> zur Übersicht Forum
21.02.2007, 17:37 von TaliesinProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Mahnbescheid an jeden?
Hallo

Nachdem ich mich hier seit einigen Wochen herumtreibe, möchte ich mich auch mal mit einer Frage am anwesenden Wissen erfreuen.
Da ich auch immer gerne die ganzen Leidensgeschichten lese, schreibe ich jetzt auch mal den ganzen Roman. Wer's lieber kurz hätte, die eigentliche Frage steht ganz unten.

Ich habe hier ein Haus mit Ladengeschäft, welches ich mit eher mäßigem Erfolg vermiete. Das Haus liegt bei uns im Ort direkt an der Haupstraße, mit Parkstreifen an der Straße und direkt am Haus nochmal ein Streifen, der zum Grundstück gehört(Breite etwa 50m)

Der letzte Mieter (eine Familie mit 4 Kindern) betrieb seit November 05 einen Lebensmittel- und Bekleidungsgeschäft. Bei den ersten Gesprächen wollte der Mieter den Laden unbegrenzt mieten (was die Befristung anbelangt), aber ich habe dann vereinbart, den Vertrag dann auf Ende 2006 zu befristen. Wenn dann beide Parteien für eine Fortführung sind, verwandelt sich der Vertrag dann in einen unbefristeten.
Im Februar hab ich dann mal nach dem Befinden gefragt und bereits da hat sich der Mieter beschwert, dass ständig irgendwelche Autos auf dem Parkstreifen vor dem Haus abgestellt würden, von Leuten, die gar nicht zu seinem Laden wollten. Auf meinen Hinweis hin, dass die das natürlich dürfen, weil der Streifen öffentlicher Grund ist, wollten sie sich gar nicht einlassen. Damals hab ich diese Einstellung noch als Zahn angesehen, der dem Mieter sicher mit der Zeit noch gezogen werden würde, aber auch Monate später war das immer noch der große Aufhänger, um sich über seine fehlende Kundschaft (denke ich mal) aufzuregen.
Die Krone hat sich der Mieter dann aufgesetzt, als er etwa im Mai auf mich zutrat und mir unmissverständlich mitteilte, dass, wenn ich nicht sofort zum Nachbarn rüberginge um diesen dazu zu bringen, seinen LKW vorm Laden wegzufahren, die Miete nicht mehr pünktlich kommen würde. Auf meinen wiederholten Hinweis, dass der Nachbar das natürlich dürfe und ich gar keine Handhabe gegen ihn hätte, hat mich mein Mieter mit den sinngemäßen Worten, ich würde jetzt ja sehen, was ich davon hätte, stehen lassen.
Nebenbei, bis dahin war die Miete eigentlich recht pünktlich da.
Ende September haben wir denn mal gefragt, wie es mit der Fortführung des Mietverhältnisses ist, denn die Ladenklingel war doch nicht mehr ganz so oft zu hören. Aber da war von Aufgabe keine Rede.
Im Oktober hatten wir dann einen kleinen Zettel (Computerausdruck, halbes DINA4 Blatt, ohne Datum aber immerhin mit Stempel und Unterschrift) im Briefkasten, auf dem stand, sie hätten seit langem Parkplatzprobleme und und es gäbe bereits Gerüchte, sie hätten Pleite gemacht, sodass sie schon viele Kunden verloren hätten und die Miete nicht rechtzeitig zahlen könnten. Aus diesen Gründen würden sie die Miete auf 5/8 kürzen oder die Kündigungsfrist von 6 auf 3 Monate kürzen. Achja, ich möchte doch bitte Verständnis haben.

Ich hab natürlich erstmal herzlich gelacht, das Haus steht ja nun schon fast 50 Jahre an diesem Fleck und auch der Parkstreifen ist nachweislich so alt wie die Hauptstraße, war also vor Mietantritt schon in der jetzigen Form vorhanden. Ich habe also der angekündigten Mietminderung schriftlich widersprochen, da mir die zwischenmenschlichen Gepflogenheiten des Mieters schon länger nicht mehr tragbar erschienen, gerne der Fristkürzung zugestimmt.
Naja, jedenfalls durfte ich dann feststellen, dass ich bereits das letzte Geld von diesem Mieter bekommen hatte, nämlich die Septembermiete.
Ende Oktober habe ich dann die fehlende Miete angemahnt und schriftlich darauf hingewiesen, dass für es für eine Kündigung zum Ende Januar doch langsam Zeit würde, aber es kam keine Resonanz.
Weil mir die Sache zu blöd wurde, habe ich dann am 30.November die Kündigung zum 28.2.2007 ausgesprochen (schriftlich mit Nachbarn als Zeuge übergeben), wohlwissend, dass ich bereits zur fristlosen Kündigung berechtigt gewesen wäre.
Nach der ersten Dezemberwoche war ich dann im Laden und habe die fristlose Kündigung angedroht. Dort hat man mir dann das Geld für spätestens Ende Dezember angekündigt.
Dann eine Woche bat man mich um ein Gespräch, der Steuerberater hätte verlangt, das Vertragsverhältns zum Ende des Jahres zu beenden. Auf meine Hinweise, dass ich immer noch Mietanspruch bis Ende Februar hätte, wurde gar nicht mehr eingegangen (friss oder stirb)
Naja, ich hab dann gefressen und mir eine Vertragsergänzung vom Mieter unterschreiben lassen, dass ich auf die Miete für Januar und Februar verzichten würde, wenn ich mein Geld bis zum 21. Dez auf dem Konto hätte und der Laden Silvester leer ist.

Naja, zwar habe ich seit Weihnachten wieder Zugriff auf den Laden, aber das Geld ist immer noch nicht da.
Nun will ich also einen Mahnbescheid losschicken und da ich sowas noch nie gemacht habe, komme ich jetzt zum eigentlichen thread:

Im Mietvertrag stehen beide Eheleute als Mieter für den Laden. Muss ich jetzt jedem einen einzelnen Mahnbescheid schicken oder kann ich die beiden Namen in einen Bescheid schreiben?

Gruß
Tali
Alle 3 Antworten
21.02.2007, 19:02 von Cora
Profil ansehen
Hallo

du kannst auch jedem einen Bescheid schicken, aber 1 für beide reicht.

Gruß
21.02.2007, 18:42 von ChristophL
Profil ansehen
Das würde ich auch so machen, so hast Du noch einen Schuldner mehr.

Gruß Christoph
21.02.2007, 17:57 von MarieP
Profil ansehen
Hallo

Zitat:
Im Mietvertrag stehen beide Eheleute als Mieter für den Laden. Muss ich jetzt jedem einen einzelnen Mahnbescheid schicken oder kann ich die beiden Namen in einen Bescheid schreiben?



du kannst beide Namen in einem Bescheid angeben.

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter