen (+ NK-Abrechnung aus 2006) voraussichtlich weiter aufkumulieren werden?

2.) Raten Sie ab Jan 07 (also nach der eingeräumten Frist)gleich eine Räumungsklage einzureichen oder besser erstmal die Wirkung des Mahnbescheid-Titels abwarten? (Ich selbst glaube nicht daran, wenn der Briefkasten weiterhin nicht geleert wird).
3.) Raten Sie ein Inkasso-Unternehmen einzuschalten?

Bitte um Ihre Erfahrungen; ich selbst habe keine Erfahrung mit Mietern (hab auch auf kaution verzichtet, keine Schlüssel und weiß auch nicht ob und wo sie arbeiten); die Miete sollte mal unsere Altersversorgung ergänzen; da die Finanzierung noch läuft kommen wir selbst in wirtschaftliche Bedrängnis

Liebe Grüße und schönen Dank für Ihr Feedback
mamousch
Alle 8 Antworten
22.12.2006, 14:50 von mamousch
Profil ansehen
Hallo Rita,

schönen Dank für Deine wertvollen Anregungen: Ich hab in der Zwischenzeit eine interessante Internetseite gefunden, in der
das Prozedere zum Mahnbescheid ausführlich beschrieben ist

hier der link, in dem auch die folgenden Diskussionsbeiträge eindeutig beschrieben sind:

http://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/verfahrensrecht/gerichtliche_mahnung/

schöne Weihnachten an alle
Mamousch
22.12.2006, 11:45 von Rita
Profil ansehen
Zitat:
Ist meine Forderung bereits dann vor Verjährung geschützt, wenn der Mahnbescheid zugestellt wurde?


Nein

Nach Zustellung des Mahnbescheids schickt dir das Mahngericht den Antrag auf Erlass des Vollstreckungsbescheids.
Dann erneutes Procedere/Zustellung/Widerspruchsfrist.
Erst wenn dann der Schuldner innerhalb der Widerspruchsfrist nicht reagiert hat, schickt dir das Mahngericht des Vollstreckungsbescheid/Vollstreckbaren Titel.
Ab dann ist die Forderung "tituliert" - d.h. Verjährungsfrist 30 Jahre.

D.h. du kannst dann (gegen Vorauszahlung der Kosten) den Gerichtsvollzieher mit der Pfändung/Vollstreckung beauftragen.
Automatisch und kostenlos geschieht hier nichts.

21.12.2006, 16:22 von Hansjuergen
Profil ansehen
@tobiwittmann

M.E. wird nicht automatisch der GV beauftragt wenn Sie einen Vollstreckungsbescheid beantragen und erhalten.

M.E. können Sie zu jeder Zeit aus dem Titel vollstrecken (durch GV) lassen.
21.12.2006, 14:26 von tobiwittmann
Profil ansehen
Zitat:
Das gerichtl. Mahnverfahren (oder eine Zahlungsklage) dient dazu

dem Mieter/Schuldner klarzumachen, dass du ernst machst

deine Forderungen vor der Verjährung zu schützen

einen Vollstreckbaren Titel in die Hand zu bekommen (der dann 30 Jahre "gilt")



Ist meine Forderung bereits dann vor Verjährung geschützt, wenn der Mahnbescheid zugestellt wurde?

Um den vollstreckbaren Titel zu bekommen, muss ich erstmal den Antrag auf Vollstreckung einreichen, richtig? Wird dann nicht automatisch der Gerichtsvollzieher aktiv?
21.12.2006, 09:44 von Rita
Profil ansehen
Zitat:
1.) Muß ich dieses Prozedere via Mahnbescheid nun monatlichwiederholen? (da keine Änderung "in Sicht ist" und sich ja die offenen Mietzahlungen (+ NK-Abrechnung aus 2006) voraussichtlich weiter aufkumulieren werden?

monatlich wiederholen: NEIN

Das gerichtl. Mahnverfahren (oder eine Zahlungsklage) dient dazu
dem Mieter/Schuldner klarzumachen, dass du ernst machst
deine Forderungen vor der Verjährung zu schützen
einen Vollstreckbaren Titel in die Hand zu bekommen (der dann 30 Jahre "gilt")

Für einen Vollstreckbaren Titel muss erstmal der Gläubiger bares auf den Tisch legen - ob der Schuldner tatsächlich zahlen kann/will, erfährt der Gläubiger erst, wenn er versucht zu vollstrecken = weitere Kosten.

Ich halte es für sinnvoller erstmal mit einem Vollstreckbaren Titel zu operieren, ggfs. erst wenn Verjährung droht/Vollstreckungsversuche/Nachforschungen Erfolg versprechen die weiteren Forderungen titulieren.
In der Zwischenzeit verwendet man seine Energien (Zeit/Geld) besser darauf, dass Vollstreckungsversuche mit dem bereits vorhandenen Titel auch möglichst erfolgreich verlaufen (d.h. nachforschen: pfändbares Einkommen (Arbeitgeber?)/pfändbare Sachen/Vermögen)

Zitat:
2.) Raten Sie ab Jan 07 (also nach der eingeräumten Frist)gleich eine Räumungsklage einzureichen oder besser erstmal die Wirkung des Mahnbescheid-Titels abwarten? (Ich selbst glaube nicht daran, wenn der Briefkasten weiterhin nicht geleert wird).

Beides unabhängig voneinander weiterverfolgen - denn das sind 2 Paar Schuhe:
Räumungsklage damit der Schuldner/Mieter nicht weiter auf deine Kosten lebt und du über deine Mietwohnung wieder selbst verfügen kannst (neuvermieten)
Mahnbescheid/Titel/Vollstreckung um zu deinem Geld zu kommen

Zitat:
3.) Raten Sie ein Inkasso-Unternehmen einzuschalten?

NEIN - meine persönliche Meinung: zu teuer und zu uneffektiv

Übrigens:
echte Mietnomaden ziehen einfach nach unbekannt weiter, wenn der Vermieter/Gläubiger ihnen zu unangenehm mit seinen Forderungen auf die Pelle rückt
weitaus größerer Schaden entsteht bei Mietern/Schuldnern, die erkannt haben, dass sie nichts mehr zu verlieren haben und seelenruhig immer weiter für umsonst wohnen, wenn der Vermieter nicht viel Geld dafür investiert, sie loszuwerden (Räumungsklage/Zwangsräumung).
Ist der Mieter/Schuldner überschuldet, dann macht er eben einfach auf Insolvenz/Restschuldbefreiung - DAS ist leider die neue Realität.
20.12.2006, 16:26 von MarieP
Profil ansehen
Hallo Manmousch

So kann dein Mieter bis 2 Monate nach Zustellung der Räumungsklage die Kündigung durch Zahlung abwenden.

Bei der gleichzeitigen fristgerechten Kündigung, wär diese wirksam.

Für die Räumungsklage beim Amtsgericht besteht zwar kein Anwaltszwang, darum kannst du diese theoretisch alleine erheben und durchführen.
Als Laie ist dir die Verfahrensweise wahrscheinlich nicht bekannt. Deshalb ist es immer besser, einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

20.12.2006, 16:15 von mamousch
Profil ansehen
Hallo Marie,
zu Der Ergänzungsfrage: "gleichzeitig fristgerecht gekündigt"?
Nein (da ich dachte mit der "fristlosen Kündigung" incl. ca 4 Wochen Raumungsfrist) ist alles gesagt

Mamousch
20.12.2006, 16:04 von MarieP
Profil ansehen
Hallo

Da du gleichzeitig gekündigt hast, ist die Klage bei Nicht-Räumung angebracht.

Hast du gleichzeitig zusätzlich fristgerecht gekündigt?
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter